Startseite Kostenlose Registrierung starten! Kalender Finde andere registrierte Benutzer Suchen Profil bearbeiten / Kontrollzentrum. Hier kannst Du Deine abonnierten Themen sehen, Private Nachrichten lesen und schreiben, Dein Profil und Deine Einstellungen bearbeiten.
netzathleten

Zurück   Schach! > Eröffnung > Schach - Geschlossene Spiele

Schach - Geschlossene Spiele

Damengambit, indische Eröffnungen, Englisch & mehr


» Navigation
» Forum
  Von Usern für User
  Rund ums Schach
  Literatur & Software
  Spielanalyse
  Eröffnung
  Strategie
» Forum durchsuchen
» Anmelden
Benutzername:

Kennwort:

Not a member yet?
Register Now!
» Karten
» Benutzer (851)
» Schach-Vereine etc. (11)
» Ereignisse (0)
Wenn du dich kostenlos registrierst kannst du neue Themen verfassen, an Umfragen teilnehmen und vieles mehr. Falls Du bei der Registrierung oder Anmeldung Probleme hast, dann kontaktiere uns.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Thema bewerten
  Englische Eröffnung Beitrag #1  
Alt 04.08.2004, 11:24
R2-D2
Einsteiger
 
Registriert seit: 08.2004
Ort: Bad Segeberg
Beiträge: 10
Englische Eröffnung

Was haltet ihr von der Englischen Eröffnung?
Ist sie eurer Meinung nach gut spielbar oder sagt ihr eher, dass das viel zu viel Theorie ist, weil man sich da auch etwas mit dem Damengambit auskennen sollte.
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #2  
Alt 17.11.2004, 14:30
Gast5523
Gast
 
Beiträge: n/a
Zunächst: Englisch ist eine vollwertige Eröffnung.
Sogar eine strategisch interessante und vielseitige.
Manchmal beginnt man standardmäßig positionell (mit Bauern vorschieben am Damenflügel), um sich urplötzlich in einem wilden Figurenhandgemenge wiederzufinden.

Als Schwarzer ist mir Englisch in meiner bisherigen Turnierpraxis eher selten untergekommen.
Gute Erfahrungen habe ich mit 1. c4 e5 2. Sc3 f5 gesammelt.

Eine Zeitlang habe ich mal gegen ein recht schwaches Computerprogramm mit Englisch gut ausgesehen. Und beim Internet-Blitz auch.
Das war dann i.d.R. reinrassiges Englisch ohne d4 und mit einem richtig zünftigen Bauernaufm***** am Damenflügel (Aufbau: Sc3, Ld2, Tb1, b4, a4, b5).

Hmm - vielleicht sollte ich es mal wieder probieren!

Ein Wort zur Theorie:
Auf meinem Niveau (DWZ 1800) kennt sich kaum einer gut mit Theorie aus. Insbesondere nicht im Englisch. Deshalb kann man es in einer praktischen Partie durchaus wagen.
Bei höheren DWZs sollte man sich schon etwas besser vorbereiten. ;-)

Gruß
Ralf
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #3  
Alt 21.11.2004, 20:00
Gast5523
Gast
 
Beiträge: n/a
Re: wagen kann man alles

Zitat:
Original geschrieben von ssiimm
@ralvieh wie hast du mit e5 f5 gute ergebnisse gemacht??
Hier mal ein Beispiel, wo alles geklappt hat. Zugegeben keine übermäßig gute Partie.

[Event "Vereinsmeisterschaft 1994"]
[Date "1994.12.09"]
[White "K."]
[Black "Ralvieh"]
[Result "0-1"]

1. c4 e5 2. Sc3 f5 3. g3 Sf6 4. Lg2 g6 5. e3 Lg7 6. Sge2 O-O
7. O-O c6 8. d4 e4 9. b3 d5 10. La3 Te8 11. Dc2 Sa6 12. Tae1 Le6
13. Sa4 Da5 14. Tb1 b5 15.c5 bxa4 16. bxa4 Tab8 17. Sf4 Lc8
18. Txb8 Sxb8 19. Tb1 La6 20. Lf1 Lxf1 21.Kxf1 Sa6 22. Tb7 Sc7
23. Db2 Da6+ 24. Kg2 g5 25. Se2 Se6 26. h3 Dxa4 27.Sc3 Da6
28. Db3 f4 29. g4 fxe3 30. dxe3 Dd3 31. Lc1 Sxd4 32. exd4 Df3+
33. Kg1 Sd7 34. Sxd5 Dxb3 35. axb3 Lxd4+ 36. Kf1 Sxc5
37.Tb4 cxd5 38. Lxg5 Tf8+ 39. Kg2 Tf2+ 40. Kg3 Le5+ 41. Kh4 Tf3
42. Tb5 Se6 43. Le7 Lg3+ 44. Kh5 Sg7+ 45. Kh6 Lf4+
46. g5 Txh3# 0-1

Der Figurengewinn um 14. Zug brachte mich natürlich auf die Siegerstraße.
Trotzdem mag ich die Partie. Beim Nachspielen hat mich entzückt, wie der oft geschmähte Punkt a6 zwischen dem 19. und 27. Zug geradezu zur zentralen Drehscheibe für die schwarzen Figuren wird. Gefreut habe ich mich auch über das Figurenopfer 31. ... Sxd4!?, das ich anstelle langwieriger positioneller Fortsetzungen wählte.
Das Opfer 33. ... Sd7! durfte wegen 33. Txd7?? Lxd4+ 34. Kh2 Df2+ 35. Kh1 Dg1# nicht angenommen werden.
Nach dem Damentausch sind zwei Springergabeln zu beachten.
Nach 37. Tb4? cxd5 gefiel ihm 38. Txd4 Sxb3 39. Td1 Sxc1 40. Txc1 mit hoffnungslos verlorenem Turmendspiel nicht.
EDIT: Und da sieht man, was man alles vergessen hat nach 10 Jahren. 37. Tb4 war natürlich kein Fehler, sondern fast schon erzwungen, weil er von dem Sc5 angegriffen war. So viele schöne taktische Feinheiten...
Auch 40. ... Le5+ wird durch die Springergabel 41. Kxf2 Sd3+ nebst 42. ... Sxb4 gerechtfertigt.

