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Schach - Halboffene Spiele

Sizilianisch, Französisch, Pirc u.a.



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  Sizilianisch... Beitrag #1 (permalink)  
Alt 04.10.2009, 18:25
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
Sizilianisch...

Da es mir nun langsam ein wenig zu "blöd" wird, gegen e4 e5 zu spielen und ich mit Schwarz selber den Angriff suche(darum spiele ich auch 1. d4 auch Königsindisch), kommt ja eigentlich nur Sizilianisch in Frage.
Ich suche also nicht nach Ausgleich (wie es ja meist bei e4 e5 der Fall ist) sondern eher danach, die Initiative zu ergreiffen und den gegnerischen König anzugreiffen.
Nun gibt es aber so viele Varianten... welche soll ich denn spielen?!!
Ich würde mich auch schon sehr freuen, wenn jemand die Ideen seiner Sizilianisch Variante sagen könnte
Ich komme nur im Moment halt nicht weiter, da ich nirgends groß Unterschiede finde und die anderen Eröffnungen auf 1. e4 nicht sich so auf Angriff sondern eher auf Ausgleich richten...
Sollte jemand eine andere Eröffnung auf 1. e4 haben, die passen könnte, geht das natürlich auch
aber hauptsächlich gehts mir um Sizilianisch...
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  Sizilianisch... Beitrag #2 (permalink)  
Alt 05.10.2009, 19:48
Josef
Neuling
 
Registriert seit: 07.2005
Beiträge: 1
Zitat:
Zitat von Fälix Beitrag anzeigen
Da es mir nun langsam ein wenig zu "blöd" wird, gegen e4 e5 zu spielen und ich mit Schwarz selber den Angriff suche(darum spiele ich auch 1. d4 auch Königsindisch), kommt ja eigentlich nur Sizilianisch in Frage.
Ich suche also nicht nach Ausgleich (wie es ja meist bei e4 e5 der Fall ist) sondern eher danach, die Initiative zu ergreiffen und den gegnerischen König anzugreiffen.
Nun gibt es aber so viele Varianten... welche soll ich denn spielen?!!
Ich würde mich auch schon sehr freuen, wenn jemand die Ideen seiner Sizilianisch Variante sagen könnte
Ich komme nur im Moment halt nicht weiter, da ich nirgends groß Unterschiede finde und die anderen Eröffnungen auf 1. e4 nicht sich so auf Angriff sondern eher auf Ausgleich richten...
Sollte jemand eine andere Eröffnung auf 1. e4 haben, die passen könnte, geht das natürlich auch
aber hauptsächlich gehts mir um Sizilianisch...
Schauch dir mal die Rauzer Varianten an.
Gruß
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  Sizilianisch... Beitrag #3 (permalink)  
Alt 05.10.2009, 20:37
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
ist die Richter-Rauser Variante nicht die Variante mit Lg5, die mit Weiß gespielt wird?
Ich suche ja eine Variante mit Schwarz...
Es gibt ja sehr viele im Sizilianer, aber ich wäre trotzdem schon darüber sehr froh, wenn hier jemand die Ideen seiner Variante posten könnte
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  Sizilianisch... Beitrag #4 (permalink)  
Alt 05.10.2009, 21:48
hallo96
Neuling
 
Registriert seit: 06.2009
Beiträge: 1
Ich bin nicht der überragende Theoretiker habe sizilanisch aber eine Zeit lang gespielt.Leider mit wenig Erfolg.Ich würde dir raten erstmal auf keinen Tunier sizilanisch zu spielen!In meinen Verein gibt es Leute die spielen schon 4 Jahre sizil. können es (selbst nach eigenen Aussagen) immer noch nicht.Ich bin jetzt einwenig vom Thema abgewichen,sorry.
Wie wäre es mit der Sweschnikov-variante?(Die Idee ist einen Kampf im Zentrum zu beginnen)
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  Sizilianisch... Beitrag #5 (permalink)  
Alt 06.10.2009, 12:41
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Das ist richtig:
Sizilianisch ist letztendlich keine ganz einfache Eröffnung.
Und man muß es nicht nur spielen, weil alle das machen.
Andererseits ist Sizilianisch natürlich eine gute und wichtige EÖ,
und wenn auch nur man bißchen was im Schach erreichen will,
kommt man nicht darum herum, es zumindest einige Zeit lang
zu versuchen.

