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16.04.2006, 23:31
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Zitat:
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Zitat von The Pusher
Warum eigentlich Wiedervereinigunsmatch?
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Weil es im Moment 2 Weltmeister (mit Bobby Fischer wären es sogar 3  ) gibt und die meisten Schachspieler es lieber sehen würden, wenn es nur einen einzigen gäbe.
Zitat:
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Zitat von The Pusher
Und wieso gerade Topalov gegen Kramnik?
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Weil Topalov den letzten Weltmeisterschaftstitel der FIDE gewonnen hat und Kramnik den klassischen Weltmeistertitel mit sich führt.
Oder will hier Jemand eine absurde Behauptung aufstellen, dass einer der beiden gar kein Weltmeister ist?
Gruß
Der_Stratege
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17.04.2006, 11:36
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Garry des Forums
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Wie Sportexpress mitteilt, werden im Falle eines Unentschiedens vier Schnellschachpartien mit 25 Minuten Bedenkzeit gespielt.
Sollte danach immer noch keine Entscheidung gefallen sein, wird wohl geblitzt werden, vermute ich. Wäre der FIDE zumindest zuzutrauen.
@ Kajin
Die nötge Spielpraxis will Kramnik bei der Schacholympiade am ersten Brett für Russland sammmeln und auch beim Dortmunder Chess Meeting. Zusätzlich hat er zwei Trainingsteams zur Vorbereitung: Eines hilft ihm bei Wettkämpfen gegen Menschen, das andere beim geplanten Wettkampf gegen Fritz ende des Jahres.
Geändert von chessychess (17.04.2006 um 11:38 Uhr)
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17.04.2006, 13:17
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
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Also Schnellschach.....ok, es war zu erwarten. Sollte das Match tatsächlich so entschieden werden, würde das die Legitimität des neuen Champs doch sehr untergraben.
Was ich noch nicht verstanden habe: Es hieß, der Sieger würde beim neuen Achterturnier spielen. Nur: Soweit ich mich erinnere, sollte die Qualifikation zu diesem ja teilweise über die Wertungszahl erfolgen. Sollte Topalov nun verlieren, wäre er dann ratinghalber doch für das neue Turnier qualifiziert (auf Kosten eines anderen natürlich)??? Das ist alles sowas von halbgar, die Verknüpfung dieses Matches mit dem neuen Zyklus.....
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17.04.2006, 14:09
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Zitat:
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Zitat von nikolajewitsch
Was ich noch nicht verstanden habe: Es hieß, der Sieger würde beim neuen Achterturnier spielen. Nur: Soweit ich mich erinnere, sollte die Qualifikation zu diesem ja teilweise über die Wertungszahl erfolgen. Sollte Topalov nun verlieren, wäre er dann ratinghalber doch für das neue Turnier qualifiziert (auf Kosten eines anderen natürlich)??? Das ist alles sowas von halbgar, die Verknüpfung dieses Matches mit dem neuen Zyklus.....
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Also für das nächste Achterturnier sind doch die ersten 4 von San Luis sowie 4 Starter, die durch die Mini-Matches qualifizieren, spielberechtigt.
Wenn Topalov seinen Startplatz (durch den 1. Platz in San Luis) an Kramnik abgeben sollte, wäre er gar nicht qualifiziert. Das mit der Wertungszahl wird dann wohl erst bei dem Turnier danach kommen.
Gruß
Der_Stratege
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17.04.2006, 21:37
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Einen Aspekt, den ich in der Diskussion immer noch vermisse: Wettkämpfe um die Weltmeisterschaft mit weniger als 20 Partien sind für mich nicht aussagekräftig. Schon Lasker - Schlechter hat gezeigt, welche Konsequenzen ein früher Verlust haben könnte (Lasker verlor eine der ersten Partien und konnte erst in der letzten Partie ausgleichen), bei Kramnik-Leko ging Leko ja auch in der 8. (?) Partie in Führung und versuchte sich dann durchzuklammern (wobei er sogar auch dann Remis machte, wenn er inzwischen schon auf Gewinn stand).
