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Regelkunde Schach

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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #1 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 13:02
Cpt. Bligh
Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt....

Wir hatten neulich eine Diskussion darüber, was ein Mannschaftsführer genau tun darf, wenn ihn ein Spieler seiner Mannschaft fragt, ob er ein remis annehmen dürfe oder nicht.
Einige meinten er dürfe gar nichts, andere meinten, er dürfe sich das Brett vorher ansehen. Ich hab damals gesagt, ich würde beim Regelkundeabend für Mannschaftsführer nachfragen, hab ich auch getan, leider finde ich das Thema aber nicht mehr.
Ich geh davon aus dass meine Informationen jetzt richtig sind, der Leiter war ein nationaler Schiedsrichter der grade von der Jugend-WM in Belfort zurückgekehrt war, wo er eingesetzt wurde.

Also es ist so: Man darf als Spieler den Mannschaftsführer fragen, ob man aus Mannshcaftsinteresse ein remis annehmen oder ablehnen sollte.
Der Mannschaftsführer selbst darf aber NUR nach Mannschaftsgesichtspunkten entscheiden, darf den entsprechenden Spieler also weder fragen wie er steht, noch darf er sich sein Brett ansehen!!

Er darf jedoch, da er ja für die Mannschaft entscheidet AN ALLE ANDEREN BRETTER gehen und sich diese ansehen und darf sogar jeden anderen Spieler fragen wie dieser denn stehe. (Nur das um das es geht muss er auslassen).
Danach darf er dann entscheiden bzw. dem Spieler raten anzunehmen oder auch nicht.
Bzw.: Da der Spieler ja keine Auskunft zu seiner Partie geben darf und sich keine Tipps einholen darf, wäre eine korrekte Formulierung: Wie ist das Mannschaftsergebnis bis jetzt, oder wie siehts denn aus?
Worauf der MF sagen würde: Sieht schlecht aus, wir bräuchten deinen ganzen Punkt oder auch nicht.


So, ich hoffe das interessiert überhaupt noch einen.
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #2 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 13:19
Benutzerbild von scrooge
scrooge
CM des Forums
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 355
gut das man das mal weiß
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #3 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 13:50
Anderssen
Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 1431
 
Registriert seit: 08.2004
Ort: Berlin
Beiträge: 58
Interessant, aber wie soll man den Mannschaftsführer davon abhalten, mal eben seine Runde zu drehen und zu gucken wie's überall steht? Außerdem: eine gewisse Geheimsprache ist nicht schwierig zu erfinden
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #4 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 14:17
Cpt. Bligh
Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
Wieso Geheimsprache?

Wenn der Spieler dem MF übermitteln will dass er auf Verlust steht, kommt er auch sleber auf die Idee das Remis anzunehmen, wo soll da geheimsprache zum Einsatz kommen.
Und der MF darf ja seine Runden drehen, halt nur nicht zu dem einen Brett. Und abhalten muss man ihn davon nicht, wenn er zu dem Brett geht, legt man Protest ein und bekommt den Punkt ohnehin.
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #5 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 15:21
Benutzerbild von scrooge
scrooge
CM des Forums
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 355
wenn er seine runden dreht, alle bretter kennt und dann gefragt wird.falls der m.f. der beste spieler der mannschaft ist, wäre das dann schon etwas unfair
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #6 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 15:36
Cpt. Bligh
Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
Da der MF sowieso alle Bretter in etwa im Kopf haben sollte, istes ohnehin unfair, deshalb darf der Spieler ja auch nicht nach seinem Brett fragen, sondern darf nur fragen, ob er im Mannschaftssinne weiterspielen sollte, sprich, wie es eigentlich steht.
D.h. wenn der Spieler total auf Verlust steht, der MF das auch weiß, die Mannschaft aber mit 3 : 4 hinten liegt, dan müsste der MF trotzdem dazu raten, das remisnicht anzunehmen.
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #7 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 16:30
ciedan
Kenner
DWZ/Elo: ~1700
 
Registriert seit: 03.2005
Beiträge: 115
@Cpt. Bligh:
Und was ist wenn der MF an dem Brett steht und sich die Stellung anschaut? Wenn dann ein Remisangebot kommt und der Gegner fragt seinen MF hat man doch direkt einen Grund zum Protest.
Und bei uns sind immer vier Bretter nebeneinander, also wenn eines der mittleren Bretter ein Remisangebot bekommt, dann kann der MF nicht umhin an diesem Brett vorbeizukommen, bzw. einen Blick drauf werfen zu können/müssen. Also das kann doch nicht der Sinn dieser Regelung sein.

bis denn
c
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #8 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 16:52
Anderssen
Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 1431
 
Registriert seit: 08.2004
Ort: Berlin
Beiträge: 58
Zitat:
Zitat von Cpt. Bligh
Wieso Geheimsprache?

Wenn der Spieler dem MF übermitteln will dass er auf Verlust steht, kommt er auch sleber auf die Idee das Remis anzunehmen, wo soll da geheimsprache zum Einsatz kommen.
Da, wo etwas besprochen wird, über das Kommunikation nicht erlaubt ist
Zitat:
Und der MF darf ja seine Runden drehen, halt nur nicht zu dem einen Brett. Und abhalten muss man ihn davon nicht, wenn er zu dem Brett geht, legt man Protest ein und bekommt den Punkt ohnehin.
Ich meinte ja eher, bevor das Remisangebot kommt.
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #9 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 16:56
Gast5547
Gast
 
Beiträge: n/a
@Cpt. Bligh:

Danke für Deine Erläuterung. Allerdings muß ich zugeben, daß diese mich schon sehr wundert, denn bei meinen Mannschaftskämpfen war eigentlich immer Usus, daß der Mannschaftsführer sich das Brett anschaut, wenn er gefragt wurde, ob man Remis bieten oder dasselbe annehmen darf. Bisher hat sich auch noch niemand drüber aufgeregt, weil das m. W. jeder so macht.