Ich empfehle grundsätzlich den Beschleunigten Drachen (B34-39)
und zwar in der 2...Sc6-Zugfolge (erstmal nicht via 2...g6).
Das ist ein gutes System mit vielen typischen Sizilianischmotiven.
Es ist relativ taktisch und gut verstehbar. Auch das Vorgehen
gegen Maroczy [c2-c4 vor Sb1-c3] ist logisch und leicht erlernbar.

Ein weiterer Vorteil des Beschleunigten Drachen ist, daß es viele
Synergie-Effekte mit anderen Varianten gibt: Das Maroczy-System
kann man auch gebrauchen, wenn man später Königsindisch gegen
1.d4 oder Symmetrisches Englisch gegen 1.c4/1.Sf3 spielt. Viele
holen sich auch erst im Beschleunigten Drachen die Motivation,
mit Weiß mal 1.c4 (e5 2.Sc3 Sf6 3.g3) zu versuchen. Wer später
einen anderen 2...Sc6-Sizi spielt, kann gegen Anti-Sweschnikow
3.Sc3 gut 3...g6 spielen (das machen viele GM so, auch Kasparow,
daß sie Beschleunigten Drachen nach frühem 3.Sc3 bevorzugt spielen1)

tracke

PS: Also 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 g6

Geändert von tracke (07.10.2009 um 10:35 Uhr)
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  Sizilianisch... Beitrag #6 (permalink)  
Alt 06.10.2009, 13:39
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Und als theoretische Quelle kann ich folgende sehr empfehlen:
Chessbase-Video-DVD: GM Davies , The Accelerated Dragon
http://www.chessbase.com/shopd/produ...27&user=&coin=

Wer sich noch intensiver speziell mit dem kritischen Maroczy
beschäftigen will (die obige DVD reicht aber bis ~1900):
Chessbase-Video-DVD: GM Tiwjakow , The Maroczy System
http://www.chessbase.com/shopd/produ...20&user=&coin=

Für´n Anfang reicht sonst aber auch irgendein (altes) Buch
von Silman/Donaldson oder Hansen/? .
Das neue Buch von Greet (mit der riskanten 2...g6-Zugfolge)
http://www.everymanchess.com/chess/b...namic_Sicilian
ist da schon eher was für theoriewütige Spezialisten...

tracke
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  Sizilianisch... Beitrag #7 (permalink)  
Alt 06.10.2009, 19:42
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
Wie ist es mit der Theorie im beschleunigten Drachen?
Ist der genauso theorielastig wie die Drachenvariante?

Theorie ist ja an sich nicht so schlimm, es ist nur anders, wenn ich nach kurzer Zeit merke, die Eröffnung passt nicht zu mir und ich kaum Theorie gelernt habe oder ob ich dafür ewig gebraucht habe

Nur der Vollständigkeit halber:
Es gibt doch noch Najdorf, Klassisch und Sheveningen
Wenn davon einer die Idee weiß, wäre es ganz nett, wenn er es hier posten könnte
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  Sizilianisch... Beitrag #8 (permalink)  
Alt 07.10.2009, 01:41
maxquick
Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
 
Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
Kalaschnikow

Ich würde dir die Kalaschnikow Variante empfehlen (die in der Regel in Sweschnikow übergeht). Das ist seit ca. 3 Jahren meine Verteidigung gegen 1.e4 und ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

In Turnierpartien habe ich damit 100% aus fünf Partien, was aber zum einen daran liegt, dass ich wirklich selten spiele und zum anderen daran, dass meine Gegner in der Regel schwächer waren. Aber auch im Internet läuft es damit ganz gut.

Ich versuche mal dir einen kleinen theoretischen Exkurs zu geben und gleichzeitig zu erklären warum ich gerade dies Variante spiele…

1.e4 c5
Tja, warum eigentlich Sizilianisch? Das war bei mir eher Zufall. Ich habe mit dem Sizi einmal angefangen und bin dabei geblieben (und habe es auch nicht bereut ). Deshalb kann ich dir auch nicht wirklich etwas über die anderen Eröffnungen gegen 1.e4 sagen – ich habe sie nie ernsthaft probiert.

