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23.09.2008, 15:56
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Neuling
DWZ/Elo: 2032
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Registriert seit: 09.2008
Ort: Kiel
Beiträge: 2
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Colle-Zukertort-System
Moin,
ich probiere mich seit einiger Zeit mit dem Colle-Zukertort-System (wie der normale Colle-Aufbau, aber anstatt c3 - b3), aber da ich nicht alle Ideen weiß bzw. verstehe, wollte ich mir über diesen bestimmten Aufbau ein Eröffnungsbuch zulegen. Bloß ich finde nirgends eins. 
Meine Frage: hat jemand ein solches bzw. kennt wer ein Buch, welches sich mit dem Thema beschäftigt. Name und Autor oder wo erhältlich wäre mir ne große Hilfe.
Ich danke euch schon mal!!!
Gruß KK
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23.09.2008, 16:33
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
DWZ/Elo: 2053
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
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z.B. https://www.schachversand.de/d/detail/buecher/4347.html
Zitat: Das Damengambit wird durch den Colle-Zukertort-Aufbau (1.d4 d5 2.Sf3 g6 3.e3 e6 4.Ld3 c5 5.b3) vermieden. Natürlich geht Summerscale auch wieder auf die diversen schwarzen Anti-Colle-Systeme ein.
aber in Englisch und vergriffen!
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23.09.2008, 19:27
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
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Hallo!
Funkelnagelneu zum Colle-Zukertort gibt es das englischsprachige Starting Out: d-pawn attacks von Richard Palliser: http://www.everymanchess.com/display.php?id=473
Vergleiche auch meine englische Kurzrezension in einem anderen Forum: http://www.chesspub.com/cgi-bin/yabb...88131138/30#34
Außer Colle-Zukertort handelt Palliser auch die Königsindisch-Vermeidungs-Systeme Barry-Angriff und 150er-Pirc ab (1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Sc3!?), liefert aber kein komplettes Zukertort-Weißrepertoire, denn das geht nun mal nicht. Gegen Benoni, Holländisch, Slawisch und verzögertes Grünfeld (1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.e3 g6) muß man sich halt was zusammenbasteln, dort wäre ein Zukertort-Fianchetto zwar gerade noch spielbar aber eben nicht besonders gut, bestenfalls extrem harmlos.
Der Dunnington war gut, enthielt ein komplettes Weißrepertoire mit einigen Zukertort-fremden Bausteinen (klassischer Dameninder, Holländisch 2.Lg5, Barry-Angriff, 1.d4 d5 2.Sf3 c5 3.dxc5 usw).
Im Internet kann man sich auch ein neues amerikanisches Buch ("Zuke´Em") anlachen, aber davon würde ich dringend abraten, der Autor (ein 1300er-Amateur namens Rudel) hat keinen blassen Schimmer von Eröffnungsstrategie!
tracke 
@kieler-kloppie: Ich schicke Dir gleich noch ´ne private Mitteilung!
Geändert von tracke (23.09.2008 um 19:30 Uhr)
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27.09.2008, 10:41
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Neuling
DWZ/Elo: 2032
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Registriert seit: 09.2008
Ort: Kiel
Beiträge: 2
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Ich nochmal...
Meine "Anfrage" könnt ihr als erledigt ansehen, denn Tracke hat mir perfekt weitergeholfen.
Das Buch von Palliser ist zu empfehlen!!!
In diesem Sinne...SCHACH
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06.10.2008, 05:52
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Aktiver
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Registriert seit: 10.2005
Beiträge: 39
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Zwar hast du jetzt schon ein ziemlich gutes Buch, aber nichtsdestotrotz möchte ich dir noch einmal das genannte Buch „A Killer Chess Opening Repertoire“ von Aaron Summerscale als Ergänzung nahelegen. Obwohl das Buch schon etwas älter ist und in gewissen Zügen könnte man „d-pawn attacks“ als eine neue Fassung aufnehmen, bietet es aber im Vergleich zum obigen Buch ein komplettes Eröffungsrepertoire. Abgesehen davon ist es herrlich geschrieben. Es wird zwar teilweise bemängelt, dass es nicht alle Stellen objektiv genug beschreibt, aber das hat meiner Meinung sogar etwas gutes. Man fühlt sich nach dem Lesen regelrecht unbesiegbar.  Eines der besten Bücher, wie ich persönlich finde. Zwar muss man alles wie immer etwas skeptisch sehen und muss nicht gerade alles genau so spielen, aber dafür bekommt man pures Lesevergnügen. Meiner Meinung nach ist es sogar eines der Bücher, welches die Eröffnung „Colle-Zuckertort“ bekannt und gefürchtet gemacht hat.
