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Schachgebot blieb unbemerkt Beitrag # 1 ( permalink)

31.01.2005, 19:53
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Neuling
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Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 1
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Schachgebot blieb unbemerkt
Wie verhält es sich eigentlich, wenn beide Spieler das Schach übersehen?
Jetzt unabhängig davon, ob man Schach ansagen muss bzw. kann.
Beispiel: durch ein sogenanntes Abzugsschach steht der Gegner im Schach. Ich könnte ja zum Beispiel mit meinem Läufer gezogen sein, habe mit diesem Zug etwas bestimmtes vor (eine Figur schmeißen eventuell). Meine dahinter stehende Dame bietet dem gegnerischen König nun Schach. Da dies aber jetzt unabsichtlich passiert ist, fällt es mir nicht auf und sage deshalb kein Schach an. Dem Gegner fällt dies nun ebensowenig auf. Wir machen noch weitere Züge, und erst dann wird die Schachstellung bemerkt.
Was passiert jetzt?
Mir ist das selbst noch nie passiert, aber ein Kumpel von mir hat sich diese Frage gestellt. Und so genau kenne ich die Regeln dann doch nicht.
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Schachgebot blieb unbemerkt Beitrag # 2 ( permalink)

31.01.2005, 20:39
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FIDE-Regeln vom 1. Juli 2001, Artikel 7.4 a):
Zitat:
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Wenn während der Partie festgestellt wird, dass ein regelwidriger Zug gemacht worden ist, wird die Stellung unmittelbar vor dem Regelverstoß wiederhergestellt. Falls die Stellung unmittelbar vor dem Regelverstoß nicht bestimmt werden kann, wird die Partie aus der letzten bekannten Stellung vor dem Regelverstoß heraus weitergespielt. Die Uhren werden gemäß Artikel 6.14 gestellt. Daraufhin wird die Partie aus der so erreichten Stellung heraus weitergespielt.
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So, wenn also während der Partie, völlig egal wann, festgestellt wird, dass irgendwo ein Schach übersehen wurde und demnach ein regelwidriger Zug folgte, kann dies immer annuliert werden und die Partie aus der zuvorigen Stellung weitergespielt werden. Was ich schon immer an dieser Stellung kritisiere ist, dass der Gegner einfach so lange spielen kann, falls er es gesehen hat, bis er auf Verlust steht und dann einfach annuliert und die Partie im Mittelspiel evtl sogar erfolgreich weiterführen kann. Falls er aber am Ende, mit Fehler auf Gewinn steht, erzählt er halt während der Partie nicht, dass irgendwo ein regelwidriger Zug war und freut sich ^^ Irge4ndwie sollte es da nen Zeit- oder Zuglimit geben...
Naja, falls denn ein Spieler solch ein Schach übersehen hat und danach einen regelwidrigen Zug ausführt, so bekommt der Gegner (also der den Fehler bemerkt und reklamiert hat) eine Zeitgutschrift von zwei Minuten. Nach dem dritten regelwidrigen Zug eines Spielers in einer Partie ist diese für diesen verloren. [Art. 7.4 b)]
Noch Fragen? 
MfG Falco
PS: Ich kan die Regeln alle, da ich bald 'nen Schiedsrichterlehrgang mitmachen will
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Schachgebot blieb unbemerkt Beitrag # 3 ( permalink)

01.02.2005, 09:15
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Vielleicht noch ein kleiner Zusatz:
Regelverstöße, die nach Beendigung der Partie festgestellt werden, haben keine Folgen.
Wenn man z.B. bei der post-mortem-Analyse einer Partie bemerkt, dass ein Schach übersehen wurde - Pech gehabt! Jeder Spieler muss schon während der Partie selbst aufpassen, dass er und sein Gegner keine regelwidrigen Züge machen.
Bei einem Turnier waren in einer Partie einmal die Namenskärtchen vertauscht, so dass wir mit vertauschten Farben spielten. Auf die Weise hatte ich Weiß und gewann die Partie. Erst bei der Ergebnismeldung bemerkte ich, dass ich laut Turnierplan Schwarz gehabt haben sollte. Ich wies den Turnierleiter darauf hin. Der bedankte sich, hat aber nicht eingesehen, irgendwas zu unternehmen. Zu Recht: Wenn eine Partie beendet ist, ist sie aus und vorbei.
@Falco: Dein Einwand ist prinzipiell berechtigt. Aber die Konstellation wird, zumindest im Turnierschach, nur sehr selten auftreten.
(Im Blitzschach sieht es anders aus.)
Gruß
Ralf
Geändert von Ralvieh (01.02.2005 um 09:18 Uhr)
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Schachgebot blieb unbemerkt Beitrag # 4 ( permalink)

