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Regelkunde Schach

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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #1 (permalink)  
Alt 13.09.2010, 18:02
Henk
Neuling
 
Registriert seit: 07.2010
Beiträge: 7
Frage Gegner zieht bevor ich drück'

Hallo!
Ich hab eine Frage bezüglich Blitzschach:
Was sagen die Schachregeln, wenn ich (während meine Zeit läuft) meinen Figurenzug ausgeführt hab (nochnicht gedrückt!), dann plötzlich mein Gegner seinen Zug macht und die Uhr betätigt. (Und weiterspielt als wär nix gewesen..)
Also anfangs war's mir noch egal, aber irgendwann nervte es mich, weil mein Gegenüber ja langfristig meine Zeit stiehlt. Ich hab kurz nachgedacht und meinte zu ihm, dass es regelwidrig ist und ich dannach meinen "Sieg" reklamieren könnte.
Aber andererseits kann ich ja (außer der Zug wäre unmöglich) nach dem Loslassen der gezogenen Figur eh nichtsmehr anderes machen, als auf die Uhr zu karateschlagen, was vielleicht sein Verhalten ansatzweise rechtfertigen würde.
(Falls das schonmal gefragt wurde- habs nicht gefunden; Und in meinen (nicht aktuellen) Regeln stand ebenfalls, dass mein Zug erst beendet ist, wenn ich die Uhr betätige.)

Schonmal Danke für die Antworten
Henning

Geändert von Henk (14.09.2010 um 12:22 Uhr)
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #2 (permalink)  
Alt 14.09.2010, 00:04
HMarkus
Meister des Matts
DWZ/Elo: 1888
 
Registriert seit: 06.2009
Ort: Deutschland
Beiträge: 287
Zitat:
Zitat von Henk Beitrag anzeigen
Hallo!
Ich hab eine Frage bezüglich Blitzschach:
Was sagen die Schachregeln, wenn ich (während meine Zeit läuft) meinen Figurenzug ausgeführt hab (nochnicht gedrückt!), dann plötzlich mein Gegner seinen Zug macht und die Uhr betätigt. (Und weiterspielt als wär nix gewesen..)
Dieser Sachverhalt wird immer wieder heiß diskutiert.

Der Gegner der Spielers ist "am Zuge" im Sinne der Schachregeln, sobald der Zug des Spielers auf dem Brett ausgeführt ist, also bereits bevor der Spieler die Uhr betätigt hat.
Ergo darf der Gegner seinen Gegenzug bereits dann ausführen, bevor der Spieler nach seinem Zug die Uhr betätigt hat. Der Spieler darf dann aber immer noch die Uhr betätigen, obwohl der Gegner seinen Gegenzug bereits auf dem Brett ausgeführt hat.

Dein Gegenüber hat sich also vollkommen korrekt verhalten, und du hättest ihn nicht ansprechen dürfen.
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #3 (permalink)  
Alt 14.09.2010, 12:27
Henk
Neuling
 
Registriert seit: 07.2010
Beiträge: 7
Danke für die schnelle Antwort^^
Also wäre "sein Zug" nur regelwidrig, wenn ich die gezogene Figur noch in der Hand habe (z.B. könnt ich ja mit meinem Turm noch ein bisschen weiter ziehen)?
Hab da auch nocheine Frage:
Was passiert, wenn man (in einer Blitzpartie) den gegnerischen König schmeißen würde? Ich hab mal gehört, dass dann der "Schmeißer" verloren hätte.
Ich konnte das bei uns im Verein schon parrmal beobachten, dass in hektischen Blitzendspielen jemand seinen König absichtlich ins Schach stellt, wobei er die Hoffnung hat, dass er geschlagen wird und er dann noch reklamieren kann. Also ich reklamiere immer sofort, wenn sich der gegnerische König im Schach befindet. Aber mich interessiert eben, ob dieser "Jemand" recht hat.
[Offtopic: Hab mal gesehn, wie jemand mit seinem König den Gegnerischen angegriffen hat; der andere hat es nicht sofort gesehen und was anderes gezogen - daraufhin hat der Zuerstgenannte reklamiert ]

Geändert von Henk (14.09.2010 um 12:43 Uhr)
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #4 (permalink)  
Alt 14.09.2010, 18:13
Benutzerbild von hoppepit
hoppepit
Schachjournalist
DWZ/Elo: 1671 / ----
 
