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Schach - Geschlossene Spiele

Damengambit, indische Eröffnungen, Englisch & mehr



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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #1 (permalink)  
Alt 09.07.2005, 15:29
Phate
Totaler Kenner
DWZ/Elo: Blitz-1650
 
Registriert seit: 06.2004
Ort: Böblingen
Beiträge: 148
Fianchetto mit g3 und b3

Sind stellungen mit b2-lb2 u. g3 lg2- aussdem damengamibt enstehend, eigentlich eher offensiver oder defensiver natur? allgemein kann man das natürlich nicht sagen, aber die tendenz?!
mfg

Geändert von Phate (09.07.2005 um 15:52 Uhr)
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #2 (permalink)  
Alt 09.07.2005, 19:36
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Ich wüsste keine einzige Variante des Katalanischen (Lg2) in der auch der Damenläufer fianchettiert wird. Bist du sicher, dass du vom richtigen sprichst? Ein Damengambit ist dir klar, was es bedeutet, oder? Und dass ein Damengambit mit Königsfianchetto eine Katalanische Partie ist auch? Oder meinst du vielleicht doch eher das Damenbauernspiel? Das könnte durchaus sein. Ich würde so ein System eher als "positionell" einschätzen, wobei die Anführungszeichen nicht ohne absicht stehen. Die Begründung ist, dass die Finchettos Zeit verbrauchen, die nicht nötig ist und zudem nichts für den Vorstoß e4 täten. Um ehrlich zu sein wirkt die Aufstellung mit beiderseitigem Fianchetto und d4 gespiet auf mich doch schon sehr unharmonisch. Generell gelten solche Varianten wie der Financhtto Anti-Meraner eher als positionell, aber dort haben wir kein Königsfianchetto, was auch logisch erscheint. Auch der Katalanier ist, vorausgesetzt Schwarz lehnt das Gambit ab, eher positonell von seiner Art. Der Königsläufer zielt eben auf den Damenflügel, aber dort haben wir kein Damenfianchetto, was auch garkeinen Sinn machen würde.
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #3 (permalink)  
Alt 11.07.2005, 16:42
Phate
Totaler Kenner
DWZ/Elo: Blitz-1650
 
Registriert seit: 06.2004
Ort: Böblingen
Beiträge: 148
ich red nicht nur vom Katalianer...bei sehr vielen aus dem damengambit enstehenden eröffnungen kann man zumindest den (weißen) Königsläufer fianchieren...Bsp: Bogoljub-Verteidigung, Budapester-Verteidigung, Holländisch, Königsindisch, Damenindisch etc...
Ich habe mir Aljechin als Vorbild genommen, der ja einer der stärksten Angriffsspieler aller zeiten war und in den oben genannen eröffnungen des öfteren seinen Königsläufer Fianchiert hat...den damenläufer zu fianchieren ist natürlich nur sinnvoll, wenn die diagonale auch einigermaßen frei ist. darum kann man sich ja als weißer kümmern. Bei Aljechins Partien hat der Läufe rauf b2 oft eine große rolle gespielt. Deswegen frage ich, da ich auch vor habe, die eröffnung ähnlich wie er zu spielen...
Gorrilla kennst mehrer Partien von Aljechin?! ist echt genial wie der gespielt hat... Wenn nein kannst dir sie ja mal ankucken, du stößt bestimmt recht bald auf die fianchetos von denen ich berichtet habe...
mfg
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #4 (permalink)  
Alt 11.07.2005, 17:19
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Hi,