01.02.2005, 15:11
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Sehr Aktiver
DWZ/Elo: DWZ:1549-11
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Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 51
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@ falco
dein einwand kann ich nich ganz verstehn.
sicher wär es unfair zu anulieren, wenn man schlechter steht, usw....
aber wenn man vernünftig schach spielt, und bei seinen berchnungen auch mal die stellung ansieht, müsste es wirklich jedem halbwegs gutem schachspieler auffallen wenn wer im schach spielt.
und zu dem abzugsschach, ich berechne meistens alle folgen für meine züge, und wenn ein abzugsschach drin is, versuch ich das meistens zu nutzen.
mir ist es noch nie passiert, dass ich ein schach oder abzugsschach übersehen hab. also werden mich meine gegner so NIE ver*****en können 
CU
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Schachgebot blieb unbemerkt Beitrag # 5 ( permalink)

01.02.2005, 17:11
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Nun, wir gehen mal davon aus, wir setzen den Gegner in ein Abzugsschach und er sieht es nicht und zieht somit einen regelwidrigen Zug. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten: Ich reklamiere sofort und lasse mir vom Schiedsrichter 2 Minuten gutschreiben ode rich warte, und spoiele normal weiter als hätte ich es ebenfalls nicht gesehen und sage erst etwas, wenn ich irgendwann durhc Fehler oder sonstiges schlechter stehe, ich bekomme durch den regelwidrigen zug in diesem Falle auch nach sehr langer Zeit 2 Minuten gutgeschrieben. Nun, wnen ich aber trotz des regelwidrigen Zuges, oder grade deswegen, gut stehe, dann lasse ich das spiel einfach weiter laufen, bis ich gewinne oder doch schlechter stehe und dann halt im Nachhinein (noch beim Laufen der Partie!) den Zug reklamiere und nun eine neue Chance habe.
Nun, der Spieler, der einen regelwidrigen Zug vom Gegner bemerkt hat doch stehts diesen "Vorteil" des Wählens, auch wenn es einfach höchst unfair ist, so etwas mit Absicht erst später zu reklamieren. Würde mir als Schiedsrichter etwas derartiges während einer Partie zu Ohr kommen, dass er es mit Absicht gemacht hat, würde ich shcon überlegen eine Strafe gemäß Artikel 12.1 ("Das Verhalten der Schachspieler: Ein Schachspieler unternimmt nichts, was dem Ansehen des Schachspiels abträglich sein könnte.") zu bestrafen, natürlich nur wenn ich es selbst as seinem Munde gehört habe...
MfG Falco
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Schachgebot blieb unbemerkt Beitrag # 6 ( permalink)

01.02.2005, 20:35
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Benutzer
DWZ/Elo: c.a. 1800
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Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 29
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Wie verhält es sich, wenn beide Spieler das Schach übersehen, aber unmittelbar nach dem regelwidrigen Zug (oder auch erst nach einigen Zügen) der Spieler, der im Schach steht den Regelverstoß selbst bemerkt und den Gegner darauf aufmerksam macht? Bekommt sein Gegner dann trotzdem 2 zusätzliche Minuten gutgeschrieben, obwohl er es gar nicht gesehen hat?
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Schachgebot blieb unbemerkt Beitrag # 7 ( permalink)

