1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sd2 Le7 4. Sf3 Sf6 5. e5 Sd7 6. Ld3 c5 7. c3 Sc6 8. O-O a5
und dann 9. Te1 cxd4 10. cxd4 Db6
und jetzt nochmal in englischer Version der algebraischen Notation:
1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nd2 Be7 4. Nf3 Nf6 5. e5 Nd7 6. Bd3 c5 7. c3 Nc6 8. O-O a5 9. Re1 cxd4 10. cxd4 Qb6
Ich schaue mir gerade obige Variante in der französischen Verteidigung an. Bis zum 8. Zug ist das Spiel ja ziemlich thematisch, Schwarz verstärkt fortwährend den Druck auf die weiße Bauernkette, ähnlich wie in der Vorstoßvariante. Den Zug 8...a5 habe ich aus Watsons Play the French. Dort steht, dass es sich um einen nützlichen Mehrzweckzug handelt und der Zug 8...Db6 nicht angebracht ist, wegen 9. dxc5.
Ich würde gerne verstehen warum das so ist. Meine Interpretation ist Folgende:
Nach 8...Db6 und 9. dxc5 hat Schwarz zwei Möglichkeiten den Bauern auf c5 zu schlagen, die beide Nachteile haben. Falls 9...Sxc5 verringert der Springerzug den Druck auf den Bauern e5, d. h. der Springer ist auf c5 nicht ideal postiert und muss vermutlich erneut ziehen um evtl sogar nach d7 zurückzukehren. Nimmt Schwarz mit 9...Lxc5 zurück folgt. 10. Sb3 mit Angriff auf den guten schwarzen Läufer. Daher ist 8...Db6 kein vorteilhafter Zug.
Watson 8...a5 verfolgt meiner Interpretation nach zwei Hauptziele: Erstens macht erschwert dieser Zug den Bauervorstoß b4 und zweitens kann der weiße Springer, falls er sich nach b3 bewegen sollte, direkt vertrieben werden. Natürlich gewinnt der Zug 8...a5 natürlich noch ganz allgemein Raum am Damenflügel.
Ich frage mich allerdings auch, warum in der zu Beginn des Threads gegebenen Zugfolge, schwarz die Spannung im Zentrum mit 9...cxd5. Ist die Idee dabei den so entstehenden, rückständigen Bauern aufs Korn zu nehmen? Immerhin folgt ja der Zug 10...Db6, der den Punkt d4 nochmal angreift. Dieser Zug erscheint mir allerdings ein wenig seltsam, da ich eigentlich erwarten würde, dass Schwarz gerne früher oder später b5 spielen möchte. Wobei der Bauer d4 für Weiß schwer zu Verteidigen scheint (die Situation erinnert an das Milner-Berry-Gambit), da 11. Sb3 an 11...a4 scheitert.
Mich würde intressieren, ob meine Überlegungen so richtig sind, bzw. ob es noch viel dazu hinzufügen gibt, von Spielern mit mehr Erfahrung und/oder besserem Schachverständnis.