meine Bitte an dich ist, wenn du die Namen der Eröffnungen nicht beherrschst, einfach Zuzgfolgen anzugeben. Dann weiß ich auch was du meinst Ein Damengambit, ein Inder und erstrecht ein Holländer sind zwei vollkommen verschiedene Sachen. Das Damengambit hat als Grundzugfolge 1. d4 d5 2. c4 kann aber auch vielfach durch transpositionen entstehen. Auf solche Sachen demnächst bitte achten. Es ärgert ein wenig, wenn man als erstes versucht zu verklickern warum im Damengambit ein Doppelfianchetto nicht sinnvoll ist, um einen Tag später festzustellen, dass etwas ganz anderes gemeint war.
Ich habe grad mal in meiner DB gesucht und gerade ein - zwei Hände voll Partien gefunden in denen er eine Doppelfianchetto anwedet. Da ich im Bogoinder nicht bewandert bin, kann ich nicht sagen ob sein Abspiel mit Sd2 und späterem Dxd2 + Damenläuferfianchettierung immernoch gut ist. Es sieht erstmal in diesem Fall vernünftig aus, aber Ld2 statt Sd2 ist im Bogoinder soviel ich weiß besser. Das war das einzige Abspiel, dass ich unter d-Bauerneröffnungen mit Doppelfianchetto mehrmals gefunden habe. Ansonsten kommt noch die g3 Variante vom Königsinder vor, wo das Gegenfianchetto gegen den Königsläufer manchmal vorkommen kann. Ich glaube du bist da auf dem falschen Pfad gelandet. Ich halte um ehrlich zu sein nicht viel davon sich ein historisches Vorbild zu suchen und schon garnicht in Sachen Eröffnungen. Was damals gespielt wurde ich zumeist längst überholt. Was an alten Partien wertvoll ist, ist die Reinheit der Ideen im Mittelspiel, aber keinesfalls die Eröffnungen. Ich weiß schon, dass du einer von diesen verkappten Angriffsspielern bist und es liegt nahe für so einen Typen sich so einen "herrausragenden" Angriffsspieler wie Alchejin als Vorbild zu suchen, aber in diesem Fall versuch wirklich von ihm zu lernen wo du von ihm lernen kannst - im Mittelspiel. Such nicht nach irgendwelchen kurriosen Ideen und versuch sie in die Figur hinein zu interpretieren.
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #5 (permalink)  
Alt 11.07.2005, 20:20
Phate
Totaler Kenner
DWZ/Elo: Blitz-1650
 
Registriert seit: 06.2004
Ort: Böblingen
Beiträge: 148
huch sry, hab ich mich wohl nich klar genug ausgedrückt. Klar ich mein die Zugfolge d4 c4, also die daraus enstanden stellungen
hmmm...ich verstehe nicht ganz, dass du in deiner Datenbank kaum was dazu gefunden hast...Wie gesagt in vielen Partien aljechins kam das doppelfianchetto sehr wohl vor. Hauptsächlich natürlich dann, wenn die diagonlae geöffnet war oder geöffnet werden konnte...
Deswegen raff ich grad nic ganz durch...naja
also zu den anderen sachen...Klar sind die eröffnungstheorien seit da teilweise überholt und widerlegt...Aber auf meinem Niveau bezweifle ich stark, dass jemand in den Eröffnungen so gut bewandert wäre, dass er mir sowas wiederlegen könnte...Ich suche auch nicht nach "kuriosen Ideen" sonder vielmehr nach etwas, wo nach ich mein Spiel offensiver gestalten kann....Und deswegen hab ich mir überlegt, ob das doppelfianchetto zu angriffszwecken genutzt werden könnte...
Denkst du, dass wenn man den Königsläufer fianchiert bzw. aus dem Katalianer herraus, man immer noch gute Chancen auf einen direkten Königsangriff erhält?
GreeTz und danke das du mir hilfst
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #6 (permalink)  
Alt 11.07.2005, 20:30
Cresspahl
beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 2002/2111
 
Registriert seit: 01.2005
Ort: Heidelberg
Beiträge: 262
Zitat:
Zitat von Gorillababy
Hi,