Und gleich danach ein Beispiel, wie man es nicht spielen sollte:

[Event "Chessgate"]
[Date "2004.11.14"]
[White "test"]
[Black "Ralvieh"]
[Result "1-0"]
[WhiteElo "1884"]
[BlackElo "1848"]
[TimeControl "300+5"]

1.c4 e5 2.g3 f5 3.Nc3 Nf6 4.Bg2 d6 5.d3 Be7 6.Nf3 O-O 7.O-O Be6 8.Ng5 Bc8 9.Qb3 Kh8 10.Bxb7 Bxb7 11.Qxb7 Nbd7 12.Ne6 1-0

Geändert von Ralvieh (22.11.2004 um 11:10 Uhr)
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #4  
Alt 30.12.2004, 19:03
Otto-Normalpatzer
Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 1920
 
Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 61
Englisch finde ich auch zum Kotzen!

Ebenfalls ein Vereinsmitglied (DWZ = 2050) von mir spielt nur Englisch mit Weiß, beiße mir da häufig die Zähne aus. Er spielt Englisch schon viele Jahre und verfügt über große Theoriekenntnisse. Häufig massakriert er schwächere Gegner positionell und gegen stärkere holt er mit dieser Eröffnung häufig ein Remis raus.

Englisch kann bei 1. c4 e5 so eine Art Sizi im Anzug sein. Sizi ist unglaublich populär mit Schwarz, dass das dann im Anzug natürlich noch besser ist (was gerade die Fiancetto-Varianten mit g3 + Lg2 betrifft, Drache ist für Schwarz im Sizi sehr gefährlich), ist klar. Vor allem dieser Fiancetto-Läufer auf g2 ist sehr häufig ein wahrer Kotzbrocken.

Was spielt ihr dagegen? Die Idee mit e5 + f5 ist nicht schlecht, ist eine Art Grand Prix Angriff mit Schwarz (Grand Prix Angriff: 1. e4 c5 2. f4!?).

Ich habe mit 1...g5 ?! experimentiert (ja diesen Zug gibt es wirklich; sieht auf den ersten Blick geisteskrank aus, hinter diesem Zug stecken aber Ideen und er ist nicht leicht zu widerlegen), gegen einen unvorbereiteten und vor allem schabloneartig gespielten Engländer funktioniert das ganz gut, aber wehe Weiß hat davon Ahnung.

1...b6!? ist ganz nett, das versuche ich derzeit;

Mein Ziel ist es, wie bereits oben erwähnt, den Weißspieler aus seinem gewohnten Fahrwasser zu bringen. Ich kann es nicht ausstehen, wenn bei mir im Engländer nach 5 Zügen als Schwarzer die Theoriekenntnisse ausgehen und der Weißspieler nach dem 20ten Zug noch gebetsmühlenartig seine Standardpläne durchführt!

Was habt ihr denn noch so für Systeme gegen Englisch?
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #5  
Alt 30.12.2004, 19:15
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Also ich spiele gewöhnlich in Igelsysteme ein. Also 1. c4 Sf6 2. Sc3 c5 3. g3 e6 4. Sf3 b6 5. Lg2 Lb7 6. 0-0 d6 und dann eben die verschiedenen Igel Abarten. Ist eigentlich recht gut, da ich den Igel sowieso mag und er in dem Fall nicht "abgelehnt" werden kann. Hab mir mal überlegt irgendwann noch 1. ... e5 dazu zu nehmen, aber das hat wenn noch lange Zeit.
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #6  
Alt 30.12.2004, 22:42
Gast1243
Gast
 
Beiträge: n/a
Nun, wie auch gegen 1. d4 spiele ich gegen Englisch die Holländische Verteidigung (1...e6; 2...f5), wirkt zumindest in meinen (unteren) Klassen noch Wunder, da kaum einer diese Eröffnung kennt, und wenn man sich als schwarzer gut darauf vorbereitet und sich mit dieser Eröffnung beschäftigt, kann man jeden Fehler von Weiß ausnutzen.
Wie schon einer meiner Vorposter schrieb, entspricht da etwa dem Grand-Prix-Angriff im Sizilianer (den ich im übrigen als Weißer auch spiele, wenn auch mit der Veränderung nach langen Analysen mit 2. Sc3 und dann erst 3. f4, aber das ist ein anderes Thema) In wie fern man diese Verteidigung in höheren Ligen ernstnehmen kann, kann ich nichts zu sagen, aber es ist auf jeden Fall eine Wucht, ich hab sogut wie noch nie damit verloren
Falls Weiß 2. e4 spielt, kann es vorkommen, dass man ins Französische abweicht (2...f5 find eich nicht empfehlenswert), da ebenfalls entweder sofort oder vorher vorbereitet der Vorstoß ...d5 geplant ist.
MfG Falco
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #7  
Alt 22.01.2005, 22:38
hannes
Sehr Aktiver
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 63
Wenn ich Englisch spiele, dann bekomme ich stets Probleme wenn der Gegner mit 1.... e5 antwortet.
Es kostet dann viel Mühe, das Spiel für Weiß überhaupt auszugleichen.
Von Vorteil kann ich da gar nicht sprechen.

Insgesamt ergeben sich für mich nach 1.c4 e5 als Weißer Stellungen, die man als Anziehender doch nicht wirklich anstrebt.

So wie diese Partie, obwohl die Eröffnung nach "Theorie" gespielt wurde...




