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25.09.2010, 13:02
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Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
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Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
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Eröffnungs-Bibeln: Schwarz
Hi Leute,
ich habe mit gedacht wir sollten mal einen Thread aufmachen bei dem es um die besten Eröffnungsbücher geht. Ich nenne sie einfach mal provokant Eröffnungs-Bibeln.
Was macht eine Eröfnungs-Bibel aus?:
- Der Schwerpunkt wird auf das VERSTÄNDNIS der Eröffnung gelegt. Pläne und Ideen stehen im Vordergrund. (Einen Gegensatz dazu stellen Nachschlagewerke dar, wie "Openings for White According to Anand" oder "Understanding the Leningrad Dutch". Also keine "Telefonbücher".)
- Das Buch sollte im Idealfall von einen Kenner dieser Eröffnung geschrieben sein, der sie regelmäßig gespielt und vielleicht sogar etwas zu ihrer Entwicklung beigetragen hat.
- Das Buch sollte komplett sein, d.h. alle relevanten Stellungstypen sollten erläutert werden. (Damit ist jedoch nicht gemeint, dass jede erdenkliche Nebenvariante dreißig Züge tief mit dem Computer durchanalysiert wurde.)
Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um ein Buch handeln. Es können auch CD-ROMs oder DVDs sein. Ich werde hier nur Titel empfehlen, die ich selbst schonmal gelesen habe und die mich inhaltlich überzeugt haben. Ihr solltet das auch so machen. Gute Rezensionen schaden ebenfalls nicht. Auch die Tatsache, dass es zu einer Eröffnung nur ein einigermaßen vernünftiges/aktuelles Buch gibt, macht es nicht automtisch zu einem empfehlenswerten Titel (wie z.B. "The Four Knights" von Pinski).
Der Übersichtlichkeit halber, habe ich zwei Threads aufgemacht, einen für Weiß und einen für Schwarz.
Let's begin!
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25.09.2010, 14:31
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Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
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Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
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Slawisch
"The Slav" (Mathew Sadler):
Sadler beschreibt in diesem Buch sehr gut die Ideen der slawischen Verteidigung anhand eine Frage und Antwort Spiels zwischen einem fiktiven Amateurspieler und ihm selbst. Hierbei werden immer komplette Partien gezeigt. Eine solche Eröffnung in 144 Seiten so gut zu erklären ist, wie ich finde, an sich schon eine Meisterleistung.
Sizilianisch-Paulsen/Taimanov
"Paulesen-System" (Norbert Sommerbauer):
Auf dieser CD-Rom werden sowohl das Paulsen als auch das Taimanov-System untersucht. Von allen Titel, die ich zu diesem Thema gelsen habe, ist dies mit Abstand der beste, sowohl von der Präsentation als auch von den Erklärungen. Wie für CD-ROMs üblich gibt es sehr viele Beispielpartien und Umfang des behandelten Themengebiets ist immens. Außerdem hat man Sommerbauer einen Autor, der das Paulsen-System selbst regelmäßig spielt.
Pirc
"Pirc Allert!" (Lev Alburt, Alex Chernin):
Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Einleitung, strategische Ideen und Theorie. Gerde im zweiten 182 Seiten langen Teil hat es seine Stärken. Die Pläne für Schwarz werden mit sehr viel Prosa erläutert und es gibt Tips, Zusammenfassungen und Trainingsdiagramme am Ende jedes Kapitels zur Wiederholung.
"The Pirc in Black and White" (James Vigus):
Vigus hat wohl kompletteste Buch über Pirc geschrieben, das es auf dem Markt gibt. Die Theorie wird anhand von kompletten Partien dargestellt und der Autor baut viele Erläuterungen ein. Desweiteren werden Tips zum Repertoir und zu Zugumstellungen gegeben. Ein Pflichlektüre für jeden Pirc-Spieler. Über ist das Buch auch aus weißer Sicht sehr empfehlenswert.
