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Riss in der Berliner Mauer? Beitrag # 1 ( permalink)

03.04.2005, 22:10
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Aktiver
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Registriert seit: 03.2005
Beiträge: 35
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Riss in der Berliner Mauer?
Hi an alle
Tja ich komm mal wieder mit einem Eröffnungsproblem, dass ich einfach nicht kapiere. 
Also in der Spanischen Abtauschvariante soll Weiss strategisch bekanntlich auf Gewinn stehen (das Läuferpaar gibt Schwarz natürlich Kompensation aber das ist nicht das Thema) da er in der Lage ist seine Bauernmehrheit am Köngisflügel zur Bildung eines Freibauern zu nutzen.
Der Schwarze seinerseits kann seine Bauernmehrheit am Damenflügel nicht entsprechend ausnützen da der Doppelbauer auf der C-Linie die Bildung eines Freibauern verunmöglicht.
So weit so gut. Das leuchtet mit ein.
ABER: In der Berliner kommt doch die genau gleiche Bauernstruktur aufs Brett. Komischerweise spricht da niemand davon, dass Weiss auf Grund der Bauernstruktur einen strategischen Vorteil hat. Im Gegenteil, Die Stellung wird nach dem Damentausch schnell als totremis bezeichnet. Hat jemand von euch eine Ahnung (oder Wissen) wieso das so ist?  Nebuchadnezzar
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Riss in der Berliner Mauer? Beitrag # 2 ( permalink)

03.04.2005, 22:36
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Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: ELO 2364
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Registriert seit: 08.2004
Ort: Haltern am See
Beiträge: 76
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Hallo Nebuchadnezzar
Das Läuferpaar ist ein strategischer Gegenwert zur besseren Bauernstruktur, Weiß steht daher in der Spanisch Abtauschvariante keineswegs auf strategisch auf Gewinn.
Der Unterschied zwischen den Bauernstrukuren in der Berliner Mauer und der Abtauschvariante ist vor allem der weiße e-Bauer. In der Mauer steht er um ein Feld weiter vorne. Schwarz kann ggf. f5 kontrollieren. Bauernmehrheiten die unter Kontrolle sind verlieren einen Großteil ihrer Kraft. Drohende Fixierung, stehende Ziele sind leichter zu erlegen.
Das Thema ist freilich weitaus komplexer...
Beschäftige dich im Training mit der Nutzung des Läuferpaars damit Du die Kraft der zwei Stangen nicht unterschätzt.
Empfehlenswerte Lektüre:
Steve Mayer: "Bishop versus knight: The verdict" (Batsford Verlag)
Viele Grüße,
Tom
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Riss in der Berliner Mauer? Beitrag # 3 ( permalink)

04.04.2005, 08:08
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Aktiver
DWZ/Elo: 1900
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Registriert seit: 03.2005
Beiträge: 35
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Zitat:
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Zitat von Michalczak
Das Läuferpaar ist ein strategischer Gegenwert zur besseren Bauernstruktur, Weiß steht daher in der Spanisch Abtauschvariante keineswegs auf strategisch auf Gewinn.
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Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. Ich meinte die langfristigen Chancen liegen auf der Seite von Weiss. Das schwarze Läuferpaar als Kompensation für die Bauernstruktur bringe ich weniger mit Strategie sondern eher mit Taktik in Verbindung. Daher sagte ich Weiss steht strategisch (und nur strategisch) auf Gewinn.
Zitat:
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Der Unterschied zwischen den Bauernstrukuren in der Berliner Mauer und der Abtauschvariante ist vor allem der weiße e-Bauer. In der Mauer steht er um ein Feld weiter vorne. Schwarz kann ggf. f5 kontrollieren. Bauernmehrheiten die unter Kontrolle sind verlieren einen Großteil ihrer Kraft. Drohende Fixierung, stehende Ziele sind leichter zu erlegen.
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Aber wenn ich mit Weiss alle Klötze ausser den Bauern abtausche, da lande ich doch wieder im vorteilhaften Bauernendspiel, da steht der Bauer auf e5 doch gut da er ja (gemäss Nimzowitsch) der "Kandidat" für die Beförderung zum Freibauern ist. Ich gehe mal davon aus, dass wir uns einig sind, dass das reine Bauernendspiel gewonnen ist.
Gehe ich daher richtig in der Annahme, dass deiner Meinung nach die Figurentäusche verhindert werden können? Aber wenn das der Fall ist wie verhindert man mit Schwarz die "Figurenabholzerei"? Gibt es da eine grundlegende Strategie? 
Zitat:
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Das Thema ist freilich weitaus komplexer....
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Hast Du mir da vielleicht auch ein Literaturtipp? 
Zitat:
Empfehlenswerte Lektüre:
Steve Mayer: "Bishop versus knight: The verdict" (Batsford Verlag)
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Danke für den Tipp. Gibts das Buch vielleicht auch auf Deutsch (ansonsten hoffe ich, dass es wenigstens in einem einfachen Englisch geschrieben ist)?
Danke und Viele Grüsse
Nebuchadnezzar
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Riss in der Berliner Mauer? Beitrag # 4 ( permalink)

04.04.2005, 11:41
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Forumsprofi
DWZ/Elo: 1733
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Registriert seit: 09.2004
Ort: Ostwestfalen
Beiträge: 208
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Hallo Tom,
hast du dich wieder aktiviert 
Nachtrag: Glückwunsch zur Meisterschaft und zum Aufstieg in die Oberliga NRW
Geändert von Wilf (04.04.2005 um 11:44 Uhr)
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Riss in der Berliner Mauer? Beitrag # 5 ( permalink)