[Event "AC-2003-Q-00014"]
[Site "www.chessfriend.com"]
[Date "2003.12.06"]
[Round "?"]
[White "Rada, Hannes"]
[Black "Utesch, Wolfgang"]
[Result "1-0"]
[ECO "A22"]
[WhiteElo "2309"]
[BlackElo "2159"]
[PlyCount "57"]
[EventDate "2003.10.10"]

1. c4 Nf6 2. Nc3 e5 3. g3 Bb4 4. Bg2 O-O 5. e4 Bxc3 6. bxc3 c6 7. Ne2 d5 8.
cxd5 cxd5 9. exd5 Nxd5 10. O-O Nc6 11. Re1 .......


Gefällt mir nicht für Weiß.

1. c4 erreicht auch prozentuell weniger als 1. e4 oder 1.d4 zumindest laut
Chess Base Big Database.

Nach 1. c4 c5 kann ich dagegen meinen Anzugsvorteil viel eher halten und ausbauen.

Korchnoi hat viel Englisch gespielt und in vielen seiner 1.c4 e5 Partien, stand er mit Weiß gedrückt und nicht gerade berauschend.

Hannes
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #8  
Alt 03.02.2005, 20:59
Unorthodox
Aktiver
DWZ/Elo: 1900-2000
 
Registriert seit: 02.2005
Ort: München
Beiträge: 34
Englisch ist zu 100% einge korrekte Eröffnung. Selber spiele ich sie nicht, aber als Schwarzer hasse ich sie wie die Pest. Das liegt daran, daß ich eher ein Anhänger unorthodoxer Eröffnungen bin (Kaissiber/Randspringer/MOB) etc.), die schnell zu verwickelten bzw. unklarem Spiel führen. Da fühle ich mich sehr wohl.
Nur gegen Englisch schaffe ich es nicht "mein Spiel" durchzubringen. Habe zwar bereits vieles ausprobiert, aber was richtig zwingendes im Sinne von "unorthodox" habe ich noch nicht gefunden. Und gerade da die Englisch Spieler sich gut mir ihrer Eröffnung und ihren Ideen auskennen, suche ich etwas, was auch für diese totales Neuland ist.

Momentan spiele ich daher sehr oft auf 1. c4 Sa6!? ....sicher nicht jedermanns Sache. Aber gerade gegen weiteres d4 kann dann c5 (Benoni) erfolgen, wobei Schwarz noch die gute Option auf Se7(!) erhält. Und provokant ist es allemal. Schon viele meiner c4 Gegner hat es durcheinander gebracht.

Hier eine sehr illustrative und seltene Karpov-Partie zu dieser Variante, die gleich die Spielbarkeit von Sa6 unter Beweis stellt:

Karpov - Schuering (Holland 1975)
1.c4 Sa6 2.Sc3 d6 3.d4 [3.g3 Sf6 4.Lg2 g6 5.Sf3 Lg7 6.0-0 0-0 7.Tb1 c5 8.a3 Sc7 9.b4 cxb4 10.axb4 d5!= Falls kein Benoni aufs Brett kommt, muß Schwarz meist d5 anstreben.] 3...c5 4.d5 g6 5.e4 Lg7 6.f4 e6 7.Sf3 exd5 8.cxd5 Sc7 9.a4 b6 10.Ld3 Se7 11.Lc4 a6 12.0-0 0-0 13.Tb1 Tb8 14.De2 Dd7 15.e5 b5 16.axb5 axb5 17.exd6 Dxd6 18.Sxb5 Sxb5 19.Lxb5 Txb5 20.Dxb5 La6 21.Da4 Lxf1 22.Kxf1 Dxd5 23.Dc2 Sf5 24.Ld2 Sd4 25.Sxd4 Lxd4 26.Lc3 und man einigite sich auf Remis, wobei Schwarz aber m.E. sogar besser steht. Ob's reichen würde, ist ne andere Frage:-).


Ansonsten für alle die es nicht ganz so schräg mögen, hier mal ne "nette" Blitzpartie von mir mit dem schwarzen Aufbau f5,e5 und Läuferfianchetto auf b7! Vielleicht als Anreiz zum Ausprobieren:

1.c4 f5 2.Sc3 e5 3.Sf3 d6 4.d3 Sf6 5.Lg5 Le7 6.h3 0-0 7.Dd2 b6 8.e3 Lb7 9.Le2 Sbd7 10.a3 h6 11.Lh4 Sc5 12.Ld1 Se6 13.0-0 g5 14.Lg3 f4 15.exf4 gxf4 16.Lh2 Sg5 17.Sh4?! Dd7 18.Sg6 Lxg2!! 19.Kxg2 Dxh3+ 20.Kg1 f3 aufgegeben 0:1

