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24.05.2005, 22:38
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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5 Kriterien a la Kaufman
In seinem Buch "The Chess Advantage in Black and White" entwirft der amerikanische IM Larry Kaufman zwei komplette Repertoires: eins für Weiß und eins für Schwarz. Das ganze Werk richtet sich an Vereins- und Turnierspieler (vielleicht so 1700-2300). Obwohl er vielleicht nicht ganz so anspruchsvoll ist wie beispielsweise Khalifman in seinen Kramnik- oder Anand-Bänden (dann müßte er auch 5000 Seiten schreiben statt 500), versucht er doch den "Chess Advantage" festzuhalten: mit Weiß möchte er dem Schwarzen das Kämpfen um den Ausgleich nicht zu einfach machen, mit Schwarz kämpft er um den vollen Ausgleich (und gesteht dem Weißen nicht von vornherein leichten Vorteil zu).
Nach einer ausführlichen Betrachtung von 1.e4 aus weißer Sicht und 1.e4 e5 aus schwarzer Sicht geht er zur "Verteidigung gegen das Damengambit" über. Wobei er unter "Damengambit" alles versteht, wo Weiß mit 1.d4, 1.c4 oder 1.Sf3 anfängt, sich jedenfalls (auch nach 1.Sf3) mit d4+c4 aufbaut und dann mehr oder minder kritische Hauptvarianten wählt. Dazu zählt also alles vom Angenommenen Damengambit über Königsindisch bis Holländisch, nicht aber Colle, Trompowski, Stauton-Gambit, Torre-Angriff usw.
Seine schlußendliche Wahl für Schwarz fällt auf die Meraner Verteidigung im Halb-Slawen. Dies nur vorweg, es soll nicht den Kern dieses Thread bilden. Interessanter ist es, daß Kaufman 5 Kriterien entwickelt, anhand derer er die verschiedenen schwarzen Verteidigungen gegen Geschlossene Spiele abwägt. 5 Kriterien für eine schwarze Verteidigung gegen Geschlossene Spiele (nach IM Larry Kaufman)
1. Die Verteidigung muß gegen alle weißen Zugfolgen nach 1.d4, 1.c4 oder 1.Sf3 funktionieren
2. Die Verteidigung muß unter starken Großmeistern einen respektablen Ruf haben
3. Die Verteidigung muß gute Gewinnchancen bieten
4. Die Verteidigung darf Weiß keine verflachte Remisvariante bieten, in der er noch risikolos bißchen kneten kann
5. Die Verteidigung muß in der Praxis gute Resultate erzielen
Schon über diese Kriterien kann man natürlich streiten: Was ist mit 1.g3 ? Wozu überhaupt eine halbwegs universelle Verteidigung, man kann doch auch z.B. mit 1.c4 e5 was ganz anderes spielen als gegen 1.d4 ? Was interessieren uns denn die starken Großmeister?
Nun gut, nehmen wir die 5 Kriterien mal so hin. Kaufman kommt dann relativ schnell zum Schluß, daß die Meraner Verteidigung eben die Kriterienliste insgesamt am besten erfülle, insbesondere als einzige Verteidigung überhaupt alle einzelnen Kriterien erfülle. Auch darüber kann man streiten und m.E. trickst Kaufman dort auch ein bißchen (dazu aber später mehr).
Ich dachte mir nun, daß es vielleicht ganz sinnvoll und für einige Forumsmitglieder/Besucher hilfreich wäre, alle wichtigen schwarzen Verteidigungen gegen Geschlossene Spiele mal diesem Raster zu unterziehen: etwa jeweils ein Post mit 8-15 Zeilen, zu jedem der 5 Punkte zwei Sätze, eventuell mit konkreter Angabe der kritischen Variante, der kritischen Remisabwicklung und dem kritischen Zugumstellungstrick.
Und das alles also etwa 7x zum Damengambit (Orthodox, Lasker, Tartakower, Cambridge-Springs, Tarrasch, Tschigorin, Angenommen), 3x zu Slawisch (Offener Slawe, a6-Slawe, Halbslawisch), 4x zu Benoni (Modern, Alt, Schmid, Wolga), 3x zu Holländisch (Leningrader, Stonewall, Iljin-Genewski), Grünfeld-Indisch, Königsindisch, Nimzoindisch/Damenindisch/Bogoljubow-Indisch, Altindisch, Budapester/Fajarowicz, Black Knights Tango, Damenfianchetto, Königsfianchetto, ...(?)
