hehe, ein Schnellkursus und das auch noch in Najdorf, hartes Brot würde ich sagen

Also um eine ein wenig umfangreichere Theoriekentniss wirst du nciht herum kommen, auch wenn man nicht alles kennen muss.
Gut, wenn sich der Gegner wirklich gut auskennt und du nciht hast du verloren, aber bis jetzt habe ich noch nciht gegen so jemanden gespielt, der alles kannte, selbst GM`s haben nur beschränkte Kentnisse.
Die Ideen zu wissen ist eine andere Sache und bestimmt wichtig.
Also wichtig ist es erst einmal den Grundplan von Najdorf zu kennen, wenn Weiß nichts tut.
Schwarz spielt a6 damit Weiß auf e5 mit seinem Springer nicht nach b5 kann. Natürlich wird Weiß das nciht zulassen, aber wichtig zu merken ist, e5 ist oft ein richtiger Zug, wenn das Loch auf d5 nicht zu schlimm wird kommt man in einen "günstigen" Sveshnikov Aufbau.
Weiß hat quasi 3 grosse Möglichkeiten:
- er spielt Lc4 und provoziert e6
- er spielt Lg5 das schärfste und umfangreichste System
- er spielt was lasches, was meistens in vorher genannte Stellungen mit e5 mündet
Zuerst einmal Lc4:
Auf Lc4 spielt Schwarz e6. Auf e5 kann hier nämlich einfach Sf5 folgen ausserdem wird der Läufer auf der Diagonalen stark. Der Nachteil von Lc4 ist ausserdem, dass nach e6 bereits b5 nebst b4 droht ( weiß nciht ob das sofort geht wegen Entwicklung) und der e4 Bauer somit hängt. Daher antwortet Weiß auf e6 mit Lb3.
Die Schwarze Aufstellung sollte nun sein: Springer über d7 nach c5, b5 und Läufer auf b7, dabei aufpassen dass nach Sd7 nicht das Opfer Lxe6 fe Sxe6 gut möglich ist, wenn z.B. der Schwarzfelder schon auf e7 steht und weiß somit nach dem Damenwegzug noch den g7 Bauern mit Schach gewinnt.
Weiß hat 2 Möglichkeiten, entweder er spielt den Englischen Angriff mit f3 Le3 Dd2 und 0-0-0 und greift dann am Königsflügel an, oder er spieltjetzt Lg5
und Df3 um nach b5 Drohungen auf der langen Diagonalen und auch auf den Punkt f6 auszuüben.
so, jetzt die Lg5 Variante:
Am häufigsten wird hier die Bauernraubvariante gespielt, die ist für Schwarz jedoch oft zweischneidig, er gewinnt im Endspiel oder verliert schnell, am besten du schaust dir dazu partien an, das will ich mit Weiß jetzt zwar auch spielen, hab aber noch nciht so den Plan.
Nach allem anderen wie Le3 oder Le2 empfehle ich irgendwann e5 und dann eben sich so ein wenig Sveshnikov-mäßig aufbauen.
Und dann möchte ich noch eine kleine Nebenvariante erwähnen, Tg1.
Sieht komisch aus, ist aber durchaus nicht schlecht, vor allem weil viele Schwarze davon keine Ahnung haben.
Der Plan ist g4 nebst g5, ich habe das auch schon ein paar mal mit Weiß gespielt mit gutem Erfolg muss ich sagen.
Am besten gilt e5 Sb3 Le6 g4 d5 g5 Sxe4 Sxe4 de Dxd8 Kxd8 Lg2 mit angeblich Ausgleich, auch wenn ich die Schwarze Stellung ein wenig komisch finde, er sollte wohl mit Lf5 jetzt seinen e-bauern decken.
Wichtig ist, schnell d5 zu spielen, dann anch g4 g5 wird das nciht mehr möglich sein und Schwarz bekommt ausserdem mit seinen beiden Springern ein Problem, da das Feld d7 nicht mehr für den anderen zur Verfügung steht.
Am besten schaut man sich dazu Ivantchuck-Kasparov an.
So, jetzt noch ein paar generelle Sachen:
Im Najdorf geht es für Weiß immer ums Matt setzen und für Schwarz, ausser in der Bauernraubvariante, eigentlich auch.
manchmal ist es mit schwarz sinnvoll den König in der Mitte zu lassen um einem schnellen weißen Angriff nicht ins Messer zu laufen.
Weiß versucht oft mittels des g-Bauern anzugreifen und so Linien zu öffnen, ausserdem muss man wie gesagt immer vor Einschlägen auf e6 gefeit sein, wennd er Läufer auf der Diagonalen steht.
Das war natürlich alles sehr grob und ich hab bestimmt auch ein bisschen Mist erzählt, vielleicht können Leute die sich besser im Najdorf auskennen wie z.B. Ulf, der sich gerade damit befasst, das etwas berichtigen