Ach ja ig, Du bist nicht der einzige, der dieses Problem hat.
Ich versuchs mal mit einer kleinen Übersicht:
1. Die "Damengambit-Familie"
1.d4 d5 2.c4 - dxc4 Angenommenes DG
- e6 Abgelehntes DG
AFAIK hat Anand inzwischen das angenommene DG etwas popularisiert.
Die resultierenden Stellungen sind eher offen ,taktisch und etwas remis-
verdächtig. Abgelehntes DG gilt als positionell und zäh in der Verteidigung.
Die Gewinnchancen sind für Schwarz eher mau. Daher nicht so beliebt.
2. Der Klassiker für Positionsspieler:
Die "Gebrüder" : Damenindisch und Nimzoindisch
DI: 1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 b6
NI: 3. Sc3 Lb4
Qualititativ unter Umständen das Beste gegen d4, gelten diese Eröffnung
als einer der Hauptgründe dafür, daß die Weltspitze wieder vermehrt 1.e4
statt 1.d4 aufs Tableau bringt. Beides sehr positionelle Eröffnungen. DI ist meiner Ansicht nach etwas leichter zu handeln für Schwarz. Ist meines Erachtens allerdings staubtrocken und remisverdächtig. NI ist etwas anspruchsvoller, aber sehr viel Theorie die zudem m.E. von der Literatur derzeit nur ungenügend abgedeckt wird.
Das "uneheliche Kind " Bogo-Indisch (3.Sf3 Lb4+) sei hier nur kurz erwähnt.
3. Die "Brüder vom Balkan": Slawisch und Halbslawisch:
SL: 1.d4 d5 2.c4 c6 3. Sc3 Sf6 4.Sf3 dxc4 5. a4 Lf5 6.e3 nebst Lxc4
HSL: -e6 5.e3 - Sbd7
So unterschiedlich wie auch die Balkanbewohner es sind, sind es auch diese beiden Eröffnungen. Im eher positionell orientierten, ruhigen Slawen versuch t Schwarz in der HV, den Vorstoß e4 zu hemmen. Im taktischen Halbslawen verscuht Schwarz z.B. in der Meraner Variante mit ...a6, dxc4, Lxc4 - b5, Lb7 und c5 Gegenspiel gegen das weiße zentrum zu bekommen. Beides relativ vile Theorie. Die Slawisch-Familie kann der Weiß-"Maurer" ärgerlicherweise mit der Abtauschvariante 3.cxd5 ein wenig zügeln.
4. Die "dynamischen" Eröffnungen: Benoni, Grünfeld-Indisch, Königsindisch
Ben: 1. d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e6 4.Sc3 exd5 5.exd5 d6
GI: - g6 3. Sc3 d5
KI: - g6 3.Sc3 Lg7 4. e4
Viele taktisch orientierte Vereinsspieler versuchen hier ihr Glück. Alle drei überlassen Weiß einen gewissen Raumvorteil und versuchen, mit aktivem Gegenspiel Ausgleich zu erzielen. Alle drei sehr taktisch und seeehr viel Theorie. In allen drei Eröffnungen muß Schwarz seehr genau wissen, was er tut, um nicht bereits in der Eröffnung Schiffbruch zu erleiden. Zudem müssen Grünfeld- und Königsinder damit leben, sehr viele verschiedene Stellungsbilder vorgesetzt zu bekommen.
5. Wolga-Gambit:
1. d4 Sf6 2.c4 c5 3. d5 b5 4. axb5 a6
Im Wolga-Gambit opfert der Schwarz einen Bauern um auf der a- und b-Linie Gegenspiel zu bekommen. Eigentlich wohl ganz gut geeignet, da der Schwarze einen relativ klaren positionellen Plan hat. Die Probleme des Schwarzen liegen allerdings wohl nicht in der Hauptvariante des Gambits, sondern in den zahlreichen Ablehungen, die nicht nur nich ungefährlich sind, sondern auch einen ganz guten Umfang habe. Gegen 1. d4 + 2. Sf3 muß man sich was anderes ausdenken.
6. Holländisch:
1. d4 f5
Wohl eine der mit Abstand am weitesten geschmähten Eröffnungen. Schwarz strebt von Beginn an asymmetrisches Spiel mit ungewohnten Stellungsbildern an. Die drei Hauptsysteme sind wohl:
Leningrader (f5, Sf6, d6, g6, Lg7 ,0-0, De8)
Stonewall (f5, e6, Sf6, d5, Le7, c6, 0-0)
Klassisch (f5, Sf6, e6, d6 , Le7, 0-0)
Gilt als positionell ziemlich anrüchig, was aber nicht ganz klar ist. Die drei Systeme sind zudem recht unterschiedlich. Die Pläne sind allerdings recht schwierig zu verstehen.
Das solls für's Erste gewsen sein. Ich weiß, ich habe einges weggelassen, wie z.b. Budapester- und Blumenfeld-Gambit und bin auch auf Katalanisch für die Weißen nicht eingegangen. Ich hoffe, es war trotzdem hilfreich.
Entscheiden mußt Du nun aber alleine.
Gruß cream