Genau. Wenn schon Gambit, dann bitte besser 1.d4 d5 2.e4?! dxe 3.Sc3 (3.f3 e5!) Sf6 4.f3. Dieses Blackmar-Diemer-Gambit ist zwar auch nicht so dolle, beinhaltet aber immerhin schnelles&direktes Spiel.
Wenn Schwarz nach 2.f3 energisch spielt, wird Weiß kaum e2-e4 ohne Nachteil durchsetzen können: die Felderschwächen auf f2 und e3 und die Behinderung des Sg1 sind entscheidende Nachteile. Entweder muß man den Bauern auf e4 ohne große Kompensation opfern, oder Schwarz rollt die schwarzen Felder um d4 herum auf.
Etwa (nach 1.d4 d5 2.f3):
- 2...Sf6 3.Sc3 e6 4.e4 c5
- 2...Sf6 3.Sc3 c5
- 2...e6 3.e4 dxe4 (4.fxe4? Dh4+)
- 2...e6 3.e4 c5
Ohne große Analyse würde ich mit Schwarz vermutlich aber 2...c5 (ein vertauschtes Damengambit mit Extrazug f6) oder vielleicht sogar 2...e5!? (3.dxe Sc6 4.f4 f6! 5.exf Sxf6) spielen.
Was die Namensgebung angeht (hier sind tausend Zugumstellungen möglich):
1.f3 = Gedult-Eröffnung
1.d4 d5 2.e4 dxe4 = je nach Fortsetzung Blackmar-, Blackmar-Popiel- oder Blackmar-Diemer-Gambit
1.d4 d5 2.Sc3 Sf6 3.Lg5 = (Richter-)Weressow-Eröffnung, je nach 3.Zug von Schwarz setzt Weiß häufig mit 4.f3 fort.
Bezüglich 1.d4 d5 2.f3 gibt es m.W. keinen gebräuchlichen Name - so haben vermutlich schon tausende Partien begonnen, aber vermutlich (und verständlicherweise!) wollte sich kein Weißspieler mit diesen Federn schmücken ...
tracke