Ich glaube das reicht für heute*g*!
Lieben Gruss
Andreas
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #9  
Alt 05.02.2005, 22:15
hannes
Sehr Aktiver
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 63
Zitat:
Zitat von Unorthodox
Englisch ist zu 100% einge korrekte Eröffnung. Selber spiele ich sie nicht, aber als Schwarzer hasse ich sie wie die Pest.
Spiel schön solide 1 .....e5 gefolgt von Sf6 und d7-d5 und Du bekommst schönes freies Spiel und wirst keine Probleme haben auszugleichen oder gar die Initiative an Dich zu reissen ...
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #10  
Alt 03.03.2005, 21:48
Yossarian
Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 1471
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 82
Anti-Englisch: 1.c4 g5!?
Weil mich auch schräge Sachen interessieren, bin ich über 1.g4 (Grob) auf 1.c4 g5 gestoßen.
Wie anscheinend viele Spieler, habe ich als Schwarzer so meine Probleme mit Englisch. Mein bisheriger königsindischer Aufbau wirkte immer irgendwie zahm bzw. passiv, obwohl man sich nicht wirklich bedroht fühlt - der Englischspieler dürfte sich leider auch nicht bedroht fühlen. Versucht man frühe Verwicklungen zu provozieren, schneidet man sich als Schwarzer meist ins eigene Fleisch. Wartet man ab, läuft man Gefahr, statt paralysiert, dem Remis entgegenzuschlafen plötzlich am Damenflügel überrannt zu werden.
Aber warum soll ausgerechnet 1...g5 aus dieser Misere helfen?
Um das zu beantworten, muss man wissen, dass dieser Zug die Partie in 2 völlig verschiedene Richtungen lenken kann. Es gibt dann grundsätzlich 2 mögliche Verteidigungen für Schwarz: Myers-Verteidigung und das Basman-System.
Nimmt der Anziehende den Fehdehandschuh auf und lässt sich auf einen Schlagabtausch in der Myers-Verteidigung ala Grob ein (2.d4 mit Ziel Lxg5) oder scheut der (mutmaßlich) an ruhigem standardmäßigen Englisch-Geschiebe interessierte Weiße diese Verwicklungen?
Taktische Schwarzspieler könnten sich freuen, wenn das Spiel mit 2.d4 in die Myersverteidigung einbiegt, sollten sich aber auch auskennen. Beide Seiten können hier durchaus früh unter die Räder kommen, wobei die entstehenden Stellungen für den Weißen aber recht ungewohnt sein dürften. Nimmt man an, dass der Weiße eher ein positioneller Spieler ist, hat der Nachziehende bereits zumindest ein dickes Plus in Sachen psychologischer Vorteil.

Das Basman-System ist für den Schwarzen dagegen die positionelle Möglichkeit gegen c4.
Lehnt Weiß den Weg in die Myers- oder Basman-Verteidigung ab - also ohen d4 und e4 - und spielt seinen englischen Standardstiefel stur herunter, dürfte Schwarz keine Probleme haben. Wird die Entwicklung vernünftig abgeschlossen, besitzt man die Diagonale a1-h8 und hat Angriffschancen auf dem Königsflügel. (Grob gesagt. *kalauer* ) Mit g4 kann z.B. jederzeit ein unliebsamer Springer von f6 verscheucht werden, bzw. wird damit auch ein weißer Bauer von f4 ferngehalten.

1.Myers-Verteidigung

Nach 1.c4 g5 ist die Bauernstruktur am schwarzen Königsflügel wie in der Grobverteidigung geschwächt und der Zug des g-Bauern bedeutet Entwicklungsrückstand, den Schwarz erst einmal wieder aufholen muss. Spielt Schwarz zögerlich, wird der weiße Entwicklungsvorsprung zu Problemen führen.
2.d4 Lg7 -Weiß muss 2.d4 spielen, wenn er oben genanntes nutzen/beweisen will. Mit Lg7 bietet Schwarz den g-Bauern an, will dafür aber den weißen Zentrumsbauern - ein guter Tausch für Weiß?
3.Sc3 c5 -Schwarz kann hier auch in Basmans System mit 3...h6 umlenken, aber nur c5 ist "grundsätzlicher" (Bücker), zumal der d-Bauer nicht mit c3 gedeckt werden kann, wie im Grob mit c6. Auch 3...Sc6 ist im Kaissiber erwähnt: 4.d5 Se5 5.Lxg5 Sxc4 6.e4 Sd6 7.Ld3 h6 8.Lh4 c6 mit Gegenspiel (Bücker)
4.dxc5 Lxc3
5.bxc3 h6 -Na? Hat das noch Ähnlichkeit mit Englisch? Die weißen Triplebauern müssen für einen Positionsspieler wie ein Pfahl im Herzen wirken. Die schwarzen Ziele müssten nun klar sein: Gegenspiel mit Angriff auf die c-Bauern mittels Sa6 und Da5, sowie Vollendung der Entwicklung.

2. Basmans 3...h6

Damit habe ich mich zugegeben wenig beschäftigt, weil ich eher Myers folgen würde und liefere als Einstimmung mal Cebalo-Basman (1979) aus Kaissiber Nr.8. mit Analysen Basmans und Bückers.
1.c4 g5 2.d4 h6
3.Sc3 d6 -3....Lg7 4. e4 c5 Ist laut Basmans Buch besser. (Bücker))
4.g3 Lg7 -4.e4 ist besser und m.E. das unangenehmste für Schwarz.)
5.h4 g4 -Nimmt f3 ins Visier.
6.e4?! c5 -6.e4 schwächt f3 weiter.
7.d5 h5 -Schwarz steht gut da. Weiß hat keine Kontrolle über e5, wie im Benoni oder Königsinder.
8.Sge2 Sd7
9.Sf4 Lxc3+!? -schafft Bauernschwächen am Damenflügel
10.bxc3 Sgf6
11.Dc2 Da5 -droht 12...Sxe4 13.Dxe4 Dxc3+
12.Tb1 Se5 -mit Ziel f3
13.Le2 b6! -droht La6. Diese Stellung ist es laut Bücker/Basman wert, genauer studiert zu werden.
14.Tb3 Da4 -15.Ta3 würde sonst die Dame gewinnen.
15.Sd3! Sf3! -Die schwachen Königsbauern rächen sich nun.
16.Lxf3 gxf3 17.e5 Sg4! 18.Sb2 Dd7 19.exd6 exd6 20. De4+ De7
21. Dxe7+ Kxe7 -ein für Schwarz günstiges Endspiel ist erreicht. Die weißen Figuren stehen auf der b-Linie herum und Schwarz macht sich auf, die e-Linie zu nutzen.
22.Le3 Lf5 23.Kd2 Kd7 24.Te1 Kc7 25.a4 The8 26.Ta3 a5 27.T3a1 Te4
28.Tac1 Tae8 29.Sd3 Txc4 30.Lg5 Txe1 31.Txe1 Txa4 32.Te7+ Kc8
33.Sc1 Lg6 34.Te8+ Kb7 35.Te7+ Ka6 36.Td7 Sxf2! 37.Ke3 Sg4+ 0:1