Der einzige Wermutstropfen ist, dass es mittlerweile kaum noch zu bekommen ist. Bei Interesse vielleicht einfach mal die Augen offen halten.
Zitat:
Zitat von tracke
Der Dunnington war gut, enthielt ein komplettes Weißrepertoire mit einigen Zukertort-fremden Bausteinen (klassischer Dameninder, Holländisch 2.Lg5, Barry-Angriff, 1.d4 d5 2.Sf3 c5 3.dxc5 usw)
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War gut? Ist das Buch schon so veraltet, oder immer noch als Ideenquelle brauchbar? Könntest du mir vielleicht den Namen des Buches verraten? Als Repertoirebuch habe ich nur „Attacking with 1.d4“ von Angus Dunnington gefunden und dort wird 1. d4 d5 2. c4 erläutert.
Möchte an dieser Stelle dir mal ein ganz großes Lob aussprechen, tracke. Du bist einer der wenigen Gründe, warum ich bei schachmatt.de noch ab und zu vorbeischaue. Deine Beiträge sind immer sehr ausführlich, kompetent und angenehm zu lesen. Nur leider schreibst du viel zu wenig Beiträge. 
MfG
Dark Silence
Geändert von Dark Silence (06.10.2008 um 05:55 Uhr)
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06.10.2008, 11:23
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
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Hallo Dark Silence!
Und danke für die Blumen...
Sorry, mein Fehler. Mit "Dunnington" meinte ich natürlich den "Summerscale" 
(Fast dasselbe: beides englische Titelträger, die hin und wieder mal ein Eröffnungsbuch schreiben, aber nicht soviele wie Palliser, Emms, Flear ...)
Meine Beiträge hier schreibe ich meist im Internet-Cafe und zitiere aus meinen zuhause aufgeschichteten Schachbüchern fast immer aus der (normalerweise guten) Erinnerung. Da habe ich doch diesmal zwei Namen verwechselt.
Der Summerscale ist vielleicht immer noch brauchbar als Ideenbörse, aber, wie Du selbst schon sagtest, sind ein paar Varianten (z.B. 2.Lg5 gegen Holländisch oder die d4xc5-Systeme) halt bißchen geschönt (deshalb gefallen uns die Repertoirebücher ja immer so gut, weil sie etwas versprechen). Das galt auch schon für den Zeitpunkt des Erscheinens des Buches.
Colle(-Zukertort) ist halt eine beachtliche weiße Alternative zum Damengambit bzw. Katalanisch, FALLS Schwarz mit e7-e6 seinen Damenläufer einschließt, z.B. in den Zugfolgen 1.d4 d5 2.Sf3 e6 oder 1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 oder 1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.e3 e6. Aber obwohl man die Zukertort-Schablone gegen fast alles 10 Züge spielen kann, ohne richtig schlecht zu stehen, ist so eine Schablone absolut nicht empfehlenwert. Man sollte sein weißes Colle-Zukertort-Teilrepertoire also mit anderen Hauptvarianten ergänzen. Aber genau das tun die meisten Leser solcher Bücher eben nicht und treiben die Schablone immer weiter, weil sie kein ausreichendes allgemeines Eröffnungsverständnis haben und infolgedessen nicht merken, wann der schematische Aufbau zum Bumerang wird.
tracke
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06.10.2008, 19:38
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Aktiver
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Registriert seit: 10.2005
Beiträge: 39
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Danke für deine Antwort.
Hätte ich eigentlich selbst drauf kommen müssen. Wer schlägt schon Noteboom mit Weiß vor und dann noch Anti-Holländisch mit Lg5?
Das Phänomen, Colle- Zuckertort gegen alles spielen zu wollen, kenne ich sehr gut. Bei mir in der Nähe gibt es einige Vereine, wo ein großer Anteil der Mitglieder dieses Eröffnungssystem gegen fast alles spielt und es ist gar nicht so leicht dagegen zuspielen. Selbst spiele ich Colle- Zuckertort schon seit knapp zwei Jahren und gerade weil ich es selbst spiele, finde ich es sogar sehr schwer mit Schwarz dagegen zu spielen. Selbst gegen Eröffnungen wie die Tschigorin- Verteidigung (also Aufbauten mit 1...d5 2...Sc6 3...Lg4) kann man sein Colle System relativ gut spielen bei einer Spielstärke unter 2000. Selbst Valeri Bronznik gibt in seinem Buch zu, diese Variante etwas unterschätzt zu haben und holt dies mit einer Partie in der zweiten Auflage seines Buches nach. Colle gegen Holländisch nicht spielbar? Tja, kommt ganz darauf an. Gegen Stonewall z.B. kann man wie Karpov mit f4 spielen. Die Folge, eine relativ symmetrische Stellung, in welcher der Stonewall Spieler nur schwer auf Gewinn spielen kann.
