Ja, die Nordwalder Variante sorgt zumindest immer für lustige Stellungen, ich selbst wende sie manchmal mit Schwarz beim Internet-Blitzen an. Wenn Weiß sich nicht auskennt, hat er alle Chancen, nach wenigen Zügen auf Verlust zu stehen

Grobe Variantenübersicht (siehe Bücker´s Buch von 1985):
- 3.d3 exf4 4.Dg4 Sc6! 5.Dxf4 Sd4 6.Kd1 Dxf4 7.Lxf4 Se6 mit Ausgleich
- 3.d3 exf4 4.Sf3 d6 5.Sc3 Se7 6.d4 g5 7.Le2 Ld7! 8.0-0 Sbc6 9.g3 Lg7 unklar
- 3.d4 exd4 4.Sf3 Lb4+ 5.Kf2 d5! 6.exd5 Se7 mit schwarzem Vorteil
- 3.Lc4 Dxf4 4.Sc3 Lb4!? 5.g3 Dh6 6.Sd5 La5 7.c3 c6! 8.d3 g5!? unklar
- 3.Sc3 Dxf4 4.d4 Dh4+ 5.g3 Dd8 6.dxe5 d6! mit etwa gleichem Spiel
- 3.Sf3 Dxf4 4.Sc3 Lb4!? (mit 4...d6?! oder 4...f6?! kann Schwarz versuchen, den Punkt e5 um jeden Preis zu halten, die Dame wird über g4 nach d7 zurückgeholt; Weiß erhält gewaltigen Entwicklungsvorsprung, hat aber keine öffnenden Bauernhebel sondern muß wohl Figurenopfer versuchen) 5.Lc4! Lxc3! 6.0-0! f6! 7.dxc3! Dg4 8.Lf7! Ke7! 9.h3! mit äußerst wilden Komplikationen. Wahrscheinlich dringt der weiße Angriff durch, aber wer weiß das schon so genau?! Ohne dreiwöchige Vorbereitung würde ich keine Seite spielen wollen!
Da ich Königsgambit selbst mit Weiß spiele, habe ich mir in praktischer Hinsicht mal 3.Df3 zurechtgelegt, was bei Bücker vernachlässigt wird:
- 3...Dxf4 4.Dxf4 exf4 5.Sc3 dürfte leichter weißer Vorteil sein
- 3...exf4 4.Sc3! Se7 (4...c6 5.d4!?) 5.Sge2 dito
- 3...Sc6 4.c3 d6 5.Lb5 Ld7 6.Se2 dito
Festlegen will ich mich da nicht, aber 3.Df3 scheint mir ganz logisch zu sein: anstatt das schwarze Spiel sofort widerlegen zu wollen, kümmert sich Weiß um sein strategisches Ziel, den Aufbau eines Bauernzentrums!
tracke :-)