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21.07.2005, 04:38
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Einsteiger
DWZ/Elo: DWZ 1609
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Registriert seit: 07.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 16
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Holländisch Leningrader
Moin,
nachdem meine Frage in in allgemeinen Holländisch-thread schlicht untergegangen ist, mache ich sie hier einfach nochmal als Thema
auf.
Ich spiele bislang nur Stonewall, aber wenn weiß seinen schwarzen Läufer
nach f4 oder g5 entwickelt, komme ich selten über remis hinaus. 
Also hätte ich für solche Gelegenheiten gerne den Leningrader parat,
und wüßte darum gerne, was die Ideen und Pläne für Schwarz
sind, was soll ich anpeilen, was tunlichst unerlassen?
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21.07.2005, 09:05
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Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 1920
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Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 61
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Leningrader-System ist positionell sehr kompliziert. Schwarz möchte natürlich Aktivität am Köningsflügel erreichen und anfangs d6 + e5 durchsetzen.
Wenn Schwarz großes Glück hat, erreicht er eine Struktur aus dem Königsinder mit 2 Mehrtempi (da er f5 schon im ersten Zug spielt, also Se8 + Springer zurück nach f6 bzw. Sh5 und zurück nach f6, um f7-f5 durchzusetzen, wegfällt).
Von den ganzen Systemen im Holländer ist der Leningrader dasjenige, das noch am ehersten spielbar ist. Es ist auch aggressiver als der stonewall, ich hatte früher als stonewall-Spieler auch Probleme damit, wenn ein schwächerer Gegner nur Remis wollte und z.B. einfach selber f4 spielte, um eine symmetrische Bauernstruktur zu erreichen.
Im Amateurbereich mag man mit Leningrader vielleicht ganz gute Ergebnisse erreichen. Aber auch dieses System hat natürlich seine Schattenseiten, ein Problem ist häufig das Feld e6, das vom Standardzug d6 geschwächt wird. Weiß kann z.B. in einer der Hauptvarianten d5 spielen, um u. a. diese Felderschwäche zu fixieren, es kann eventuell auch ein Manöver Sg1-f3/h3-g5-e6 erfolgen.
Ehrlich gesagt, besonders gut kenne ich mich mit Leningrader nicht aus. Aber auch wenn GM Kindermann diese Eröffnung in seinem Buch als das einzig Wahre darstellt - die allermeisten GMs halten 1...f5 auf 1. d4 einfach für einen fragwürdigen Zug, f5 schwächt den eigenen Königsflügel und trägt nicht bei der eigenen Figurenentwicklung bei. Gut, das war mir früher egal, als ich selber noch stonewall gespielt habe. Aber ich habe mich z.B. an meiner Uni mit einem Spieler aus Usbekistan über 2000 DZW unterhalten, der wirklich viel Ahnung vom Leningrader hat, der konnte mir auf Anhieb gleich mehrere Systeme für Weiß dagegen zeigen, die für Schwarz extrem unangenehm aussahen. Er freute sich immer sehr, wenn er als Weißer Leningrader auf´s Brett bekam. In eigenen Partien gegen ihn kam ich mit stonewall auch überhaupt nicht zurecht, obwohl ich stonewall jahrelang gespielt habe und viel Ahnung davon habe. Da musste ich gegen ihn tatsächlich etwas positionell solides spielen - Nimzo-Inder, und schon lief´s besser.
Mir ist auch aufgefallen, dass in meinem eigenen Schachverein das Spitzenbrett zwar gerne selber Leningrader spielt (ein begeisterter Anhänger des Kindermann-Buches), damit gegen schwächere Gegner auch vernünftig über die Runden kommt, aber gegen stärkere damit (die also Ahnung haben vom Leningrader...) meist eine "0" als Partieergebnis einfährt.
Das alles braucht niemanden davon abzuschrecken, Leningrader zu spielen. Gegen schwächere Gegner kann das eine aktive Eröffnung sein, mit der man gute Resultate erzielt. Aber falls die Gegner mal besser sind und Ahnung davon haben, wird´s schwierig. Ich persönlich glaube, dass alle holländischen Systeme positionell ungenau sind - bereits eine Folge von 1...f5, schwächt Königsflügel und entwickelt nichts. Wahrscheinlich ist das der Grund dafür, dass man bei den Großmeistern so gut wie nie Holländisch sieht. Dabei ist Leningrader doch eine so ambitionierte Verteidigung, das müssten doch viele spielen, um aktives Gegenspiel zu erreichen! Ja allen voran Kasparow, um sofort die Initiative an sich zu reißen! Tun sie aber nicht, da sie es sich einfach nicht trauen - sie werden ihre Gründe dafür haben.
Fazit: Im Amateurbereich kann man bestimmt gut Leningrader spielen - Falls Gegner mal besser werden, so ab ca. 2000 DWZ, sollte man sich eine andere Verteidigung auf 1. d4 aneignen. Eine, die positionell solide ist und mit der man nicht sofort aus der Eröffnung mit einem Nachteil hervorgeht.
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21.07.2005, 13:27
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Einsteiger
DWZ/Elo: DWZ 1609
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Registriert seit: 07.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 16
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Danke für die Antwort, ich denke aber, als 1600er darf ich mir guten Gewissens
den Leningrader-Pfeil in den Köcher stecken. 
