Zu 1.e4 e5 2.Lc4 Sf6 3.d4 Sc6 4.d5 Se7: Aus der Linksspringertheorie ist bekannt, dass man nach 1.Sc3 d5 2.e4 d4 3.Se2 e5 nicht 4.Sf3 Sc6 5.Sg3 h5! (=+ bis -/+) spielt, sondern 4.Sg3 c5/Sc6 5.Lc4! und dann erst Sf3 (h5 würde hängen). Hier, in der farbvertauschten Variante mit Möchtegern-Mehrtempo Lc4, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen

Also 4.d5 Se7 5.Sc3 Sg6 6.h4! und weiter:
6...Lc5 7.h5 Se7 8.h6 g6 9.Lg5 oder so. Die kurze schwarze Rochadestellung ist nicht so der Hammer. In diesem ganzen Stellungstyp kann Weiß problemlos lang rochieren, Schwarz dagegen ist auf eine kurze Rochade ziemlich festgelegt. Abgesehen davon steht der Se7 doof.
6...h5 7.Lg5 mit fieser Fesselung (außer Schwarz spielt Le7, aber das ist nicht Sinn und Zweck des Ganzen). Die Schwäche h5 wiegt sehr viel schwerer aus die auf h4.
6...h6 7.h5 Se7. Hier stünde Schwarz gut, wenn der Lf8 schon auf c5 stünde: Der Springer hätte das Feld e7 oder f8 und der weiße Bh5 könnte sich langfristig als Schwäche entpuppen. So steht der Se7 dagegen der schwarzen Entwicklung im Bild.
4.d5 Sb4 kann nicht gut sein, ich würde mich mit Weiß ganz normal entwickeln und erst a3&Lxa6 ziehen, wenn Schwarz c6 zieht oder der Lc5 gerade ungünstig steht. Eines von beiden muss er machen.
Die eine Variante mit 4.d5 Sa5 sieht dagegen vernünftig aus.
Auch 4...Sb8 dürfte ok sein. N späterer IM hat das Ende der 60er Jahre gegen Spasski gebracht (in der farbvertauschten Situation ohne Lc4) und Remis gehalten. Hier mit Weiß halt normal weiterspielen, dürfte der bessere Spieler gewinnen... (Wer mit 1.e5 anfängt, sollte da nicht irgendweclhes Insiderwissen besitzen

)