Hallo!
Im Moment gelten die FIDE-Schachregeln in der Fassung vom 1.Juli 2001,
beschlossen vom 71. FIDE-Kongress in Istanbul im November 2000.
Gültig ist allein die englische Fassung. Es gibt eine deutsche Übersetzung, die vom Schweizerischen Schachbund erarbeitet und vom Deutschen Schachbund dann übernommen wurde.
Die Schachregeln zerfallen grob in 3 Teile:
Spielregeln / Rules of Play
1: Wesen und Ziel des Schachspiels
2: Die Anfangsstellung der Figuren auf dem Schachbrett
3: Die Gangart der Figuren
4: Die Ausführung der Züge
5: Der Abschluß der Partie
Turnierregeln / Competition Rules
6: Die Schachuhr
7: Regelverstöße
8: Die Aufzeichnung der Züge
9: Das Remis
10: Die Endspurtphase
11: Spielergebnisse
12: Das Verhalten der Spieler
13: Der Aufgabenbereich des Schiedsrichters
14: Die FIDE
Anhang / Appendix
A: Hängepartien
B: Schnellschach
C: Blitzschach
D: Endspurtphase ohne Anwesenheit des Schiedsrichters
E: Algebraische Notation
F: Wettkämpfe mit sehbehinderten Teilnehmern
Die Kenntnis der Spielregeln reicht aus, um unter Freunden "korrektes" Schach zu spielen. Auch für die meisten Vereinsspieler, denn im Notfall ist auf dem Vereinsabend immer der Turnierleiter/Mannschaftsführer zur Hand. Und so eng nimmt es da ja auch niemand mit jeder Kleinigkeit, allein schon aus allgemeiner Unkenntnis heraus.
Wenn man anfängt, offizielle Meisterschaften oder Open zu spielen, sollte man schon mal die Turnierregeln grob verinnelicht haben, ebenso die Anhänge B+C+D .
Alles genau kennen tun dann sowieso nur ausgebildete Schiedsrichter. Die kennen dann auch die inoffiziellen Ausführungsbestimmungen. Etwa seit 1980 ist man nämlich davon abgekommen, jede einzelne Möglichkeit immer genauer reglementieren zu wollen (Dies lag vor allem an Computerbeweisen von Endspielen sowie an der Einführung der Beendigung von Turnierpartien durch Schnellschach). Seitdem appelliert man an die Fairness der Spieler und gibt dem Schiedsrichter (wenn man denn einen hat?!) einen größeren Entscheidungsspielraum. Das ist vor allem problematisch, wenn dieser schachlich viel schwächer als die Spieler ist und z.B. eine Remisreklamation aufgrund "nicht-gewinnbarer Stellung" beurteilen soll. Inzwischen hat sich eine große Zahl von Präzedenzfällen angesammelt, die oft national oder im Landesverband geregelt sind und inoffiziell eine etwas einheitlichere Urteilspraxis erreichen sollen, sozusagen mehr oder minder verbindliche Entscheidungshilfen für Schiedsrichter.
Die englische Version der FIDE-Regeln gibt´s unter
www.fide.com
und zwar momentan hier:
http://www.fide.com/official/handbook.asp?level=EE1
Die deutsche Übersetzung gibt es als PDF-Datei (~190kB) zum Download
hier:
http://www.schachbund.ch/schachbund/reglementations.php
Leider wurden da u.a. die Teile 1-3 weggelassen. Man geht wohl davon aus, daß man Grundstellung und Gangarten schon perfekt beherrscht, wenn man nach den Turnierregeln fragt.
Komplett gibt es die deutsche Übersetzung auf der sehr schönen Seite des deutschen Schiedsrichters Willi Knebel, leider nicht direkt zum Download.
Also hier:
http://www.sfk-schach.de/regeln/index.htm
Und dort gibt es auch sehr schöne Artikel und Frage-und-Antwort-Spiele zu den schon erwähnten Auslegungsfragen. Dieser Teil wurde zuletzt nicht mehr so häufig aktualisiert (Vielleicht ist ja jetzt alles klar?!).
Und last but not least empfehle ich
http://www.chesscafe.com
Die ganze (englische) Seite mit monatlichen Schach-Kolumnen ist ein Muß für jeden Schachfreund, im Moment meine ich aber besonders die Rubrik "an Arbiter´s Notebook" von Geurt Gijssen, die immer zur Monatsmitte kommt (alte Ausgaben in den "Archives"). Herr Gijessen ist im Weltschach sozusagen der Regelpapst: Hauptschiedsrichter vieler Weltmeisterschaften und Olympiaden, Vorsitzender der FIDE-Regelkommision,... . Auf dieser Seite berichtet er über Streitfälle und zukünftige Regeländerungen (er weiß am besten darüber Bescheid!), auch noch weitere Themen wie Auslosungsmodalitäten usw. kommen zur Sprache.
Wenn man lieber was Festes in der Hand hält, kann man beim Schweizerischen Schachbund, beim Deutschen Schachbund oder im Fachhandel auch was kaufen:
- ein dünnes Heftchen mit den Regeln auf Deutsch, etwa 3 €
- ein schon dickeres Büchlein mit den Regeln auf Deutsch und Englisch sowie mit zahlreichen ausführlich erläuterten Beispielen aus der Turnierpraxis, etwa 12 €
tracke