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Schachgeflüster

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  Weiterentwickeln - effektiv und realistisch Beitrag #1 (permalink)  
Alt 15.01.2012, 17:10
JKA
Neuling
 
Registriert seit: 01.2012
Ort: Rüsselsheim
Beiträge: 4
Weiterentwickeln - effektiv und realistisch

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und würde gern eure Meinung zu meinem Vorhaben hören.
Habe die 50 überschritten und betrachte mich als Hobbyspieler der sein Schachwissen erweitern möchte. Ich spiele nicht in einem Verein (noch nicht), es besteht aber die Möglichkeit, mich mit Schachfreunden (ebenfalls keine Vereinsspieler) regelmäßig zu einigen Spielchen zu treffen.

Meinen Schach-Stand kenne ich nicht, wahrscheinlich um die 1100. In der Regel komme ich ganz gut (mit weiß) durch die Eröffnung, weiß aber dann oft nicht wie es im Mittelspiel weitergehen soll.

Gefühlsmäßig sehe ich es so, dass ich meine Taktik- und Kombinationsfähigkeiten ausbauen/trainieren sollte sowie mein Endspielwissen zu vertiefen.
Nun bin ich auf der Suche nach passender Literatur und habe an folgende gedacht:
- Euwe Amateur gegen Meister
- Kurt Richter: Kombinationen, Schachmatt
- Weteschnik: Elementartaktik
- Euwe: Positions-und Kombinationsspiel

Ergänzend vielleicht noch einige eher allgemeine Bücher wie:
- Krogius: Schach für Aufsteiger/Einsteiger
- Watson: Geheimnisse moderner S.Eröffnungen

Was ich nicht machen möchte ist, alle möglichen Eröffnungen bis zum xten Zug versuchen zu lernen (schaff ich eh nicht) . Ich will eher meinen "Schachblick" stärken. Hinzu kommt, dass meine Zeit fürs Schachlernen begrenzt ist; lernen in kleinen aber regelmäßigen Häppchen geht, Stundenlanges vorbereiten/analysieren etc. ist unrealistisch.

Ergänzend vielleicht noch einige eher allgemeine Bücher wie:
- Krogius: Schach für Aufsteiger/Einsteiger
- Watson: Geheimnisse moderner S.Eröffnungen

Was haltet ihr davon ?
Reicht das studieren über Bücher?
Ist eher eine Vereinsmitgliedschaft zwingend?

Bin gespannt auf eure Antworten

Noch einen schönen Sonntag.

Jürgen
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  Weiterentwickeln - effektiv und realistisch Beitrag #2 (permalink)  
Alt 17.01.2012, 23:57
Gisibert
Kenner
 
Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
Hallo JKA,

wenn Du nur Dein Schachwissen erweitern möchtest, dann wäre es vermutlich wenig nutzbringend, einem Verein beizutreten. Nicht dass Vereine kein Schachwissen vermittelten, das möchte ich nicht behaupten (kommt nicht zuletzt immer auf den jeweiligen Verein an), aber in aller Regel studiert der Vereinsspieler daheim am Schreibtisch und nutzt die Vereinsabende, um gegen seine Pappenheimer die neuen Tricks (im Vereinsturnier beispielsweise) vorteilhaft zur Anwendung zu bringen.

Ernsthafter nun: Wenn Du langsam zum aktiven Turnierspiel kommen möchtest, dann macht es natürlich Sinn, Dir einen Verein zu suchen. Es ist ja doch ein gewisser Unterschied zwischen Hobbyspielchen in trauter Runde und einem stundenlangen und ernstvoll geführten Turnierspiel. Hier bietet Dir ein Verein die Möglichkeit, Dich von unten (niedere Spielklasse) nach oben zu tasten.