meine Bitte an dich ist, wenn du die Namen der Eröffnungen nicht beherrschst, einfach Zuzgfolgen anzugeben. Dann weiß ich auch was du meinst Ein Damengambit, ein Inder und erstrecht ein Holländer sind zwei vollkommen verschiedene Sachen. Das Damengambit hat als Grundzugfolge 1. d4 d5 2. c4 kann aber auch vielfach durch transpositionen entstehen. Auf solche Sachen demnächst bitte achten. Es ärgert ein wenig, wenn man als erstes versucht zu verklickern warum im Damengambit ein Doppelfianchetto nicht sinnvoll ist, um einen Tag später festzustellen, dass etwas ganz anderes gemeint war.
Ich habe grad mal in meiner DB gesucht und gerade ein - zwei Hände voll Partien gefunden in denen er eine Doppelfianchetto anwedet. Da ich im Bogoinder nicht bewandert bin, kann ich nicht sagen ob sein Abspiel mit Sd2 und späterem Dxd2 + Damenläuferfianchettierung immernoch gut ist. Es sieht erstmal in diesem Fall vernünftig aus, aber Ld2 statt Sd2 ist im Bogoinder soviel ich weiß besser. Das war das einzige Abspiel, dass ich unter d-Bauerneröffnungen mit Doppelfianchetto mehrmals gefunden habe. Ansonsten kommt noch die g3 Variante vom Königsinder vor, wo das Gegenfianchetto gegen den Königsläufer manchmal vorkommen kann. Ich glaube du bist da auf dem falschen Pfad gelandet. Ich halte um ehrlich zu sein nicht viel davon sich ein historisches Vorbild zu suchen und schon garnicht in Sachen Eröffnungen. Was damals gespielt wurde ich zumeist längst überholt. Was an alten Partien wertvoll ist, ist die Reinheit der Ideen im Mittelspiel, aber keinesfalls die Eröffnungen. Ich weiß schon, dass du einer von diesen verkappten Angriffsspielern bist und es liegt nahe für so einen Typen sich so einen "herrausragenden" Angriffsspieler wie Alchejin als Vorbild zu suchen, aber in diesem Fall versuch wirklich von ihm zu lernen wo du von ihm lernen kannst - im Mittelspiel. Such nicht nach irgendwelchen kurriosen Ideen und versuch sie in die Figur hinein zu interpretieren.
Hallo Gorillababy,

zur Doppellochfrage fällt mir spontan eine Variante des geschlossenen Katalanen ein, also 1-d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.g3 Le7 5.Lg2 00 6.00 c6 7.Dc2 Sbd7 8.Td1 b6 9.b3 Lb7 10.Sc3 bzw 9...La6 10.Sbd2 - in diesem sehr populären System (E09 ist der Enzy und Informaorcode) ist das Doppelfianchetto gebräuclich - aber natürlich hast Du recht mit deinen Anmerkungen zur Terminologie - viele wissen nicht, was ein Damengambit ist (eben nur 1.d4 d5 2.c4 und nicht einfach alles nach 1.d4).....
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #7 (permalink)  
Alt 11.07.2005, 22:57
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Hi,