Wie gesagt ist diese Partie nur ein Beispiel, da Weiß im 4. Zug mit e4 stärker spielen kann und Schwarz schon im 3. Zug nicht das beste und logische spielte: Lg7.
Deshalb zur Hauptvariante:
1.c4 g5 2.d4 h6 3.Sc3 Lg7 4.e4
Weiß hat ein imposantes Bauernzentrum aufgefahren und Schwarz muss sich -ähnlich zu Stellungen im Königsinder- langsam Gedanken machen, dies zu bekämpfen um nicht eingeschnürt zu werden. Das kann sofort mittels I)4...c5 in Angriff genommen werden. Alternativ kann Schwarz vielleicht aber auch diesen Zug noch hinausschieben: 4...d6 5.Le3 Sd7 6.Sge2 c5

I)4...c5 -Schlägt Weiß auf c5, so kann wieder Lxc3 folgen mit den bekannten unschönen 3 c-Bauern.
5.Le3 (5.d5 d6 6.Ld3 Sf6 7.Sge2 Sbd7 8.0-0 Se5) 5...Da5
6.Nge2 (6.dxc5? Lxc3+ Das bekannte Triplebauermotiv 7.bxc3 Qxc3+ 8.Bd2 Qd4)
6...d6 -Weil nach dxc5 sich nun Lxc3 nicht mehr geht, muß der c-Bauer gedeckt werden.
7.Qd2 (7.d5 Nf6 8.Bd2 Nbd7 9.Ng3 Ne5=)
7...Nc6
8.dxc5 (8.d5 Ne5 Hier ist e5 immer ein guter Posten für den Springer)
8...dxc5
9.Rd1 Nf6
10.Nd5 Nb4...

So. Das ist zwar nicht viel, aber vielleicht eine kleine Grundlage. Leider findet man im Internet auch kaum Partien zu 1.c4 g5, ganz zu schweigen von Analysen o.ä. Falls jemand Partien oder anderes Material hat, wäre ich froh, wenn er mir das zumailen könnte - vor allem zur Myersverteidigung.
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #11  
Alt 03.03.2005, 22:09
Otto-Normalpatzer
Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 1920
 
Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 61
Tja die Verteidigung 1...g5 auf Englisch ist schon ganz lustig, aber letztlich auch nicht das Wahre.

Natürlich sieht 1...g5 auf 1. c4 auf den ersten Blick geisteskrank aus. Aber dahinter stecken ein paar geistreiche Ideen:

a) 1. c4 g5 2. d4 (will sofort mit dem c1-Läufer den Bauern auf g5 erobern) Lg7 (2...h6 ist eine Alternative) 3. Lxg5?! c5 =. Erstaunlich aber wahr, der schwarze bekommt den vorübergehend geopferten Bauern zurück, der Läufer auf g7 schielt nach b2. Es gibt zu dieser Stellung Analysen mit dem Ergebnis, dass Schwarz nicht schlechter steht!

b) der g5 Bauer möchte den weißen Springer auf f3 bedrängen. Entwickelt er sich auf sein natürliches Feld auf f3, so wird er mit g4 verjagt. Weiß kann sich also nicht normal entwickeln! Also nix normaler Englisch-Schablone-Aufbau, bei der man 20 Züge hinfetzt ohne nachdenken zu müssen! Falls Weiß das bei 1...g5 versucht, steht er schnell schlechter

c) der g-Bauer trägt häufig bei einem Angriff auf dem Königsflügel bei. Wenn Weiß ungenau spielt, bekommt man eine mächtige Bauern-Phalanx.

d) der Läufer auf f8 bekommt ein hübsches Feld auf g7

Wenn der Englisch-Spieler 0815 seinen Englisch-Stiefel spielt oder sofort versucht, den schwarzen Aufbau zu widerlegen, dann fährt man mit Schwarz ganz gut damit. Mit 1...g5 bringt man den c4-Spieler tatsächlich aus seinen gewohnten Bahnen und in ungewohnte Stellungstypen!

Habe gegen ein Clubmitglied aus meinem Verein, der über 2000 DZW hat und ausschließlich Englisch spielt, über Wochen hinweg Dutzende Blitzpartien mit dieser Verteidigung gespielt. Anfangs habe ich mit dieser Eröffnung gegen diesen nominell stärkeren Spieler gute Ergebnisse erzielt, ja zum Teil die Partien in der Eröffnung sogar gewonnen. Letztlich hat sich mein Gegenüber aber auf die Eröffnung eingestellt, ich habe nichts mehr damit gerissen und musste 1...g5 aufgeben.

Für mich ist 1...g5 einfach positionell ungesund. Wenn Weiß z.B. einen soliden Aufbau mit c4, Sc3, d3, e4 spielt, bekommt er einfach in der Regel einen Vorteil. 1...g5 schwächt Felder im schwarzen Lager (häufig werden f5 und h5 schwach!). Zumindest kam ich gegen meinen Vereinskameraden mit dieser Verteidigung auf keinen grünen Zweig mehr, auch Analysen meiner Partien mit Fritz brachten nicht viel. Auch Fritz gefällt 1...g5 nicht besonders.


Deshalb für mich das Fazit: 1...g5?! ist eine sehr interessante Eröffnung, die gut geeignet ist, um Gegner zu überraschen. Gegen schwächere und unerfahrene Gegner ist das bestimmt gut spielbar. Aber sobald man gegen wirklich gute Leute spielt, glaube ich nicht, dass 1...g5 eine ernstzunehmende Antwort auf 1.c4 darstellt.

