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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 1 ( permalink)

10.06.2009, 23:00
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DWZ/Elo: 1800/1910
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Ort: Heilbronn
Beiträge: 21
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Als schwarzer gegen das Londonersystem
wie spielt man gegen dieses system ,einer bei mir im verein spielt es und ich komme damit überhaupt nicht zurecht
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 2 ( permalink)

11.06.2009, 15:27
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Registriert seit: 02.2004
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Ja, vielleicht solltest Du mal sagen, welche Zugfolge Dich genau beunruhigt, welche Verteidigung gegen 1.d4 Du spielen möchtest, welche Du schon mal gespielt hast, ob Du lieber ruhig ausgleichen oder scharf (und riskant!!) auf Gegenangriff spielen willst usw.
Es gibt keine universalen Systemen, die mit Weiß leichten Vorteil und mit Schwarz leichten Ausgleich ergeben. Aber ebensowenig gibt es universale Allheilmittel gegen solche universalen Systeme.
Die Ideen und Prinzipien hinter den Eröffnungen sind allgemein und müssen auch so verstanden werden, die (taktische) Umsetzung ist aber immer konkret.
tracke
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 3 ( permalink)

11.06.2009, 21:05
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Sehr Aktiver
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1.d4 d5 2.Lf4 f6!? könnte geprüft werden.
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 4 ( permalink)

12.06.2009, 11:52
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Benutzer
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Registriert seit: 03.2007
Beiträge: 25
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Mal by the way:
Was ist eigentlich die strategische Idee des Londoner Systems (aus weißer Sicht)? "Ich tu´ dir nicht weh, tu´ du mir auch nicht weh!"  
tic
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 5 ( permalink)

12.06.2009, 13:42
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Benutzer
DWZ/Elo: 1800/1910
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Registriert seit: 08.2008
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zugfolge
Zitat:
Zitat von tracke
Ja, vielleicht solltest Du mal sagen, welche Zugfolge Dich genau beunruhigt, welche Verteidigung gegen 1.d4 Du spielen möchtest, welche Du schon mal gespielt hast, ob Du lieber ruhig ausgleichen oder scharf (und riskant!!) auf Gegenangriff spielen willst usw.
Es gibt keine universalen Systemen, die mit Weiß leichten Vorteil und mit Schwarz leichten Ausgleich ergeben. Aber ebensowenig gibt es universale Allheilmittel gegen solche universalen Systeme.
Die Ideen und Prinzipien hinter den Eröffnungen sind allgemein und müssen auch so verstanden werden, die (taktische) Umsetzung ist aber immer konkret.
tracke
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ich spiele eig immer sf6 (und dann königsindisch)
dann kommt immer 2.Lf4
oder wenn ich gegen ihn nach d4 c5 spiel dann zieht er durch und nach sf6 spielt er c3?!
naja vllt hast ja ne antwort ich spiele eig lieber auf gewinn
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 6 ( permalink)

12.06.2009, 17:24
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Kenner
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Zitat:
Zitat von HN-Oli
ich spiele eig immer sf6 (und dann königsindisch)
dann kommt immer 2.Lf4
oder wenn ich gegen ihn nach d4 c5 spiel dann zieht er durch und nach sf6 spielt er c3?!
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Ein Königsinder könnte nach seiner eigenen 0-0 auf e7-e5 hinarbeiten.
Im Falle von 1.d4 c5 2.d5 Sf6 3.c3
empfehle ich 3. ... e6
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 7 ( permalink)

12.06.2009, 21:58
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Forumsprofi
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London-Fan
Als früherer Colle-Spieler und danach London-Fan (Nah- und Fernschach geübt) würde ich gerne hier bei Bedarf mit meinen Erfahrungen und theoretischen Unterlagen zur Diskussion beitragen (trotz meiner nicht berauschenden DWZ-Zahl, leider theoretisch besser als praktisch, auch wegen fehlender Praxis)
Möchte auf diesem Weg natürlich ebenso meine theoretischen Kenntnisse überprüfen, bzw. ergänzen
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 8 ( permalink)