Auch die Schlachten von Baguio (Karpow-Kortchnoi 1978, 32 Partien, 6:5 Gewinnpartien) oder 1984/1985 (Karpow-Kasparow, 48 Partien, abgebrochen bei 5:3 Gewinnpartien) wären uns nicht gegeben worden.
Schaut mal in die Kasparow-Bücher über Wettkämpfe "in alten Zeiten": Bei Wettkämpfen mit 10 oder 12 Partien reicht ein Blackout über zwei Partien und man ist tot - bei 24 Partien kann noch eine Menge passieren.
Und hier wird der Wettkampf Kramnik-Topalow unkalkulierbar: Startet Topalow wie in San Luis ist der Kampf schnell entschieden - er kann aber auch starten wie in Morelia - und ob Kramnik ihm dann noch mal den zweiten Atem gibt wie die Kollegen in Linares wage ich zu bezweifeln.
Letztendlich: Obschon Kasparow mein Held war und daher eher der kämpferische Topalow mir liegen müßte - Kramnik ist und bleibt eine Granate, dessen tiefe Partieanlage ich nie verstanden habe und den ich dafür bewundert habe.
Daher: Lasst uns hoffen, dass Kramnik vollständig gesundet und ohne Medikamente nach optimaler Vorbereitung antreten kann - auf das es wenigstens 12 interessante Partien gibt  dafür wird Topalow dann schon sorgen!).
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18.04.2006, 00:50
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Das ist schon richtig, wobei aber solche langen Kämpfe (wie schon gesagt, 48 Partien und dabei 5-3 Gewinnpartien) ebensoviele Schattenseiten haben wie Vorteile: Ist bei 12 vielleicht ein Blackout entscheidend, ist es bei doppelt sovielen schlicht die Kondition: Letztendlich hat Kasparov so gewonnen, er hielt Karpov so lange auf remis bis dieser einfach am Ende war, und das ist aus ethischer Sicht dann noch viel verwerflicher.
Allerdings ist ein 8er-Turnier um die Weltmeisterschaft auch arg zweifelhaft - was soll man machen.
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19.04.2006, 01:18
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Topalov - Kramnik
Mal eine "blasphemische" Frage:
Nach dem ganzen Hick-Hack in der Vegangenheit (seit dem Wettkampf Kasparov - Short) um die Schachweltmeisterschaft, und im Hinblick auf das Vorhaben der Fide in Zukunft - braucht die "Schachwelt" überhaupt noch einen "Weltmeister"? Ein Weltranglistenerster würde doch auch reichen, oder ein Weltcupgewinner, bester Turnierspieler, wobei man analog wie z.B. beim Tennis eine Auswahl der Top-Turniere treffen kann etc. aber nach dem ganzen Zinnober noch einen Weltmeister, wozu?
Und wenn, dann weiter, wer ist "Weltmeister"? "Wahrer" Weltmeister? "Klassischer" Weltmeister? Fide-Weltmeister? Legitimer Weltmeister? Amtierender Weltmeister?
Naive Frage?!? Aber doch nicht so einfach zu beantworten!?
Für mich am einfachsten die Frage nach dem Fide-Weltmeister - Topalov! Eindeutig. Weiter - wahrer, legitimer, klassicher Weltmeister, da wirds schwierig. Da muss man direkt ein bisschen ausholen, vielleicht auch ein "juristisches Problem"? (Bin kein Jurist!).
Frage: Wem "gehört" der WM-Titel? Wer kann ihn vergeben? Hat die Fide, vertreten durch ihren diktatorischen, korrupten Präsidenten, nach ihrem desolaten Zustand und den chaotischen Willkürentscheidungen (u.a. mehrmaliges Ändern des Reglements - wobei imho man Schach nicht mit anderen Sportarten wie z.B. Automobilsport Formel 1 vergleichen kann) überhaupt noch das "Recht", Weltmeisterschaften durchzuführen? Andersherum, haben einzelne Spieler incl. des bisherigen Titelträgers das Recht, aufgrund Unvermögen eines Weltverbandes, es selbst in die Hand zu nehmen und eineWeltmeisterschaft in Eigenregie durchzuführen? Kann man einem Weltmeister, der seinen Titel nicht verteidigt hat (Fischer), diesen einfach aberkennen?
