Hi
Die Bauernhebel c6-c5 und f7-f6 sind beide effektiv, haben aber auch beide ihre Tücken. bei f6 muss man sehr aufpassen, dass die weißen Figuren nicht zu aktiv am Königsflügel stehen, f6 ist dann eine furchtbare Schwächung der diagonale h5-d8 und des Bauern e6. Ich hab ihn einmal zu früh angebracht, und verlor sehr rasch an einem fürchterlichen Mattangriff.

Danach habe ich es nie wieder gespielt, aber in den letzten Monaten habe ich das mal wieder ausprobiert - mit guten Erfahrungen!
Ich glaube, das Geheimrezept ist folgendes:
Es gibt das Short-System: 1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 Lf5 4.Sf3
und das Van der Wiel system: 3.Sc3 e6 4.g4!?
(diese Systeme sind am häufigsten, die anderen sind häufig nur Zugumstellung, oder ergeben ähnliche Strukturen.)
Dieser Zug ist sehr scharf und führt zu Verwicklungen, in der weiß am Königsflügel angreift und schwarz häufig das Gegenspiel am Damenflügel sucht. Zu diesem Zweck ist c6-c5 völlig unumgänglich. f6 ist manchmal, aber nur sehr selten strategisch einwandfrei, weil der Zug es weiß nur leichter macht, seinem Angriff Früchte zu verleihen.
Aber in einer Variante ist f7-f6 interessant: siehe Kommentar von holgerk:
"Es gibt im Vorstoss-Caro-Kann Varianten mit dem Hebel f6, z.B.:
1. e4 c6 2. d4 d5 3. e5 Lf5 4. Sc3 e6 5. g4 Lg6 6. Sge2 f6"
Das kann ich nur bestätigen, hier ist f6 gut, sonst kaum.
Nun zum Short-system: Hier gibt es häufig diesen Hebel, weil weiß nicht so stark angreift wie bei 3.Sc3 e6 4.g4. 4.g4 ist für immer aus dem Schneider, mit der Folge, dass f6 für schwarz ungefährlich wird (nicht immer!!! aber meistens).
Interessant ist, dass es Spieler gibt, die im Short-system versuchen, am Königsflügel die Initiative zu ergreifen, sie verzichten auf c5, rochieren lang, und spielen f6. Das ist besonders möglich, wenn sich durch einen Tausch auf g6 (SxLg6/LxLg6, es gibt da die verschiedensten Motive) die h-Linie öffnet.
Ich hoffe, ich konnte helfen, ich bin kein Theorie-fuchs, aber Caro-kann hatte ich schon zig-mal auf dem Brett, ich spreche aus Erfahrung.
Jakobkarpov