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Ja, "The Life and Games of Mikhail Tal" von Mikhail Tal ist ein phantastisches Buch. Sehr locker geschrieben in Form eines fiktiven Interviews. Die Partiekommentare sind leichtverständlich und haben trotzdem Niveau. Man lernt den gesamten Tal von seiner Kindheit bis 1975 (er starb 1992) kennen. Wirklich amüsant zu lesen, besonders Stellen wie die mit dem Nilpferd!
In einer komplizierten Mittelspielstellung einer wichtigen Turnierpartien kam Tal plötzlich auf den Gedanken, daß es für Nilpferde doch sehr schwierig sein muß, bei ihrem Gewicht nicht unterzugehen. Während seine Uhr lief und lief (und die Zuschauer interessiert "mitdachten"), schätzte er das Volumen von Nilpferden, berücksichtigte Auftrieb und spezifische Dichte von Nilwasser usw. usw. und machte sich so seine Gedanken. Schließlich kam er zu dem Schluß, daß Nilpferde tatsächlich schwimmen können, schaute kurz auf seine zur Neige gehende Restbedenkzeit, machte intuitiv irgendeinen Zug und gewann natürlich die Partie. So ungefähr jedenfalls.
Das Buch gilt zurecht als Meisterwerk, Tal war ja gelernter Journalist. (Jeder sowjetische Großmeister mußte einen "Arbeiter"-Beruf lernen, bevor er 365 Tage im Jahr zum Schachspielen freigestellt wurde! Karpov war Fabrikmanager).
Komischerweise hat Tal stets behauptet, daß er nicht der Autor des englischen Buches sei, daß er nie die Erlaubnis dazu gegeben habe, daß er den Autor nicht kenne und daß er vor allem auch nie Geld für das Buch bekommen habe. Allerdings sind die Geschichten zu authentisch, als daß ein anderer als er selbst sie geschrieben haben könnte!? Wahrscheinlich hat er das Honorar bloß gegenüber sowjetischen Funktionären nicht angeben wollen, sondern im Westen irgendwie über einen verschwiegenen Freund verwaltet. Und heimlich verbraucht bei seinen zahlreichen Westreisen.
Auf jeden Fall sehr empfehlenswert! Leider ist die englische Ausgabe nicht besonders gut produziert und die Bindung ncht die beste. Es gibt aber keine Alternative.
Oder doch? Ein ebenso großer Klassiker ist Tal´s Turnierbuch über den Gewinn der Weltmeisterschaft: "Tal-Botvinnik 1960" . Geht natürlich stärker in die einzelnen Partien hinein.
Und dazu paßt ausgezeichnet Botwinniks Werk "Botvinnik-Tal, Moscow1961" über den Revanchekampf, im Herbst bei Olms auf Englisch erschienen, die deutsche Fassung soll auch bald raus sein.
Höchst interessant, da beide höchst unterschiedliche Spielauffassungen haben und darlegen, warum sie die Spielweise des Gegners für ungenügend halten! Jeder bekommt mal recht! Zudem haben die beiden in Hin- und Rückkampf zum großen Teil dieselben Eröffnungen gespielt und thematisch ausgekämpft. Fast die Hälfte war Caro-Kann!
tracke :-)
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