Also für mich definitiv der letzte "klassische" WM ist Kramnik, weil er den Titel von seinem Vorangänger im "traditionellem Stil" gewonnen hat, wobei diese Linie zweimal durchbrochen worden ist - bei Aljechin/Botwinnik und Fischer/Karpov. Einziger Wermutstropfen, er hat sich gar nicht für den Titelkampf qualifiziert, sondern hat vielmehr den Herausforderungskampf gegen Shirov verloren, wurde aber dann trotzdem von Kasparov zum Herausforderer ausgewählt, gilt sowas? Also etwa doch Kasparov letzter wahrer klassischer wasauchimmer Weltmeister"? Oder etwa gar Alexander Aljechin, weil danach die Fide die Weltmeisterschaft ausgerichtet hat???
Dann etwas nach Kasparov diese unseligen und unglücklichen Ko.Weltmeisterschaften, mit letzter Entscheidung durch Blitzpartien (obwohl immer noch besser als Losentscheid) was zwar auch eine Variante des Schachspiels, aber von Schach mit "klassischer" Bedenkzeitenregelung weit entfernt ist.
Weiter San Luis, wo wiederum von der Fide die Teilnehmer willkürlich ausgewählt worden sind, wenn schon, dann hätten alle 2700er teilnehmen sollen (hätte wahrscheinlich am Ausgang des Turniers auch nichts geändert).
Warum hat aber Kasimdshanov (ist das so richtig?) teilnehmen dürfen der imho noch nie die 2700 ELO berührt, geschweige denn überschritten hat und Ivanchuk nicht?
Dann das Vorhaben der Fide für die Zukunft?!? Wenn der Fide die alte Regelung der Qualifikation mit Kandidatenturnieren, sowie Achtel-, Viertel-, Halbfinale zu aufwändig und auch zu teuer ist, dann sollte sie wenigstens ein WM-Turnier durchführen wo wenigstens alle 2700er daran teilnehmen (warum ab 2700 ELO? Reine Willkür  irgendwo muss man ja eine Grenze ziehen und ausserdem sind das für mich die wirklichen WM-Kandidaten) aber das was die Fide für die Zukunft vorhat, ist doch ein Witz, u.a. dass jeder, der einen bestimmten Preisfonds aufbringt, den WM herausfordern kann...
Weiter Robert James Fischer, nachdem er seinen Titel nicht verteidigt hat, ist er für mich lediglich ein Ex-Weltmeister (hoppala, habe ich in der obigen Aufzählung glatt vergessen) da kann er sich nennen wie er will, so wie Kasparov, Karpov, Spasski und Smyslov auch, welche durch ihre Nachfolger "enttrohnt" wurden.
Und wenn euch manches nicht ganz logisch erscheint, muss es auch nicht, sind nur Gedanken eines Patzers über Weltmeister  trotzdem, wie beantwortet ihr für euch die Frage nach dem "wahren, klassischen, legitimen Weltmeister"?
Und ausserdem, ob der WM-Kampf zwischen Kramnik und Topalov überhaupt stattfindet?, das glaub ich erst, wenn der erste Zug am Brett von den beiden gemacht wird.
Gute Nacht allerseits (eine gewisse Ironie in obigem Beitrag war durchaus beabsichtigt)
Geändert von frillo (19.04.2006 um 11:49 Uhr)
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19.04.2006, 13:24
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Ohne zu wissen, ob du deinen Beitrag nun ausschließlich oder nur teilweise ironsich meintest  : Ich habe mal einen Thread mit ähnlichem Ansatz geschrieben. http://schachmatt.de/showthread.php?...=anachronismus
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19.04.2006, 18:31
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Ich stimme frillo zu, daß es schon viele Ankündigungen seitens der FIDE gegeben hat. Wir müssen vielleicht nicht bis zum Beginn der ersten Partie warten, bevor das Kind in trockenen Tüchern ist, ab doch wohl mindestens bis zur FIDE-Vollversammlung während der Schacholympiade im Juni. Und je nach Ausgang der FIDE-Präsidenten-Wahl noch paar Tage oder Wochen länger.