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25.09.2010, 14:39
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Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 2122/----
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Registriert seit: 08.2010
Ort: Hamburg
Beiträge: 88
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Eröffnungsbibeln für Schwarz
Hmmm, ich weiß nicht, ob das jetzt passt, denn vielleicht willst du hier ja nur ganze Eröffnungskompendien genannt bekommen, aber die mit Abstand besten Bücher über Eröffnungsvarianten, die ich je gelesen habe, waren
1. Kindermann, S. (2002): »Leningrader System - Eine Waffe gegen 1. d4« Chessgate - Druckerei & Verlag Steinmeier • Nördlingen
2. Kindermann, S. & Dirr, U. (2001): »Französisch - Winawer, Band 1: 7. Dg4 0-0« Chessgate - Druckerei & Verlag Steinmeier • Nördlingen
Sowohl die Aufmachung, aber vor allem auch der Inhalt beider Bücher sind einfach phänomenal. Die Vorgehensweise ist jeweils gleich. Nach einer Würdigung der historischen Entstehungsgeschichte werden typische Motive und Ideen sehr schön erläutert. Dann wird mit Hilfe von Beispielpartien die Theorie der Varianten abgehandelt. Alles ziemlich gut strukturiert und übersichtlich. So sollten Eröffnunsbücher sein. Das einzige, was man beim Lesen ein bisschen bedauert, ist, dass es hier jeweils um eine Spezialvariante einer Eröffnung geht (und das auch noch vorwiegend aus schwarzer Sicht). Ich wünschte mir, es gäbe Nachahmer, die in gleicher Weise noch andere Varianten aufarbeiten würden...
Schließlich empfehle ich noch ein weiteres Buch an dieser Stelle:
Christiansen, L. & Silman, J. (1990): »Holländische Verteidigung«
Verlag: Das Schach-Archiv, Kurt Rattmann - Hamburg
Ich möchte gleich vorausschicken, dass dieses Buch mit den beiden oberen Büchern nicht mithalten kann. Andererseits ist es ein Buch, dass einem Schwarzspieler auf der Suche nach etwas gegen 1. d4 Mut macht, es mit Holländisch zu probieren. Andererseits ist es bei diesem Buch so, wie bei vielen anderen Eröffnungswerken auch: Es werden die Varianten in einzelnen Kapiteln abgehandelt und viele Abspiele gebracht. Die erläuternden Hinweise und Ideen sind dabei leider etwas spärlich (aber immerhin regelmäßig vorhanden). Ich habe jedenfalls gerne mit diesem Buch gearbeitet und kann auch sagen, dass ich erfolgreich davon profitierte. Deshalb sei mir an dieser Stelle die ausgesprochene Empfehlung - die vielleicht eher nostalgischen, denn objektiven Gründen entspringt - gestattet.
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25.09.2010, 14:42
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Einsteiger
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Registriert seit: 08.2010
Beiträge: 15
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Auch hier sage ich Klasse Thema.
Gibt es Tipps für:
1. Französich ohne Winawer
2. Nimzowitsch Indisch
3. Bogo Indisch
Schon mal vielen Dank für die Mühe.
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25.09.2010, 17:45
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Super GM des Forums
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Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
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Ich finde auch, dass so ein Thread wirklich sinnvoll ist. Gute Idee!
Mir gefallen am besten aus meiner Eröffnungssammlung:
- Bologan, Viktor: The King's Indian. Chessstars
Es ist zwar eher ein Theoriebuch als ein Buch, in dem Stellungsbilder erklärt werden. Es werden stattdessen vor jedem neuen Kapitel, der eine andere weiße Variante behandelt, die Pläne beider Seiten knapp erläutert. Außerdem beschreibt Bologan (der Königsindisch auch ständig spielt) häufig, warum er den jeweiligen schwarzen Aufbau als Repertoirevorschlag wählt, und warum andere Varianten schlechter sind. Auch das Repertoire (und seine Analysen), das er empfiehlt, ist phänomenal.
Es eignet sich für alle, egal ob KI-einsteiger oder KI Experten.
