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11.03.2006, 13:15
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Mannschaftskampf: Remis
Hallo,
Gestern hatten wir einen Mannschaftskampf und haben gegen die vierte Mannschaft eines Vereins gespielt. Meine Partie war die letzte und es stand 3,5 zu 3,5. Die Stellung war remislich und keiner wusste ob und wie er noch gewinnen konnte. Nachdem ich mich für meine Seite (beide waren in ein wenig Zeitnot: 10min für den Rest) davon überzeugt habe, dass ich es nicht mehr gewinnen kann, höchstens der Gegner habe ich Remis geboten.
Mein Gegner hat dann gemeint, dass er den Mannschaftsführer um Erlaubnis fragen will. Zeitgleich kam einer der Spieler der ersten Mannschaft mit DWZ irgendwo zwischen 2100 und 2200 an unser Brett. Er hat nicht auf Bitten der anderen reagiert, sondern aufgrund eigenem Antrieb heraus. Dann gingen Mannschaftsführer, Gegner und guter Spieler kurz weg, woraufhin ich ihnen nachgesehen hab und der Spitzenspieler sehr deutlich verneinend den Kopf geschüttelt hat. Es war noch zu wenig Zeit vergangen, als dass es sich um eine andere Frage gehandelt haben könnte und es war klar, dass er gemeint hat, dass er das Remis auf keinen Fall annehmen darf.Hieraufhin hat mein Gegner weitergespielt und gemeint, dass er kein Remis machen darf.
Mal davon abgesehen, dass ich ein solches Verhalten für grob unsportlich halte... Wie soll ich mich da verhalten? Gibt es für solche Fälle Möglichkeiten zu reklamieren? Was wäre, wenn der Spitzenspieler ihm sogar eine Gewinnidee gesagt hätte? Schließlich wurde er ja nicht darum gebeten, war also nicht Teil der gegnerischen Mannschaft, sondern nur Vereinsmitglied.
Die Partie ging übrigens Remis aus.
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11.03.2006, 13:24
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Hi luna,
die von Dir geschilderte Situation stelle ich mir immer so als "Horrorszenario" beim Mannschaftskampf vor. Es steht quasi der Ausgang der Begegnung auf dem Spiel (und evtl. sogar Ab- oder Aufstieg), und irgendein superguter Mannschaftskollege oder Vereinsmitglied gibt meinem Gegner den entscheidenden "Tip" zum Sieg. Ich glaub' ehrlich gesagt nicht, daß man sowas in unteren Ligen verhindern kann, wo sich ja jeder frei bewegt, auf Toilette geht, draußen raucht,... 
Und wenn ich es so wie Du schreibst quasi selbst miterlebt hätte, wie jemand den Gegner berät, dann würde ich zwar meinen Mannschaftsführer drauf ansprechen zwecks Reklamation, aber echte Chancen hätte man wohl kaum. Ich mein' da steht dann Aussage gegen Aussage, man kann nicht beweisen inwiefern konkret geholfen wurde etc.
Deshalb ist das einfach mein "Horrorszenario" und ich hoffe, daß mir sowas nicht passiert und alle freiwillig fair sind.
Cheers,
LowScore
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11.03.2006, 13:59
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Hi Luna,
ähnliches habe ich auch schon erlebt. Ich spielte in der 4. Mannschaft am 1. Brett und mein Gegner stand bereits auf Verlust, bzw. die Stellung war kaum noch zu halten.
Da bemerkte ich plötzlich, wie am Nebenbrett - dort war das Spiel bereits beendet und die Grundstellung aufgebaut - ein älterer Spieler des gegnerischen Vereines saß und einen 1. Zug ausgeführt hatte. Zuerst dachte ich mir nichts dabei, aber dann stellte ich verwundert fest, dass dieser Zug - ein Bauernzug - eine meiner Drohungen verhinderte, es war also offensichtlich ein Kandidatenzug!
Ich habe sofort diesen Spieler zurechtgewiesen und meinte, dass mein Spielpartner gewiss auch alleine spielen kann. Mit einem fetten Grinsen hat er dann den Zug zurückgenommen, er ist nicht einmal rot angelaufen, von einer Entschuldigung ganz zu schweigen.
Zwar hat mein Gegner diesen Zug tatsächlich ausgeführt, ich konnte aber die Partie dennoch schließlich gewinnen.
Wie mein Vorredner schon sagte ist es nicht einfach, solch ein Ereignis im Nachhinein zu beweisen. Natürlich ist ein solches Verhalten höchst unsportlich und verdirbt die Atmosphäre eines jeden Schachspieles. Wenn man reklamieren möchte, dann muss man dies allerdings sofort tun und benötigt außerdem Zeugen, die das Fehlverhalten bestätigen können.
Derjenige Zuschauer, der sich unsportlich verhält, wird dann im äußersten Falle vom Schiedsrichter dem Spiellokal verwiesen oder nur verwarnt, das Spiel selbst ist davon erstmal nicht beeinflusst, da der Betrugsversuch ja vom Zuschauer und nicht vom Spieler ausging.
In Deinem expliziten Falle hat sich allerdings der Spieler selbst "vermutlich" beraten lassen, was den Sachverhalt wieder etwas anders erscheinen lässt. Hat man hier Zeugen, die bestätigen können, dass die Unterhaltung das Spiel tatsächlich betraf, dann hättest Du im Streitfalle wohl allerbeste Aussichten.
Aber egal, in jedem Falle hätte ich mich lautstark beschwert und darauf verwiesen, dass solch ein Verhalten nicht gestattet ist.
Beste Grüße,
gisi
Geändert von Gisibert (11.03.2006 um 14:07 Uhr)
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