Erstmal vorweg: Grünfeld-Indisch und Marshall-Verteidigung des Damengambits haben nicht besonders viel miteinander zu tun! Marshall gilt als nicht vollwertig, Grünfeld dagegen ist definitiv vollwertig wenn auch zweischneidig und riskant.
Falls Weiß es gegen Marshall (1.d4 Sf6 2.c4 d5?!)versäumt, mit 3.cxd5! auf Vorteil zu spielen, dann kann es nach 3.Sc3 natürlich noch zu allen möglichen Eröffnungen kommen: Abgelehntes Damengambit (3...e6), Slawisch (3...c6), Tschigorin (3...Sc6) oder eben auch Grünfeld (3...g6). Interessant wären aber auch 3...c5!? oder 3...dxc4 . Das alles gehört aber in einen anderen Thread.
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Zurück zum Thema: Die Lg5-Systeme gegen Grünfeld-Indisch sind eine gute praktische Wahl für Weiß und oft unangenehm für Schwarz. Zu meinen Grünfeldzeiten mochte ich jedenfalls nie gerne dagegen spielen, obwohl Schwarz keine großen theoretischen Probleme hat und mühelos knappen Ausgleich erhält. Aber Weiß behält Chancen auf einen winzigen Vorteil in relativ übersichtlichen Stellungen ohne große Verlustgefahr.
Theoretische Abhandlungen gibt es wie Sand am Meer!
Nicht nur Schwarzrepertoires sondern auch für Weißspieler!
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4.Lc1-g5 gegen Grünfeld-Indisch von Rolf Schwarz
100 Seiten, in den 1980ern erschienen, 1993 nachgedruckt,
trotzdem längst vergriffen, mal bei Ebay oder in Antiquriaten gucken
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Triple trouble in the Grünfeld von Ian Rogers
mehrseitiger Artikel über 4.Lg5 Se4 5.h4/5.cxd5/5.Dc1 in SOS 6
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Seeking greener pastures in the Grünfeld von Glenn Flear
mehrseitiger Artikel über 4.Lg5 Se4 5.Sxe4 in SOS 9
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Play 1d4! von Richard Palliser
Komplettes d4-Weißrepertoires, anspruchsvoll aber nicht superscharf,
strategisch statt taktisch, u.a. 5.Lg5 gegen Grünfeld,
erst 4 Jahre alt aber wohl schon ausverkauft
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Beating the Fianchetto Defences von Efstratios Grivas
Enthält solides d4-Weißrepertoire gegen Königsindisch, Benoni, Wolga,
Königsfianchetto und eben Grünfeld mit 5.Lg5, aktuell und gut!
Außerdem natürlich alle Komplett- oder Schwarzabhandlungen, NiC-Artikel usw.
Weißspielern würde ich sehr zur Einschaltung von Sf3/Lg7 und erst 5.Lg5 raten:
Erstens ist man dann in seinem Repertoire variabler und kann auch Zugfolgen über 1.Sf3, 2.Sf3 oder 3.Sf3 spielen. Zweitens sind die Systeme nach 4.Lg5 und 5.Lg5 (sofern sie nicht sowieso ineinander übergehen) objektiv gleich gut (d.h. bei sehr genauem schwarzen Spiel hat Weiß keinen meßbaren Vorteil nach 15 Zügen). Und drittens (das habe ich im Buch von Nigel Davies zuerst gelesen) sollte Weiß nach 4.Lg5 Lg7?! besser mit 5.Sf3 fortsetzen, da das Nehmen 5.Lxf6 Lxf6 6.cxd5 nicht unbedingt schlecht aber doch riskant ist.
tracke