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06.06.2005, 18:16
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Neuling
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Registriert seit: 06.2005
Ort: Dresden
Beiträge: 3
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Zwei Damen
Hallo bin noch ziemlich neu im "Schach-Geschäft"
Mein Schach-Programm "Fritz 8" hat gerade aus zwei Bauern zwei Damen gemacht.
Seit wann gibt es denn sowas? Ich denke es werden nur Figuren die vom Gegner genommen wurden wieder ins Spiel gebracht.
Woher nimmt man denn da eine zweite Dame?? Ein normales im Handel erhältliche Schachspiel weist auch nur eine Dame pro Farbe auf.
Bitte um Antwort, denn mit zwei Damen meinen König einzukreisen is ganz schön fies ;o)
grüße
alex
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06.06.2005, 18:22
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Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: Anfänger!!!!
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Registriert seit: 06.2005
Ort: Goslar, Niedersachsen, Deutschland
Beiträge: 108
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Man muss nach den Regeln einen Bauern, wenn er die gegnerische Grundreihe erreicht in jede Figur umwandeln (natürlich nicht in einen König!).
Natürlich kann das auch eine Dame sein, selbst, wenn sie noch nicht vom Brett ist. Die Regeln sagt nicht, dass es nur eine Dame geben darf.
Bei den üblichen Schachspielen aus dem Handel hast Du recht, da gibt es oft nur eine Dame im Sortiment. Dies ist aber mehr ein Zeichen von "schlechter" Qualität. Gute Schachspiele haben natürlich mehr als eine Dame dabei.
Aber es stellt sich eigentlich eine andere Frage: Wenn der Gegner wirklich schon 2 Damen hat, sollte das Spiel dann noch weitergeführt werden. Normal ist man dann verloren und hat kaum noch eine Chance auf den Sieg. Daher kommt es zumindest in "hohen Kreisen" oft zu einer Aufgabe des Gegners schon weit bevor es zu einer Umwandlung zu einer zweiten Dame kommt.
Im Anfängerbereich passiert dies natürlich schon öfter. Aber da muss man sich eben, wenn man keine zweite Dame hat mit dem Gegner einig werden. Das sollte ja möglich sein.
So, ich hoffe, dass Deine Frage damit beantwortet werden konnte.
Da ich selbst noch ein Anfänger bin gebe ich keine Garantie auf Vollständigkeit dieser Information. Aber es sollte richtig sein, was ich gesagt habe, wenn nicht, dann haut mich bitte nicht.
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06.06.2005, 18:39
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 1493
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Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 237
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@Reo:
Teure Schachspiele haben leider auch nur 32 Figuren dabei, also keine Reservedamen.
Früher haben wir dann immer einen Turm auf den Kopf gestellt und als Dame ausggegeben  .
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06.06.2005, 19:57
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
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1.) Der Turnierveranstalter (wer immer das ist) hat für ausreichendes Spielmaterial zu sorgen. Das schließt ggf. auch die Bereitstellung einer neunten Dame ein. Was man bei privaten Spielen dann macht, ist natürlich eine andere Frage.
2.) Die Verwendung eines umgedrehten Turmes (so denn schon einer geschlagen worden ist) ist sehr verbreitet und wird auch allgemein akzeptiert. Es widerspricht trotzdem den FIDE-Regeln. Ein Turm ist ein Turm, egal ob er richtig oder verkehrt herum steht oder liegt, da kann man solange "Dame!" schreien wie man will.
3.) Es gibt durchaus teure Schachspiele mit Reservedamen (34 Steine)!
4.) Meistens entscheidet die zweite Dame sofort. Aber nicht immer. Im neuesten Informator habe ich gerade die Partie Kozul2640-Rustemov2602 (Cesme2004, Inf 92/369) gesehen, wo es mit zwei Damen gegen Dame+Läufer+Springer noch 11 Züge sehr interessant weitergeht, bevor es remis wird.
5.) Es gibt sogar eine Eröffnungsvariante, die nach 13 Zügen forciert zu 2 Damen pro Seite führt:
1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 e6 5.e3 Sbd7 6.Ld3 dxc4 7.Lxc4 b5
8.Le2 Lb7 9.e4 b4 10.e5 bxc3 11.exf6 cxb2 12.fxg7 bxa1D 13.gxh8D
Dies gilt als unklar bis leicht besser für Weiß. Die beidseitigen Züge sind durchaus vernünftig, wenn man heute auch oft andere Züge vorzieht (6.Dc2, 8.Ld3, 8...a6, 9.0-0). Mit dieser Variante hat es durchaus hochklassige Partien gegeben.
tracke
Geändert von tracke (06.06.2005 um 21:33 Uhr)
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06.06.2005, 21:15
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1561
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Registriert seit: 12.2004
Ort: Bad Kissingen
Beiträge: 1.130
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Zitat:
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Zitat von tracke
2.) Die Verwendung eines umgedrehten Turmes (so denn schon einer geschlagen worden ist) ist sehr verbreitet und wird auch allgemein akzeptiert. Es widerspricht trotzdem den FIDE-Regeln. Ein Turm ist ein Turm, egal ob er richtig oder verkehrt herum steht oder liegt, da kann man solange "Dame!" schreien wie man will.
