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Regelkunde Schach

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  Kürzel Beitrag #1 (permalink)  
Alt 21.02.2005, 16:10
Samtailor
Neuling
 
Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 3
Kürzel

Da ich bisher immer Schach ohne theoretischen Hintergrund gespielt habe, kommen mir jetzt, da ich dieses Forum durchforste einige Fragen auf. Ich kann z.B. nix mit den Theorien anfangen, wenn ich die Zugabkürzungen net verstehe. Also sowas wie E2-E4 ist ja völlig klar. Aber wenn dann sowas wie "1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e6" verstehe ich nix mehr. Erster Zug ist klar. Weiß zieh Königbauer. Schwarz auch klar. Zieht den C Bauern. Aber was heißt jetzt Sf3? oder auch cxd4?
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  Kürzel Beitrag #2 (permalink)  
Alt 21.02.2005, 18:08
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Die Frage würde wohl eher unter Regelkunde gehören, aber folgendes:

S = Springer
L = Läufer
T = Turm
D = Dame
K = König

also würde 2. Sf3 bedeuten den Springer nach f3 zu ziehen.

x = Schlagen

cxd heist also, dass der c Bauer etwas auf d schlägt. cxd4 ist auch möglich und gibt einfach genauer an was geschlagen wird. Meist ist aber schon cxd eindeutig.

Um eindeutig zu notieren was gemeint ist muss manchmal zwischen 2 Figuren unterschieden werden

1. Sf3 d5 2. g3 Sf6 3. Lg2 c5 4. d3 Sc6 5. Sbd2

Es wäre sonst nicht eindeutig welcher Springer nach d2 zieht.
Sowas kann auch mit 2 Türmen passieren, wenn der eine in den Schnittpunkt der Wirkungslinien ziehen soll. Dort könnte man die Reihe oder die Linie angeben, aber es ist vereinbart, dass in einem solchen Fall, wenn beides benutzt werden könnte, die Linie angegeben wird. Also:

Te1 und Td4

1.Tdd1 und NICHT 1. T4d1

Hoffe geholfen zu haben

(und einfach mal verschieben liebe Mods )
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  Kürzel Beitrag #3 (permalink)  
Alt 21.02.2005, 18:12
Cpt. Bligh
Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
Es gab da auch schonmal eine große Erklärung zu, leider finde ich sie nicht mehr.
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  Kürzel Beitrag #4 (permalink)  
Alt 21.02.2005, 19:02
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Hallo Samtailor,

das ist halt die sogenannte (algebraische) Kurznotation. Spart Platz und ist allgemein üblich. Man gibt halt die Art der ziehenden Figur an (S=Springer, L=Läufer, T=Turm, D=Dame, K=König, Bauer läßt man weg) sowie das Endfeld des Zuges. Also 1.e4 c5 2.Sf3 ist 1.e2-e4 c7-c5 2.Sg1-f3 .

"-" für ziehen wird weggelassen. "x" oder (auch ":") für schlagen wird meist mit aufgeschrieben, könnte theoretisch auch weggelassen werden (denn das Ziehen auf ein Feld ist ja eindeutig beschrieben, falls dort ein gegnerischer Stein steht, ist das Ziehen halt ein Schlagen).
Das Schlagen mit einem Bauern wird noch am unterschiedlichsten gehandhabt: in Deinem Beispiel ist "3...cxd4" also "3...c5xd4", aber auch "3...cxd", "3...cd4:", "3...cd:" oder gar "3...cd" kommt vor (und ist auch eindeutig, solange es nicht zuviele Doppelbauern gibt).

Falls zwei gleichartige Figuren auf dasselbe Feld ziehen/schlagen könnten (was ohne Umwandlungen nur Springer und Türme betrifft), gibt man noch eine (geeignete) Anfangskoordinate der ziehenden Figur an. Also z.B. 1.d3 d5 2.Sd2 e5 3.Sgf3 (oder auch 3.S1f3).


