Zitat:
Zitat von Fälix
Ich kenne nur ein Gambit: Urusov-Gambit
1.e4 e5 2.Lc4 Sf6 3.Sf3!? Sxe4 4.Sc3 Sxc3 5.dxc3
kann man aber auch über Russisch erreichen:
1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Lc4
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Also
2...Sf6 3.Sf3 Sxe4! 4.Sc3 ist erstens nicht besonders gut (4...Sxc3 oder 4...Sc6) und zweitens definitiv NICHT das Urusow-Gambit.
Das Urusow-Gambit ist 2...Sf6 3.d4!? exd4 4.Sf3 , wonach Schwarz entweder mit 4...Sc6 ins Zweispringerspiel überleitet (und tendenziell den Bauern zurückgibt) oder aber mit 4...Sxe4 auch den zweiten weißen Mittelbauern nimmt. Weiß bekommt super Entwicklung, Schwarz hat aber kaum Schwächen. Meist wird Weiß in der Folge zu unklaren Figurenopfern genötigt. Einige Spezialisten haben das weit ausgearbeitet (siehe etwa die Goeller-Website
http://www.rci.rutgers.edu/~goeller/...ops/index.html ); es gibt aber wenige aussagekräftige Meisterpartien, da Schwarz aus praktischen Gründen meist ins Zweispringerspiel überleitet! Bißchen Theorie gibt´s auch in Karsten Müllers "Danish Dynamite".
Gegen den anderen Hauptzug
2...Lc5 wäre etwa das Lewis-Gambit 3.d4!? oder 3.f4?! oder das alte 3.b4!? Lxb4 4.f4!? möglich, in SOS Nr. 10
http://www.newinchess.com/SOS___Secr..._10-p-338.html war dazu was vorhanden. [In SOS Nr.6
http://www.newinchess.com/SOS___Volume_6-p-331.html war auch noch irgendwas zum Läuferspiel mit frühen Damenausfällen Df3/Dh5]
Gegen
2...Sc6 gibt´s wohl nichts Besonderes, denn 3.f4 exf4! ist eine für Schwarz gut spielbare Variante des Königsläufergambits. 3.Sf3 würde natürlich wieder Zweispringerspiel/Italienisch/Evans-Gambit ergeben.
* * *
Eine andere Frage ist es natürlich, ob ein Umstieg von 2.Sf3! auf 2.Lc4!? wirklich so sinnvoll wäre. Wenn Du der Meinung bist, daß Dein Schachverständnis seinen Zenit schon erreicht hat und Dein Weißrepertoire eher ökonomisch als ambitioniert sein soll, ist Läuferspiel natürlich ganz praktisch. Andererseits sollte man irgendwann einsehen, daß all diese frühzeitigen Attacken in den Offenen Spiel bei gegnerischer Theoriekenntnis einfach nicht viel bringen; mir persönlich sagt kein Schach-Stil zu, der maßgeblich auf gegnerische Theorielücken spekuliert. In "fortgeschrittenen" Eröffnungen ist es nunmal so, daß zunächst der Kampf ums Zentrum zählt. Und nur, wenn (= sobald und falls) man im 12.-15.Zug das Zentrum beherrscht und zumindest leichten positionellen Vorteil hat, darf man sich mal ans Angreifen machen ...
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