Geändert von Otto-Normalpatzer (03.03.2005 um 22:12 Uhr)
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #12  
Alt 05.03.2005, 18:12
Yossarian
Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 1471
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 82
Dein Fazit kommt mir etwas zu schnell bzw. schreibst Du mir 2...g5 zu schnell ab.
Nur weil Dein Vereinskollege sich auf Dich eingestellt hat, ist 2...g5 noch lang nicht widerlegt - schon gar nicht nur durch den Aufbau c4, Sc3, d3, e4.
Was "häufig werden f5 und h5 schwach!" angeht, frage ich: In welcher Eröffnung entstehen eigentlich keine schwachen Felder? Und um weiter zu gehen, muss man sich dann gleich fragen, wie Schwarz diese Schwächen hier ausgleichen kann?

Deine Einschätzung, dass 2...g5 nur gegen schwächere Spieler anwendbar ist, teile ich auch nicht. Ich habe zwar nicht viele Partien im Internet gefunden (22), aber als Beispiele für stärkere Spieler nenne ich hier mal 2 Beispiele:
Mednis(2450) - Hodgson(2555) 1-0 (New York, 1990)
Hanley(2278) - Zhao Zong Yuan(2390) 0-1 (2001)

Ich denke, dass 2...g5 eine interessante und praktische Möglichkeit gegen 1.c4 darstellt.
Ich glaube auch nicht, dass ausgerechnet Fritz hier viel helfen kann. Als Schwarzer - und erst recht gegen stärkere Spieler - kämpft man schließlich in erster Linie um ein Remis. Keine schwarze Verteidigung gegen 1.c4 garantiert ein siegreiches Angriffsspiel. Man muss eben auch mal abwarten können.
Für mich stellt sich vielmehr die Frage, wie sich Schwarz auf Deinen genannten Aufbau (c4, Sc3, d3, e4) postieren soll. Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass die Idee f7-f5 durchzusetzen richtig wäre und auf dem Königsfügel aktiv zu werden, gut ist - wozu haben wir schliesslich die Perle g5? Wahrscheinlich ist eine kurze Rochade nicht einmal riskant, falls eine Rochade überhaupt nötig ist. Das käme auf die Zentrumsbauern an.
Ich habe übrigens nur eine Partie mit dem von Dir genannten Aufbau, sonst spielt wirklich jeder mit dem Bauern auf d4:

1.c4 g5 2.Nc3 Bg7 3.d3 h6 4.e4 d6 5.Nge2 f5 6.Ng3 Nf6?

...7.exf5 g4 8.h3 gxh3 9.Rxh3 Kf8 10.Be2 Nc6 11.Be3 d5
12.cxd5 Nxd5 13.Qd2 Nxe3 14.fxe3 e6 15.0-0-0 exf5
16.Rf1 Ne7 17.Bg4 Kg8 18.Nxf5 Bxf5 19.Bxf5 Nxf5 20.Rxf5 Qd7
21.Rhf3 c6 22.Ne4 1-0 (Maccapan,F - Loschi,E 1993)

Okay, die Partie scheint insgesamt nicht gut von Schwarz gespielt zu sein (ging ja auch verloren). Im fünften Zug von Schwarz hätte ich wahrscheinlich erst einmal e5 gespielt und den Sg8 später vielleicht auf e7 gestellt. Ausserdem stört das Damenschach auf h5 noch... so schnell geht f7-f5 nun doch nicht

Wie gesagt, wenn Weiß den Schwarzen aus dem Remissessel schubsen will, muss er schon mit d4 und e4 kommen. Wenn man irgendwo 1...g5 spielen kann, dann auf 1.c4. *überzeugtbin*
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #13  
Alt 05.03.2005, 19:46
Otto-Normalpatzer
Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 1920
 
Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 61
Also erstens handelt es sich um 1...g5 und nicht um 2...g5 gegen Englisch.

Ja du hast Recht, natürlich wird hier mit Weiß vor allem ein Aufbau mit d2-d4 gespielt. Weiß hat natürlich mehrere Möglichkeiten, sich aufzubauen.

Du sagtest, dass in den meisten Eröffnungen Felderschwächen entstehen. Das stimmt, ist aber kein Grund dafür, dass man ungezwungen Felder schwächt. 1...g5?! (GM Joel Benjamin aus den USA hat diesen Zug mal mit "?!" kommentiert) schwächt einfach sofort ungezwungen Felder.

Der Zug sieht einfach optisch unschön aus. Er ist eine sehr freche Antwort auf 1.c4. Es ist nicht verwunderlich, dass bei guter weißer Spielführung 1...g5?! einfach nicht besonders gut sein kann. Schwarz steht natürlich nicht gleich auf Verlust. Aber Weiß kann bei gutem Spiel gegen diese Verteidigung bestimmt einen positionellen Vorteil erlangen. Weiß muss auch überhaupt nicht aggressiv spielen gegen 1...g5, um mehr als ein Remis zu erreichen. Einfach solide spielen und sich leichte Vorteile sichern, langfristig die eigene Stellung verstärken und den Gegner überspielen.