Registriert seit: 04.2006
Ort: Heimbach-Weis (NR)
Beiträge: 275
Zitat:
Zitat von HMarkus Beitrag anzeigen
...Der Spieler darf dann aber immer noch die Uhr betätigen, obwohl der Gegner seinen Gegenzug bereits auf dem Brett ausgeführt hat....
Sollte er sogar, besonders beim Fischermodus und/oder Digitaluhren.
Da geht sonst der Zeitzuschlag flöten und der Zugzähler stimmt auch nicht mehr!!
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #5 (permalink)  
Alt 14.09.2010, 18:14
Benutzerbild von hoppepit
hoppepit
Schachjournalist
DWZ/Elo: 1671 / ----
 
Registriert seit: 04.2006
Ort: Heimbach-Weis (NR)
Beiträge: 275
Zitat:
Zitat von Henk Beitrag anzeigen
Hab da auch noch eine Frage:
Was passiert, wenn man (in einer Blitzpartie) den gegnerischen König schmeißen würde? Ich hab mal gehört, dass dann der "Schmeißer" verloren hätte.
So ist es!! Allerdings erst dann, wenn er auch die Uhr gedrückt hat (Zug abgeschlossen).
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #6 (permalink)  
Alt 14.09.2010, 18:21
HMarkus
Meister des Matts
DWZ/Elo: 1888
 
Registriert seit: 06.2009
Ort: Deutschland
Beiträge: 287
Zitat:
Zitat von Henk Beitrag anzeigen
Also ich reklamiere immer sofort, wenn sich der gegnerische König im Schach befindet. Aber mich interessiert eben, ob dieser "Jemand" recht hat.
Du machst das ganz genau richtig, das ist die einzig korrekte Form der Reklamation eines regelwidrigen Zuges.

Wer statt dessen den gegnerischen König einfach herausschlägt, riskiert, dass sein Gegenüber seinerseits das Herausschlagen des Königs als regelwidrigen Zug reklamiert, falls die Uhr danach noch betätigt worden ist.
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #7 (permalink)  
Alt 14.09.2010, 19:36
Henk
Neuling
 
Registriert seit: 07.2010
Beiträge: 7
Gut, danke für die Antworten!
Ich werd in nächster Zeit eh kein Blitz mehr spielen, höchstens selten, weil ich doch langsam daran glaub, dass es auf Dauer schädlich ist.
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #8 (permalink)  
Alt 30.09.2010, 18:16
Gisibert
Kenner
 
Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
Zitat:
Zitat von HMarkus Beitrag anzeigen
Dieser Sachverhalt wird immer wieder heiß diskutiert.

Der Gegner der Spielers ist "am Zuge" im Sinne der Schachregeln, sobald der Zug des Spielers auf dem Brett ausgeführt ist, also bereits bevor der Spieler die Uhr betätigt hat.
Ergo darf der Gegner seinen Gegenzug bereits dann ausführen, bevor der Spieler nach seinem Zug die Uhr betätigt hat. Der Spieler darf dann aber immer noch die Uhr betätigen, obwohl der Gegner seinen Gegenzug bereits auf dem Brett ausgeführt hat.

Dein Gegenüber hat sich also vollkommen korrekt verhalten, und du hättest ihn nicht ansprechen dürfen.
Hallo Markus,

in den FIDE-Regeln steht aber was anderes:

6.7 a) Während der Partie hält jeder Spieler, nachdem er seinen Zug auf dem Schachbrett ausgeführt hat, seine eigene Uhr an und setzt die seines Gegners in Gang. Einem Spieler muss es immer ermöglicht werden, seine Uhr anzuhalten. Sein Zug gilt als nicht vollständig abgeschlossen, solange er das nicht getan hat, es sei denn, der ausgeführte Zug hat die Partie beendet (siehe Artikel 5.1a, 5.2a, 5.2b, 5.2c und 9.6).

Ich sehe nicht, dass fürs Blitz andere Regeln gelten. Insofern darf Spieler B seinen Zug erst dann ausführen, wenn Spieler A sowohl seinen Zug ausgeführt als auch die Uhr betätigt hat; denn erst ab diesem Moment gilt der Zug von Spieler A als vollständig abgeschlossen. Alles andere wäre nicht regelkonform, weshalb Henk völlig zu Recht seinen Gegner auf dessen regelwidriges Verhalten hinwies.

Es grüßt Dich,

gisi

Geändert von Gisibert (30.09.2010 um 18:19 Uhr)
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #9 (permalink)  
Alt 30.09.2010, 18:31
Benutzerbild von hoppepit
hoppepit
Schachjournalist
DWZ/Elo: 1671 / ----
 
Registriert seit: 04.2006
Ort: Heimbach-Weis (NR)
Beiträge: 275
Zitat:
Zitat von Gisibert Beitrag anzeigen
Insofern darf Spieler B seinen Zug erst dann ausführen, wenn Spieler A sowohl seinen Zug ausgeführt als auch die Uhr betätigt hat; denn erst ab diesem Moment gilt der Zug von Spieler A als vollständig abgeschlossen. Alles andere wäre nicht regelkonform, weshalb Henk völlig zu Recht seinen Gegner auf dessen regelwidriges Verhalten hinwies.
Hallo Gisi,
das ist definitiv falsch!!