01.02.2005, 20:49
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Dass der Gegner 2 Minuten nun länge rzum Überlegen hat, soll als Strafe für den Spieler mit dem regelwidrigen Zug gelten, nciht als Lohn für das Sehen des falschen Zuges, demnach bekommt auch wenn der "Falsch-Ziehende" selbst den Fehler bemerkt, desssen Gegner 2 Minuten gutgeschrieben.
MfG Falco
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Schachgebot blieb unbemerkt Beitrag # 8 ( permalink)

01.02.2005, 23:47
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Chessgeek
DWZ/Elo: 1800
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Registriert seit: 06.2004
Ort: Burg Frankenstein
Beiträge: 265
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hmm,
Zitat:
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Zitat von fnogatz
Nun, der Spieler, der einen regelwidrigen Zug vom Gegner bemerkt hat doch stehts diesen "Vorteil" des Wählens, auch wenn es einfach höchst unfair ist, so etwas mit Absicht erst später zu reklamieren.
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Sehe ich nicht so, es kann ja auch genau umgekehrt sein,
ein Spieler macht eine illegalen Zug, danach bemerkt er es, spielt aber weiter, steckt eine Figur ins Geschäft, weil er ja weiss das er, zur Not, für zwei Minuten Strafe einfach wieder aufbauen darf. Das Figurenopfer ist also völlig gefahrenlos zu spielen......
Interessant ist dabei dass sich so ein Fall, ohne Einspruch, in unserer Clubmeisterschaft zutrug, allerdings mit vor einem anderen Hintergrund, es war kein illegales Schachgebot sondern ein Spieler stieß seinen König um, der auf g1 stand, stellte ihn aber nicht auf g1 wieder auf sondern auf h1! Das merkte aber keiner. Allerdings spielte Schwarz wenige später einen genialen Angriff, bei dem unter anderem auf h3 etwas geopfert wurde. Leider lies mich Fritz diese geopferte Figur nicht nehmen, weil dann der Kg1!! im Schach gestanden hätte. Dort stand er aber in der Partie ja nicht mehr. Sprich Schwarz hat gewonnen weil sich Weiss selbst gekniffen hat 
Das schöne dabei ist, diese Kombination, die Schwarz spielte, geht nur wenn der weisse König auf h1 steht, bei einem König auf g1 funktioniert der ganze Angriff nicht.
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Schachgebot blieb unbemerkt Beitrag # 9 ( permalink)

02.02.2005, 17:04
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Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 1761/1945
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Registriert seit: 08.2004
Beiträge: 104
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Hi,
also daß man ein Schach übersieht und weiterspielt ist in einer Langpartie schon recht ungewöhnlich. Und daß dann einer es merkt und trotzdem weiterspielt und als Hintergedanke das Zurückstellen der Figuren hat, ist doch wirklich mehr als unwahrscheinlich. Denn wenn der König im Schach steht und ein regelwidriger Zug gemacht wird, dann wird in den folgenden Zügen ja immer noch der König im Schach stehen. Und dann müssen eigentlich beide Spieler merken, dass sie regelwidrige Züge machen.
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02.02.2005, 20:06
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Chessgeek
DWZ/Elo: 1800
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Registriert seit: 06.2004
Ort: Burg Frankenstein
Beiträge: 265
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hmm,
in hochgradiger, beiderseitiger Zeitnot hab ich schon alles gesehen. Es gibt doch auch eine Partie von Shirow bei der er plötzlich zwei gleichfarbige Läufer hatte, die Zugfolge war dabei so schnell dass die Schiris nicht mitschreiben konnten und auch die beiden Kombanten den genauen Ablauf nicht mehr rekonstruieren konnten. Stand in irgendeiner Ausgabe der Schach, ist aber schon eine Weile her.
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09.02.2005, 17:55
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Aktiver
DWZ/Elo: ???
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Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 41
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Danke, jetzt weiß ich endlich was ich bei sowas machen muss Da ich leider nicht so gut Schach Spiele fällt mir sowas manchmal nicht auf. Meistens sind denn die Gegner so schlecht wie ich und merken das nicht. Sondern wir merken das erst paar Züge hinterher.
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