Wie gesagt, gegen schwächere Gegner ist 1...g5?! eine nette Idee, um den Weißen zu überraschen und aus seinem Schablone-Aufbau im Engländer rauszubringen. Aber stärkere Spieler (v.a. über 2000 DWZ) behandeln eine solche Stellung viel genauer und sind viel mehr in der Lage, positionelle Vorteile und Felderschwächen auszunutzen. Da würde ich von dieser Verteidigung abraten.
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #14  
Alt 07.03.2005, 13:53
Yossarian
Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 1471
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 82
Zitat:
Zitat von Otto-Normalpatzer
Also erstens handelt es sich um 1...g5 und nicht um 2...g5 gegen Englisch.
Jojo, kann ja mal passieren.
Zitat:
Zitat von Otto-Normalpatzer
Aber stärkere Spieler (v.a. über 2000 DWZ) behandeln eine solche Stellung viel genauer und sind viel mehr in der Lage, positionelle Vorteile und Felderschwächen auszunutzen. Da würde ich von dieser Verteidigung abraten.
Das stärkere Spieler genauer spielen, zweifle ich sicher nicht an. Aber wenn man so an die Sache herangeht, braucht man gar nicht erst eröffnen und kann gleich vor dem ersten Zug aufgeben. Da ist die Eröffnung dann ja wohl egal.
Im übrigen haben auch stärkere Spieler nicht immer die besten Ideen, wenn es gegen 1...g5 geht. Ich würde immer noch sagen, dass man mit 1...g5 gegen 2000er durchaus etwas herausholen kann. Bauen sie sich anders auf als die "großen 2500+xer" (mit d4 und e4), so hat man schon einen psychologischen Vorteil. Wie man den Felderschwächen f5 und h5 begegnet, hat man eben dabei zu beherrschen. Ausserdem hat Schwarz auch Trümpfe. So ist meist ein Springer auf e5 recht stark.
Ok. Ich habe mir am WE alles zu 1.c4 g5 nochmal angesehen und mir eine kleine "Anleitung" für die Eröffnung aus Kaissiber und verschiedenen Partien zusammengeschustert:

1.c4 g5 Ob zu diesem Zug ein '?!' oder '!?' gehört, ist nicht geklärt. Eric Schiller und GM Benjamin plädieren für ?! bzw. ?, Spieler wie Bücker, Welling oder Leisebein sehen den Zug dagegen als durchaus ernstzunehmend an.

2.d4 Ist die einzig richtige Antwort, wenn Weiß den ersten schwarzen Zug "bestrafen" will. Alles andere kann entweder durch Zugumstellung in die Hauptvarianten führen oder lässt Schwarz ausgleichen. (z.B. 2.d3 Lg7 3.Sc3 h6 4.Sf3 d6 5.e4 Sc6=)

2...Lg7 Obwohl Schwarz hier mit 2...h6 sofort in die positionelle Behandlung Basmans einlenken könnte, dürfte dieser Zug, der in die Myers-Verteidigung führen kann, der beste sein. Weiß hat jetzt die Wahl, ob er sich auf taktische Verwicklungen nach 3.Lxg5 einlässt oder mit 3.Sc3 auf positionelle Weise dem Bauern auf g5 begegnet. Man sollte dem Gegner so oft wie möglich die Wahl lassen. Nur so kann man auch mal Fehler provozieren. Zumindest bekommt man aber ein Bild von seinem Gegenüber, was für die Zugwahl bei späteren Zügen interessant sein kann. (<-- Psychokacke )

3.Sc3 Ist laut Myers das Beste. GM Benjamin plädiert zwar für 3.Lxg5 mit der Fortsetzung 3...c5 4.Sf3, spielte in Benjamin-Heinola (1-0, 1996) aber doch lieber 3.Sc3. (Kaissiber Nr.19)

3...c5 Diesen Zug kritisiert Benjamin.(laut Kaissiber Nr.19) Alternativen sind 3...Sc6 und das Einlenken in die Basman-Verteidigung mittels 3...h6. Der Idee des Grobangriffs folgend, würde ich diesem Zug den Vorzug geben.

4.dxc5 Natürlich kann Weiß verschiedene andere Züge spielen: 4.Lxg5, 4.e3, 4.Le3, 4.Sb5 oder auch 4.d5. Ich würde aber sagen, dass dies der einzige Zug ist, der Weiß (vielleicht) etwas verspricht:
4.Lxg5 Lxd4 und Schwarz hat den Flügelbauern gegen einen Zentrumsbauern getauscht.
4.e3 wirkt nicht sehr stark. Schwarz könnte sich normal weiterentwickeln und braucht nicht einmal h6 zu spielen, um den g-Bauern zu decken.
4.Le3 Deckt zwar den Bauern, verstellt aber den e-Bauern. 4...cxd4 5.Lxd4 Sf6
4.Sb5 h6 5.dxc5 Sa6
4.d5 beantwortet man am besten mit h6 und befindet sich damit in der Basmanverteidigung. Von einem Tausch auf c3 würde ich dann abraten, da der Läufer auf der Diagonale sicher mehr wert ist, als ein weißer Doppelbauer. Ausserdem scheint diese Variante in der Basman-Verteidigung nicht die beste für Weiß zu sein. Sieht vielleicht nach Benoni oder so aus. Rochade lang oder gar nicht - auf jeden Fall diese Entscheidung hinausschieben.

4...Da5 Dieser Zug führt kurzzeitig zu den 3 unschönen Bauern auf der c-Linie. Alternativ kann Schwarz hier mit 4...h6 aber immer noch in die Basman-Verteidigung überleiten. Aber wozu?

5.Lxg5 Weiß hat als Alternative wohl nur Db3 oder Ld2, was Schwarz aber keine Probleme bereitet. Diese Züge können mit Sa6 oder Dxc5 beantwortet werden.

5...Lxc3 Der thematische Triple-C-Tausch.

6.bxc3 Dxc3

7.Ld2 Ist laut John Watson die Widerlegung, wenn Schwarz mit 7...Dxc4 fortsetzt. Aber:

7...Da3 und Schwarz nimmt den Bauern auf c5 ins Visier.

8.Sf3 Die Alternative: 8.Db3 Dxc5 9.Lc3 f6= Schwarz muss noch ein paar Entwicklungsprobleme lösen, aber auch der weiße Königsflügel ist unentwickelt.