2.Sf3 Sc6
Ein ziemlich flexibler Zug. Hiernach kannst du den von Tracke empfohlenen beschleunigten Drachen spielen (4…g6), Taimanov (4…e6), Sweschnikov (4…Sf6) oder eben Klaschnikov (4…e5).

3.d4
Weiß geht in die Hauptvariante. Ich persönlich finde es allerdings unangenehmer gegen die unzähligen Anti-Sizilianer zu spielen. Ich selbst spiele meistens 3.Lb5. Falls du dich entscheiden solltest sizilianisch zu verteidigen wirst du nicht drum rum kommen dir auch ein Theoriebuch gegen Anti-Sizilianer zu besorgen, welches bei mir dicker ist als die Bücher über die Hauptvariante.

3…cd 4.Sd4: e5
Warum gerade diese Variante und nicht sofort Sweschnikow? Naja, dadurch werden einige, wie ich finde, undangenehme Varianten umgangen, z.B.: http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1315172
http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1266075

5.Sb5 d6
Jetzt hat Weiß die Wahl zwischen zwei hauptvarianten:
a) 6. Sbc3, was meistens in Sweschnikow übergeht: http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1387567
b) 6.c4. Weiß versucht sofort den Umstand auszunutzen, dass Schwarz den Bauern e4 nicht attackiert hat, und seine Kontrolle über d5 zu maximieren. Allerdings bekommt Schwarz dafür d4. Hier versuche ich immer den Vorstoß f7-f5 durchzukriegen:
http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1333500
http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1375065

Was ist das Gute an Klaschnikow/Sweschnikow?

1) Die strategischen Ideen sind klar. Weiß versucht so gut es geht d5 zu kontrollieren und am Damenflügel aktiv zu werden. Schwarz will f7-f5 spielen und einen Königsangriff einleiten. Ich glaube es gibt nur wenige Eröffnungen gegen 1.e4 bei denen der Königsangriff ein Hauptziel ist.
Alternativ kann Schwarz versuchen seine Bauern d und a gegen die gegnerischen Bauern c und b zu tauschen und bequem auszugleichen.

2) Der Gegner muss wird gezwungen „unsere“ Eröffnung zu spielen. Es ist ja so, dass es bestimmte Systeme für Weiß im Sizi gibt, die man gegen so ziemlich jeden Aufbau spielen kann z.B. Englischer-Angriff, Sosin-Angriff, Systeme mit Le2 oder g3. Keines von diesen ist aber gut gegen 4… e5!
Im Umkehrschluss würde ich auch nie jemandem auf unserem Niveau Najdorf empfehlen - Weiß hat hier sehr viele Möglichkeiten „sein“ System zu spielen, was den Lernaufwand für Schwarz enorm erhöht. (Gleiches gilt meiner Meinung nach auch für Karo-Kann)

3) Man muss wenig Theorie lernen. Das ist natürlich eine logische Folge aus 2), aber auch so kann man viel mit allgemeinen Idee arbeiten, wenn man sich erst an die etwas ungewöhnlichen Stellungen gewöhnt hat.
Mir ist aufgefallen, dass viele Weiß-Spieler „Angst“ vor den Hauptvarianten haben, weil sie die Stellungen nicht gewöhnt sind, und im fünften oder sechsten Zug in ein zweitklassiges System abweichen, was für Schwarz nur zum Vorteil ist.