Und ich stimme chessychess zu, daß dieses WM-Match wohl eine letzte Trumpfkarte von Ilmjushinow im Rennen um das Präsidentenamt ist. Er muß schon ziemlich verzweifelt sein, wenn er nun doch noch einmal das Preisgeld von 1 Million $ aus eigener Tasche (bzw. der seiner Untertanen!) sponsert. Zweifellos sind Ilmjushinows Wiederwahlchancen mit der Match-Ankündigung gestiegen. Und auch ich gehöre zu denjenigen, die lieber auf dieses heißersehnte Match verzichten, wenn dafür Ilmjushinow in die Wüste geschickt wird.
Aber wahrscheinlich ist das gar kein Problem?! Auch Bessel Kok (und sein türkischer Vize-Kandidat) könnten im Fall seiner Wahl bestimmt kurzfristig dieses WM-Match an einem anderen Ort (Türkei?!) mit anderem Geld zum gleichen Termin zu gleichen Bedingungen organisieren. Und Topalow und Kramnik sind beide seriös genug, daß keiner von ihnen ohne Gesichtsverlust zurückziehen könnte, nachdem sie sich jetzt einmal auf die technischen Aspekte (Partieanzahl, Bedenkzeit, Tiebreak-Modus, usw.) geeinigt haben!
12 Partien sind in der Tat lächerlich wenig. Es mag ja sein, daß heutige Spitzenpartien viel anstrengender sind als früher, aber 24 oder 20 wären schon wünschenswert, 16 wäre mein Minimum. - Bei so wenig Partien (12) wird die Bedeutung der eröffnungstheoretischen Vorbereitung auch über alle Maßen weiter erhöht. Eine Reaktion auf die gegnerische Vorbereitung während des Matches ist kaum noch möglich: falls man überrascht wird, muß man in der nächsten Partie mit derselben Farbverteilung besser ausweichen und was ganz anderes bieten. Das Match ist halt zu kurz, als daß man ein Kurzremis einstreuen und dann später wieder zur prinzipiellen Eröffnungsdiskussion zurückkehren könnte. (Man vergleiche etwa 2000, als Kasparow sich Beulen an der Berliner Mauer holte und dann zweimal 1.c4 einstreute, bevor er nochmal 1.e4 versuchte. Oder die Kasparow-Karpow-Matches, als Karpow regelmäßig mit DG-Tartakower klammerte, wenn sein Nimzoinder in die Werkstatt mußte).
Wenn ich die angesetzten Partietage im Kalender richtig gedeutet habe, dann läuft das Match im 3-Tages-Rhythmus ab?! Also Partie-Partie-frei-P-P-frei-... Komisch, meines Erachtens ist dann der Spieler klar im Vorteil, der vor seinen Weißpartien immer oder zumindest häufiger einen freien Tag hat. In diesem Zusammenhang habe ich auch noch nirgendwo gelesen, wann die Farbverteilung ausgelost wird: Während der Eröffnungszeremonie oder etliche Tage/Wochen vorher (wie bei Kramnik-Leko)?!
Ja, was eine Prognose angeht, so warte ich erstmal Kramniks Auftreten in Turin ab. Ich mache natürlich keinen Hehl daraus, daß für mich ein Kramnik in Bestform halt tieferes und besseres Schach spielt als ein Topalow in Bestform. Andererseits ist Topalow viel wahrscheinlicher in einer guten Form als Kramnik auch nur in einer ordentlichen Form. Die schachlichen Unterschiede (Kramniks physische/psychische Verfassung mal ausgenommen) sind in den letzten 5 Jahren aber zwischen beiden Spielern kleiner geworden, auch und vor allem ihren Stil betreffend: Kramnik spielt jetzt aggressiver und noch konkreter, Topalow überzeugt oft durch positionellen Druck. Die Unterschiede werden meines Erachtens übertrieben: seit Spasski spielen alle universell, Gegensätze a la Botwinnik-Tal gibt es nicht mehr, oder?! - Als Kramnik mit der Berliner Mauer Kasparow ärgerte, galt dies als tiefpositionelle Wiederendeckung, aber als zu pragmatisch/destruktiv/feige. Inzwischen ist die Berliner Mauer eine von drei Hauptverteidigungen Topalows gegen 1.e4 (neben Najdorf und Sweschnikow) und jeder lobt die "turniertaktisch kluge Wahl".