13.06.2009, 23:56
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Benutzer
DWZ/Elo: 1800/1910
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Beiträge: 21
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ja was empfehlt ihr jetzt für schwarz gegen das londonersystem es kommt immer 2.Lf4 ki mit plan e5 ging bei mir bis jetzt immer schief
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 9 ( permalink)

15.06.2009, 22:32
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Es ist wirklich unmöglich, ein Patentrezept gegen das Londoner System anzugeben (jedenfalls für KID-Spieler; für 1...d5-Spieler ist allgemein sehr frühes ...c5 nebst ...Db6 ganz gut, aber auch das ist ein weites Feld). Außerdem sind diese weißen Damenbauernspiele zwar etwas passiv/zurückhaltend und nicht gerade vorteilsversprechend, andererseits aber auch nicht direkt schlecht. "Widerlegen" kann man den weißen Aufbau bestimmt nicht (jedenfalls nicht, falls er halbwegs intelligent vorgetragen wird)
Ganz grob würde ich empfehlen, erstmal normal aufzubauen, also etwa 1...Sf6, 2...g6, 3...Lg7, 4...0-0.
Eine sichere Methode ist dann das grünfeldindische ...d5. Falls Weiß den Sf3 nach e5 reinstellt, ist es meist nicht gut, den sofort abtauschen zu wollen, das stärkt Weiß oft nur. Einfach den Damenflügel weiterentwickeln mit ...b6, ...Lb7, ...c5, ...Sb8-c6/d7. Dann ist Sf6-e4 oft gut. Okay, kommt auch auf Weiß an, der darf natürlich auch mal ziehen.
Königsindischer ist da schon ...d6 nebst Plan ...e7-e5. Gerade gegen Lf4-Systeme ist das aber manchmal konkret nicht gut umsetzbar, jedenfalls nicht mit Sb8-d7,Te8 oder c6,Dc7; das schwächt meist nur d6/c7. Eine Idee ist ...d6, ...Sf6-d7,...e5&f5.
Ganz annehmbar ist ein Spiel am Damenflügel, wobei der weiße Läufer f4/g3/h2 bei schwarzen Bauern e7+d6 auf Granit beißt. Entweder mit ...d6, ...c5, ...Db6 mit Angriff gegen b2. Db3 wird dann mit ...Le6 befragt. Oder mit ...d6, ...c5, ...b6, ...Lb7. Und dann entweder ...Sa6-c7-e6 oder ...Sbd7, ...Dc7, ...a6, ...Lc6, ...Db7 nebst ...b6-b5.
Sorry, ziemlich allgemein aber besser geht´s kaum, ohne paar dutzend Seiten Theorie (ab) zu schreiben.
tracke 
PS: Und wenn Du wirklich langfristig bei Königsindisch bleiben willst, wäre "Fighting the Anti-King´s Indians" von Yelena Dembo bestimmt interessant und nützlich: http://www.everymanchess.com/chess/b...the_main_lines
Geändert von tracke (15.06.2009 um 22:42 Uhr)
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 10 ( permalink)

19.06.2009, 17:34
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Ein guter Aufbau (allerdings mit d5) gegen das Londoner System ist folgender:
1. d4 Sf6 2. Lf4 d5 3. Sf3 c5 4. e3 Sc6 5. c3 Db6
auf Db3 kann es so weitergehen:
6. Db3 c4 7. Dc2 Lf5 8. Dc1 ...
Hier steht Schwarz gut.
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 11 ( permalink)

19.06.2009, 20:18
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Neuling
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Marcus Schmücker empfiehlt in seinem Buch "Das London-System" in dieser Variante nach
6.Db3 c4 7Db6 ab6 8.Sa3 mit !
Es wird danach ziemlich wild;meistens gibt Weiss den Springer für 3 Bauern;Schmücker sieht dann Weiss klar besser,ich stehe dieser Variante trotzdem etwas skeptisch gegenüber.
Ich spiele selbst mit gutem Erfolg das Londoner System,spiele aber in dieser Variante 5.Sc3 (statt 5.c3). Dadurch komme ich dann in das Keres-System, das ich mit Schwarz spiele,mit einem Mehrtempo.
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 12 ( permalink)

