Hallo Samtailor,
das ist halt die sogenannte (algebraische) Kurznotation. Spart Platz und ist allgemein üblich. Man gibt halt die Art der ziehenden Figur an (S=Springer, L=Läufer, T=Turm, D=Dame, K=König, Bauer läßt man weg) sowie das Endfeld des Zuges. Also 1.e4 c5 2.Sf3 ist 1.e2-e4 c7-c5 2.Sg1-f3 .
"-" für ziehen wird weggelassen. "x" oder (auch ":") für schlagen wird meist mit aufgeschrieben, könnte theoretisch auch weggelassen werden (denn das Ziehen auf ein Feld ist ja eindeutig beschrieben, falls dort ein gegnerischer Stein steht, ist das Ziehen halt ein Schlagen).
Das Schlagen mit einem Bauern wird noch am unterschiedlichsten gehandhabt: in Deinem Beispiel ist "3...cxd4" also "3...c5xd4", aber auch "3...cxd", "3...cd4:", "3...cd:" oder gar "3...cd" kommt vor (und ist auch eindeutig, solange es nicht zuviele Doppelbauern gibt).
Falls zwei gleichartige Figuren auf dasselbe Feld ziehen/schlagen könnten (was ohne Umwandlungen nur Springer und Türme betrifft), gibt man noch eine (geeignete) Anfangskoordinate der ziehenden Figur an. Also z.B. 1.d3 d5 2.Sd2 e5 3.Sgf3 (oder auch 3.S1f3).
Für den Anfang dürfte dies reichen. Noch einiges zur Notation:
- Bei einer Umwandlung wird das Symbol der neu entstandenen Figur ans Ende gesetzt, z.B.: 45.d7-d8D bzw. 45.d8D
- "+"=Schach, "++"=Doppelschach, "(+)"=Abzugsschach, "#"=Matt
- "e.p." oder "ep" für "en-passant-schlagen" ist nicht nötig, wird manchmal trotzdem benutzt, z.B.: "14.d2-d4 e4xd3e.p." bzw. "14.d4 exd3ep"
- "0-0" für kurze Rochade, "0-0-0" für lange Rochade. Da die Rochade ein Königszug ist (und kein Turmzug im Sinne der Regeln), wird sehr sehr selten auch z.B. "7.Ke1-g1" bzw. "7.Kg1" statt "7.0-0" geschrieben.
- Falls drei gleichartige Figuren auf dasselbe Feld ziehen können (was wohl nur in seltenen humoristischen Problemen auftauchen kann), kann es auch in der Kurznotation notwendig sein, beide Teile der Anfangskoordinate anzugeben!
- Andere Sprachen, andere Abkürzungen, z.B. im Englischen: (pawn),k
Night (das K wird noch gebraucht),
Bishop,
Rook,
Queen,
King
Ich hoffe, das war das Wichtigste!?
Ich wünsche jedem viel Spaß beim Lesen, der mal ein altes Buch mit der englischen deskriptiven Notation erwischt! Was bedeutet wohl:
" 1 P-Q4, Kt-KB3; 2 P-QB4, P-Q3; 3 B-KKt5, QKt-Q2" ?!?
Genau! Weiß zieht im ersten Zug einen Bauern auf die vierte Reihe und zwar auf der Damenlinie. Schwarz zieht darauf einen Springer auf die Linie seines Königsläufers und zwar (von ihm aus gesehen!) auf die dritte Reihe. Im zweiten Zug zieht Weiß einen Bauern auf die Linie seines Damenläufers und zwar (nun wieder von Weiß aus) auf die vierte Reihe. Darauf zieht Schwarz einen Bauern auf der Damenlinie auf die (von ihm aus) dritte Reihe. Im dritten Zug zieht Weiß einen Läufer auf die (von ihm aus) fünfte Reihe, vor seinen Königsspringer. Schwarz spielt nun seinen Damenspringer auf das (von ihm aus) zweite Feld der Damenlinie.
Kurz: 1.d4 Sf6 2.c4 d6 3.Lg5 Sbd7 . Diese Notation wurde in England bis ~1970 verwendet! Man kann sich aber schnell einlesen. Lustig (und für Ungeübte unübersichtlich) wird es erst, wenn die Springer die Flügel wechseln: ein Damenspringer (QKt) bleibt immer ein Damenspringer, auch wenn er am Königsflügel steht und der KKt auf QKt3 . Haha.
tracke