Für schlecht halte ich es, daß der Verlierer im kommenden WM-Zyklus fehlt und erst 2010 wieder eine Chance haben soll. Überhaupt ist die Legitimation der momentan vorgesehenen Kandidaten (4 aus SanLuis, 8 vom Weltcup) m.E. ziemlich dünn. Und verdient es wohl, ausgehöhlt zu werden, etwa durch Hereinnahme 4 weiterer Kandidaten (1 WM-Match-Verlierer, 2 ELO-Riesen, 1 Wildcard) - hoffentlich bewegt Bessel Kok etwas in dieser Hinsicht ...
tracke
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19.04.2006, 22:34
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Um ehrlich zu sein halte ich die WM-Frage im Moment mit dieser FIDE nicht lösbar. Natürlich gab's in der Vergangenheit viel Zwist mit PCA und Co., aber das entschuldigt nicht für die unglaublichen (und auch so abwegigen) Entscheidungen in Sachen Knockout-Turniere und "FIDE World Cup".
Man muss natürlich immer berücksichtigen, dass Schach eben auch eine seltsame Sportart für solch einen finalen Wettkampf ist:
Die Topleute sind geförderte Wunderkinder und die Qualität äußert sich nur in Nuancen, theoretisch müsste man Kandidatenturniere für die Weltmeisterschaft haben, in der jede Runde so lange dauert wie der eigentliche WM-Kampf. Aus praktischer Sicht ist das aber alles nicht drin, zusammen mit den ganzen Zwistigkeiten zwischen den vielen Weltmeistern (Kramnik hat einfach noch nicht verloren, wieso sollte er nicht Weltmeister sein?) ist so eine schnelle Lösung sicher gut für die Wiedervereinigung der Titel, aber danach muss ein neues Konzept her - im Moment ist der World Cup zwar interessant wegen der Spielstärke der Teilnehmer, aber nicht so aussagekräftig wie das System in den 80ern.
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20.04.2006, 21:27
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Sorry, den thread hatte ich, bevor ich meinen Beitrag schrieb, nicht gelesen, stimme Dir nun aber zu.
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25.04.2006, 23:14
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Zitat:
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Ein Weltranglistenerster würde doch auch reichen, oder ein Weltcupgewinner, bester Turnierspieler, wobei man analog wie z.B. beim Tennis eine Auswahl der Top-Turniere treffen kann etc. aber nach dem ganzen Zinnober noch einen Weltmeister, wozu?
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Es ist im Schach einfach etwas anderes, einen besten Turnierspieler zu haben (vgl. das Beispiel Larsen zu Fischers Glanzzeiten) oder einen Weltmeister zu haben, der sich im Zweikampf gegen einen Herausforderer durchgesetzt hat. Natürlich stammt dies aus Zeiten, in denen Wertungszahlen noch unbekannt waren - aber es hat sich schnell als probates Mittel zur Ermittlung des Besten herausgestellt (obschon es in den ersten 60 Jahren keine Qualifikation gab).
Wir sind m.E. derzeit verwöhnt durch die Tatsache, dass mit Spasski (während seiner Amtszeit hatte er nur saustarke Ergebnisse, erst nach dem Fischer-Match gings wieder runter), Fischer, Karpow und Kasparow bis vor wenigen Jahren immer der Star der Szene auch Weltmeister war - und natürlich an der Spitze der Weltrangliste stand, die ja erst zu Fischers Zeiten eingeführt wurde.