26.06.2009, 20:41
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Aktiver
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Wie funktioniert denn das Londoner?
Kannste mir mal aufschreiben?
Danke im Voraus
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 13 ( permalink)

29.06.2009, 11:43
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Neuling
DWZ/Elo: 1923/2126
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Registriert seit: 05.2009
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Zitat:
Zitat von Wilf
Als früherer Colle-Spieler und danach London-Fan (Nah- und Fernschach geübt) würde ich gerne hier bei Bedarf mit meinen Erfahrungen und theoretischen Unterlagen zur Diskussion beitragen (trotz meiner nicht berauschenden DWZ-Zahl, leider theoretisch besser als praktisch, auch wegen fehlender Praxis)
Möchte auf diesem Weg natürlich ebenso meine theoretischen Kenntnisse überprüfen, bzw. ergänzen
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Da ich auich ein begeisterter London-System Anhänger bin, schlage ich vor,wir machen einen neuen thread auf :
London-System mit Weiss
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 14 ( permalink)

29.06.2009, 14:52
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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@Mr.Man:
Als Londoner System bezeichnet man eigentlich alle Damenbauernspiele mit sehr frühem Lc1-f4 (etwa 1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 Lf4), sofern sie nicht etwa zum ->Trompowsky Angriff (1.d4 Sf6 2.Lg5 Se4 3.Lf4) oder zum -> Barry-Angriff (1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Sc3 d5 4.Lf4) gehören . Typische Züge sind dann im weiteren oft e3, c3, Ld3, Sbd2, manchmal h3 nebst Lh2. Eigentlich ist das so ´ne Art Slawisch im Anzug: sehr fest, ziemlich sicher, tend enziell abwartend und nicht sehr ehrgeizig. Andererseits ist es auch für Schwarz nicht einfach, das Spiel ohne großes Risiko zu verschärfen. Und mit der Zeit kann Weiß auch eigene Angriffsideen entwickeln mit Sf3-e5, Dd1-f3/h5 usw. Manchmal begnügt Weiß sich auch damit, günstige (Leichtfiguren-)Abtäusche im Zentrum durchzuführen, um dann (vielleicht) etwas Endspielvorteil zu haben. Wenn Schwarz zu Beginn sehr passiv spielt, kann Weiß manchmal auch gut frühes c2-c4 spielen, um damit z.B. in (leicht vorteilhafte!?) Lf4-Varianten des Damengambits oder der Grünfeld-Verteidigung überzuleiten. In den Varianten nach 1.d4 d5 versucht Schwarz am besten, mit schnellem c7-c5/Dd8-b6 Gegenspiel zu bekommen, dann kann es scharf werden. Weiß kann dieses Entwickungsschema nicht nur nach 1.d4 d5, sondern natürlich auch nach anderen schwarzen Zügen versuchen - dann hat Schwarz mehr Möglichkeiten des Gegenspiels, da sein d-Bauer noch flexibel ist.
Der Name "Londoner System" (englisch: "London System") rührt m.W. vom Londoner Turnier 1922 her?! Das theoretische Standardwerk aus dem englischen GAMBIT-Verlag von Johnsen/Kovacevic gibt´s auf englisch(2005) und deutsch(2008), ein deutscher Amateur namens Schmücker hat 2008 seine (deutsche) Version nachgelegt (und dabei viel abgeschrieben!).
Für Vereinspieler/Amateure hat das Londoner System einen starken Reiz, da man nicht viel Theorie lernen muß, nur paar forcierte Varianten. Und gerade wenn Schwarz sich ziemlich plan- und ideenlos damengambitartig aufbaut, kann man als Weißer (ähnlich wie bei Colle o.ä.) paar schöne Kurzsiege feiern. Allerdings kann man das Londoner System nur dann gut spielen, wenn man weiß, wann und wie man die scheinbar harmlose Stellung zu öffnen hat; und das weiß man eigentlich nur, wenn man vorher andere (Haupt)varianten studiert und gespielt hat. - Auf höherem Niveau ist das Londoner System bestenfalls harmlos und remisträchtig, wurde hin und wieder von Kovacevic und Kamsky angewandt.