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Jetzt mal eine Frage: Woher willst du wissen, dass eine Figur, die aussieht, wie ein Turm, auch ein Turm ist! Theoretisch könnte man auch einfach einen Aufkleber auf einen Turm dran peppen: "Das ist eine Dame." oder den Turm mit rosa Bändern verzieren, sodass er einen damenhaften Charakter bekommt, wie willst du dann behaupten, dass sei ein Turm?
Ok, ist wohl mehr eine phílosophische Frage, aber dennoch aus regeltechnischer Sicht interessant.
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06.06.2005, 21:35
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Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: Anfänger!!!!
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Registriert seit: 06.2005
Ort: Goslar, Niedersachsen, Deutschland
Beiträge: 108
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Das mit dem Turm auf dem Kopf kannte ich bis jetzt auch noch nicht.
Würde auch bei mir nicht gehen. Ich habe ein Glas Schachbrett und da wäre es schlecht, wenn man den Turm auf dem Kopf dreht *g* (unter den Figuren ist Filz um das Glasbrett und die Figuren zu schonen).
Allerdings sollte ein wirklich gutes Schachspiel (was wohl nicht sehr viele Hobbyspieler haben werden) auch eine Ersatzdame für jede Seite bereitstellen. Denn sooo selten ist es eben doch nicht, dass man mal 2 Damen auf dem Brett hat.
Für die Hobbyspieler kann man sich allerdings irgendwie einig werden, denn nur die wenigstens Gelegenheitsspieler werden an Turnieren teilnehmen, wo man sich an FIDE-Regeln halten muss.
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06.06.2005, 21:49
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
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[Zunächst einmal ist dies keine philosophische Frage! Für Leute, die nichts oder wenig von Philosophie verstehen, scheint philosophisch=unproduktiv=sinnlos zu gelten. Dies ist leider falsch. Gute Philosophie ist immer zweckindifferent und manchmal auch nutzlos, aber niemals sinnlos. Soviel dazu.]
Ob im Schach ein Spielstein, der wie ein Turm aussieht, auch als Turm zu behandeln ist, ist vor allem und ausschließlich eine regeltechnische Frage.
Bei "offiziellem Turnierschach" sind keineswegs alle möglichen Schachspiele zugelassen (rot-grüne, winzig kleine, gläserne, umbändelte), sondern eben nur bestimmte (Bundes-Form, Staunton-Form in bestimmter Größe usw.).
tracke
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06.06.2005, 22:18
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1561
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Registriert seit: 12.2004
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Beiträge: 1.130
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Zitat:
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Zitat von tracke
[Zunächst einmal ist dies keine philosophische Frage! Für Leute, die nichts oder wenig von Philosophie verstehen, scheint philosophisch=unproduktiv=sinnlos zu gelten. Dies ist leider falsch. Gute Philosophie ist immer zweckindifferent und manchmal auch nutzlos, aber niemals sinnlos. Soviel dazu.]
Ob im Schach ein Spielstein, der wie ein Turm aussieht, auch als Turm zu behandeln ist, ist vor allem und ausschließlich eine regeltechnische Frage.
Bei "offiziellem Turnierschach" sind keineswegs alle möglichen Schachspiele zugelassen (rot-grüne, winzig kleine, gläserne, umbändelte), sondern eben nur bestimmte (Bundes-Form, Staunton-Form in bestimmter Größe usw.).
tracke
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Stimmt, diese regeltechnische Einschränkung, dass nur Staunton-, etc.-Figuren zugelassen sind, habe ich nicht gewusst, von daher habe ich es schon als einigermaßen philosophische Frage angesehen, da ja ein Objekt auch eine andere Bezeichnung tragen kann, als es nach dem äußeren Aussehen den Anschein hat.
Allerdings wird wohl im normalen Turnierschach diese Frage überflüssig sein, da man es entweder nicht sooo genau mit den Regeln nimmt oder, wenn man auf höheren Niveau spielt, sicherlich auch für solche Eventualitäten gesorgt ist.
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06.06.2005, 22:19
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Neuling
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Registriert seit: 06.2005
Ort: Dresden
Beiträge: 3
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danke
vielen dank für die vielen und aufschlussreichen, informativen Antworten.
werde mich jetzt weiter dem schachprogramm widmen.
obwohl ich bei der schwierigkeitsstufe "leicht" immer noch jämmerlich versage 
naja, kommt zeit, kommt matt
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