erstmal danke Chesspahl für das Abspiel. Ich muss zugeben, dass ich mich nie mit etwas anderem als dem angenommenen oder verzögert angenommenen Katalanier beschäftigt habe, weshalb das Damenfianchetto nach c6 + b6 aus meiner Kenntnis fiel.
Inzwischen bin ich der Meinung, dass du garnichts mit dem Damenbauern meinst, sondern das Reti-System, was Alekhin glaube manchmal gespielt hat.
Zum Doppelfinachetto allgemein lässt es sich eher als eine Zentralstragtegie begreifen. Ein fianchettierter Läufer wirkt gegen seinen gegenüberliegenden Flügel und ins Zentrum. Wenn wir nun beide Läufer finchettieren, wollen wir entweder das Gegenstück des einen neutralisieren und den anderen in seiner Wirkung gegen den Flügel nutzen, oder wir nutzen die gemeinsame Wirkung ins Zentrum, also verfolgen eben eine Zentralstrategie. In d-Bauerneröffnungen sind g3-Abspiele meist eher solide. b3 allein fianchettiert wirkt stark gegen den Schwarzen Königsflügel weshalb die Larsen-Eröffnung unter Königsangriffsnotorikern einen guten Ruf besitzt. In deinem Fall würde ich dir empfehlen deinem Vorbild Alekhine zu folgen und zu lernen was am wichtigsten ist für einen Königsangriff: Zentralkontrolle. Alchejin war ein sehr starker Spieler und er hat verstanden, dass das Zentrum der Ausgangspunkt eines Angriffes ist. Versuche mal in die Richtung in seine und viele andere klassische Partien hinein zu schauen. Ich hoffe dich von deinen Zwangsfianchetto-Ideen abgebracht zu haben, denn ich fürchte es wird dir nicht viel bringen. Viele schwächere Spieler denken sie können durch Bedingungslosen Angriffsstil besser werden, aber im Grunde schaden sie sich damit selbst, gerade wenn es dann zu solchen Ideen kommt wie bei dir. Das KG (auch häufig in dieser Entwicklungsphase gespielt) hat in diesem Sinne ja immerhin noch eine klassische, zentrale Idee, aber ein Doppelfianchetto fällt in diesem Sinne aus.
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #8 (permalink)  
Alt 11.07.2005, 23:11
Phate
Totaler Kenner
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Registriert seit: 06.2004
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Beiträge: 148
mkay ich werd drauf achten =)
Ich spiele b3 wie gesagt nur dann, wenn die diagonale bis zumindest f6 wo ja bekanntlich oft ein springer postiert wird, frei ist.
Bleibt noch die frage, ob man auch aus dem Katalianer herraus angriffspotential besitzt. Versteh mich nicht falsch, ich kuck nicht, dass ich bei jeder Partie unbedingt angreifen kann, aber es macht mir halt am meisten spaß, deswegen bin ich ja auf der Suche nach eröffnungen, wo man potential für einen Königsangriff besitzt. Ich habe übrigens auch ziemlich lange bird larsen gespielt, auch jetzt spiele ich die eröffnung noch des öfteren
mfg
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #9 (permalink)  
Alt 12.07.2005, 14:18
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Katalanisch ist wie schon gesagt eher solide, positionell ausgerichtet. Im angenommen Katalanier kann Weiß einen Bauern opfern um gute Angriffsaussichten zu bekommen, aber Schwarz kann das Material in der Regel mit Ausgleich zurückgeben. Dazu kommt, dass er es garnicht erst annehmen muss, wonach sich die Partie doch eher im Zentrum und am Damenflügel abspielt.
Wenn du schon Bird-Larsen gespielt hast, nehme ich mal du würdest zusammenzucken, wenn ich dir jetzt e4 empfehle, aber das würde ich eigentlich machen. Wenn du sowieso nicht viel Zeit hast (bzw nicht viel Zeit für Eröffnungen nutzen willst), kannst du kein Repertoire pflegen, das Chancen hat den Anzugsvorteil zu halten. Ich hab das Buch selbst nicht, aber von den Systemen her könnte ich vielleicht Attacking with 1.e4 von Emms empfehlen. Der Gegenpart "Attacking with 1. d4" von Dunnington erscheint mir weniger geeignet. Ich weiß nicht ob du die Arbeit die damit verbunden wäre investieren möchtest, aber du lernst schon ein Repertoire, das Angriffspotential besitzen müsste (hab es wie gesagt nicht). Das Problem, was du im vergleich mit Systemen wie dem Königsindischen Angriff, Colle, Torre oder eben Nimzo-Larzen und Bird-Larsen nicht bekommst, ist, dass du auf einen Positionstypen fixiert bist. Viele Befürworter führen an, dass man nun sein Spezialsystem hätte, aber im Schach kommt es doch eher auf das Mittelspiel an und zwar auf das generelle und nicht nur das in einem bestimmten System, sondern eine möglichst breit gefächerte Kenntnis im Rahmen des Repertoires. Solche "ein-Struktur-Systeme" töten das generelle Schachverständnis eher, als es zu fördern.
Naja, sag mal was du von dem Vorschlag hälst. Übrigens ist in d-Bauern spielen der Damenläufer erstmal immer auf d4 blockiert, weshalb ich jetzt umso mehr denke, dass du Reti meinst.
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #10 (permalink)  
Alt 12.07.2005, 16:48
Phate
Totaler Kenner
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Ort: Böblingen
Beiträge: 148
Jo klar, aber wenn schwarz ..c5 spielt kann man ja den bauern abtauschen so dass die diagonale doch wieder geäöffnet wird...naja egal =)
Ich bin ein absoluter e4 hasser..Das hat hauptsächlich 2 Gründe...Erstens spielt es fast jeder, ich will etwas nicht so ganz alltägliches. Deswegen bin ich bei d4 etwas besser gestellt, da ich ausserdem oft groß rochier . Klar spielen auch sehr viele d4, aber ich spiel es oft sehr offensiv, was die wenigsten d4 spieler machen... Zweitens gibts so viel Theorie zu lernen, dass ist mir echt zu hart...Mit d4 bin ich gut vertraut, da habe ich absolut keine Probleme...
Du sagst ja indirekt, dass d4 nicht so viel angriffpotetial hat, aber dass ist falsch... Auch über d4 wurden sehr viele gute Angriffspartien gespielt...Die Frage, also ob d4 nicht eher "defensiv" ist, hab ich mir früher schon gestellt, hab diese Frage auch hier ins Forum reingepostet. Inzwischen habe ich aber sehr viele Angriffs-Partien, egal welcher Spielstärke, gesehen, und habe auch genug Angriffsspiele geführt, ansonsten würde ich 1.d4 ja nicht spielen...
Ich brüchte halt noch Literatur dazu, deswegen bin ich auch auf der Suche nach einem Buch, dass das Angirffspotential von d4 einigermaßen aussschöpft..Das buch über d4 das du gennant hast, hast du nicht gelesen oder?