Zitat FIDE-Regeln:
Zitat:
1.1 Das Schachspiel wird zwischen zwei Gegnern gespielt, die abwechselnd ihre Figuren auf
einem quadratischen Spielbrett, "Schachbrett" genannt, ziehen. Der Spieler mit den
weißen Figuren beginnt die Partie. Ein Spieler "ist am Zug", sobald der Zug seines
Gegners ausgeführt worden ist
(siehe Artikel 6.7).
Hier noch ein Zitat aus den Regelauslegungen der DSB-SRK:
Zitat:
Ein Spieler ist am Zug, wenn der Gegner unter Beachtung der Regeln des Art. 4.6 seinen Zug ausgeführt hat. Der Verweis auf Art. 6.7 ist dahin zu verstehen, dass der Spieler, der gezogen hat, in jedem Fall auch die Uhr drücken darf, selbst dann, wenn der Gegner seinerseits seinen Zug schon ausgeführt haben sollte.
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #10 (permalink)  
Alt 30.09.2010, 19:00
Gisibert
Kenner
 
Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
Zitat:
Zitat von hoppepit Beitrag anzeigen
Hallo Gisi,
das ist definitiv falsch!!

Zitat FIDE-Regeln:


Hier noch ein Zitat aus den Regelauslegungen der DSB-SRK:
Hallo hoppepit,

ich zitiere nochmals die betreffende FIDE vollständig:

"6.7 a) Während der Partie hält jeder Spieler, nachdem er seinen Zug auf dem Schachbrett ausgeführt hat, seine eigene Uhr an und setzt die seines Gegners in Gang. Einem Spieler muss es immer ermöglicht werden, seine Uhr anzuhalten. Sein Zug gilt als nicht vollständig abgeschlossen, solange er das nicht getan hat, es sei denn, der ausgeführte Zug hat die Partie beendet (siehe Artikel 5.1a, 5.2a, 5.2b, 5.2c und 9.6).

Hier wird der "abgeschlossene Zug" definiert!
Und wer es immer noch nicht glaubt: Hier steht, dass man die Uhr nach
seinem Zug drücken können muss.

Die Zeit zwischen der Ausführung des Zuges auf dem Schachbrett und dem Anhalten der eigenen und dem In-Gang-Setzen der gegnerischen Uhr gilt als Teil der Bedenkzeit des betreffenden Spielers."

Für mich klingt das erstmal eindeutig.

Da ich nun allerdings die Regelauslegung (danke übrigens für den Hinweis) des DSB zur betreffenden FIDE-Regel noch nicht kannte, ist es wohl tatsächlich möglich den eigenen Zug auszuführen, ohne den vollständigen Abschluss des gegnerischen Zuges abzuwarten. Für mich macht das zwar erstmal wenig Sinn, da dies Irrtümer begünstigt (Spieler B könnte beispielsweise vergessen, dass er schon gezogen hat und der Meinung sein, dass er nochmal ziehen darf, oder Spieler A vergisst, dass der Gegner noch einmal "zurückdrücken" muss).

Aber in der Tat: es hat wohl so seine Richtigkeit. Wieder was gelernt: danke.

Es grüßt Dich,

gisi
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #11 (permalink)  
Alt 30.09.2010, 19:16
Benutzerbild von hoppepit
hoppepit
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Registriert seit: 04.2006
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Zitat:
Zitat von Gisibert Beitrag anzeigen
Hier wird der "abgeschlossene Zug" definiert!
Und wer es immer noch nicht glaubt: Hier steht, dass man die Uhr nach
seinem Zug drücken können muss.

Die Zeit zwischen der Ausführung des Zuges auf dem Schachbrett und dem Anhalten der eigenen und dem In-Gang-Setzen der gegnerischen Uhr gilt als Teil der Bedenkzeit des betreffenden Spielers."

Für mich klingt das erstmal eindeutig.
Vollkommen richtig, dieser Passus hat aber nichts mit dem Zugrecht zu tun.
Das wird in Art. 1.1 der FIDE-Regeln "abgehandelt". Und der Verweis/Zusatz auf Art. 6.7 ändert daran nichts.