Wir sind ein freies Forum und jeder kann soviel spammen wie er will, ich wäre aber dankbar, wenn Ihr mich erstmal die ersten paar Einträge machen laßt. Danach können sich gerne andere Forumsfreunde (möglichst so 2000++) beteiligen. Ich korrigiere das dann gegebenenfalls - wie auch die richtig starken Forumsmitglieder mich zurechtrücken dürfen (ob dem Wischi alles paßt, was ich zu Tschigo schreiben werde?). Okay, ich werde in den nächsten Tagen mal mit den konkreten Einträgen anfangen, hoffentlich ist mein Schreiben und Euer Lesen keine Zeitverschwendung.
tracke 
[Sorry, dies muß erstmal eine Bauruine bleiben, habe vorläufig keine Zeit dazu, irgendwann (Juli/August?) mache ich damit mal weiter]
Geändert von tracke (27.05.2005 um 06:28 Uhr)
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25.04.2006, 14:17
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Registriert seit: 02.2004
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Nun, nach fast einem Jahr Pause habe ich mich entschlossen, hier noch weiterzumachen bzw. erst richtig anzufangen. Irgendwie erscheint mir dieser Thread doch sehr geeignet, um das ewige Thema "Was spielt man gegen 1.d4?" halbwegs kurz abzuhandeln und erstmal eine (die einzelnen Eröffnungen schon leicht bewertende) Übersicht zu schaffen. - Eine Konkurrenz zu creams Thread "Was auf d4 spielen - eine kleine Übersicht" ist nicht beabsichtigt; letztendlich wurde dieser Thread ja auch vor jenem gestartet.
Wichtig: Dieser Post Nr.2 ist u.a. als Inhaltsverzeichnis für den gesamten Thread angedacht. Ich werde diesen Post nämlich regelmäßig noch abändern (in der Regel nach jedem speziellen Eröffnungsdossier!), sodaß es sich anbietet, hin und wieder hierher zurückzukommen und nicht nur den jeweils neuesten Post zu lesen. Dadurch ist es vielleicht möglich, daß alle Forumsfreunde ihre Kritik/Anregungen/Verbesserungen loswerden und daß trotzdem die Übersicht gewahrt bleibt. Andererseits kann und soll dieser Thread auch nicht das gesamte Unterforum "Geschlossene Spiele" ersetzen; sehr spezielle Kritik sollte in entsprechend anderen Threads untergebracht werden, macht halt ggf. einen neuen auf.
* * *
Es geht also um Verteidigungen gegen das "Damengambit". Darunter versteht IM Kaufman alles, wo Weiß d4 nebst c4 spielt und sich tendenziell dann klassisch mit Sc3 (und meist Sf3) entwickelt und um den Punkt e4 kämpft. Vielleicht beginnt Weiß auch mit 1.c4 oder 1.Sf3, aber er strebt prinzipiell immer ein d4-Hauptvarianten-Repertoire an.
Gewertet wird anhand von 5 Kriterien: 1. Universalität (Kaufman: It must work against all move orders): Hierbei soll untersucht werden, wie einfach es ist, mit der Beherrschung der schwarzen Verteidigung schon ein komplettes Repertoire gegen alle geschlossenen Spielanfänge aufzubauen. Oder ob Weiß mit einer geschickten Zugfolge halbwegs vollwertig ausweichen kann. Königsindisch und Slawisch sind z.B. ziemlich universell, Budapester oder Wolga-Gambit praktisch überhaupt nicht. Einige nicht universelle Verteidigungen lassen sich aber sehr gut ergänzen mit anderen Systemen "von ähnlichem Charakter", etwa Nimzoindisch mit Damenindisch und Symmetrie-Englisch/Igel. 2. Solidität (Kaufman: It must be fully respectable among strong grandmasters): Vielleicht hätte ich dies auch "Reputation" oder "Korrektheit" nennen sollen?! Irgendwo dazwischen liegt "Solidität" jedenfalls und ist somit in gewisser Weise ein zusammenfassendes Kriterium, vielleicht das wichtigse der 5. Es geht halt darum, ob und inwieweit starke GMs der Eröffnung trauen. Nun ist schon Kaufman kein GM, ich selbst erst recht nicht. Hier und da habe ich was gelesen oder gehört, die Anwendungshäufigkeit verrät auch einiges, ansonsten ist meine Note die Summe meiner Vorurteile :-) 3. Aktivität (Kaufman: It must offer good winning chances): Hier geht es darum, inwieweit und wie leicht Schwarz in den Hauptvarianten eigene Gewinnchancen erhält, wenn Weiß selbst zumindest einigermaßen energisch auf Gewinn spielt. Damit ist nicht die Anzahl der Fallen gemeint (ein gehobenes taktisches wie spielerisches Niveau ist immer vorausgesetzt), sondern eher das "strategische Ungleichgewicht". 