Hi ihr,
spiele Französisch (seit kurzem) und hab das Problem, dass ich in der ABtauschvariante relativ wenig Rat habe.
Das heißt, mir fehlen hier die positionellen Richtlinien.
Im Stonewall kann Weiß die schwarzfeldrigen L tauschen, das ist es auch, was Rybka oft versucht (wenn es aus dem Buch ist).
In andren Stellungen gilt es, das Lpaar zu halbieren, seinen Lc8 zu aktivieren oÄ.
Was gilt im Abtauschfranzosen? Welche Figuren gelten als stark, welche Abtäusche sind idR gut, welche nicht?
Hat da jmd ein paar Ideen für mich?
Interessant ist (deswegen oben der Rybka-Hinweis), dass Rybka (das stärkste Schachprogramm überhaupt) ähnliche Schwierigkeiten hat. Ich habe damit eine meiner jüngsten Partien analysiert, und es schwankte regelmäßig im +0,2 bis -0,2-Bereich und wechselte interessanterweise im Minuten/Sekundentakt seine Zugreihenfolge (dh seine Einschätzung, welcher Zug der beste, welcher der schlechteste ist)... In andren Stellungen hat es nach Sekunden seinen Lieblingszug und bleibt in aller Regel dabei - dh, der "Pfad" ist klar, für Mensch wie Maschine...
Das führt mich tatsächlich zu folgender Idee: vllt. ist der Abtauschfranzose wirklich sehr, sehr remislisch, wie unsere Vorfahren schon festgestellt haben. Vllt ist Sf3 Sf6, Ld3, Ld6, 0-0, 0-0, Lg5 Lg4 das konsequenteste und das, was die Stellung hergibt?! Vllt sind alle die Versuche, Symmetrie zu brechen, künstlich und ohne Erfolg.
War so ein Einfall nach folgender Partie:
Ich war Schwarz:
1. e4 e6 2. Sc3 d5 3. ed ed 4. d4 Sf6 (schon halbwegs asymmetrisch)
5. Lg5 (Svenonius-Variante genannt, meines Erinners zumindest)
Le7
6. h3 0-0 7. Ld3 Te8 8. Sge2 Sc6 (strategische Leitlinie? Entwicklung, Lc8 beachten)
9. 0-0 h6 10. Le3

Hier dachte ich, gehste mal nach dem Läufer, wobei mir selbst das unklar ist, dh: ist das Lpaar in der Stellung wirklich ein Vorteil?
10. - Sb4 11. Lb5?! (vllt. war 11. Te1 stärker, zB 11. - Sxd3 12. Dxd3 c6)
c6 (wie wäre 11. - Ld7 ? 12. Lxd7 Dxd7 13. a3 Sc6)
12. La4 a5 ("droht": ...b5 nebst ...a4, wobei 13. Te1 b5 14. a3 bxa4 15 axb4 Lxb4 auch höchstens minimalen Vorteil für Schwarz bringt)
13. a3 Sa6 14. Lb3 Lf5 (will meine L etwas aktivieren, einen nach d6, den andren nach f5)
15. Sg3 Lg6 (15. - Lh7)
16. Sce2 Db6 (16. - b5)
17. c3 (deckt d4, bindet Dd1 an Lb3)
Ld6 (aktiviert den L)
18. Ta2?! (deckt b2 im Falle des Lrückzugs; doch nach 18. Lc2 hätte Schwarz nicht gut tauschen können: 18. - Dxb2? 19. Lxg6 fg 20. Dd3! Db6 (es drohte Tfb1) 21. Dxg6 sieht gut für Weiß aus; auf a2 ist der T nun deplatziert)
Dd8
19. Lc2 Se4 (ich hab mal gelernt, in solchen Strukturen (offene e-Linie) wären S auf e4 bzw. e5 stark)
20. Sxe4 Lxe4 21. Lxe4 Txe4 (vllt. Turmverdopplung auf offener e-Linie; 21. - dxe4 wäre vermutlich auch gut gewesen, wobei der e-Bauer [e4,e5] üblicherweise dann besonders stark ist, wenn ein Kangriff folgen kann, hier fraglich)

Wie ist diese Stellung zu bewerten?
22. Sg3?? Lxg3 23. Lxh6 Lc7-+ 24. Ld2 Dd6 25. f4 (25. g3 Dg6 [droht Opfer] 26. Df3 Tae8)
c5 (öffnet Linien, aktiviert den S)
26. dxc5 Sxc5 (endlich ist der S im Spiel)
27. b4 ab 28. cb Sd3 29. Tf3 Sxf4 30. Le3? Txe3 31. Txe3 Lb6 (und als er sah, dass die Fesselung abermals Material gewinnt, gab er auf) 0-1
Aber mal ehrlich: ohne die zwei Blunder hätte ich Probleme gehabt, irgendeinen Vorteil zu reklamieren.
Deshalb, nochmals meine Frage: hat jmd. strategische Richtlinien für die Abtauschvariante? Pläne, Manöver, Ideen, Varianten?