Ergo: Diese Regelung ist wohl sehr kompliziert und praktisch schwer zu überwachen. Insofern denke ich, würde sich niemand beschweren, wenn sich der Mannschaftsführer das Brett noch einmal anschaut in einem kritischen Fall. Man sollte immer davon ausgehen, daß die Gegner das auch so machen. Und es hilft ja nichts, wenn man sich wegen etwas, was sich wohl längst eingebürgert hat und nach der meinung fast aller wohl regelkonform ist, in paragraphenreiterischer Manier gegenseitig mit Klagen und Beschwerden zuballert.

Mag sein, daß man in den höchsten Klassen, wo alles eher streng zugeht, darauf achten muß. In den unteren Klassen halte ich dies aber für nicht notwendig. Meine Meinung.
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #10 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 17:11
Cpt. Bligh
Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
Zitat:
denn bei meinen Mannschaftskämpfen war eigentlich immer Usus, daß der Mannschaftsführer sich das Brett anschaut, wenn er gefragt wurde, ob man Remis bieten oder dasselbe annehmen darf. Bisher hat sich auch noch niemand drüber aufgeregt, weil das m. W. jeder so macht.

..tjaa, weil niemand die Regeln kennt. Ich würde Protest einlegen, ist doch wohl klar, dass ich nicht jemand anderen fragen darf ob ich wohl remis machen soll, ich darf lediglich fragen ob es im Mannschaftssinne gut wäre.

Auch wenn der MF daneben seht, darf er nur im Mannschaftssinne entscheiden, er wird zwar nciht wegspringen müssen, allerdings ist ein gucken aufs Brett und die üblichen Sätzewie ,, hmm, meinste, kannste ncihts mehr rausholen`` verboten.


Zitat:
Ergo: Diese Regelung ist wohl sehr kompliziert und praktisch schwer zu überwachen. Insofern denke ich, würde sich niemand beschweren, wenn sich der Mannschaftsführer das Brett noch einmal anschaut in einem kritischen Fall. Man sollte immer davon ausgehen, daß die Gegner das auch so machen. Und es hilft ja nichts, wenn man sich wegen etwas, was sich wohl längst eingebürgert hat und nach der meinung fast aller wohl regelkonform ist, in paragraphenreiterischer Manier gegenseitig mit Klagen und Beschwerden zuballert.
Ich würde mich ganz sicher beschweren. Natürlich sollte man den MF fragen, aber eben nur um auch im Sinne der Mannschaft remis zu machen oder eben nicht, wenn der MF aber ans Brett kommt, dann ist das eine Hilfe, der Spieler muss doch wohl alleine Schach spielen können.
Und wenn der MF dann sagt, och das sieht doch gut aus, spiel doch noch weiter, ist das eindeutig Partieeinrede und sicher ein Grund für Protest.

Das sit das Problem, vom Fragen des Mannschaftsführers zum Stand des Mannschaftskampfes hat sich das irgendwann dahin entwickelnt, dass manche Spiler nicht mehr slebst entscheiden wollen wie sie stehen, aber sowas geht nicht.
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #11 (permalink)  
Alt 10.09.2005, 18:05
Cpt. Bligh
Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
Ich erwarte doch von meinen Gegnern die mir gegenüber sitzen, dass sie die Regeln kennen.
Wo kommen wir denn hin, wenn man sagt, och die Regeln brauch man nicht einzuhalten, die kennt ja keiner?????????

Und wenn ich meinen Gegner erwische wie er sich mit einem anderen Spieler über seine Stellung unterhält, dann protestiere ich auch wegen Partieeinrede.

Also wirklich, Regeln müssen schon eingehalten werden. Wenn man es in der unteren Liga duchgehen lässt, dass jeder dagegen verstößt, dann auch bald in einer drüber usw.
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #12 (permalink)  
Alt 11.09.2005, 01:30
Cpt. Bligh
Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
Ja leider,

in den unteren Ligen haben nur sehr wenige Mannschaftsführer das Regelwerk gelesen. Neulich meinte einer zu mir, bei uns in der Liga sei es doch ok, wenn das Handy klingelt, oder? (Der MF des Gegners) Ich musste ihm erstmal klar machen, dass das schlicht verboten sei.
Auch bei Zeitnotfragen sind viele MFs leider sehr überfordert und haben überhaupt keine Ahnung. Dabei passieren teils grobe Fehler die tatsächlich die Partieergebnisse beeinflussen können und wenn man dann protestiert ist man der verbissene schlechte Verlierer.
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  Was der Mannschaftsführer darf, wenn der Spieler ein Remisgebot bekommt.... Beitrag #13 (permalink)  
Alt 19.09.2005, 07:22
Gast5596
Gast
 
Beiträge: n/a
Kiffing beschreibt die Real - Situation.
Das ein MV die Partie nicht sehen (darf) ist wohl der letzte xxxxxx den ich je gehoert habe - von der Regelkunde gesehen her.


Meist spielt der Mannschaftsfuerer selbst.
Tip: MV in eigener Partie remis anbieten und schon hat man gewonnen!


Kasparov wuerde niemals fragen....
Anfaenger fragen am haeufigsten.

Logische Konsequenz: Verbot fuer Jugendwart...also Anfang vom Ende fuer Jugendnachwuchs.

Diese Regel ist einfach praktisch gesehen Humbug.

Keine Kraftausdrücke mehr bitte, jetzt ehrlich. Cpt. Bligh
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