Ich habe zu Klaschnikow/Sweschnikow nur zwei Bücher, die völlig ausreichend sind, und mittlerweile zusammen weniger als 30 Euro kosten:
http://www.amazon.de/Sicilian-Kalash.../dp/1857442571
http://www.amazon.de/Guide-Sveshniko...4871013&sr=1-2
Wenn du tiefer einsteigen willst, dann kann ich dir noch dieses Buch empfehlen(achte auf den Titel ): http://www.jeremysilman.com/chess_gs..._Sicilian.html

Hoffe ich konnte dir helfen .
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  Sizilianisch... Beitrag #9 (permalink)  
Alt 07.10.2009, 12:07
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Ehrlich gesagt hat der Beschleunigte Drachen meines Erachtens eher wenig Theorie, viel weniger als der ("normale") Drache, Najdorf, Sweschnikow etc. - Am Anfang lernt man paar forcierte Varianten, mit denen Schwarz gegen unbedarfte Weißspieler sehr schnell Material gewinnen kann; diese Abspiele sind taktisch leicht verstehbar. Danach reicht es eigentlich völlig aus, den positionellen Sinn der Standartzüge zu verstehen (d6/d5, Da5, Le6, Tac8/Tfc8 usw), um sich dann später selbstständig zurechtzufinden, man kann sich die richtigen Züge relativ leicht am Brett erarbeiten, wenn man nur die 10-15 Grundmotive verstanden hat. Erst wenn man Rating 2000 deutlich überschritten hat, wird es vielleicht notwendig, sich im kritischen Maroczy-System die Zugfolgen bißchen exakter einzuprägen (das ist aber in jeder Eröffnung so).

Ein weiteres Buch wäre übrigens Chess Openings for Black Explained
vom amerikanischen Autoren-Trio Alburt, Dzindzichaschwili & Perelshteyn:
http://www.amazon.de/Chess-Openings-...4904656&sr=1-1
Das Buch bietet nicht nur den Beschleunigten Drachen (leider via 2...g6, das ist m.E. nicht ganz so gut wie über 2...Sc6, aber im Repertoire-Sinne einfacher und deshalb auch für vielschreibende Autoren schneller abzuhandeln!), sondern auch die dazugehörigen Anti-Sizilianer, Nimzowitsch- und Bogoljubow-Indisch (gegen 1.d4) sowie anderes: eben ein komplettes Schwarzrepertoire! Das Buch ist typisch amerikanisch, d.h. reißerisch und selbstlobend geschrieben, kleine Mängel/Probleme im Rep werden vertuscht und verschwiegen, dafür wird auch gerne mal erklärt, wie man gegen eine schlechte weiße Fortsetzung nun auch tatsächlich gewinnt.
Geschmackssache, vom Preis-Leistungs-Verhältnis her sicher sehr überlegenswert! Wer´s mag, sollte beachten, daß er tatsächlich die zweite verbesserte Auflage aus 2009 bekommt! Und daß ein Großteil der Rezensionen sich auf die erste Auflage 2005 bezieht!

Die ganz Harten können sich natürlich auch Khalifmans Opening for White according to Anand Volume 11 besorgen und versuchen da mal gegenan zu analysieren!

* * *

Ich möchte maxquicks Empfehlung der Kalaschnikow-Variante nicht schlechtreden, aber diesbezüglich doch noch paar Erläuterungen geben:
"Theoretisch" mögen Beschleunigter Drachen und Kalaschnikow etwa gleich gut sein; die Unterschiede sind wahrscheinlich zu fein, um unterhalb des Meisterniveaus irgendeine Rolle zu spielen.
M.E. ist Kalaschnikow schwerer zu spielen und eher was für Leute, die schon über etliche Sizilianisch-Erfahrung verfügen. Und die neben Kalaschnikow als Ausweich- oder Geheimwaffe möglichst auch noch einen anderen Sc6-Sizilianer im Repertoire haben (neben Kalaschnikow, Beschl.Drachen, Taimanow und Sweschnikow wären da noch Löwenthal, 4-Springer, Klassisch oder Db6-Systeme!), denn was macht denn ein Kalaschnikow-Spieler z.B. nach 2.Sc3 Sc6 3.Sc3 oder 3.Sge2? - Jemand mit dem Beschleunigten Drachen im Gepäck spielt einfach ...g6 und Weiß hat kaum Alternativen dazu, doch noch in die Hauptvarianten überzugehen. Tatsächlich ist es sogar so, daß der Beschleunigte Drachen auf GM-Niveau meistens über solche Zugumstellungen entsteht (z.B. beim späten Kasparow!), wenn bestimmte weiße Abspiele nicht mehr möglich sind. Irgendwo ab 2600 aufwärts gilt Maroczy mit Schwarz nämlich zwar nicht als schlecht, aber doch als etwas passiv (wird aber von Tiwjakow, Ivanchuk und anderen trotzdem ab und an mal ausgepackt!): wenn Ihr soweit seit, dürft Ihr gerne ohne weitere Rückmeldung bei mir vom Beschleunigten Drachen ablassen (und auf´s hauptberufliche Najdorf-Studium umsteigen ...)