mfg
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #11 (permalink)  
Alt 12.07.2005, 22:00
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Keine Angst, ich weiß schon sehr gut, dass d4 (meiner Meinung nach) sogar die bessere Angriffswaffe ist. Nur sie braucht Geduld, die du meiner Einschätzung nach nicht hast. Das schöne an e4 ist, dass die entstehenden Stellungen auch ohne viel Geduld und strategisches Können zu einigermaßen gutem Erfolg führen können. d4 ist nachhaltiger, braucht aber auch sehr viel mehr Geduld und mitunter muss man sich auch mal mit einem langsamen Stellungsspiel abfinden, wenn man nicht selbst ausgleich oder objektiven Nachteil will. In diesem Fall unterliegst du auch dem bekannten Theorieirrtum "e4 hat viel mehr Theorie als alles andere". Das stimmt so nicht. Nehmen wir als Beispiel den Sizilianer. Die Schreckenseröffnung jedes Anfängers. Spielt er ihn offen wird er von der Theorie erschlagen, spielt er Anti-Sizilianer hat keinen Vorteil mehr. Soweit so gut und auch richtig. Nun kommt aber der Vergleich: auf d4 oder Sf3 werden Abweichungen gespielt, die dem Gegner auch Ausgleich bieten, aber das verliert auf einmal an Bedeutung, denn es wird nicht in jedem 2ten "ich brauche die offenen Sizilaner"-Thread gepredigt. Richtig ist, dass jedes kritische Abspiel zur Theorieanhäufung führt. Würden wir als den Grünfeldinder in der Hauptvariante spielen hätten wir auf einmal Theoriemassen in den selben Dimensionen des Sizilianers. Soweit so gut. Das nur zu "d4 ist eine Angriffswaffe" (stimmt, aber eben eine andere Art als e4) und "e4 hat so viel Theorie" (stimmt nicht, es kommt auf den richtigen Vergleich an).
Dunningtons Buch 1. d4 Buch habe ich nicht. Ich bin aber auch um ehrlich zu sein nicht so begeistert von seinen Systemen. Weder der f3 Nimzoinder noch der Vierbauernangriff bzw Dreibauernangriff sind mein Stil oder mein Wunsch. Hauptsächlich arbeite ich im Moment mit dem 5-Bänder von Khalifman zu 1. Sf3. Es kommen recht viele Transpositionen in d-Bauerneröffnungen vor, vorallem zu erwähnen der gesamte Komplex des Damengambits (B IV + V). Als meiner Meinung nach sehr gut sticht auch der Teil über den Bayonett-Angriff im Königsinder (B I) hervor, denn bisher kenne ich keine andere Print-Quelle dafür.
Was ich dir vielleicht als Empfehlung weiter geben könnte wäre Palisanders 1. d4 Buch. Den Usern von Chesspublishing nach ist es ein angriffsorientiertes Repertoire, dass Weiß gute Chancen bietet. Ich kann allerdings nirgendwo das Inhaltsverzeichnis, bzw. die empfohlenen Systeme finden.
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #12 (permalink)  
Alt 12.07.2005, 23:12
Phate
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Beiträge: 148
Schätz mal nicht so viel
Ich glaub du denkst, ich wäre der total voll nappel aber das stimmt nicht...Nach einschätzungen meiner gespielten Partien liegt mein DWZ bestimmt nicht unter 1550 wenn ich optimistisch bin bei 1750...Ich hab halt kaum bücher.. Ich hab neulich von einem hießigen Forumsmitglied Bücher geschenkt bekommen die ich grade bearbeite...davor hatte ich nur 1 einziges schach buch...Mich wunderts auch, aber auch gegen relativ starke gegner (1700+) habe ich durchaus chancen...genau kann ichs dir leider nicht sagen, da ich (noch) nicht aktiv spiele.
Also zu der d4 bzw e4 theorie..
e4 hat auf jeden fall mehr theorie, kuck dir doch mal alleine die spanische und italienische eröffnung an, wos ja theorien bis zum matt gibt O-o...du hast allerdings auch in dem Bezug zu d4 recht, dort gibt es auch verdammt viel theorie..Sache ist die, dass ich keine Lust habe, theorie über e4 zu lernen, schon alleine deswegen da ich keine Literatur dazu habe...
Ich habe neulich eine blitzpartie gegen einen 1708 in der Damenindischen Verteidigung gespielt, und er sagte, dass die ersten 20(!) züge aus dem Buch herraus waren, was mir dann auch aufviel..Also mit d4 habe ich echt weniger Probleme...
Und nochmal zurück zu deiner Gedulds-sache...
Ich greif natürlich gerne an, aber wie gesagt, wenns nicht geht, bzw. nicht sinnvoll ist habe ich auch kein Problem halt nicht auf Angriff zu spielen. Ich hätte deshalb auch genug geduld um erst später anzugreifen
Die Reti eröffnung ist zum angreifen wohl eher ungeeigenet oder?
GreeTz
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #13 (permalink)  
Alt 13.07.2005, 11:39
Gorillababy
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Beiträge: 372
Nein, Reti ist keine Angriffseröffnung. Schwarz hat sehr solide Aufbauten dagegen. Der KIA wäre was für den Angriff, aber auch hier hat Schwarz wieder vollwertiges Spiel und wie schon gesagt verfällt man in diese "ein System-Blindheit".
Ohne dir zu nahe treten zu wollen, möchte ich deine Schätzungen zu deiner Spielstärke doch bezweifeln. Der reale Kampf am Brett ist härter als du vielleicht denkst, aber du wirst noch selbst deine ersten Erfahrungen damit machen (müssen).
Zum Dameninder frage ich mich: hast du die Züge auch verstanden? Ich versuch dir mal an einem vergleichenden Beispiel klar zu machen was ich meine. Vor einiger Zeit gab es ca 20.000 Leute die im Lotto einen 5er hatten. Aufgetreten war dies, da die Zahlen 1; 2; 3; 4; 5; 2x gezogen wurden. 20.000 Leute hatten eine denkbar schlechte Kombination gewählt, (1;2;3;4;5;6) wo jeder Statistiker sofort Krämpfe kriegen würde, aber der Zufall hat ihnen eben diese Kombination beschert. So weit so gut. Das Problem ihrer Auswahl haben sie dann vorgesetzt als jeder einzelne für seinen 5er <100€ bekommen hat. Also ist die Frage in Bezug auf deine 20 Züge Theorie, ob das Zufall war oder können? Die Antwort ist in einer Blitzpartie klar und nicht weiter zu kommentieren.