Kaum haben wir jetzt Verhältnisse wie in den 50ern und 60ern (Botwinnik/Smyslow/Tal und Petrosjan) gibt es Diskussionen über den wahren Titel, wobei man Botwinnik einerseits zugute halten muss, dass er wenig spielte und sich seiner wissenschaftlichen Karriere widmete, andererseits das leidige Thema der Revanchematches nicht außer Acht lassen darf. Petrosjan war nur Primus inter Pares - sein Rekord von drei Niederlagen eines amtierenden Weltmeisters in einem Turnier wurde erst im letzten Jahr von Kramnik eingestellt oder überboten (Wijk an Zee und Sofia).
Ich bin Traditionalist - und ich denke, dass das Flair und die Spannung, die ein Match um die Weltmeisterschaft umgeben nicht zu vergleichen ist mit der Frage wer das "Champions race" gewonnen hat (so heißt es jetzt doch im Tennis - die Weltrangliste richtet sich nach den im Laufe des Jahres errungenen Punkte).
Ich würde mich freuen, wenn wir einen Weltranglisten-Ersten (Topalov), einen ACP-Toursieger (im letzten Jahr war das doch Anand) und einen "klassischen" Weltmeister (Kramnik) nebeneinander hätten - irgendwann kommt schon wieder ein Fischer - Karpow - Kasparow, der diese Titel vereinigt. Das sollte uns dann von den Boxern unterscheiden - alle Titel müssen frei und fair zugänglich bleiben.
Jetzt könnte man noch lange über die Willkür der FIDE und den Qualifikationsmodus diskutieren, jedes Kriterium hat Vor- aber auch Nachteile, ob nun ein Stichtag gesetzt wird, um die ELO-Zahl heranzuziehen, ob ein ELO-Schnitt genutzt wird oder ob Kasimdschanov als letzter FIDE-Knock-Out-Weltmeister (der nach dem Prag-Agreement als Kasparov-Gegner auserkoren war, aber eigentlich wäre das ja Ponomariov gewesen...) wirklich hätte mitspielen dürfen etc. etc. In letzter Instanz halte ich es bei einer Wiedervereinigung und bei der Rückkehr zu einem vernünftigen Austragungsmodus für die Schach-WM mit Erich Kästner, dessen schöner Spruch meinen Putzeimer im Studentenwohnheim zierte:
Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es.
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27.04.2006, 12:00
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beinahe ein Schachjournalist
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Zitat:
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Zitat von Brett 2
Ich bin Traditionalist [...]
Ich würde mich freuen, wenn wir einen Weltranglisten-Ersten (Topalov), einen ACP-Toursieger (im letzten Jahr war das doch Anand) und einen "klassischen" Weltmeister (Kramnik) nebeneinander hätten - irgendwann kommt schon wieder ein Fischer - Karpow - Kasparow, der diese Titel vereinigt. Das sollte uns dann von den Boxern unterscheiden - alle Titel müssen frei und fair zugänglich bleiben.
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Da muss ich Dir wiedersprechen. Ich bin auch Traditionalist...und genau aus dem Grunde bin ich gegen die Parallelität von 2, schlimmer noch 3, Titeln. Denn letztendlich gewichtet sie jeder unterschiedlich stark und lässt daher die Diskussion über den wahren Weltmeister überhaupt erst zu.
Im Tennis ist es meiner Ansicht nach so, dass seit Einführung des Champions-Race die Weltrangliste an Bedeutung verloren hat...und damit auch die Transparenz der Stärke der Spieler im Vergleich. Das Problem...Champions-Race und Weltrangliste "teilen" sich die Bedeutung in gleichem Maße. Hinzu kommt hier ja ebenfalls noch eine WM...die im Tennis aber von der Bedeutung her nicht besonders hoch gewichtet wird.
Ergebnis...viele Titel => wenig Transparenz => Unattraktiv 
Beim Boxen ist das noch behämmerter!
Ich bin für eine klare Linie und den EINEN Titel des Weltmeisters. Und da ich eben Wert auf Tradition lege, fände ich es richtig in gemäß der Historie in einem direkten Duell zu entscheiden und nicht in einem 8er Feld.
