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21.02.2004, 10:30
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Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 73
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Königsindisch
Also, Grey, hier hast du deinen Thread, werde mal zu Hause noch ne Partie rauskramen von mir
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21.02.2004, 10:30
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Benutzer
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Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 29
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Re: Königsindisch
:-)
OK, bis die Partie kommt erzähl ich Dir am besten einfach mal was Generelles zum Königsinder.
Ganz grundsätzlich gibt es in der Eröffnung ja drei wichtgie Ziele, die man verfolgen soll:
1. Kontrolle über das Zentrum
2. Figurenentwicklung
3. König in Sicherheit bringen
Im klassischen Königsinder konzentriert sich Weiß zumnächst darauf, das Zentrum zu beherrschen, während Schwarz möglichst schnell seine Entwicklung vorantreibt. Nehmen wir eine ganz radikale Variante, in der das besonders deutlich wird:
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.f4 0-0
Weiß hat ein gewaltiges Zentrum errichtet, Schwarz dafür schon den gesamten Königsflügel entwickelt. Eins muss man jetzt beachten: Wenn man Weiß genug Zeit lassen würde, um mit der Entwicklung aufzuholen, dann hätte er das Zentrum gratis gekriegt. Schwarz muss also SCHNELL etwas gegen das weiße Zentrum tun, bevor Weiß die Entwicklung abschliessen kann. Eine logische Folge wäre:
6. Sf3 c5!
Der Angriff auf das weiße Zentrum beginnt. Schwarz will erreichen, dass der weiße d-Bauer das Feld d4 verlassen muss, denn dann kann der schwarze Läufer g7 sehr weit gucken.
7.d5 (Wenn Weiß den Bauern stehenlassen würde, dann könnte Schwarz das Zentrum sofort mit cd4: zerstören und den Läufer g7 stärker machen. Auf 7.dc5: könnte Schwarz mit dem vorübergehenden Bauernopfer 7....Da5! sofort die Initiative an sich reißen. Es droht dann schon Se4:, weil der Springer c3 gefesselt ist.)
Ein bisschen was hat Schwarz schon erreicht, der Läufer g7 kann jetzt ziemlich weit gucken. Aber immer noch hat Weiß ein beeindruckendes Zentrum. Also:
7....e6! (Knabbert das Zentrum weiter an. Nach einem Tausch auf e6 wäre der schwarze d-Bauer nicht schwach, denn früher oder später würde Schwarz einen Springer nach d4 bringen. Dort hat er ein schönes Vorpostenfeld und macht außerdem die d-Linie zu wodurch der d-Bauer geschützt wird. Dazu kommt, dass auf f4 schon ein weißer Bauer steht, der weiße Läufer c1 kann also nicht von f4 aus den Bauern d6 angreifen.).
8. Le2 ed5: 9.cd5: Te8!
Immer wieder Angriff auf das weiße Zentrum. Jetzt muss Weiß schon einen Bauern opfern oder den krummen Deckungszug 10.Sd2 machen.
Diese Variante soll Dir nur zeigen, worum es im Königsinder prinzipiell geht: Angriff auf das weiße Zentrum, bevor Weiß seine Entwicklung voll abschliessen kann.
Ein zweites gutes Beispiel dafür ist die "klassische" Variante:
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2
Man kann hier - wie oben auch - 6....c5 spielen, aber das wäre nicht ganz so strak wie oben, weil der weiße Bauer nicht auf f4 steht und Weiß stattdessen schon besser entwickelt ist. Ein Angriff auf das Zentrum muss aber trotzdem sein, sonst würde Schwarz zerquetscht. Also:
6....e5!
Jetzt würde auf 7.de5: de5: 8.Dd8: Td8: 9.Se5: der starke Abzug 9....Se4:! folgen, der den Bauern zurückgewinnt. Wieder der Läufer g7. Stattdessen treibt Weiß meistens seine Entwicklung voran:
7.0-0 Sc6!
Wieder Angriff auf das Zentrum, diesmal sogar kombiniert mit figurenentwicklung.
8.d5 Se7
Gut, diesmal hat Weiß zumindest ein bisschen was von seiner Zentrumsüberlegenheit behalten. Dafür ist das Zentrum aber jetzt so festgelegt, dass ein Königsangriff von Schwarz möglich wird. Der schwarze Plan lautet f7-f5, f4, g5, g4 und Linienöffnung gegen den weißen König. Vorher manövriert Schwarz oft noch seine Schwerfiguren so um, dass sie diesen Angriff unterstützen, z.B.
9. Se1 Sd7 10.Sd3 f5 11.f3 f4 12.c5 Tf7!
Die Idee dieses Zuges ist Lf8 nebst Sf6 und Tg7! von dort aus unterstützt der Turm den Königsangriff und kontrolliert das wichtige Feld c7, über das irgendwann sonst weiße Türme eindringen könnten. Weitergehen soll der schwarze Angriff mit einem Vorrücken des g-Bauern.
Das sollen keine Eröffnungsvarianten zum Auswendiglernen (es gibt viele Abweichungen von beiden Seiten) sein, sondern Beispiele für die grundlegende Strategie des Schwarzen. Wichtig ist, wie man mit dem weißen Zentrum umgeht.
Im ersten Beispiel wurde das weiße Zentrum unter Druck gesetzt und zerschlagen, im zweiten Beispeil wurde das Zentrum so festgelegt, dass ein Königsangriff möglich wurde.