4. Anti-Remis (Kaufman: It must not allow White an easy route to the better side of a drawish position): Im Gegensatz zum letzten Punkt geht es hier um die schwarzen Gewinnchancen, falls Weiß konsequent auf Remis spielt. Oder zumindest "ein Spiel auf zwei Ergebnisse" versucht, ein relativ risikoloses Kneten ohne eigene Verlustgefahr in zumindest leicht verflachter Stellung. Objektiv (Remis=Erfolg) ist die Existenz solcher Varianten meist kein Problem für Schwarz, turnierpraktisch aber ziemlich ärgerlich, falls man auf Gewinn spielen muß. Oder falls man keinen Spaß daran hat, sich stundenlang quälen zu lassen, bevor man dann höchstwahrscheinlich sein Remis bekommt. Note 6 würde bedeuten, daß Weiß eine Möglichkeit zum forcierten Remis hat. 5. Erfolg (Kaufman: It must have good results in practice): Nun, dabei hat Kaufman offensichtlich die "internationale Turnierszene" im Auge, also FM/IM/GM 2300-2550, vorwiegend auf Open oder mittelstarken Rundenturnieren. Die von den Super-GMs auf die Spitze getriebene Wissenschaftlichkeit der Eröffnungsvorbereitung (mitsamt ihren Moden) geht hier weniger ein (im Gegensatz zu Kriterium 2). Im Ergebnis schneidet auch keine Verteidigung richtig schlecht ab, einige zumindest besser als ihr "Ruf". Einige Verteidigungen werden aber auch nur als Überraschungswaffe, in Must-Win-Situationen oder von hartgesottenen Spezialisten angewandt, sodaß diese Erfolgs-Noten kaum repräsentativ sind?!
Kaufman selbst äußert sich bezüglich der Anwendung dieser Kriterien auf die schwarzen Verteidigungen nur in umschreibenden Worten ("Grünfeld is a little bit shaky on 2") und auch nur insoweit, wie es für ihn nötig ist, um zu einer Entscheidung zugunsten des Halbslawen zu kommen (die meisten Stellen läßt er also ohne Bewertung, was ja gerade für mich der Anlaß war, sein Raster mal komplett durchzuziehen).
Nach längerem Nachdenken habe ich mich entschlossen, die Bewertung mittels (deutscher) Schulnoten von "1" bis "6" vorzunehmen. Das ist zwar fast schon zu fein (bekommt Grünfeld in Solidität jetzt ´ne "2", "3" oder "4"?), aber es wird den meisten hier ziemlich geläufig sein. Dabei ist zu beachten, daß ´ne 4 im Prinzip immer noch eine postive Note ist!
Folgende schwarze Verteidigungen werden nicht behandelt, weil sie meiner Meinung nach grundsätzlich nicht geeignet sind, ein komplettes Schwarzrepertoire darauf aufzubauen (weil sie bewiesener-/behauptetermaßen zu schlecht sind; weil sie zu irrelevant sind usw.; das werde ich jetzt nicht im Einzelnen begründen):
Albins Gegengambit (1.d4 d5 2.c4 e5), Baltische Vert. (1.d4 d5 2.c4 Lf5), Marshall-Vert. (1.d4 d5 2.c4 Sf6), Symmetrische Vert. (1.d4 d5 2.c4 c5), Black Knights Tango (1.d4 Sf6 2.c4 Sc6), Beschl. Damenindisch (1.d4 Sf6 2.c4 b6), Geier (1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 Se4), Snake (1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e6 4.Sc3 exd5 5.cxd5 Ld6), Franco-Indisch (1.d4 e6 2.c4 Lb4+), Franco-Benoni (1.d4 e6 2.c4 c5), Holländisches Benoni (1.d4 c5 2.d5 f5), Holländisch a la Hort/Antoschin (1.d4 f5 2.g3 Sf6 3. Lg2 d6 4.Sf3 c6 5.c4 Dc7), Bogoljubow-Vert. (1.d4 Sc6), Polnisch (1.d4 b5), Englund-Gambit (1.d4 e5), ganz zu schweigen von noch tieferen Abgründen ...
