Hallo Scipio,
du hast recht: Kengis scort besser ab Meisterebene - aber toll ist der von Dir angegebene Score natürlich auch nicht. Da kann ein Najdorfspieler nur grinsen, wenn er solche prozentualen Verteilungen sieht.
Aber zurück zum Alburtsystem. Ich wage zu behaupten, dass das Alburtsystem eigentlich ad acta gelegt wurde spätestens Mitte der 90er Jahre. Von den Gms spielte es ab dabis auf Santo-Roman und natürlich Alburt niemand mehr (von wenigen, meist einmaligen Ausnahmen abgesehen). Seitdem hat sich in der Theorie der Variante so gut wie garnichts mehr getan (zumindest in den kritischen Abspielen).
Ich habe in den letzten Wochen einige kritische Abspiele des Systems ziemlich intensiv sowohl mit einigen starken Schächern als auch mit dem Computer getestet und bin eigentlich gar nicht mehr so pessimistisch. Gerade beim Alburtsystem ist wichtig zu wissen, dass viele der relevanten Partien (Alburt hat die Theorie gemacht, und der war in den 80ern auch sehr aktiv und hatte gute Gegner) eben noch nie intensiv mit den Rechenknechten durchgegangen wurden. Da besteht ein möglicher Ansatzpunkt, wie ich in der nächsten Zeit hier zeigen möchte, gerade bei den superscharfen Abspielen (7.Sg5!?, 7.a4 de5 8.a5 Sd7 9.Lf7 usw). Persönlich ist mir aus weißer Sicht das ruhige 7.De2
wie in der berühmten Partie Short-Timman 1991 (ja, auch Timman spielte früher gelegentlich Aljechin1) am sympathischsten, aber auch in solch "ruhigen" Varianten, in denen Weiß eigentlich nach gängiger Meinung immer ein += auf dem Brett hat, läßt sich einiges verbessern.

Cresspahl