In beiden Varianten steht Weiß natürlich noch nicht schlechter, aber Schwarz spielt auf jeden Fall mit.
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21.02.2004, 10:30
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Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 73
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Re: Königsindisch
Erstmal ganz viel Danke!!!
Okay, ich habe die Partie grade nicht in der Hand, aber ich hatte anfang des Jahres ein ungewöhnliches Königsindisch auf dem Brett.
Weiß spielte weder c4, noch e4, sondern er ließ den c-Bauern stehen und spielte dann e3! Später versucht ich das Zentrum mittels e5 und c5 zu sprengen, ging aber nicht ganz, und dann hing der e-Bauer (war irgendwas mit en passant, nicht das du dich wunderst) - Hmm, war schon komisch - war total kaputt von der Stellung her, naja.
Morgen kommt die ganze Partie (werde mich mal auf die Suche begeben!)
Ciao
Sandra
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21.02.2004, 10:30
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Benutzer
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Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 29
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Re: Königsindisch
Systeme, in denen Weiß weder c4 noch e4 spielt, gelten als ziemlich solide, aber insgesamt auch als ungefährlich für Schwarz.
Ein Beispiel ist folgende Variante:
1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Lg5 Lg7 4.Sbd2
Am Einfachsten für Schwarz ist jetzt:
4. ...d5
Weiß hat nun keine Überlegenheit im Zentrum mehr. Schwarz wird c7-c5 folgen lassen (langfristig soll der Punkt d4 unter Druck gesetzt werden), die Entwicklung möglichst schnell abschliessen und e7-e5 vorbereiten (z.B. mit Sc6 und Tf8-e8). Weiß steht solide, hat aber keinen Vorteil.
Stattdessen kann man natürlich auch
4. ...d6
spielen, dass ist der typische königsindische Zug. Weiß wird sich dann meistens mit c3, e4, Le2 oder c4 und 0-0 aufbauen, Schwarz wird schnell seine Entwicklung abschliessen und entweder c5 oder e5 (aber NICHT beides, denn das würde das Feld d5 schwächen) folgen lassen, um gegen das weiße Zentrum zu kämpfen.
Ähnliche Varianten sind:
1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.e3 (Colle-System)
1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Lf4 (Londoner System)
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14.09.2004, 13:24
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GM im Verlieren
DWZ/Elo: 1873/2008
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Registriert seit: 04.2004
Ort: Kindberg-Cryza
Beiträge: 483
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danke
danke greyhoud hat mir auch geholfen -und hast das auch gut erklärt!was spielst du gegen den 3-bauern angriff ?? pirc??
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14.09.2004, 14:47
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Registriert seit: 02.2004
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???
Pirc spielt man auf e4, nicht auf d4, ansonsten ist es praktisch das gleiche wie Königsinidsch.
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15.09.2004, 17:39
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Hobbyspieler
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Beiträge: 15
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Pirc ist nicht das Gleiche wie Königsindisch. Bei Pirc ist das weiße Zentrum nicht so gut angreifbar, da c4 unterbleibt und normalerweise auch f4 (1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3). Außerdem ist es bei Pirc nicht anzuraten als Schwarzer f5 zu spielen und kurz zu rochieren, während dies im Königsinder gang und gäbe ist. Im Pirc muss der Schwarze eher sich am Damflügel orientieren (das fehlende c4 lässt Weiß dort nicht dominieren). Modernere Ideen sind Züge wie c6, um mit b5 Raumvorteil zu bekommen.
Nimzo
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15.09.2004, 17:52
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Beiträge: 2.415
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Die schwarze Aufstellung bei Pirc ist aber erstmal die gleiche wie bei Königsindisch, außerdem habe.
Außerdem habe ich sowohl 1. e4 d6 2. d4, als auch 1. d4 d6 2. e4 oder späteres e4 nach 1. d4 schon gesehen. Was teilweise zu gleichen Stellungen führt wie nach anderer Reihenfolge.
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16.09.2004, 19:25
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GM im Verlieren
DWZ/Elo: 1873/2008
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Ort: Kindberg-Cryza
Beiträge: 483
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ja pirc ca. das gleiche aber nicht ganz! nomzo hat recht bei pirc kann man auch am damenflügel lavieren aber die kurze rochade ist ebi pirc auch normal f5 wird aber meistens nicht gespielt! eher c5 aber es gibt doch fälle in denen das gleiche entsteht und man königsindische varianten spielen kann obwohl es pirc war deshalb auch meine frage was er spielt wenn der gegner den 3 bauernangriff starten-f4-e4-d4
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19.02.2008, 02:13
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Neuling
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 3
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Zitat:
Zitat von greyhound
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 7.0-0 Sc6 8.d5 Se7 9. Se1 Sd7 10.Sd3 f5 11.f3 f4 12.c5
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Jetzt kann der c5 geschlagen werden, z.B. 12.-dc5
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27.02.2008, 16:09
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Neuling
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 1
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Dann bereiten wir c5 eben durch 12.b4 vor.
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27.02.2008, 23:44
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Neuling
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Registriert seit: 01.2007
Beiträge: 3
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Da der Ta1 ungedeckt ist, geht auf 12.b4 a7-a5.
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10.03.2008, 13:14
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Neuling
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Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 3
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Zitat:
Zitat von Franco
Da der Ta1 ungedeckt ist, geht auf 12.b4 a7-a5.
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Dann geht wie bei
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 7.0-0 Sc6 8.d5 Se7 9. b4 a5 10.La3
13.La3
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