Für den Anfang dürfte dies reichen. Noch einiges zur Notation:
- Bei einer Umwandlung wird das Symbol der neu entstandenen Figur ans Ende gesetzt, z.B.: 45.d7-d8D bzw. 45.d8D
- "+"=Schach, "++"=Doppelschach, "(+)"=Abzugsschach, "#"=Matt
- "e.p." oder "ep" für "en-passant-schlagen" ist nicht nötig, wird manchmal trotzdem benutzt, z.B.: "14.d2-d4 e4xd3e.p." bzw. "14.d4 exd3ep"
- "0-0" für kurze Rochade, "0-0-0" für lange Rochade. Da die Rochade ein Königszug ist (und kein Turmzug im Sinne der Regeln), wird sehr sehr selten auch z.B. "7.Ke1-g1" bzw. "7.Kg1" statt "7.0-0" geschrieben.
- Falls drei gleichartige Figuren auf dasselbe Feld ziehen können (was wohl nur in seltenen humoristischen Problemen auftauchen kann), kann es auch in der Kurznotation notwendig sein, beide Teile der Anfangskoordinate anzugeben!
- Andere Sprachen, andere Abkürzungen, z.B. im Englischen: (pawn),kNight (das K wird noch gebraucht), Bishop, Rook, Queen, King

Ich hoffe, das war das Wichtigste!?

Ich wünsche jedem viel Spaß beim Lesen, der mal ein altes Buch mit der englischen deskriptiven Notation erwischt! Was bedeutet wohl:
" 1 P-Q4, Kt-KB3; 2 P-QB4, P-Q3; 3 B-KKt5, QKt-Q2" ?!?
Genau! Weiß zieht im ersten Zug einen Bauern auf die vierte Reihe und zwar auf der Damenlinie. Schwarz zieht darauf einen Springer auf die Linie seines Königsläufers und zwar (von ihm aus gesehen!) auf die dritte Reihe. Im zweiten Zug zieht Weiß einen Bauern auf die Linie seines Damenläufers und zwar (nun wieder von Weiß aus) auf die vierte Reihe. Darauf zieht Schwarz einen Bauern auf der Damenlinie auf die (von ihm aus) dritte Reihe. Im dritten Zug zieht Weiß einen Läufer auf die (von ihm aus) fünfte Reihe, vor seinen Königsspringer. Schwarz spielt nun seinen Damenspringer auf das (von ihm aus) zweite Feld der Damenlinie.
Kurz: 1.d4 Sf6 2.c4 d6 3.Lg5 Sbd7 . Diese Notation wurde in England bis ~1970 verwendet! Man kann sich aber schnell einlesen. Lustig (und für Ungeübte unübersichtlich) wird es erst, wenn die Springer die Flügel wechseln: ein Damenspringer (QKt) bleibt immer ein Damenspringer, auch wenn er am Königsflügel steht und der KKt auf QKt3 . Haha.

tracke
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  Kürzel Beitrag #5 (permalink)  
Alt 21.02.2005, 22:30
Benutzerbild von JoelH
JoelH
Chessgeek
DWZ/Elo: 1800
 
Registriert seit: 06.2004
Ort: Burg Frankenstein
Beiträge: 265
hmm,

Zitat:
Zitat von tracke
ein Damenspringer (QKt) bleibt immer ein Damenspringer, auch wenn er am Königsflügel steht und der KKt auf QKt3 . Haha.

tracke
Damit kann man aber kein Problemschach betreiben, oder? Wir haben auch so ein paar Bücher im Schachclub, ist echt haarig.
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  Kürzel Beitrag #6 (permalink)  
Alt 22.02.2005, 01:45
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Ja, JoelH, so ganz genau habe ich das auch nicht verstanden, es gibt da wohl auch verschiedene Versionen der deskriptiven Notation. Das Problem mit der Angabe von Problemstellungen ist mir auch aufgefallen, verstehe ich auch nicht. Bei Partien scheint es manchmal wirklich so zu sein, daß Springer (und Türme?!) ihre Geschichte behalten.
Es gibt ja auch einige entsprechende Eröffnungsvarianten, besonders in Französisch, z.B.: 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 Sf6 4.e5 Sfd7 5.Ld3 c5 6.c3 Sc6 7.Se2 cxd 8.cxd f6 9.exf Sxf6 10.Sf3 Ld6 11.0-0 Dc7 12.Sc3 a6 . Der Sf3 ist der Damenspringer, der Sc3 der Königsspringer! In einigen Varianten der deskriptiven Notation (da gibt´s auch Kurz- und Langformen) würde das jetzt wohl wirklich ziemlich "haarig" aussehen. Vor allem für Leute, die inmitten der Partie in die Notation einsteigen.
Die "deskriptive" Notation hat gegenüber der "algebraischen" (cartesischen) wohl mehr Nach- als Vorteile. Man lese nach bei Cassirer über den Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnis von Realität durch Abstraktion mittels Symbolizität
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