Stimme meinem Vorredner zu, Schottisch halt ich für ziemlich interessant, auch wenn ich selbst 1.Sf3-Spieler bin (also meistens 1.d4-Stellungen).
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Sxd4 (Göring-Gambit geht eben mit 4.c3, da halt ich dann 4...d5 für ziemlich stark)
4...Sf6 5.Sxc6 bxc6 (5...dxc6? 6.Dxd8, Weiß tauscht alles ab und hat ein hübsches Endspiel. Grundidee der Eröffnung ist die schlechte Bauernstellung, Schwarz muss also mit den Figuren spielen)
6.e5 De7 (stört den Lf1)
7.De2 Sd5 8.c4 La6 (geht schon bissl zur Sache in der Hauptvariante, wenn Schwarz minimal abweicht hat er schnell positionelle und taktische Probleme)
9.b3 g6 10.f4 (10.g3 wird etwa gleich oft gespielt, aber 10.f4 ist doch hübsch natürlich) usw.
Scharfes Spiel, aber eben auf den grundlegendsten Kinder-Dogmen positioneller Theorie beruhend. Auch bei Colle oder Réti kommst du um die taktischen Pointen des langsamen strategischen Spiels nicht drumherum, solltest du auch garnicht.
Ich spiel selbst 1.Sf3 2.c4 und g3, aber auch oft genug später noch d4 und Katalanisch, wenn mein Gegner sich mit c6/d5 aufbaut, und da kann man auch gut einen Bauern opfern ohne Angst zu haben - muss man aber eben auch nicht.
Von 1...e5 würd ich mir 1.e4 nicht versauen lassen, da schon viel lieber von 1...c5 und dem Theorieberg