8...Sa6

9.Db3 Dxc5

10.Lc3 f6= Schwarz steht sicher und strebt die lange Rochade an. (Bücker)

Was bleibt, ist die Frage, ob die Einschätzung Bückers stimmt. Wenn ja, muss Weiß sich besseres suchen. Abweichen kann Weiß des öfteren:
Im zweiten Zug winken die zurückhaltenden, soliden Aufbauten.
Im dritten Zug mit Lxg5 wird es taktisch, aber will das ein Englischspieler überhaupt?
Und im vierten Zug entscheidet sich ein "Engländer" vielleicht für 4.d5, was aber auch nicht unbequem für Schwarz ist.
Warum soll also kein Remis drin sein? Zumal es sicher kaum Engländer gibt, die sich eingehend mit 1...g5 beschäftigt haben.

Edit:
zu Bückers Einschätzung nach 10.Lc3 f6:
Materiell stehen zwar beide Seiten gleich da, aber Schwarz hat doch das unangenehmere Spiel. Weiß muss schließlich nicht schablonenartig die kurze Rochade vorbereiten. Dass Schwarz bequem in Richtung langer rochade spielen kann, ist also eher anzuzweifeln. Und der Sg8 muss auch umständlich über h6 entwickelt werden... Wer das alles nicht gut findet, sollte vielleicht auf 3...c5 verzichten oder 4...h6 spielen.

Geändert von Yossarian (07.03.2005 um 19:40 Uhr)
Mit Zitat antworten
  Englische Eröffnung Beitrag #15  
Alt 07.03.2005, 22:48
Scipio
Garry des Forums
DWZ/Elo: 2095D/2123E
 
Registriert seit: 03.2004
Ort: Gelnhausen ( Hessen)
Beiträge: 681
Ich würd ganz gerne mal wissen, warum

1.c4 g5 2.d4 Bg7 3.Bxg5 c5 Line

ausgeglichen sein soll...

Da ich früher mal ein recht großer Fan von Basman war, weiß ich noch, dass es irgendnen Sinn hatte, dass er h6 statt direkt Lg7 spielte...

Soweit ich weiß, ist es auch im Grobs Angriff ein Gerücht, dass g4,d5,Lxg4 schlecht sei.....

Also ich würd ganz gerne mal von irgendwem ne kleine Variante geboten bekommen

Ansonsten plädiere ich darauf, dass ich einfach einen Bauern mehr habe und Schwarz weder Bauernrückgewinn + ordentliche Stellung, noch ausreichend Gegenspiel für den Bauern hat ^^
Mit Zitat antworten
Antwort

Zurück   Schach! > Eröffnung > Schach - Geschlossene Spiele

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Thema bewerten
Thema bewerten:


Ähnliche Themen zu Englische Eröffnung
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Englische Bezeichnung für die Figuren?
Englische Bezeichnung für die Figuren?: Hi, schreibt mir bitte jemand die Englischen...
Luna Regelkunde Schach 1 01.06.2007 16:56
Buch über Englische Eröffnung
Buch über Englische Eröffnung: Hallo, Bin auf der Suche nach einem Buch ...
nano Schach - Literatur gesucht 11 05.12.2005 17:49
englische notation
englische notation: hi wie geht die ENGLISCHE NOTATION???
giggi13 Schachgeflüster 8 14.09.2005 21:49
Englische Ausdrücke
Englische Ausdrücke: Hier die englischen Schachausdrücke: Schach...
Kommunist Regelkunde Schach 12 16.04.2005 16:21

Weitere Themen von R2-D2
Thema Datum Forum Antworten Letzter Beitrag
Pirc ( Dreibauernangriff)
Pirc ( Dreibauernangriff): Was haltet ihr vom Dreibauernangriff bei Pirc?...
03.08.2004 Schach - Halboffene Spiele 29 03.04.2005 17:41
Englische Eröffnung
Englische Eröffnung: Was haltet ihr von der Englischen Eröffnung? ...
04.08.2004 Schach - Geschlossene Spiele 19 10.03.2005 08:45
E-Mail Schach gegen mich
E-Mail Schach gegen mich: Hallo, ich bin neu hier bei Schachmatt.de und...
02.08.2004 Schachpartner gesucht 6 06.08.2004 16:33
chessmail.de
chessmail.de: Ich habe ein Problem bei Chessmail.de Ich...
03.08.2004 Fragen und Feedback 1 03.08.2004 19:48

Andere Themen im Forum Schach - Geschlossene Spiele
Thema Datum Autor Antworten Letzter Beitrag
Bogo-Indisch
Bogo-Indisch: spielt jemand von euch bogo-indisch? oder kennt...
03.10.2005 Ali 17 08.02.2010 01:53
Folgende Variante der Tschigorin-Eröffnung
Folgende Variante der Tschigorin-Eröffnung: Ich habe mich recht eingehend mit Tschigorin...
19.02.2006 Zee4 7 26.11.2006 13:47
BDG Widerlegung
BDG Widerlegung: Also mal ne ne Frage zum Blachmar-Diemer-Gambit,...
13.10.2005 Figurenholzer 8 29.06.2006 19:27
Alternativen nach 1.d4 d5?
Alternativen nach 1.d4 d5?: Hallo alle miteinander, meine Frage: Was...
29.10.2005 nikolajewitsch 9 30.10.2005 17:19
Albin Counter Gambit
Albin Counter Gambit: Kennt sich hier jemand mit Albins Gegegngambit...
14.07.2005 Figurenholzer 2 09.08.2005 17:37

Powered by vBadvanced CMPS v3.2.1

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 05:19 Uhr.


Listinus Toplisten

Linkpartner: Gerlitzen.de

Schach! bietet Schacheröffnung und Schachstrategie, Schachpartien, Schachkombinationen, Schachtraining, Schachstudien, Tips und Tricks, Spiel, Spass und Information, einfach alle Facetten des königlichen Spieles.


Powered by vBulletin® Version 3.8.8 Beta 1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2014, vBulletin Solutions, Inc.
Sie betrachten gerade Englische Eröffnung.

SEO by vBSEO 3.3.2 ©2009, Crawlability, Inc.