Weil mir eine Zeit lang gleich mehrere Gegner Anti-Marshall 8. a4 vorgesetzt haben, bin ich sogar von 1... e5 abgekommen, bzw. habe in Spanisch mit anderen Fortsetzungen als geschlossenes System (mit Ziel Marshall-Gambit) experimentiert.

Die wenigen Zugfolgen, die gegen a4 in meinen Büchern vorgeschlagen werden (d5 wurde m.W. als sehr zweifelhaft erwähnt), gefallen mir alle nicht.
Für jemanden wie mir, der Sachen wie Tschigorin-, Breyer-System usw. als die schwierigsten Systeme im Schach überhaupt empfindet (vor allem mit Schwarz), waren die Stellungen nach a4 der wahre Horror.

Man muss schon etwas masochistisch veranlagt sein, wenn man 20-30 Züge auf's konzentrierteste verteidigen muss, um nicht von leichtem Nachteil in eine Verluststellung zu geraten. Wenn man das alles übersteht, ist der Lohn ein Remis. Aber es gibt ja auch Spieler, die sowas mögen und "freiwillig" den geschlossenen Spanier spielen und auf den Marshall-Angriff verzichten. Naja - jedem sei das, was er mag, unbenommen.

Insofern finde ich 8. a4 aus pyschologischer Sicht sehr, sehr stark. Wer Marshall-Gambit spielen will, ist mit dem geschlossenen Spanier höchst unzufrieden. Ich denke das geht nicht nur mir so.
MfG
Minos