Qualitychess Europe 2005, 23,95 € bei Chessgate (Amazon billiger, natürlich...), 216 Seiten, paperback.
Zum Inhalt:
Thema des Buches ist die vom Autor Hillarp Person (Schwedischer GM, Elo 2500+) favorisierte Modern Defence. Diese wird meist durch die Zugfolge 1.e4 g6 2.d4 Lg7 3.Sc3 d6 eingeleitet - im Gegensatz zur Pircverteidigung wird also die Entwicklung des Königsspringers verzögert! Tiger gibt einen grundlegenden Überblick über die Systeme mit frühem a6 von Schwarz, als da wären:
i)
Der Vierbauernangriff (the Austrian) nach 1.e4 g6 2.d4 Lg7 3.Sc3 d6 4.f4
a6!? [und hier empfiehlt er eben nicht den "klassischen" Zug 4...Sf6, nach dem Schwarz zwar laut Tiger oft dem Ausgleich verdammt nahe kommt, was jedoch die hartgesottenen f4-Weißspieler auch wie ihre Westentasche kennen.
Nach gängiger Meinung steht Schwarz in der 4.f4 a6 -Variante etwas auf wackligen Füßen, Tiger ist jedoch optimistisch und glaubt, dass Weiß wenn überhaupt so nur einen sehr kleinen Vorteil herausholen kann. Das verdient auf jeden Fall eine genauere Prüfung, aber da ich den Schmöker bislang nur durchgeblättert habe und momentan knapp an Zeit bin, hierzu von mir keine Einschätzung.
ii)
Der Aufbau 4.Le3 a6! - das ist immer noch die meistgespielte Variante im Modern, auch ich bekomme beim Blitzen im Internet in mehr als der Hälfte der Partien diesesn Zug vorgesetzt. Hier kommt es mehr auf Kentniss der Feinheiten (welche Bauernvorstöße passen zusammen, wann b4 spielen, wann den K-Springer entwickeln, wann welcher pawn break etc) denn auf Memorieren an. Tiger zeigt anhand vieler kommentierter Partien einige grundlegende schwarze Ideen auf - wirklich gelungen!
iii)
Das Nilpferd 4.Sf3 a6! . Insider werden wissen, worum es hier geht, eine Bauernformation ähnlich dem Igel, allerdings mit dem Unterschied, dass der c-Bauer nicht getauscht wurde, was für Schwarz natürlich bedeutet, dass er noch weniger Raum hat.
iv) Was tun gegen den Übergang in d4-Eröffnungen, wenn man nicht den Königsinder im Repertoire hat? Hier empfiehlt der Autor, die sog.
Averbachvariante zu spielen: 1.e4 g6 2.d4 Lg7 3.c4 d6 4.Sc3 e5!? - interessante Variante, aber ob das alles so hinhaut? Hier sollte man sich m.E. ernsthaft überlegen, den KI vorzuziehen.
Fazit: interessantes Buch,viele frische Ideen und keineswegs sture Variantenpaukerei. Macht Lust auf mehr (Tiger's Kingsindian

).
Cresspahl