Folgende wichtige schwarze Verteidigungen werden nicht behandelt, weil sie wesentlich durch einen weißen Verzicht auf das "prinzipielle" Sc3 gekennzeichnet sind (ihre Bedeutung ist also meist abhängig von Nimzowitsch-Indisch!):
Damenindisch (1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.Sf3 b6), Bogoljubow-Indisch (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 Lb4+), Blumenfeld-Gambit (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 c5 4.d5 b5), Dzindzi-Indisch (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 a6), Katalanisch (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.g3), Damengambit mit frühem Sf3 (Wiener Variante, Ragozin, Manhattan, Semi-Tarrasch)
* * * Folgende schwarze Verteidigungen gegen ein weißes d4-Hauptvarianten-Repertoire werden nun gemäß den 5 Kriterien untersucht:
(A) Abgelehntes Damengambit: Capablanca
(B) Abgelehntes Damengambit: Lasker
(C) Abgelehntes Damengambit: Tartakower
(D) Abgelehntes Damengambit: Cambridge-Springs
(E) Abgelehntes Damengambit: Tarrasch
(F) Abgelehntes Damengambit: Tschigorin
(G) Angenommenes Damengambit
(H) Slawisches Damengambit: offen mit 4...dxc4
(I) Slawisches Damengambit: modern mit 4...a6
(J) Slawisches Damengambit: Meraner (über 2...c6)
(K) Slawisches Damengambit: Noteboom (über 2...e6)
(L) Holländisch: Stonewall
(M) Holländisch: Iljin-Genewski
(N) Holländisch: Leningrader
(O) Benoni: Vollbenoni
(P) Benoni: Halbbenoni
(Q) Benoni: Modernes Benoni
(R) Benoni: Wolga-Benkö-Gambit
(S) Indisch: Altindisch
(T) Indisch: Königsindisch (U) Indisch: Grünfeld Post 10
Universalität4 - Solidität3 - Aktivität1 - Anti-Remis3 - Erfolg2
(V) Indisch: Nimzowitsch (W) Unregelmäßig: Budapester Gambit Post 16 (Seite 2)
Universalität6 - Solidität5 - Aktivität2 - Anti-Remis3 - Erfolg5
(X) Unregelmäßig: Königsfianchetto
(Y) Unregelmäßig: Damenfianchetto
(Z) Unregelmäßig: Die Verteidigung 1...d6
* * *
Okay, in Kürze (!) geht es los ...
tracke
Geändert von tracke (07.05.2006 um 14:14 Uhr)
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25.04.2006, 16:37
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Kenner
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na, da freue ich mich dann vor allem auf die tarrasch verteidigung...
Zitat:
Folgende wichtige schwarze Verteidigungen werden nicht behandelt, weil sie wesentlich durch einen weißen Verzicht auf das "prinzipielle" Sc3 gekennzeichnet sind (ihre Bedeutung ist also meist abhängig von Nimzowitsch-Indisch!):
Damenindisch (1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.Sf3 b6), Bogoljubow-Indisch (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 Lb4+), Blumenfeld-Gambit (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 c5 4.d5 b5), Dzindzi-Indisch (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 a6), Katalanisch (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.g3), Damengambit mit frühem Sf3 (Wiener Variante, Ragozin, Manhattan, Semi-Tarrasch)
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das verstehe ich nicht ganz. nehmen wir die imaginaere annahme, dass sich beweisen laesst, dass das zulassen von nimzo-indisch einfach nur "schlecht" sei, dass weiss nach 1.d4 Nf3 2.c4 e6 3.Nc3 nicht spielen kann. Oder weniger krass ausgedrueckt, dass weiss nach 1.d4 Nf3 2.c3 e6 3.Nc3 keine vorteil erhalten kann und man daher als schwarz-spieler viel eher mit Nf3 oder g3 rechnen muss
muesste ein schwarz-spieler dann nicht wissen, was seine beste verteidigung gegen 3.Nf3 und 3.g3 ist?
und noch was zum abgelehnten damengambit: was ist mit der abtausch-variante? da gaenge nur noch fall E und F
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25.04.2006, 17:23
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Garry des Forums
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@lestat
Die beiden Probleme sind mir durchaus bewußt und ich habe auch einige Zeit über die Auswahl der abzuhandelnden Verteidigungen nachgedacht. (Budapester sollte ursprünglich als irrelevant/minderwertig herausfallen! Aber als ich den letzten Post eintippte, wollte ich dann doch nicht bei Y aufhören  )
Meine Wahl erscheint mir trotzdem sehr logisch. Nach 1.d4 Sf6 2.c4 e6 entscheidet sich erst Weiß für oder gegen Nimzoindisch und erst danach kommt Schwarz! - Seit 20/30/40/50 Jahren gilt Nimzoindisch (trotz vorübergehender Kasparow-Moden wie 4.Sf3 oder 4.Dc2) als problematisch für Weiß - in dem Sinne, daß es hier am schwierigsten erscheint, für Weiß wirklich was herauszuholen, obwohl Weiß auch hier in den Hauptvarianten einen wahrhaft mikroskopischen Vorteil haben mag; gleichzeitig hat Weiß kein einfaches Remis, denn auch ohne großes Risiko behält Schwarz seine eigenen Gewinnchancen. Gleichzeitig ist in den jetzt ausgelassenen Eröffnungen der weiße Verzicht auf 3.Sc3 ziemlich entscheidend. Es ist allgemein gängige Meinung, daß diese Sachen als Ergänzung zu Nimzoindisch zu behandeln sind. Womit ich nicht bestreiten will, daß jemand mit z.B. einem Nimzo-/Damenindisch-Repertoire unter Umständen viel häufiger im Dameninder landet. Aber das hat seine Ursache im Nimzoinder und nicht im Dameninder. Ähnliches gilt bezüglich frühem Sf3 in DG/Slawisch/Benoni. - Katalanisch liegt etwas anders, aber ähnlich.