Ein Beschleunigter-Drachen-Spieler ist viel flexibler: sowohl was Zugumstellungen/Übergänge angeht als auch bezüglich Drachen/Maroczy-Wissens in anderen Eröffnungen, die auch dann noch nützen, wenn man später vielleicht ganz andere Eröffnungen spielt. Man betrachte z.B.:
Königsindisch: 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 c5 7.0-0 cxd4 8.Sxd4 Sc6
Reti/Englisch: 1.Sf3 g6 2.c4 Lg7 3.e4 c5 4.d4 cxd4 5.Sxd4 Sc6
Lb5-Sizilianisch (ähnlich): 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.Lb5+ Ld7 4.Lxd7+ Dxd7 5.c4 Sc6 6.d4 cxd4 7.Sxd4 g6
Modern: 1.e4 g6 2.d4 Lg7 3.Sc3 c5?! 4.Sf3 cxd4 5.Sxd4 Sc6
Englisch1 (vertauscht): 1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.g3 d5 4.cxd5 Sxd5
Englisch2 (vertauscht): 1.c4 c5 2.g3 Sf6 3.Lg2 d5 4.cxd5 Sxd5 5.Sc3 Sc7 6.Sf3 Sc6 7.0-0 e5

Den Fällen und Repertoirefragen, in denen man Wissen aus dem Beschleunigten Drachen gebrauchen kann, sind kaum Grenzen gesetzt: ähnlich wie der Isolierte Damenbauer (c3-Sizilianer, Franz-Tarrasch, C-K-Panow usw) kann man das immer mal gebrauchen bzw. benötigt es irgendwann auf jeden Fall dringend! Gehört irgendwie zur schachlichen Fortgeschritten-Bildung! Ich selbst z.B. spiele schon lange mit Schwarz kein Sizilianisch mehr, komme aber hin und wieder nochmal über irgendwelche Englischen Anti-Grünfeld-Systeme ins Marozcy-System hinein...

tracke
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  Sizilianisch... Beitrag #10 (permalink)  
Alt 07.10.2009, 12:47
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
@maxquick, @tracke:

Danke für die (sehr ausführlichen) Erklärungen zu den Eröffnungen
Hört sich beides sehr gut an;
ich werde mir einfach mal ein paar Partien zu beiden systemen anschauen, dann wird mir die Entscheidung wohl einfacher fallen
Beides reizt mich- Im Kalashnikov/Sveshnikov der Königsangriff und im beschleunigten Drachen die ähnlichkeit zu Königsindisch
Wenigstens bin ich jetzt schon um einiges schlauer
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  Sizilianisch... Beitrag #11 (permalink)  
Alt 07.10.2009, 14:32
Elisabeet
Aktiver
 
Registriert seit: 11.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 37
Chess Openings for Black Explained wurde bei uns rezensiert
http://www.berlinerschachverband.de/...epertoire.html
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  Sizilianisch... Beitrag #12 (permalink)  
Alt 07.10.2009, 21:22
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
ich habe mir jetzt mal beide Eröffnungen angeschaut;
ist es aber bei dem beschleunigten Drachen so, dass nur auf dem Damenflügel das Spiel vom Schwarzen liegt? oder ist das flexibel? In allen partien, die ich bis jetzt von meiner Datenbank angeschaut habe, wurde jedenfalls nur auf dem Damenflügel angegriffen. Kommt es auch häufig vor, dass Weiß irgendwann 0-0-0 zieht?

zu dem Buch mit dem Repertoire für Schwarz:
Lernt man mit diesem Buch wirklich diese Eröffnungen oder ist das Wissen was diese Eröffnungen betrifft eher ungenügend?
Das einzige, was mich darin reizen würde, wäre ja der beschleunigte Drache;
Nimzo- und Bogo-Indisch ist (im Moment jedenfalls) nicht so interessant für mich.