Jetzt mal zu der Kernaussage deines Posts. Du hast kein Problem mit Geduld. Prima! Dann spiel 1. d4 und du wirst wirklich Glücklich damit werden. Du bekommst nachhaltige Stellungstypen, in denen du angreifen kannst, musst dich aber auch manchmal mit "nur" einem besseren Endspiel oder Spiel gegen einen Isolanie abfinden. Wenn du das wirklich durchziehen kannst wäre es wirklich gut für deine schachliche Entwicklung. Ich selbst spiele sehr ähnlich mit Weiß. Oft genug nimmt der Gegner die "Einladung" an und versucht dynamisch zu spielen, womit zB im Angenommen DG sehr schöne Angriffspositionen entstehen. Manchmal versucht er es auch solide wie im klassischen DG und wir kommen in ein besseres Endspiel in dem Weiß leichten Vorteil behalten sollte. Viele Arten von Stellungen sind dabei und gleichzeitig bekommst du die Möglichkeit nicht nur anzugreifen, sondern auch asymetrische Endspiele zu spielen. Hast du mal etwas zu Palisanders Buch nachgelesen? Vielleicht findest du bei entsprechender Suche noch Hinweise dazu.
Was mir übrigens noch gerade einfällt: ich mochte früher auch nie gerne die taktische Gebundenheit von offenen Spielen und habe daher lieber 1. d4 gespielt, weil weniger "Unfälle" passieren können.Mit fortschreitender Entwicklung aber merkt man, dass auch die offenen einen eigenen Reiz haben und man versteckt sich nicht mehr vor der Arbeit, die einem taktische Stellungen aufbürden. Heute spiele ich Damengambit und co. weil ich die Nachhaltigkeit schätze, verachte aber 1. e4 längst nicht mehr.
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #14 (permalink)  
Alt 13.07.2005, 21:39
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verachten tu ich e4 natürlich nicht, warum auch?! Wenn ich das sage meine ich, dass ich es hasse zu spielen.
Was deine veranschaulichung mit dem Lotto soll, bleibt mir relativ rätselhaft, aber ich habe das Grundprinzip schon verstanden...
Was die 20 Züge da betrifft...Ich hab in letzter zeit damenindisch studiert, ich versteh nicht ganz, warum du denkst dass ich der größte anfänger bin...Wie gesagt, ich bin in keinem Verein, kenne auch keinen stärkeren spieler persönlich, weswegen ich dann auch hier des öfteren "dumme" Fragen stelle um mich nochmal zu vergewissern...
Zu d4 bräuchte ich halt ideen bzw. Literatur um zu trainieren...
Dass e4 Stellungen ihren reiz haben würde ich nie im Leben bezweifeln, aber, wie gesagt, ich habe grade keine Lust mich da reinzuvertiefen...
naja trozdem danke
mfg
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  Fianchetto mit g3 und b3 Beitrag #15 (permalink)  
Alt 13.07.2005, 22:16
Gorillababy
FM des Forums
 
