@Wolfgang01:
Ich verstehe nicht recht, was 1.e4 Sf6 2.Sc3 mit der Philidor-Verteidigung zu tun hat. Natürlich, wenn beide Spieler kooperieren, ist 2...e5 3.Sf3 d6 4.d4 Sbd7 oder 2...d6 3.d4 Sbd7 4.Sf3 e5 noch möglich. Aber diese Zugumstellungen kommen in der Praxis kaum vor (fast nie!), beide Seiten haben auch interessante Möglichkeiten zum Abweichen.
@Blackbeard:
Dein Beitrag hat schon bißchen mehr mit der ursprünglichen Frage zu tun, einiges verstehe ich aber nicht.
- Italienisch? Spanisch? Vielleicht italienisches oder spanisches 4Springerspiel, aber die sind erstens kaum kritisch und gehören zweitens eher zum 4Springerspiel als zu Italienisch bzw. Spanisch!
- Wer 1.e4 spielt und schon Angst hat, daß der Nachziehende den Bauern angreift, sollte besser zu 1.e3 greifen oder ganz mit Schach aufhören.
- mit "schottischen Motiven" nach 3.d4 meinst Du vermutlich das Blackmar-Diemer- bzw. Hübsch-Gambit?!?
- 3...Se4 gilt als etwas riskant wegen 4.Sce2! und der Se4 bekommt Probleme
@TAFKABP.
Nach 2...d5 ist 3.exd5 ziemlich harmlos: Etwa 3...Sxd5 4.Lc4 Sb6 5.Lb3 Sc6 6.Sf3 und jetzt 6...Lf5 oder 6...g6 (aber bloß nicht 6...Lg4? 7.Lxf7+!). 6.Df3 e6 ist auch i.O. für Schwarz. Gut möglich ist auch 4...e6.
Du gehörst genau zu der Kategorie von Spielern, über die Aljechin-Fans sich freuen sollten: Schwarz hat nach 3 Zügen vollständigen Ausgleich in einer nicht-symmetrischen Stellung. Natürlich, Weiß steht nicht schlechter, die Schachpartie geht dann erst richtig los und der Bessere gewinnt!
@shyl:
Du kannst Deinem Gegner nicht vorschreiben, was Du gerne spielen möchtest!
Und vor 2.Sc3 muß man absolut keine Angst haben!
Wie ich schon woanders erwähnte, würde ich grundsätzlich davon abraten, Aljechin über einen längeren Zeitraum als Haupt- oder gar Stand-Alone-Waffe gegen 1.e4 zu gebrauchen; das Verhalten gegen 2.Sc3 sollte also vom übrigen Anti-e4-Repertoire abhängen:
2...e5(!) ist wohl mit minimalem Vorsprung das Beste, setzt allerdings Kenntnisse in den Offenen Spielen voraus (WienerPartie, diverse 4SpringerSpiele).
2...e6 und
2...d6 sind kaum schlechter und leiten (meist) in Französisch bzw. Pirc über.
2...c6?! (3.d4 d6) oder
2...Sc6?! (3.d4 d5?!) sind schon etwas spezieller, vielleicht noch gerade so spielbar, außerdem hat 2...c6/3...d6 keinen Vorteil ggü 2...d6/3...c6 .
2...c5?!? 3.e5! Sg8 sieht merkwürdig aus, mir ist aber nicht klar, wie groß der weiße Vorteil wirklich ist. Habe auch noch keine Quelle dazu gefunden. Falls der e5 durch d6 ohne größeren Schaden abgetauscht werden kann, steht Schwarz eventuell nur minimal schlechter?!
2...d5 ist eben die "unabhängige Lösung" und bietet sich an, falls man sonst nur Sizilianisch oder gar nix auf der Pfanne hat. Ist nicht ganz so sicherer und bequemer Ausgleich wie 2...e5!, dafür aber unternehmungslustiger und passt m.E. ideal für Aljechin-Spieler!
3.exd5 ist wie gesagt harmlos, kritisch ist 3.e5! Dann ist 3...Sfd7 eventuell das beste, Schwarz müßte aber Französisch-Steinitz kennen (4.d4 e6) sowie auf das scharfe und unklare 4.e6?! eingestellt sein.
Der Nur-Aljechin-Spieler sollte also zu 3...Se4?! oder 3...d4?! greifen! Viele Theoretiker und Autoren behaupten, daß Weiß dann forciert leichten Vorteil (+=) erlangen kann. Ich bin nicht der Meinung und habe die schwarze Stellung schon häufig gegen deutlich stärkere FM/IM verteidigt, dabei noch nie ´ne Turnier- oder Schnellpartie verloren! Die Stellungen sind oft merkwürdig, es gibt wenige aussagekräftige Meisterpartien, eigene häusliche Analysen sind gefragt. In der Literatur werden gerne weiße Gewinnpartien von GM Hector angeführt, aber die hat er wohl eher aufgrund seiner großen (taktischen) Spielstärke aus sehr unklaren Positionen heraus gewonnen. 3...Se4?!? ist m.E. noch deutlich riskanter als das von mir bevorzugte 3...d4?!.
tracke