Geändert von Fälix (07.10.2009 um 22:21 Uhr)
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  Sizilianisch... Beitrag #13 (permalink)  
Alt 08.10.2009, 09:13
tracke
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Ort: zuhause
Beiträge: 678
Gute und anspruchsvolle Eröffnungen (und insbesondere schwarze Systeme!) zeichnen sich dadurch aus, daß man erstmal eine aussichtsreiche Zentrumsbeherrschung anstrebt und erst danach (vielleicht so um Zug 10-18) herum) mal schaut, welcher Plan am aussichtsreichsten erscheint und ob z.B. ein positionelles Fundament für einen Königsangriff vorliegt! Das ist eine Lektion, die man in den offenen Spielen (außer Spanisch) gelernt haben sollte; frühe Angriffe in Lc4-Aufbauten werden regelmäßig mit d7-d5 gekontert usw.

Ich kenne keinen Sizilianer (und auch sonst eigentlich keine schwarze Eröffnung außer so´m Schrott wie Lettisch, Albin, Englund), wo Schwarz immer zum Königsangriff kommt. Im normalen Drachen z.B. hat Weiß etwa die Wahl zwischen positionellen Spielweisen (wie 6.Le2, 6.g3), die ihm sagen wir einen 51%-Score versprechen, und dem scharfen Rauser-Angriff Le3/f3/Dd2 usw., der ihm bei entgegengesetzten Rochaden sagen wir einen 60%-Score versprechen. Die meisten Schwarzspieler freuen sich dann über letzteres, weil es da so schön scharf wird ... Ähnlich beim Königsinder: das klassische System mit weißer Initiative am Damenflügel und schwarzem Angriff am Königsflügel ist für Weiß durchschnittlich eben aussichtsreicher als andere Systeme (4-Bauern, Awerbach, Sämisch?) bei denen Weiß angreift und wo Schwarz sich verteidigt oder am Damenflügel kontert. - Und vielleicht genauso in Kalaschnikow ...

Der Beschleunigte Drache ist (genau wie Grünfeld, wozu es repertoiremäßig hervorragend paßt!; und vielleicht ähnlich dem Wolga-Gambit!?) ziemlich taktisch, allerdings dient die Taktik erstmal dem Kampf um´s Zentrum. In einzelnen Varianten gibt es natürlich auch scharfe Überfälle auf den gegnerischen König! Gerade unterhalb des Großmeisterniveaus, wo die Leute das Marozcy-System kaum perfekt beherrschen, wimmelt der Beschl. Drachen nur so von scharfen taktischen Motiven, mit denen Schwarz auf den schwarzen Feldern gegen den minimalen weißen Raumvorteil ankämpft. Gerade auf einem 1600-2000-Level wird jede gute Taktiker viele Kurzsiege mit Schwarz einfahren, weil Weiß zwischen Zug 6-15 irgendwie 2-5-zügig ´ne Figur oder zwei Bauern einstellt!

Die Literaturangaben waren (wie alles hier) nur Hinweise und keine zu befolgenden Order! Letztlich muß jeder selbst entscheiden ...

tracke
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  Sizilianisch... Beitrag #14 (permalink)  
Alt 10.10.2009, 20:14
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
gut, klingt doch sehr versprechend
ich werde mir in nächster Zeit mal die DVD von Davies kaufen
und dann noch entweder das Schwarzrepertoire oder das Buch von Greet
ich hoffe das reicht für die Eröffnung

Also vielen Dank!!!
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  Sizilianisch... Beitrag #15 (permalink)  
Alt 20.10.2009, 17:05
Gast12019
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von tracke Beitrag anzeigen
...
Das Buch bietet nicht nur den Beschleunigten Drachen (leider via 2...g6, das ist m.E. nicht ganz so gut wie über 2...Sc6, aber im Repertoire-Sinne einfacher und deshalb auch für vielschreibende Autoren schneller abzuhandeln!),...
Was spielst du gegen 3. Lb5 nach Sc6?
Das fehlt dann ja leider in dem Buch...
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