18.04.2005, 11:32
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beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 2002/2111
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Registriert seit: 01.2005
Ort: Heidelberg
Beiträge: 262
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Ok, passt nicht ganz rein, aber damit kann man die Mauer nicht erschüttern (da sie genaugenommen gar nicht entsteht  ):
Gestern hatte ich diese Variante in nem Mannschaftskampf auf dem Brett:
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.00 Se4 5.d4 Sd6 6.Lc6 dc6 7.Se5
- das ist zwar nicht ganz die Berliner Mauer (7.de Sf5 8.Dd8+ Kd8 usw), aber die letzte "Ausweichmöglichkeit" vor der Mauer. Schwarz hat allerdings überhaupt keine Probleme und dazu das Läuferpaar. Meines Erachtens leichter Ausgleich, aber schwer, damit zu gewinnen - ich konnte es dann gestern auch nur zum Remis beenden. Ich habe 7...Le6 gespielt, denke der Plan sollte in Sd6-f5 nebst c6-c5 bestehen, aber was, wenn Weiß die Dame früh auf e2 zieht? Nach Td1 ist die Öffnung mit c5 wegen der Gegenüberstellung von Dame und Turm meines Erachtens nicht so verlockend. Ich habe im Weiteren deshalb darauf verzichtet und mit g6-Le7-f6-g7 rumgekrampft, alles auf der e-Linie getauscht (die Türme) und zu guter Letzt remis gemacht. nun meine Frage: Gehts auch konstruktiver? Was macht man in dieser Variante, wenn Weiß den Bauern auf d4 hat und (evtl) noch auf c6 den L getauscht hat?
Grüße
Cresspahl
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Riss in der Berliner Mauer? Beitrag # 6 ( permalink)

18.04.2005, 12:19
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alter Hase
DWZ/Elo: ~ 2100
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Registriert seit: 08.2004
Beiträge: 174
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Also ich halte das für sehr mutig, zu behaupten, das Bauernendspiel ist einfach gewonnen. Ich habe die Abtauschvariante auch mal ne Weile gespielt und das spielt sich auch ganz angenehm finde ich, aber einfach zu gewinnen ist es echt nicht.
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Riss in der Berliner Mauer? Beitrag # 7 ( permalink)

19.04.2005, 13:01
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Benutzer
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Registriert seit: 04.2005
Ort: Berlin
Beiträge: 22
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Zwei Informationen:
Nigel Short schreibt im New in Chess, Kramnik habe gesagt, "White has definitetly an edge in the Berlin Wall".
Alexander Khalifman hat in seinem "Openings for White according to Anand" sehr hübsch beschrieben, wie man mit Weiß das Endspiel behandeln kann.
Das Problem ist ja nicht nur die Bauerstruktur von Schwarz oder das schwarze Läuferpaar, sondern dass Schwarz die Türme nicht verbunden kriegt oder nur mit Verrenkungen.
Für einen 0815-Spieler wie mich ist der Aufwand immens, als Gelegenheits-1.e4-Spieler die genauen Zugfolgen einzustudieren (was tun, wenn nach 9.Sc3 erst Se7 kommt oder 9...h6 oder 9....Le6 oder 9...a5) - aber ich hab's mal aus Allgemeinbildungsgründen getan - damit man auf der Party mitreden kann, wenn's wieder mal um Modevarianten geht und die Frauenbundesligaspielerin nette Konversation machen will.
Aber das Pokalfinale Baden-Porz (Lutz-Dautov) zeigt, dass auch unvorbereitete GMs wie Lutz im Fall des Falles nur mit Wasser kochen müssen. Spätestens ein Zug wie 12.Tc1 zeigte, dass da offensichtlich irgendwas nicht studiert wurde.
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Riss in der Berliner Mauer? Beitrag # 8 ( permalink)

21.04.2005, 10:29
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Aktiver
DWZ/Elo: 1900
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Registriert seit: 03.2005
Beiträge: 35
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Zitat:
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Zitat von Cresspahl
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.00 Se4 5.d4 Sd6 6.Lc6 dc6 7.Se5
Ich habe 7...Le6 gespielt, denke der Plan sollte in Sd6-f5 nebst c6-c5 bestehen, aber was, wenn Weiß die Dame früh auf e2 zieht? Nach Td1 ist die Öffnung mit c5 wegen der Gegenüberstellung von Dame und Turm meines Erachtens nicht so verlockend. Ich habe im Weiteren deshalb darauf verzichtet und mit g6-Le7-f6-g7 rumgekrampft, alles auf der e-Linie getauscht (die Türme) und zu guter Letzt remis gemacht. nun meine Frage: Gehts auch konstruktiver? Grüße
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Hmm... interessante Variante. Hab ich auch noch nie auf dem Brett gehabt. Spontan frage ich mich, wieso nicht mit der Dame aus der d-Linie flüchten wenn Td1 kommt (z.B. Df6) und dann c5 spielen?
Zitat:
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Zitat von Big Ben
Also ich halte das für sehr mutig, zu behaupten, das Bauernendspiel ist einfach gewonnen.
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Von einfach gewinnen hat auch niemand was gesagt, aber Du wirst sicher einräumen das die Gewinnchancen im reinen Bauernendspiel ziemlich gut sind.
Zitat:
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Zitat von kingberzerk
Alexander Khalifman hat in seinem "Openings for White according to Anand" sehr hübsch beschrieben, wie man mit Weiß das Endspiel behandeln kann.
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Interessant. Muss mir das Buch bei Gelegenheit mal reinziehen. Mich würde allerdings vor allem die Betrachtung aus Sicht von Schwarz interessieren.  Nebuchadnezzar
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