Ich selber habe es auch mal ´ne Zeit lang gespielt, irgendwann war mir meine Remisquote mit ~85% aber zu hoch. Und die Stellungen zu langweilig: im Damengambit lernt man mehr und kann gleichstarke oder stärkere Spieler eher überspielen.
@ holgerk, Nimmzo:
Ja, die Variante 1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.Lf4 c5 4.e3 Sc6 5.c3 Db6 6.Db3 c4 (und dann 7.Dxb6 axb6 8.Sa3 oder 7.Dc2 Lf5 8.Dc1) wird allgemein als gutes Gegenmittel für Schwarz empfohlen. Die meisten Analytiker sehen sogar nicht nur vollständigen schwarzen Ausgleich, sondern sogar schon leichten schwarzen Vorteil. In praktischer Hinsicht bin ich etwas skeptisch, denn obwohl dies lange bekannt ist, lassen sich die meisten Weißspieler darauf ein, außerdem haben die Weißspieler die entstehenden Komplikationen meist viel gründlicher untersucht/auswendiggelernt.
So z.B. Schmücker. Ehrlich gesagt stehe ich seinem Buch etwas skeptisch gegenüber. Er hat zwar viele interessante Ideen (z.B. die erwähnten Springeropfer), hat aber auch vieles einfach seitenweise bei Johnsen/Kovacevic abgeschrieben (bei der Überleitung in Caro-Kann-Abtausch ist es besonders schlimm; da hat er nur Haupt- und Nebenvariante vertauscht und sonst praktisch wortwörtlich kopiert!!). Ich konnte auch etliche seiner Stellungseinschätzungen einfach nicht nachvollziehen, d.h viele += sind wohl eher = [Wieder C-K-Abtausch z.B.: Seit 30 Jahren behauptet (außer dem umtriebigen Dzindzi) kein ernsthafter (1.e4-)Theoretiker mehr, daß man mit der Abtauschvariante gegen Caro-Kann auch nur irgendwas erreichen könnte; insbesondere nicht, wenn Lf4 vor Ld3 gespielt wird. Nur alle möglichen Londoner-System-Autoren lassen ihre diesbezüglichen Varianten unter Anführung meist irrelevanter Partien immer irgendwie mit += enden. Sehr merkwürdig. Naja, da Schwarz gegen London eigentlich C-K-Abt immer erzwingen kann, müssen diese Autoren wohl so schreiben, damit die objektive Harmlosigkeit des Londoner System nicht gleich so offenbar wird. Natürlich wird LS nicht durch C-K-Abt. widerlegt, keineswegs. Aber Schwarz erreicht ohne größere Probleme gleiches Spiel und tendenziell ein gutes Endspiel (farbvertauschte Karlsbader Struktur)].
Leider habe ich mein Schmücker-Exemplar momentan nicht zur Verfügung, um exakte Beispiele zu geben, aber irgendwo in der obigen Variante mit 8.Sa3 läßt er auch eine "unbequeme" Variante aus. Wenn man da mal Schmücker mit Johnsen (und Rizzitano in "How to beat 1d4"!) genau vergleicht, wird man feststellen, daß Schmücker bei paar schwarzen Möglichkeiten zwar Verstärkungen einbringt (oder zumindest interessante Ideen), daß er irgendeine Fortsetzung aber einfach ausläßt (die sich später - was für ein Zufall! - genau als die für Weiß kritische herausstellt).
tracke
Geändert von tracke (01.07.2009 um 11:01 Uhr)
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Als schwarzer gegen das Londonersystem Beitrag # 15 ( permalink)

01.07.2009, 00:22
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Echter Kenner
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Registriert seit: 04.2006
Beiträge: 142
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Zitat:
Zitat von Nimmzo
Ich spiele selbst mit gutem Erfolg das Londoner System,spiele aber in dieser Variante 5.Sc3 (statt 5.c3). Dadurch komme ich dann in das Keres-System, das ich mit Schwarz spiele,mit einem Mehrtempo.
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Ein ganz neuer Aspekt.
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