Naja, ich denke, dass Richter-Versow nicht sooo furchtbar schwierig wird. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es trotz meiner Vorliebe für positionelles Spiel besser ist die Variante die "vorgegeben" ist zu spielen. Es ist nunmal so, dass man nicht alleine die Eröffnung bestimmt, sondern diese als Mischung aus den Repertoiren beider Spieler entsteht. Allgemein gilt es ja beim Schach, dass es schlecht ist zu versuchen den Spielablauf zu forcieren - mit der Zeit hab ich mich auch damit "abgefunden", dass das auch bei Eröffnungen so ist. Wenn man versucht das Spiel in positionelle Gefilde zu zwingen, ist das genauso wenig gut, als wenn man jeden Abtausch nimmt, oder versucht Schachs zu geben wo es geht oder versucht dem Gegner auf Biegen und Brechen die Bauernstruktur zu ruinieren - wenn die Stellung etwas nicht hergibt, ist es nachteilig dem hinterherzulaufen. So ist's halt auch mit Eröffnungen. Richter-Veressow ist im Endeffekt auch nicht so taktisch, als wie Sizilianisch Drachen oder Albins Gegengambit (das ist eher scharf als taktisch, aber das bedingt sich ja immer) . Ist das Elefantengambit taktisch? Hab's selbst nie gespielt und mich auch nie dagegen vorbereitet. Aber wenn, wäre das zB ein gutes Beispiel dafür, dass du die Eröffnung auch mitbestimmst aber sie eben nicht alleine machst. Ich würd dir insgesamt raten wirklich bei der Hauptvariante, die du im Moment spielst zu bleiben - sie ist gut! Noch was, was ich an mir selbst beobachtet hab: ich bin früher der Taktik ausgewichen wie nichts, und hab den Königsangriff fast verdammt. Einfach aus dem Grund, dass ich taktisch sehr schwach war (und wahrscheinlich immer noch bin *g*). Statt das gezielt zu ändern, habe ich versucht ihr aus dem Weg zu gehen. Das war falsch. Falls das bei dir auch der Fall ist, man weiß es nicht, empfehle ich dir, dich deiner Schwäche einfach zu stellen. Heute spiele ich sehr viel objektiver als damals und das ist nur gut. Mein Repertoire hat sich seit dem stark geändert, denn wo eine taktische Variante am besten ist, habe ich sie auch genommen. So zum Beispiel Najdorf gegen 1. e4 - ziemlich scharf und demnach auch taktisch. Gegen d4 aber spiele ich zB Nimzoindisch - sehr positionell und strukturbeton. Als Weiß selbst spiele ich Englisch - positioneller geht es nicht im ersten Zug.
Ich hoffe dir geholfen zu haben bei deinem Problem, wenn auch vielleicht nicht ganz so wie du es erwartet hast