- Dzindzichashvili, Roman / Alburt, Lev / Perelsteyn, Eugene: Chess openings explained
Ich weiß nicht, ob Repertoirebücher auch "erlaubt" sind. Die Analysen sollen zwar nicht immer zu 100% perfekt sein, was aber glaube ich vor allem bei dem Repertoirebuch für Weiß der Fall ist, aber bei meinem Schachniveau ist das eh nicht so wichtig. Fakt ist, dass man in diesem Buch die Pläne der Eröffnungen vermittelt bekommt und diese sich auch super merken kann, weil die wichtigsten immer am Ende des jeweiligen Kapitels hervorgehoben werden (und manche auch davor erklärt werden). Außerdem braucht man wegen der vielen Diagramme kein Brett, um dieses Buch zu lesen.
Behandelt werden der (hyper)beschleunigte Drache, Nimzo/Bogoindisch, symmetrisches Englisch, sowie Antworten auf 1.f4/1.b4/.1.Sc3 usw.
dank dem Buch spiel ich mit Schwarz jetzt sehr gerne gegen Antisizilianer, der Part überzeugt mich am meisten.
Es mag sein, dass es bessere Bücher über die jeweiligen Eröffnungen gibt, aber als Repertoirebuch gefällt es mir sehr gut.
Zitat:
Zitat von Dede
Sowohl die Aufmachung, aber vor allem auch der Inhalt beider Bücher sind einfach phänomenal. Die Vorgehensweise ist jeweils gleich. Nach einer Würdigung der historischen Entstehungsgeschichte werden typische Motive und Ideen sehr schön erläutert. Dann wird mit Hilfe von Beispielpartien die Theorie der Varianten abgehandelt. Alles ziemlich gut strukturiert und übersichtlich. So sollten Eröffnunsbücher sein.
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Genau so ist auch die Aufmachung von Kindermanns' Buch: Spanisch Abtauschvariante. Das konzept gefällt mir auch ganz gut.
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09.10.2010, 15:28
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Super GM des Forums
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Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
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gibt es sonst keinen mehr, der dazu etwas beitragen möchte? Wär doch schade, wenns das schon gewesen wäre
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21.10.2010, 13:04
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Einsteiger
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Registriert seit: 03.2009
Beiträge: 18
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Ich füge dann noch ein paar meiner Erfahrungen zu.
Mir gefällt "Starting out: The accalerated Dragon" von Andrew Greet (2008) sehr gut.
Es werden die Ideen gut erklärt und dazu wird die Theorie sehr umfassend behandelt. (320 Seiten).
Auch die Pendants der starting Out reihe zum geschlossenen sizilianer und zum normalen Drachen sind nicht schlecht. (Viele Andere davon sind bestimmt auch gut)
Aber dazu sei auch gesagt dass, mir "starting out : the french" (2002) nichts so gut gefiel, da es nicht so eingängig ist. Das hat wohl damit zu tun, dass es einer der früheren Titel der Reihe ist. Die Bücher sind mit den Jahren wesentlich besser geworden.
Ich würde mir wünschen, dass die ersten starting out Bücher nochmal neu bearbeitet werden.
Dann möchte ich noch anmerken, dass mir persönlich das hochgelobte "Chess Openings for Black, Explained" nicht so gut gefällt. Es bietet zwar ein breites Band an Theorie, aber die Erläuterungen von Ideen kommt irgendwie zu kurz. Außerdem hätte ich mir bei vielen Varianten mehr Tiefe gewünscht.
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25.12.2010, 20:12
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Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
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Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
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Sizilianisch - Paulsen
"Sizilianisch im Geiste des Igels" (Frank Zeller)
Ein sehr gutes Buch über die Igel-Formation im Sizilianer. Zeller ist immer bemüht dem Leser zu erklären warum Schwarz einen bestimmten Zug macht oder eine bestimmte Zugfolge wählt. Wichtige strategische Motive sind nochmals in gesonderten Kästen zusammengefasst. Dabei bietet er ein komplettes Repertoir gegen den offenen Sizi. Eines der wenigen Eröffnungsbücher bei denen man getrost empfehlen kann es komplett zu lesen, weil Zellers Ausführungen auch das allgmeine Schachverständnis fördern. Man merkt, dass der Autor sehr viel Herzblut in das Buch gesteckt hat!
Geändert von maxquick (25.12.2010 um 20:16 Uhr)
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