Auch bei der Abtauschvariante des Damengambits (die ich trotz aller Erfolge nicht als Hauptvariante sondern als weiße Abweichung betrachte!) muß Schwarz ja weiterhin ein Hauptsystem zur Verfügung haben. - Ich werde die Abtauschvariante an einigen Stellen kurz ansprechen: allgemein unter Capablanca, spezielles vielleicht noch unter Cambridge-Springs (mit schwarzem Sbd7 ohne weißes Sf3 hat Weiß hier die allerbeste Auswahl an Abtauschsystemen!) sowie unter Halbslawisch (2...c6 versus 2...e6, Schwarz muß DG-Abtausch oder Slawisch-Abtausch erlauben!)
Übrigens muß man meine Darstellung auch etwas nach pragmatischen Gesichtspunkten beurteilen: irgendein Raster muß ich ja wählen und das von mir gewählte bietet sich meines Erachtens an. Ansonsten habe ich auch vor, diese Sc3vorSf3/Sf3vorSc3-Problematik in einigen der speziellen Dossiers (Benoni!) kurz anzuschneiden.
Dies soll ja auch ein Übersichts-Thread sein. EDIT: Und ist tendenziell für aufstrebende Forumsfreunde so im Rating-Bereich 1200-1800 gedacht, damit die sich erstmal orientieren können. Es geht mir hier nicht darum, spezifische Nuancen endlos auszudiskutieren. Obwohl in diesen Nuancen natürlich Welten liegen können! Aber dafür haben wir ja andere Threads.
Ich bitte um bißchen Geduld. Zwischen den ersten beiden Posts lagen 11 Monate, jetzt wird es etwas schneller gehen ...
tracke
Geändert von tracke (25.04.2006 um 17:51 Uhr)
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02.05.2006, 12:53
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
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Verstehe ich das richtig, daß Damenindisch und Konsorten nur deshalb draußen bleiben, weil Schwarz sie letztlich nicht erzwingen kann, sie also letztlich nicht in seine Repertoirewahl fallen? Die Beurteilung der Varianten ist doch aber z.B. wichtig, um zu entscheiden, ob man nach 1.d4 Sf6 2.c4 mit 2...e6 fortsetzt (und damit eben den ganzen Komplex Nimzo-/ Damenindisch erlaubt) oder mit 2...g6 in Königs-/Grünfeldindisch einschwenkt. Auch wäre doch fraglich, inwieweit es für Schwarz Sinn macht, nach 3.Sf3 durch 3...Lb4+, also Bogoindisch, in im weitesten Sinne "nimzoähnliche" Strukturen zu gehen (zumindest, wenn Weiß das will und 4.Sc3 spielt).
Ich will hier wirklich nicht als Nörgler erscheinen, ich finde den Thread super, v.a. weil ich auch überlege, nach 1.d4 in Zukunft 1...d5 zu spielen, statt 1...Sf6. Bin also auf die weitere Fortsetzung sehr gespannt....
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02.05.2006, 16:16
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Aktiver
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Hi,
@tracke: Wie sieht es jetzt asu? Sollen wir erst mal deine ersten Dossiers abwarten oder können wir schonmal anfangen, Vorschläge zu posten, es gibt da nämlich so ein, zwei Sachen, bei denen ich mir sehr sicher bin.  Karlson
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02.05.2006, 21:43
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Garry des Forums
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@Ismirdochegal
Natürlich darf (und kann!) hier jeder posten, wie er will. Aber ich würde es begrüßen, wenn erstmal die ersten paar Posts von mir abgewartet würden. Damit mögliche andere Autoren auch sehen, wie ich mir das vorstelle. Im Moment habe ich allerdings wenig Zeit, diese Woche wird´s eventuell nix mehr. Nächste aber, versprochen!! Insgesamt ist dies auch ein Projekt für etliche Wochen (halbes Jahr?!). - Bei aller methodischen und subjektiv bedingten Ungenauigkeit möchte ich die 130 (!) Einzelnoten auch etwas aufeinander abstimmen.
Falls Du Ideen (Notenvorschläge) hast, kannst Du mir ja eine PN schicken. Aber tendenziell kann eine den Vergleich ermöglichende Übersicht nur durch "Monoautorenschaft" gesichert werden.