Der Vorteil von Colle- Zuckertort ist der, dass es einfach zu spielen ist und die Pläne klar sind. Das Problem ist nur, dass wenn man gegen stärkere Gegner spielt man die entsprechende Technik braucht, um die teilweise kleinen Vorteile aus der Eröffnung zu verwerten und es nicht zu stark verflachen lassen darf. Der Punkt, dass das Spiel schnell verflachen kann bei so genannten „Anti-Colle-Systemen“ ist meiner Einschätzung nach eines der größten Probleme dieser Eröffnung. Daher finde ich persönlich ist Colle Zuckertort für Spieler zwischen 0-1800 und zwischen 2100-2400? eine schöne Sache. Eine perfekte Eröffnung gibt es wohl leider sowieso nicht, außer Französisch vielleicht. 
MfG
Dark Silence
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07.10.2008, 14:29
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
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Dies und das
1. Französisch eine perfekte Eröffnung ?!? Für Weiß vielleicht ...
Ich spiele jedenfalls sehr gerne und auch halbwegs erfolgreich dagegen. Auf Klubniveau scheint Französisch nach Sizilianisch die zweitbeliebteste Wahl gegen 1.e4 zu sein - auf hohem GM-Niveau ist Französisch nur 4. Wahl, das klassische 1...e5 und Caro-Kann rangieren noch etwas davor. Immerhin zählt Französisch damit noch zu den korrekten Verteidigungen; alles andere (Pirc, Skandi, Modern, Aljechin, Owen, Nimzowitsch) fällt statistisch wie auch im Urteil der Top-Theoretiker dann etwas aber deutlich ab (auch wenn man - und ich schon gar nicht! - keine analytische Widerlegung angeben kann). Kasparows Meinung ist weniger gnädig mit Französisch: "against 1.e4 only 1...e5 and 1...c6 are correct with 1...c5 being semi-correct but successful".
2. Habe gerade gesehen, daß es ganz aktuell (2008!) auch eine (englischsprachige) Chessbase-DVD zu Colle-Zukertort gibt: The Colle System von Nigel Davies mit ca. 4 Stunden Spielzeit. Scheint auch Anti-Slawisch-Varianten zu enthalten und ganz ordentlich zu sein, vergleiche dazu den Okt08-Bücher-"Checkpoint" von Carsten Hansen auf www.chesscafe.com .
3. Wenn man mal 1.d4 d5 als gegeben annimmt, so ist es eigentlich klar, wie man mit Schwarz gegen C-Z-Versuche spielt. Im Prinzip ist C-Z ja ein farbvertauschtes klassisches Damengambit, und wer meine ermüdenden Ausführungen zum Damengambit (Orthodox, Lasker, Tartakower, Kampf um und Schwächung von d5) gelesen hat, der kann das entsprechend übertragen. Wobei das weiße Mehrtempo durchaus eine Rolle spielen kann, man darf Weiß kein vertauschtes Cambridge-Springs spielen lassen! Idealerweise spielt man mit Schwarz also ...Lc8-g4 und ...c7-c5 und tauscht genau dann c5xd4, wenn Weiß schon b3 gespielt hat aber aus taktischen Gründen auf d4 mit dem e3-Bauern zurücknehmen muß. Das klappt natürlich nur, wenn Weiß wirklich Scheuklappen aufgesetzt hat und seine Schablone herunterzieht. Wenn Weiß bißchen intelligenter ist, nimmt er entweder mit d4xc5 oder spielt doch noch c2-c4 vor b2-b3 oder kümmert sich baldmöglichst schon mal mit h3/Sh4 um den schwarzen Lg4/f5 , annähernden Ausgleich hat Schwarz aber auch dann.
4.Ich selbst spiele C-Z nur noch selten, eigentlich nur noch in Zugfolgen wie z.B. 1.b3 d5 2.Lb2 c5 3.e3 a6 4.Sf3 Sc6 5.d4 wonach Schwarz zwar seinen Damenläufer frei entwickeln kann aber mit a6 ein halbes Tempo verloren hat.
tracke
Geändert von tracke (07.10.2008 um 15:20 Uhr)
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