Hallo Grakon, willkommen im Forum!
Am Anfang sollte man sich noch nicht zu sehr auf irgendwelche Eröffnungen festlegen, besser erstmal alles bißchen kennenlernen. Zumindest soweit, daß man mitbekommt, was andere meinen, wenn sie über "Evans-Gambit", "Französisch-Vorstoß" und "Königsindisch" reden und schreiben.
Der Schwerpunkt sollte auf offenen, taktischen Systemen liegen: immer munter ins Zentrum hineinspielen! Wer sich zurückhaltend aufbaut, verschiebt die Probleme nur ins Unklare hinein, wo er dann seine Fehler nicht mehr versteht und damit nicht aus ihnen lernen kann! - Also 1.e4 mit Weiß und damit Offene und Halboffene Spiele. Mit Schwarz am besten auch 1.e4 e5, gegen 1.d4 und alles andere geschlossene am besten ´ne einfache Damengambit-Variante (Tarrasch, Capablanca/Lasker), wenn´s sein muß auch Königsindisch. (An die restlichen Geschl.Spiele geht man besser erst, wenn man paar verschiedene Zentrumsformen/Bauernstrukturen schon in einfacheren Eröffnungen kennengelernt hat).
Italienisch mit Weiß ist ´ne sehr gute Wahl für den Anfang, aber bitte bloß nicht zu passiv spielen (d2-d3). Besser mit 3.Lc4 Lc5 4.c3 nebst 5.d4 bzw. 3.Lc4 Sf6 4.Sg5 oder 4.d4. - Eine Alternative, die z.T. nur Zugumstellung bedeutet, wäre das Schottische Gambit 3.d4 exd4 4.Lc4 . -
Dein Post verrät sonst nicht viel über Dich, Deinen Verein oder Deinen Trainer, aber ehrlich gesagt halte ich Caro-Kann oder Stonewall-Strukturen für nicht besonders geeignet bis hoch zu 1500.
Leute, die sehr früh mit Caro-Kann anfangen, tendieren dazu, dieses viel(!!) zu passiv zu spielen. Sehr oft ist es für Schwarz wichtig, den dynamisch richtigen Zeitpunkt für den Gegenstoß c6-c5 zu finden, nicht zu früh aber auch nicht zu spät. Das ist nicht einfach (und ich kenn mich da bißchen aus!).
Stonewall-Strukturen sind erstens relativ schwierig zu verstehen (in einer ziemlich geschlossenen Stellung stehen eklatante Felderschwächen und schlechtere Leichtfiguren gegen etwas Raumvorteil und potentiell aktivere Türme), man muß diese Faktoren oft sehr langfristig gegeneinander abschätzen. Zweitens neigen Stonewall-Spieler, wie Larsen mal bemerkt hat, extrem zu schematischem Spiel (Steinmauer errichten, Springer auf den Vorposten, g-Bauern vor und dann aufteufelkommraus angreifen - häufig erscheint Satan dann auch ...).
Meine Meinung, auf jeden Fall wünsche ich viel Erfolg!
tracke