@nikolajewitsch
"Verstehe ich das richtig, daß Damenindisch und Konsorten nur deshalb draußen bleiben, weil Schwarz sie letztlich nicht erzwingen kann, sie also letztlich nicht in seine Repertoirewahl fallen?" Im wesentlichen: Ja!
Und wie gesagt: Du mußt meine Auswahl auch unter pragmatischen Gesichtspunkten sehen.
Übrigens kenne ich keinen halbwegs fortgeschrittenen Nimzo-Spieler, für den 3.Sf3 (oder 3.g3) ein Problem wäre ...
Nun gut, bis bald (!).
tracke
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03.05.2006, 12:48
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Echter Kenner
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3.Sf3 is easy, 3.g3 komplexer. Was empfehlt/spielt ihr gegen Katalanisch?
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03.05.2006, 16:31
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Garry des Forums
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Zitat:
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Zitat von Leko
3.Sf3 is easy, 3.g3 komplexer. Was empfehlt/spielt ihr gegen Katalanisch?
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Ich muß gestehen, daß mein vor vielen Jahren erfolgter Schwenk vom Abgelehnten Damengambit zu Slawisch hauptsächlich dem Katalanisch-Problem (genauer: dem Lc8-Entwicklungsproblem) geschuldet war, ich bin damit (damals als 1800er) einfach nicht zurechtgekommen. Dies ist natürlich weniger ein eröffnungs theoretisches Problem, mehr eines mangelnden Schachverständnisses (solange man noch zu taktisch orientiert spielt und positionelle Baueropfer nicht versteht).
Aber ich habe auch den Sizilianer wegen 2.c3 aufgegeben (in Wisnewskis Schachverein spielten damals alle dieses Ekelzeug). Bin aber heute weit entfernt davon, den c3-Sizilianer als kritischen Punkt einer Pro&Contra-Sizilianisch-Diskussion anzusehen.
tracke
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03.05.2006, 18:30
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(U): Grünfeld-Indische Verteidigung (D70-99)1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 (auch 3.g3 d5 und 3.f3 d5)5 Kriterien:
Universalität: 4
Solidität: 3
Aktivität: 1
Anti-Remis: 3
Erfolg: 2
Obwohl einige eher harmlose Untersyteme schon vorher bekannt waren (etwa das dem Slawischen nahestehende Schlechter-System 1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.e3 g6 5.Sc3 Lg7), wurde die Zugfolge 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 erst 1922 vom österreichischen Theoretiker Ernst Grünfeld in die Meisterpraxis eingeführt. In der Flut der neuartigen indischen Systeme ging der Grünfeldinder zunächst ein wenig unter, zumal die schwarze Zentrumsaufgabe den meisten zu radikal erschien. Der Durchbruch kam dann mit Botwinnik und Smyslow; weitere herausragende Anwender sind (der frühe) Kortschnoi, Fischer, Adorjan, Kasparow, Leko und Swidler.
Weiß hat eine große Auswahl an interessanten Systemen (4.Lf4, 4.Lg5, 3.g3); am wichtigsten und erfolgversprechendsten erscheint es aber seit langem, die schwarze Aufforderung zum Aufbau eines mächtigen Bauernzentrums anzunehmen:
(a) Russisches System: 4.Sf3 Lg7 5.Db3 dxc4 6.Dxc4 0-0 7.e4 und jetzt Lg4/Sa6/a6
(b) Abtauschsystem: 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7 und nun
(b1) klassisch: 7.Lc4 c5 8.Se2 0-0 9.0-0 Sc6 10.Le3 cxd4 11.cxd4 Lg4 12.f3 Sa5
(b2) modern: 7.Sf3 c5 8.Le2 0-0 9.Tb1
Im Moment ist (wieder einmal) das klassische Abtauschsystem mit dem Qualitätsopfer 13.Ld3 Le6 14.d5!? in der Diskussion.
Grünfeldindisch ist eine scharfe dynamische Kampfverteidigung, die eher halboffenen als geschlossenen Charakter hat. Die Taktik dient zunächst weniger etwaigen Königsangriffen als vielmehr dem Kampf um Raum im Zentrum und um Schwächen am Damenflügel. Oft erlangt Schwarz die Überlegenheit am Damenflügel, dafür bekommt Weiß einen (starken!?) d-Freibauern, aus dessen Schutz heraus manchmal auch Königsangriffe möglich werden.
Viele forcierte Varianten sind extrem weit ausanalysiert, was auf GM-Niveau eine gewisse Remistendenz beinhaltet. Eine ausgesprochene Remisvariante gibt es nicht, 4.Lf4 ist aber eine relativ(!) solide Wahl für Weiß.
