@Tracke:
Ich glaube ich sollte mal meine Motivation mit der Datenbank erläutern.
Ich will keinesfalls die Eröffnungen dieser Spieler kopieren. Ich habe ein festes und solides Eröffnungsrepertoir (wie ich finde) mit dem ich gut zu recht komme. Wenn ich meine "Eröffnungsidole" nennen müsste, dann wären es Rublewsky, Sweschnikov und Movsesian. Alles eher solide Spieler.
Außerdem bin ich kein Moro-Fan. Ich finde er ist überschätzt, was man an seinen schlechten Resultaten in den letzten Top-Turnieren erneut sehen kann.
Mein Probelm ist folgendes: Ich habe mich früher (zu)viel mit Eröffnungen beschäftigt. Nebenher habe ich mir, auf Empfehlung eines Bekannten (Elo ca 2400), überwiegend Partien von positionellen Spielern analysiert (Smyslov, Petrosian, Karpov). Das hatte zur Folge, dass ich in der Eröffnung immer top vorbereitet war und auch keine Probleme hatte den richtigen Plan zu finden. Jedoch habe ich immer versagt, als es um das konkrete Berechnen von Varianten ging, was gute Spieler einfach als:" Ein Paar Kandidatenzüge auswählen und DURCHRECHNEN" bezeichnen. Als ich vor einiger Zeit ein paar 2000er gefragt habe, wie sie zu ihrer Wertung gekommen sind undwie man als Amateur trainieren sollte, waren die Antworten ungefähr folgende: "Ich versuche aus der Eröffnung mit einer normalen Stellung, d.h. ohne Nachteil, rauszukommen und dann fängt das Spiel an. I.d.R überspiele ich meine Gegner dann im Mittelspiel oder Endspiel, weil sie zu schlecht rechnen. Trainier einfach Taktik, Variantenberechnung und Endspiele. Das ganze am besten anhand von Partien."
Mit der Zeit ist mir klar geworden, dass ich einfach in meiner schachlichen Entwicklung auf die zwei "größten Lügen" in der modernen Schachwelt für
Amateure reingefallen bin:
1)
Eröffnungen sind das wichtigste
Bei der Flut an Eröffnungsbüchern und den ganzen Kommentaren in Schachzeitschriften ist man als Amateur geneigt anzunehmen, dass das Schachspiel heutzutage größtenteils aus der Eröffnungsvorbereitung besteht. Dies kann man auch wunderbar an der Unmenge von Eröffnungsbeiträgen - bei denen ich früher auch fleißig mitgeschrieben habe - in diesem Forum sehen, in dem ja überwiegend Amateure Vertreten sind.
Natütlich sind Eröffnungen wichtig - das ist unbestreitbar - aber gerade auf unterer Ebene sind m.M. nach andere Aspekte des Spiels wichtiger und man kommt mit einem weniger anspruchsvollem und solidem Repertoir auch gut auf die 2000 DWZ, was zumindest mein erstes Etappenziel im Schach ist.
Aber ich kann auf jeden Fall verstehen, warum sich so viele Anfänger gerne den Eröffnungen widmen. Sie wirken wie eine kleine "Dopingspritze", die zwar unsere Leistung (DWZ) steigern kann, jodoch unsere Entwicklung als Schchspieler nicht wirklich vorantreibt.
2)
Mein kommt im Schach prima zu Recht, wenn am nur mit Ideen spielt
Wieviele Autoren versuchen den wissenshungrigen Amateuren blau zu machen, dass man im Schach Erfolg hat, wenn man "Easy-Chess" spielt, d.h. nur mit positionellem Verständnis und Ideen? Ich kann die Motivation hinter diesen Aussagen verstehen: Sie lassen ein kompliziertes Spiel einfach wirken, was eventuell mehr Leute an diesen wunderbaren Sport heranführt.
Jedoch entspricht das einfach nicht der Wahrheit! In einer Partie kommt immer der Moment in dem man konkret rechnen muss, um seinem Vorteil zu verwirklichen oder um nicht zu verlieren. Außerden lassen sich viele positionelle Vorteile nur durch entschiedene Aktionen realisieren, die gut durchgerechnet werden müssen. Klassische Beispiel wären: Starker Entwicklungsrückstand des Gegners und schlech Positionierung der gegnerischen Figuren. Genauso verhält es sich, wenn unser (Amateur-)Gegner einen "komischen" Zug spielt, den wir "bestrafen" müssen. In positionellen GM Partien würde man so einen Zug niemals sehen, weil der Gegner stark genug ist, um die taktische Wiederlegung zu erkennen.
Ich will nicht das man mich falsch versteht, positioneles Verständnis ist extrem wichtig, aber es muss Hand in Hand mit der Variantenberechnung gehen. Denn es ist so wie z.B. im Fußball: Was nützt dir die beste Schusstechnik und Ballbehandlung, wenn du kein Kondition hast, um 90 mitzulaufen und der Gegner dir immer davonläuft? Ich kenne so viele Spieler, die schon seit einigen Jahren auf 1800 DWZ hängen geblieben sind, weil sie in der Partie immer nur die Züge spielen, die "gut aussehen"...
Nun möchte ich das versäumte nachholen. Aber wie soll das Training aussehen? Ich habe einige Taktikbücher, aber ich tue mich i.d.R. nicht schwer damit, die taktische Lösung zu finden, weil ich ja weiß, dass sie da ist. Also bleibt das Studium von Partien, was m.M. nach auch viel unterhaltsamer ist.
Aber welche Partien soll man nehmen? Bei Smyslov, Petrosian und Karpov gab es nicht wirklich viel Taktik und wilde Stellungen in denen man sehr viel berechnen musste.
Wenn ich nun aber Partien von Andand, Schirov oder Topalov nehme, sehe ich immer wider dieselben Stellungen aus Eröffnungen, bei denen mindestens die ersten 20-30 Züge Theorie sind und das ist langweilig.
Also fällt mein Fokus auf die Partien der "unkonventionellen" Spielern. Hier hat man interessante Partien, bei denen man schon früh selbstständig denken muss und die ne Menge Taktik und Berechnung beinhalten

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PS.:
- Danke für die vielen Spielernamen! Ich werde mir ihre Partien sicherlich anschauen.
- Deine Beiträge im Forum sind Spitze, weiter so!