Ähnlich wie Du hatte es seinerzeit Bundesturnierdirektor Ralph Alt gesehen, hat aber kurze Zeit später seine Ansicht revidiert.
Danach kam sofort der von mir zitierte Hinweis in den Regelauslegungen zur endgültigen Klarstellung.
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #12 (permalink)  
Alt 30.09.2010, 19:42
Gisibert
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Beiträge: 122
Zitat:
Zitat von hoppepit Beitrag anzeigen
Ähnlich wie Du hatte es seinerzeit Bundesturnierdirektor Ralph Alt gesehen, hat aber kurze Zeit später seine Ansicht revidiert.
Danach kam sofort der von mir zitierte Hinweis in den Regelauslegungen zur endgültigen Klarstellung.
Hallo hoppepit,

na dann sehe ich jetzt zumindest nicht alleine "Alt" aus.

Etwas merkwürdig finde ich das weiterhin. Denn im Grunde (in der Praxis) kann somit der Schwarzspieler zum "Zurückdrücker" werden, wohingegen der Weißspieler, da er ja laut 6.5 die Uhr in Gang setzt, diese Möglichkeit nicht hat. Das Verwirrungspotential, welches jene Regelauslegung (resp. die Regel selber) außerdem birgt, sprach ich ja schon an.

Kannst Du mir vielleicht sagen, was für konkrete Vorteile es bringt, die Bedenkzeit und die motorische Zugausführung nicht als gemeinsame, zusammengehörige Zeitabfolge zu sehen? Ich stehe da gerade etwas auf dem Schlauch.

Viele Grüße,

gisi
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #13 (permalink)  
Alt 30.09.2010, 20:01
Benutzerbild von hoppepit
hoppepit
Schachjournalist
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Registriert seit: 04.2006
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Beiträge: 275
Zitat:
Zitat von Gisibert Beitrag anzeigen
Kannst Du mir vielleicht sagen, was für konkrete Vorteile es bringt, die Bedenkzeit und die motorische Zugausführung nicht als gemeinsame, zusammengehörige Zeitabfolge zu sehen? Ich stehe da gerade etwas auf dem Schlauch.
Das kann ich Dir leider auch nicht erklären, die FIDE hat es nun mal so festgelegt.

Evtl. liegt es aber im Kern der Schachregeln, denn zum "reinen" Schachspielen benötigt man erstmal garkeine Uhr. Die taucht erst in den Turnierschachregeln ab Art. 6 auf!! Wahrscheinlich ist das der Knackpunkt/Unterschied?!
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  Gegner zieht bevor ich drück' Beitrag #14 (permalink)  
Alt 30.09.2010, 23:42
Gisibert
Kenner
 
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Beiträge: 122
Zitat:
Zitat von hoppepit Beitrag anzeigen
Das kann ich Dir leider auch nicht erklären, die FIDE hat es nun mal so festgelegt.

Evtl. liegt es aber im Kern der Schachregeln, denn zum "reinen" Schachspielen benötigt man erstmal garkeine Uhr. Die taucht erst in den Turnierschachregeln ab Art. 6 auf!! Wahrscheinlich ist das der Knackpunkt/Unterschied?!
Hallo Hoppepit,

stimmt, das "reine" Schachspielen kommt ohne Uhr aus, früher wohl sogar auf höchster Ebene.

Und eigentlich ist die "Schachuhr" ja auch nur ein Hilfsmittel, um die begrenzte Bedenkzeit zu ermitteln. Das heißt, dass die Betätigung der Uhr zwar praktisch notwendig, eigentlich aber eine unnötige Handlung ist: sie gehört zum Schachspielen (also das Nachdenken über Züge und das Ausführen derselbigen) nicht dazu.

Eine Frage, die ich mir somit stelle: wie integriert man die Schachuhr so ins Spiel, dass sie - als bloßes Hilfsmittel - möglichst nicht stört. Wenn man nun eine Pflicht erwähnt, wonach jeder Spieler die Uhr drücken können muss, dann wäre es doch vielleicht konsequenter, wenn man die Betätigung der Schachuhr - die immerhin notwendig ist, um einen Zug als vollkommen abgeschlossen werten zu können - gleich voraussetzt, also erst die Uhr betätigen, dann darf der Spielpartner mit seiner Spielaktivität fortfahren.

Wäre das nicht einfacher, zumal es ohnedies in aller Regel so gehandhabt wird? Die meisten werden wohl garnicht wissen, dass sie eigentlich schon ziehen dürften, obwohl die Uhr nicht betätigt ist.

Auf jeden Fall - das wollte ich noch anfügen - darf der Gegner nicht die Uhr symbolisch drücken (also das herabgedrückte Knöpfchen), womit also der Spielpartner von Henk - der genau das ja laut Schilderung unternahm - durchaus nicht ganz korrekt handelte, denn er wollte damit wohl andeuten, dass der Zug von Henk vollkommen abgeschlossen ist, was ja nicht der Fall war.

Es grüßt,

gisi
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