Trotz breiter Anwendung und Fürsprache mehrerer Weltmeister gilt Grünfeldindisch immer noch als etwas zweischneidig und riskant (im Verhältnis zu Damengambit/Slawisch/Nimzoindisch!). Etwa seit 2001 hat die absolute Weltelite (Kasparow/Leko/Swidler) Grünfeld als Hauptverteidigung gegen 1.d4 aufgegeben, was aber offenbar keinen speziellen theoretischen Grund hatte. Es ist wohl vielmehr in den Top10 keine gute praktische Wahl, den Weißen irgendein superscharfes Abspiel auswählen und mit PC präparieren zu lassen und dann vielleicht erst nach der Partie zu entdecken, wie Schwarz sich hätte behaupten können. Dieses Problem, das in Grünfeld sehr stark auftritt, haben aber viele Eröffnungen und sollte für normalsterbliche Schachspieler (zumindest bis FM-Niveau) kaum ein Argument gegen Grünfeld sein.
Es gibt einige Anti-Grünfeld-Systeme, die alle auf 1.c4 (bzw. 1.Sf3/2.c4) und der Zurückhaltung des weißen d-Bauern beruhen, z.B.:
(r) 1.c4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.dxc3 Dxd1+ 7.Kxd1
(s) 1.c4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.Da4+ Ld7 6.Dh4/Dd4
(t) 1.c4 Sf6 2.Sc3 d5 3.cxd5 Sxd5 4.g3
Objektiv hat Schwarz hier nichts zu befürchten, jede weiße Zugfolge eröffnet ihm gute Möglichkeiten beim Übergang in andere Eröffnungen; es ist aber schwierig bis riskant, in jedem Fall auf "typisch grünfeldindischen" Stellungsbildern zu beharren. - Gegen viele weiße Flankenspiele oder Damenbauerneröffnungen ist aber ein Aufbau a la Grünfeld möglich. Bezüglich eines Gesamtrepertoires harmoniert Grünfeld gut mit dem Beschleunigten Drachen (1.c4 Sf6 2.Sc3 g6 3.e4 c5).
Persönliches Resumee:
Sobald man 1.c4 (und Trompowsky) in den Griff bekommt, ist Grünfeld-Indisch eigentlich eine gute und aktive Wahl für Vereinsspieler ab 1600 aufwärts, zumal der halboffene/ taktische Charakter wohl etwas verständlicher ist als die blockierten Bauernstellungen anderer Verteidigungen. Aber Vorsicht: es gibt "einige" Theorie, die sich rasant vermehrt - Ich selbst habe Grünfeld lange gespielt und spiele es immer noch sporadisch, falls ich keine Theorieduelle um Zug 25 herum befürchten muß.
tracke 
PS:
So, mal gucken, wie dieser erste "Artikel" so einschlägt?! - Zu lang, zu allgemein, zu falsch?
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03.05.2006, 21:33
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Zitat:
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Zitat von tracke
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So, mal gucken, wie dieser erste "Artikel" so einschlägt?! - Zu lang, zu allgemein, zu falsch?
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Gut schlägt er, hat mir sehr gefallen.
Ein paar Kleinigkeiten hätte ich aber noch anzumerken:
Zitat:
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Zitat von tracke
etwa jeweils ein Post mit 8-15 Zeilen, zu jedem der 5 Punkte zwei Sätze
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Das hat ja dann wohl nicht geklappt :-) Das war aber wohl auch klar, dass man das nicht mit einem starren Korsett abhandeln kann.
Du hast die kritischen Varianten ja shon angegeben, im Sinne der Vollständigkeit & Einheitlichkeit sollte man vielleicht nochmal ergänzen:
(a) Russisches System: 4.Sf3 Lg7 5.Db3 dxc4 6.Dxc4 0-0 7.e4
(a1) 7...Lg4
(a2) 7...Sa6
(a3) 7...a6
(a4) 7...Sc6
(a5) 7...c6
(b) Abtauschsystem: 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7
(b1) klassisch: 7.Lc4 c5 8.Se2 0-0 9.0-0 Sc6 10.Le3 cxd4 11.cxd4 Lg4 12.f3 Sa5
(b11) 13.Lxf7+ Txf7 14.fxg4 Sevilla-Variante
(b12) 13.Ld3 Le6 14.d5!? Lxa1 Sokolski-Angriff
(b13) 13.Ld3 Le6 14.Tc1 Lxa2
(b14) 13.Ld3 Le6 14.Da4
(b2) modern: 7.Sf3 c5 8.Le2 0-0 9.Tb1
(b21) 9...cxd4 10.cxd4 Da5+ 11.Ld2 Dxa2
(b22) 9...cxd4 10.cxd4 Da5+ 11.Dd2 Dxd2+ 12.Kxd2
(b23) 9...Sc6 10.d5 Se5 11,Sxe5 Lxe5 11.Dd2!