Zitat:
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Fazit: Im Amateurbereich kann man bestimmt gut Leningrader spielen - Falls Gegner mal besser werden, so ab ca. 2000 DWZ, sollte man sich eine andere Verteidigung auf 1. d4 aneignen. Eine, die positionell solide ist und mit der man nicht sofort aus der Eröffnung mit einem Nachteil hervorgeht.
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Gibt es denn eine?
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21.07.2005, 13:39
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
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nimzoindisch, cambridge springs
sind beide für positionell solide und zum ausgleich genügend
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21.07.2005, 15:45
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Nunja, aber möchte jmd. der Leningrader spielt/spielen will, unbedingt etwas solides, was zum Ausgleich reicht? Ich schätze die Leningrader Spieler so ein, dass man den Gegner anfangs positionell überspielt und dann am Königsflügel angreift - im besten Falle 
Ich selbst spiele ab und an noch Leningrader mit Transposition (nach 1. d4 g6 2. c4 f5!?), aber auch nur selten, kommt häufig auf meine Tagesform an (An dem einen Tag fürchte ich mich vor dem Staunton-Gambit, an dem anderen halt nicht so doll ^^).
Ich halte den Leningrader auch für recht solide, sofern man dem Gegner nicht zuviel freie Hand lässt. Das schwierige beim Holländer allgemein sehe ich darin, dass zuviele Spieler bei dieser Eröffnung einfach die Anfangszüge runterrasseln, in beliebiger Reihenfolge, ohne zu wissen, wann sollte man c6, d6 spielen und wann e5 durchdrücken.
Die beste Art einzusteigen, wäre wohl dir bei http://www.schachakademie.de/downloa...eroeffnung.htm die Datenbank A81 runter zu ladne, da hast du viele Beispiele. Mir hilft sowas eigentlich immer sehr.
Am Ende sei noch gesagt, dass man irgendwann wirklich aufhören sollte Leningrader zu spielen. Auch wenn ich bisher "nur" eine 1400 hab, spiele ich nicht selten bei Turnieren gegen 1800+, die kannst du damit gewiss nicht mehr schocken. Im häufigsten Falle kam sofort Staunton-Gambit auf's Brett, und danach komm ich persönlich nur noch selten in eine mir gefallende Stellung. Das war wohl mein Grund für das Umsteigen auf was solideres ^^
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21.07.2005, 17:59
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Einsteiger
DWZ/Elo: DWZ 1609
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Registriert seit: 07.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 16
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Auf der seite war ich schon mal.....
Gibt es irgentwo ein kostenloses Programm mit dem man diese Datenbanken
angucken kann?
Fritz liegt leider weit jenseits meines Bugets.....
Zitat:
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Das schwierige beim Holländer allgemein sehe ich darin, dass zuviele Spieler bei dieser Eröffnung einfach die Anfangszüge runterrasseln, in beliebiger Reihenfolge, ohne zu wissen, wann sollte man c6, d6 spielen und wann e5 durchdrücken.
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Nun, "einfach runterrasseln" sollte man keine Eröffnung, ansonsten ist
das eine Frage des positionellen Stellungsgefühls, denke ich.
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21.07.2005, 18:02
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Einsteiger
DWZ/Elo: DWZ 1609
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Registriert seit: 07.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 16
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OK, ChessbaseLight für umsonst hab ich ja noch gefunden,
aber, die .zip-Dateien von schachakademie.de enthalten
.cbf und .cbi Dateien.
Und die erkennt Chessbase einfach ger nicht erst.
Wie kriege ich die auf? 
- und warum kann der nicht wie andere Leute auch .pgn-Dateien verwenden?
Geändert von Ygramul (21.07.2005 um 18:40 Uhr)
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21.07.2005, 19:39
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Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 1920
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Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 61
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Vor dem Staunton-Gambit braucht man sich als Schwarzer nicht fürchten...
Nach 1. d4 f5 2. e4 fxe4 3. Sc3 Sf6 4. Lg5 Sc6! (das ist Theorie!) steht Schwarz bereits recht ordenlich und sollte zumindest Ausgleich haben.
a) 5. f3 e5! (dieser Gegenschlag wurde durch Sc6 ermöglicht) 6. d5 Sd4 7. Weiß schlägt irgendwie auf e4 - Le7, solide Stellung für Schwarz
b) 5. d5 Se5 6. Dd4 Sf7 7. Lxf6 exf6 8. Sxe4 Le7 mit der Idee 0-0, f5, Lf6 und Schwarz hat gutes Spiel.
Da gibt´s natürlich noch paar Abweichungen, aber das sind die wichtigsten Varianten.
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21.07.2005, 21:42
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... 4. g4
Gut, dass ich noch mehr in meinen Favouriten habe... Weiteres Material von ftp://ftp.pitt.edu/group/student-act...s/dutlencb.zip
Dort ist aber auch nur .cbf und .cbi.
So, wenn das mit CBLight wirklich nciht geht, empfehle ich von http://www.shredderchess.de/ ShredderClassic kostenlos runter zu laden. Ist ne Demo, müsste aber über alle Funktionen verfügen, die du benötigst udn ist trotzdem noch um einiges besser als CBLight ^^
MfG Falco
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21.07.2005, 22:54
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Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 1920
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Registriert seit: 12.2004
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zu 4. g4 finde ich in meiner Datenbank 68 Partien mit dem einfachen Zug 4...h6, bei dem Schwarz stolze 65 % gescored hat.
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