Na, bißchen genauer geht´s noch:
Im weiten Sinne heißt
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 schon Italienisch. Im engeren Sinne erst,
wenn Schwarz 3...Lc5 antwortet (und Weiß nicht das Evans-Gambit 4.b4!? wählt).
Die Verteidigung (oder besser: der Gegenangriff)
3...Sf6 heißt dann
die Zweispringer-Verteidigung gegen die Italienische Partie, oder kürzer:
das Zweispringer-Spiel im Nachzug, oder kürzer:
die Zweispringer-Verteidigung (englisch: Two Knights Defence = TKD)
Im Gegensatz zu 3...Lc5 (womit Schwarz sich weiterentwickelt, gegen d2-d4 stemmt und f2 beäugt) ist 3...Sf6 ein dynamischer Gegenangriff auf den weißen Zentrumsbauern e4: wenn der fällt oder abgetauscht wird, ist es oft schon vorbei mit dem weißen Angriff!
Die kritische weiße Antwort ist "der Stümperzug" (Tarrasch)
4.Sg5!?, wonach Schwarz drei Möglichkeiten hat:
- 4...d5(!) Die Hauptvariante, zu der es tausende seiten Theorie gibt. Nach 5.exd5 sollte Schwarz nicht mit 5...Sxd5? zurücknehmen sondern 5...Sa5! (6.Lb5+ c6 7.dxc6 bxc6 mit Kompensation) oder 5...b5!? oder 5...Sd4?! spielen.
- 4...Lc5?! Das ist die superscharfe
Traxler-Variante (mit der Idee 5.Sxf7 Lxf2! und nachfolgendem Chaos)
- 4...Sxe4?! ist nicht besonders gut, die wenigsten Weißspieler haben sich das aber mal angeguckt...
Ebenfalls sehr interessant nach 3...Sf6 ist
4.d4!? (meist folgt 4...exd4 5.0-0 und jetzt 5...Sxe4 oder das zum
Max-Lange-Angriff führende 5...Lc5).
4.Sc3 ist harmlos, da das Scheinopfer 4...Sxe4! dem Nachziehenden gutes Spiel gibt. Auch nach
4.0-0 könnte Schwarz problemlos auf e4 zugreifen.
4.De2 Lc5 bringt Weiß auch nix ...
Moderner ist das vorsichtige
4.d3, womit Weiß erstmal auf vorschnelle Angriffe verzichtet. Weiß läßt c2-c3, Lc4-b3 und 0-0 folgen, um dann relativ langsam vorzugegen.
* * *
Am Anfang seiner Schachkarriere sollte sich jeder mal intensiv mit 4.Sg5 oder 4.d4 (oder beidem!) auseinandersetzen, weil man wirklich VIEL über Taktik lernt.
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