(c) Abtauschsysteme mit Le3: 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7 7.Le3 Da5 8.Dd2 c5
(d) Systeme mit Lf4: 4.Lf4
(e) Systeme mit Lg5: 4.Lg5
(f) Fianchetto: 3.g3 Lg7 4.Lg2 d5 5.cxd5 Sxd5
(g) Sonstiges:
(g1) Anti-Grünfeld: 3.f3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sb6
(g2) Smslow: 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.Ld2
(g3) Nadanian: 3.cxd5 Sxd5 4.Sa4
b22 wollte ich zumindest der Vollständigkeit halber erwähnen, ich glaube aber, dass Weiss kiene ralen Vorteilschancen hat. Insbesondere die Aufgliederung (b11,b12,b13,b21: alle vier mit materiellem Ungleichgewicht!) zeigt, dass die Grünfeld-Spieler ein ziemlich breites Theoriewissen haben müssen, wenn sie diese Eröffnung spielen wollen.
Das zeigt auch, warum Grünfeld auch in gehobeneren Vereinsspieler-Kreisen nicht so häufig zu sehen ist.
Die verbalen Ausführungen und auch die Noten decken sich aber sehr gut mit dem, was ich so über Grünfeld weiss. Für die Kriterien (4) und (5) wäre eine kleine Statistik der Remisquoten bzw. Erfolgsquoten aufschlußreich.
Vielleicht schreibst Du ja als nächstes was über Halbslawisch, das würde mich interessieren.
Gruss cream
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04.05.2006, 13:26
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Kenner
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Registriert seit: 10.2005
Ort: Lausanne, Schweiz
Beiträge: 110
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nur eine kleine frage (welche mich schon oefters beschaeftigte): was macht ein gruenfeld-spieler, falls weiss den zug Nc3 herauszoegert?
z.bsp.
1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nf3 Bg7 4.g3
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04.05.2006, 13:41
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Forumsvollprofi
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Beiträge: 225
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d5 sollte man eigentlich erst spielen, wenn der gegner droht billig e4 durchzusetzen, also nach Sc3, würde deshalb 0-0 spielen und warten 
evtl sollte man zu dem thread hier nen diskussionsthread machen, damit das ein wenig übersichtlicher bleibt !?
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04.05.2006, 13:53
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Registriert seit: 03.2005
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Beiträge: 462
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ich würde eher trackes (haupt-)beiträge in einen extra thread kopieren in dem dann niemand anders schreibt
ansonsten find ich das ne schöne sache
gute arbeit tracke 
Ali
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05.05.2006, 13:42
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Garry des Forums
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Registriert seit: 02.2004
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@cream
Ja, der Grünfeld-Artikel ist länger als beabsichtigt geworden. Eigentlich wollte ich ganz auf Varianten verzichten, um nicht vom hundersten ins tausendste zu kommen, und um eben nur den "allgemeinen Spielcharakter" zu beschreiben. Habe dann die 3 Varianten angeführt, um Anfänger nicht im 3.Zug alleinezulassen; damit die wissen, worum es überhaupt geht. Deine Ausweitung der Variantenaufzählung ist sehr gut, ich hatte bewußt darauf verzichtet (wo soll man aufhören?)
Ich habe mir zwar auch einige Statistiken angeguckt, bin bei der Notenvergabe dann aber nicht unbedingt streng wissenschaftlich ("intersubjektiv reproduzierbar") vorgegangen. Ich habe also ein bißchen unterschiedlich gewichtet (meine eigenen Vorurteile eingebracht?!). Scharfe Kampfverteidigungen werden seltener und oft unter anderen Bedingungen angewandt als solide Systeme: die Statistik ist dann eher Ursache der Eröffnungswahl als ihre Folge! Wer unbedingt gewinnen muß, wird kaum Slawisch-Abtausch zulassen; wer auf Remis klammert, tut dies nicht mit Wolga. Wer überraschen will, spielt kein klassisches Damengambit. Auch die Basis der statistischen Untersuchung kann man unterschiedlich anlegen: im strategischen Nimzoinder kann man auf die letzten 20/30/40 Jahre verweisen - um die objektive Korrektheit des Budapesters zu untersuchen, sollte man sich mal das PC-gestützte Fernschach der letzten 5 Jahre angucken. Solche Überlegungen habe ich also etwas (wohlüberlegt, nicht mit leichter Hand) subjektiv/dogmatisch einfließen lassen.
Ich habe mir noch keine feste Reihenfolge der Artikel überlegt, Halbslawisch kommt aber eher zum Ende hin - wenn die Abtauschvarianten in DG und Slawisch schon abgehandelt sind!
tracke
Geändert von tracke (05.05.2006 um 13:51 Uhr)
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