Der vieldiskutierte Artikel 10.2 entfällt laut (alter und neuer Fassung der) FIDE-Turnierschachregeln zwar für Blitzschach, aber
nicht für Schnellschach. Insofern erscheint mir die Frage berechtigt, falls es tatsächlich Schnellschach, also Gesamtzeit
zwischen 15 Minuten und 60 Minuten (*) je Spieler war. Dabei beziehe ich mich aber nur auf das Reglement an sich, und kenne als Hobbyspieler die übliche Vorgangsweise in der Praxis nicht. Möglicherweise kann so etwas insbesondere bei einem vereinsinternen Turnier anders gehandhabt werden bzw. geregelt sein.
Allerdings ist es m.E. bei KD-KT nicht ganz leicht zu erkennen, ob jemand auf Gewinn spielt oder nur "blöde" Schachs gibt. Er könnte ja der Meinung sein, daß ihm die Folgen seiner Schachgebote Gewinnchancen verschaffen bzw. das könnte tatsächlich so sein. Wenn sich die Turmseite optimal verteidigt, ist Dame gegen Turm sauschwer zu gewinnen und kann viele Züge erfordern. Davon kann man sich in einem Schachprogramm das Zugriff auf Tablebases hat, überzeugen.
In folgender Stellung benötigt die Damenseite 35 Züge bis zum Matt; in einer der Varianten die ich durchgespielt habe wird der Turm erst im 30.(!) Zug geschlagen:

8/8/8/8/2r5/8/2k5/K6Q w - - 0 1
Diagramm von http://chessup.net/http://www.shredderchess.de/online-s...datenbank.html
*) vielleicht hier erwähnenswert, wie das genau lautet (nämlich hinsichtlich Fischerzeitkontrollen, also mit Zugbonus):
"A1. Eine Schnellschachpartie ist eine Partie, in der entweder alle Züge innerhalb einer
festgesetzten Zeit von mindestens 15 aber weniger als 60 Minuten je Spieler gemacht
werden müssen, oder die vorgegebene Zeit
zuzüglich der Zeitgutschrift für 60 Züge
beträgt mindestens 15 aber weniger als 60 Minuten pro Spieler."
(Ich glaube, auf den meisten wenn nicht allen Schachservern wird das hingegen mit 40 Zügen gerechnet, um die Zeitkategorien zu trennen.)
(Die andere Remismöglichkeit nach der 50er-Regel, unabhängig von Frage Gewinnversuche oder nicht, wurde bereits erwähnt.)