In der Bundesrepublik und anderen Ländern, dazu zählen auch die
USA, gibt es eine treue Diemer-Fan-Gemeinde. Das beweisen zahlreiche Artikel, Bücher, Beiträge im Internet.
Auch ich begann mich, nachdem ich erste Erfahrungen mit dem Blackmar-Diemer-Gambit genoss, näher für den Mann zu interessieren. Dabei habe ich die ungewöhnliche Eigenwilligkeit des Mannes kennengelernt, was sich nicht zuletzt auch in seinem Spielstil ausdrückt. Damit meine ich nicht, dass allein schon das Blackmar-Diemer-Gambit ungewöhnlich ist, aber wenn jemand, so wie Diemer, in seiner letzten Turnierpartie 1984, 17 Bauernzüge hintereinander spielt, kann man es schon als sehr eigenwillig bezeichnen.
Ich las also einiges über seine Persönlichkeit; unter anderem, dass er während der Nazi-Diktatur in die NSDAP eintrat und deswegen von seinem Vater aus dem Elternhaus geworfen wurde. Er begann - einem Internet-Beitrag von Hans Ree zufolge (http://www.chlodwig.com) - sich für die Partei als Agitator einzusetzen und wurde Schachreporter des sogenannten "Großdeutschen Reiches".
Leider findet man über die Zeit zwischen 1933 und 1945 nur wenige Informationen zu Emil-Josef Diemer. Daher möchte ich hier nachfragen, ob es irgendeinen Historiker gibt, der zufällig auch Schachspieler ist, sich für Diemer interessiert und selbst darüber schon Nachforschungen angestellt hat.
Gibt es zum Beispiel Unterlagen über Diemer in diversen Archiven der BRD? War Diemer wirklich nur ein harmloser Schachreporter im nationalsozialischen Deutschland? Haben die Fans, die ihn noch kannten (Diemer ist 1990 gestorben), ihn einmal persönlich nach seiner NS-Vergangenheit befragt und wenn ja, was hat er geantwortet - hat er überhaupt darauf geantwortet?
Fragen, die sich sicher nicht leicht beantworten lassen, aber vielleicht kann mir ja jemand hier im Forum weiter helfen.