Meine Meinung  (wobei Deine vielleicht gar nicht davon abweicht, und ich es nur leicht mißverstanden habe  )
Geändert von Calimero44 (27.04.2006 um 12:03 Uhr)
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30.04.2006, 12:16
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Titelvereinigung
Je länger ich darüber nachdenke, so ist der Weg der gegenwärtig angestrebt wird, meiner Meinung nach auch der Richtige. Wichtig zum einen ist die Vereinigung des Weltmeistertitels an sich. Zum Anderen sind vielleicht die Zeiten des klassischen Weltmeisters wirklich vorbei. So schwachsinnig wie im Gegenzug die K.O.-Ermittlung der FIDE für die Ermittlung des Weltmeisters war, so interessant ist vielleicht auch das WM-Turnier zwischen den acht Besten der Welt. Hier sollten die Regeluarien vielleicht noch etwas angepasst werden, aber es ist der richtige Weg.
Im Übrigen ist ein Turnier welches im Turnus von allen zwei Jahren die acht besten Spieler der Welt vereint, auch die bestmögliche Werbung für unseren Sport.
Allerding darf man nicht vergessen, dass die Zweikämpfe in den Kandidaten-Turnieren gleichfalls sehr attraktiv waren und ein klassischer Weltmeister für Sponsoren schlicht viel interessanter ist, weil man mit diesem langfristig planen kann und ausreichend Zeit da ist, die den Namen in der Öffentlichkeit publik macht was wiederrum den Marktwert der Marke "Schachweltmeister" steigert und letztlich dem Schach allgemein gut tut.
Wie auch immer, es setzt die Vereinigung voraus und die wird hoffentlich gelingen.
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30.04.2006, 22:30
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@Calimero
Ich glaube, wir sind wirklich nicht weit auseinander. Viele Titel ergeben wenig Bedeutung - das ist klar. Aber gilt das auch für einen Weltranglisten-Ersten im Vergleich zu einem Weltmeister?
Den ACP-Titel halte ich von vornherein für minderwertig, hier geht es nicht um einen direkten Spielstärkevergleich und man könnte diesen Titel gewinnen und dabei gegen Top-Leute nur Remisen schaukeln...
Weltranglistenerster - ok, das ist schon was, aber auch hier fehlt mir der Zauber: Es gibt genug Beispiele, dass Spieler in der Weltrangliste oben stehen - aber gegen gewisse Kollegen einfach nicht gewinnen können (Beispiel: Tal gegen Kortchnoi). Wer Weltmeister werden will, muss sich gegen jeden durchsetzen - erst recht gegen den amtierenden Weltmeister (ob dieser sich vielleicht nicht erst im Finale den Gegnern stellen sollte, bleibt diskussionsfähig, allerdings - er hat ja schon einmal alle geschlagen, warum sollte er sich jetzt wieder fürs Finale qualifizieren?)
Aus diesem Grunde bin ich auch nicht mit dem 8er Turnier zur Ermittlung des Weltmeisters einverstanden - der Weltmeister muss seine Gegner schlagen - es reicht nicht, wenn er gegen andere einen besseren Score hat (z.B. Topalov im Vergleich zu Anand bei der letzten WM). Um das Schisma zu überwinden, war das Turnier von San Luis ok, jetzt würde ich mir einen anderen Modus wünschen. Auch ein KO-Modus mit Schnellschach-Entscheidungen ist natürlich nicht geeignet - es sei denn, man sucht nach den Kandidaten, da waren die alten Interzonenturniere auch nicht soooo doll (insbesondere die letzten mit 13 Runden Schweizer System bei ca. 60 Teilnehmern waren schon recht seltsam).
Für mich gibt es somit nur einen Weltmeister: Den, der alle geschlagen hat.
Weltranglistenerster oder ACP-Champion sind m.E. keine gleichwertigen Titel - und die Erfahrung zeigt m.E. dass eine Verwechslungsgefahr nicht besteht. Ein Beispiel kenne ich aus dem Reitsport - hier gibt es einen Riders Tour Sieger, einen Weltranglisten-Ersten - aber alle kennen den Weltmeister (wenn nicht gerade ein Ire gewinnt, den vorher keiner kannte - dies unterstreicht die Bedeutung des richtigen Modus, der solche Zufallstreffer - vgl. Chalifman, Kasimdshanov - äußerst unwahrscheinlich werden läßt).
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