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Beiträge: 372
Verachten darfst du nicht falsch verstehen. Natürlich nur im schachlichen Sinn. Du fragst warum ich dich für den "größten Anfänger" halte (was so sicherlich nicht stimmt). Der Grund ist doch einfach: du versuchst das Gegenteil darzustellen. In Sachen Literatur hab ich dir schon empfohlen dich nach dem Pallisander 1. d4 Buch umzuschauen, aber immernoch keine Resonanz dazu bekommen.
Zum Lottobeispiel:
Du hast deine Züge gelernt (Kombination 1; 2; 3; 4; 5; 6 gesetzt), hattest dann Glück, dass deine Variante mal dran kam (1; 2; 3; 4; 5; 2x gezogen), hast dich gefreut, dass du die 20(!) Züge aus dem Buch spielen konntest ("Juhu wir haben einen 5er im Lotto"), aber dein Gewinn bleibt doch sehr gering, denn du hast wie ich das sehe kein Gesamtkonzept und auch fehlende Grundkenntnisse (es sind eben doch nur 100€ gewinn). Was ich damit ausdrücken wollte, ist dass man sich eben manchmal objektiv an eine Sache heran wagen muss, und das Bedarf in diesem Fall ersteinmal einer Übersicht, dann einer objektiven Bewertung der verschiedenen Eigenschaften von Eröffnungen, schließlich die Analyse des eigenen Bedarfs und zuletzt die Abwägung mit welcher Kombination dieser Bedarf am besten erfüllt werden kann. Erst jetzt lohnt es sich Systeme erst oberflächlich, schließlich einzeln in die Tiefe zu studieren.
Übrigens habe ich den Eindruck, dass ich dir ein wenig zu sehr "von Oben herab" (die Anfänger-Frage) schreibe. Da hast du sicher recht, aber stör dich bitte nicht all zu sehr daran, denn ich weiß wirklich von was du sprichst, denn ich habe diese Phase vor längerer Zeit selbst gehabt. Es spart unheimlich Zeit einfach Zielgerichtet an etwas heran zu gehen und dazu ist eben Objektivität notwendig und da die mit Wahrheit verbunden ist, kann sie einem Sprichwort nach doch manchmal recht hart sein. Auf der anderen Seite steht es dir natürlich zu selbst Erfahrung zu sammeln, aber es gibt doch immernoch den Verweis, dass man aus Fehlern Anderer am besten lernt. Ich habe die Phase damals übrigens selbst überwunden, indem ich erstmal praktisch alles angespielt habe, ein wenig Erfahrung mit den Systemen gemacht habe und dann zur nächsten Eröffnung gewechselt bin. Ich bin damals vom Stil von "Ich will alles angreifen, was nicht Niet und Nagelfest ist" über "Hauptsache Theorie vermeiden" zu "Ich spiele positionell, denn das ist meine Stärke. In jedem taktischen Spiel verliere ich mit großer Wahrscheinlichkeit" und "Ich muss versuchen meinen Stil am gegnerischen Spiel auszurichten" und schließlich zu "Ich gehe einen Sinnvollen Kompromis zwischen Angriff und Nachhaltigkeit ein, versuche dabei Asymetrisch, aber objektiv zu spielen. Ich spiele Systeme extra aufgrund ihres didaktischen Wertes." Ich denke damit ist meine Entwicklung in dieser Hinsicht erstmal abgeschlossen, aber man weiß nie was noch kommt, denn man bleibt ja schließlich immer Anfänger
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