Hallo Community,
habe schon ziemlich häufig diese sehr gute Seite benutzt, mich nun aber entschieden, mich hier anzumelden...
Und als Anfänger (vllt. so 1000 DWZ, habe aber noch keine Wertung) bin ich nun auf ein ernstes Problem bei der Entwicklung eines Eröffnungsrepertoires gestoßen:
Was tun gegen 1. e4?
(Ist ein ziemlich langer Text, aber ich will sichergehen, dass ich keine wichtige Info vergesse!)
Erstmal zur Frage, warum ich überhaupt schon ein Repertoire will:
- Schach kenne ich schon lange (bin 18), doch jetzt habe ich mir mal vorgenommen, auch wirklich was zu lernen und gezielt besser zu werden
- um das zu erreichen, werde ich in erster Linie natürlich Taktiktraining machen (bringt einfach am meisten)
- aber ein Repertoire will ich auch schon, weil es mMn sinnvoll ist, sich bereits als Anfänger an gewisse Stellungsbilder zu gewöhnen, damit man als Fortgeschrittener sozusagen schon die nötige Erfahrung neben dem Wissen hat
Was habe ich sonst in meinem Repertoire? (naja, habe noch praktisch keine Spielpraxis, deswegen auch kein richtiges Repertoire):
- als Weißer spiele ich 1.d4 und dann Colle-Koltanowski; ich steige aber in Zukunft auf Colle-Zukertort um (auf GM-Level eher anerkannt) und gegen KID habe ich vor, den Barry-Angriff zu lernen
- gegen 1.d4 oder 1.c4 dürfte mir Holländisch (vllt. Stonewall) am meisten liegen
Wie ihr seht, will ich mit meinem Repertoire folgendes erreichen:
- die Eröffnung sollte möglichst universell sein
- es sollte möglichst eine Stellung entstehen, bei der ich mich besser auskenne als der Gegner (Colle-Zukertort, Barry-Angriff, Stonewall): deswegen auch nicht e5 gegen e4, weil da die Entscheidung eher bei meinem Gegner liegt
- die Eröffnung soll auf hohem Niveau spielbar sein (nicht zu schwach oder widerlegt)
- die Stellung sollte nicht zu remislich (z.B. symmetrische Bauernstruktur) sein bzw. es soll keine forcierte Variante dazu existieren
- gegen 1.e4 sollte Schwarz auch Chance zum Gegenspiel erhalten und nicht zu passiv stehen
- Stellungen, in denen es nur aufs Figurenspiel und nicht auf die Bauernstellung ankommt, will ich lieber vermeiden (z.B. Zentrumsbauern abgetauscht und Flügelbauern nahezu unbewegt)
- die Eröffnung soll mir lange Zeit gute Dienste erweisen können (z.B. auch noch, wenn ich jetzt DWZ 2000 hätte...)
- vor größerem Theorieaufwand schrecke ich nicht zurück, auch wenn ich ihm lieber aus dem Weg gehe, wenn dies keine Nachteile hat (wie bei Colle-Zukertort)
Da ich 1.e4 e5 nicht spielen will, weil ich mich dort eher auf gegnerischen Theorie-Terrain als auf meinem eigenen befinde und außerdem die Stellungsbilder nicht so mag, suche ich nun also nach einer zu mir passenden Erwiderung gegen 1.e4!!!
Meine Kanditaten:
- Sizilianisch:
- auf jeden Fall solide und aktiv
- niedrige Remisbreite
- zwar viel Theorie, doch das ist für mich nicht schlimm
-
Problem: die Grundstellung nach 5.Sc3 kriegt man bei meiner Spielstärke wohl nicht oft aufs Brett, da wohl kaum einer überhaupt auf was anderes als 1. ...e5 vorbereitet ist; dann müsste ich halt auf meine Theorie verzichten (oder ist es normal, dass diese "Grundstellung" eigentlich garnicht so oft erreicht wird und Weiß auch andere theoretisch fundierte Pläne hat??)
- Französisch:
- kenn ich schon ein bisschen, habe damit geblitzt
- 3.Sc3 Sf6 und 3.e5 c5 gefallen mir
-
Problem: leider mag ich Tarrasch garnicht (Sd2)
-
großes Problem: schwächere Spieler oder welche, die keine Lust auf Französisch haben, spielen einfach die Abtauschvariante (deren Stellungstyp ich auch nicht leiden kann)
Caro-Kann:
- keine Ahnung hiervon, doch es gibt keine symmtrische Abtauschvariante wie im Franzosen, das gefällt mir
-
Problem: habe aber gelesen, dass CK nicht gerade das aktivste für Schwarz sein soll...
Ich persönlich tendiere zum Sizilianer, da die Abtauschvariante für mich quasi ein Totschlagargument gegen den Franzosen ist und Caro-Kann ja angeblich nicht so aktiv sein soll...
Also, zu meinen Fragen:
1. Was passt eurer Meinung nach am ehesten zu meinen Kriterien und dem Rest meines Repertoires?
2. Gibt es vielleicht auch gute Alternativen zu den drei genannten?
3. Welches Buch behandelt die gewählte Eröffnung für einen Anfänger am besten (mit Plänen und möglichst universell)? (für Weiß werde ich mir erstmal „A Killer Chess Opening Repertoire“ von Summerscale holen, soll ja sehr gut sein)
Vielen Dank fürs Lesen dieses halben Romans

!!!
Und korrigiert mich bitte, wenn ich als Anfänger bei meinen Aussagen irgendwo komplett falsch liege...