Die genannten Bücher sind mir alle ein Begriff und sicherlich kannst Du beim Studium derselben nichts falsch machen. Wenn Du am Anfang den Schwerpunkt auf Taktik legst (den Weteschnik habe ich auch, sehr gut systematisch aufgebaut), dann ist das goldrichtig. Hier hat der Anfänger/Hobbyspieler gemeinhin die meisten Defizite. Wenn Du dann eine gewisse Sicherheit im Erkennen von Basismotiven hast und keine Figuren mehr einstellst, dann kann es an strategische Elemente gehen: Starke/Schwache Felder, Bauernstrukturen, Zentrumsherrschaft, gute Entwicklungszüge, Königssicherheit usf.

Dann kommen Endspiele an die Reihe, schließlich musst Du wissen, ob in eine bestimmte Stellung abgewickelt werden darf oder nicht und wie ein erspielter Vorteil konsequent verdamt werden kann. Erst danach kann es lohnend sein, Dir die ein oder andere Eröffnung auch mal theoretisch ein wenig anzuschauen, um bestimmte strategische Ideen kennen zu lernen und populäre Fallen (Gambits) sicher zu umschiffen. Dabei geht es um das Verstehen von Spielplänen und nicht um Variantenlernen.

Ein Buchtipp noch zum Schluss, da mir selbiges in guter Erinnerung geblieben ist (habe es "leider" verschenkt): "Schach verstehen Zug um Zug" von John Nunn.

Beste Grüße und viel Spaß!

gisi

Geändert von Gisibert (18.01.2012 um 00:03 Uhr)
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  Weiterentwickeln - effektiv und realistisch Beitrag #3 (permalink)  
Alt 18.01.2012, 15:04
JKA
Neuling
 
Registriert seit: 01.2012
Ort: Rüsselsheim
Beiträge: 4
Danke für die ausführliche Antwort gisi.

Kennt hier jemand den Brunthaler?
In seinen Taktikbüchern sollen die Aufgaben für Schwarz am Zug bildlich gedreht sein (schw. also unten), fände ich gut zum üben (bin nämlich mit Schwarz öfter am verlieren).

Jürgen
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  Weiterentwickeln - effektiv und realistisch Beitrag #4 (permalink)  
Alt 19.01.2012, 17:47
Gisibert
Kenner
 
Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
Hallo JKA,

ich kenne das Buch "Brunthaler: Schach-Taktik mit Dr. Tarrasch" (ich denke das meinst Du?) leider nicht, die Beschreibung hört sich aber gut an. Der umsichtig modernisierte (renovierte) Tarrasch eben.

Aber das mit den bildlich gedrehten Diagrammen: Ich denke es ist - gerade bei etwas anspruchsvolleren Aufgaben - immer sinnvoll, sich ein Schachbrett zu nehmen und die Stellung aufzubauen.

Ich probiere dann erst die Aufgabe ohne Zugversuche zu lösen, wenn ich dabei jedoch länger als 10-15 min. erfolglos bleibe, dann ziehe ich meinen Kandidatenzug und versuche es vom veränderten Stellungsbild ausgehend erneut. So muss ich fast nie eine Lösung konsultieren und habe doch auch bei schweren Aufgaben meinen Übungseffekt.

Auch andere Schachbücher bearbeite ich meist mit Brett vor der Nase (nicht jedoch vorm Kopf ).

Grüße,

gisi
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  Weiterentwickeln - effektiv und realistisch Beitrag #5 (permalink)  
Alt 21.01.2012, 17:35
JKA
Neuling
 
Registriert seit: 01.2012
Ort: Rüsselsheim
Beiträge: 4
Hallo zusammen,

danke für die Antworten erst mal.

@gisi
ich habe mir 3 Taktikbücher ausgesucht (einen Brunthaler hab ich bestellt: 365 x ...) und wäre froh für einige Kommentare.
Meine Spielstärke: bin nicht im Verein , habe also keine Ahnung über DWZ.
Würde mich als fortgeschrittenen Anfänger bezeichnen.

Nun zu meiner Wahl:
1. Nunn: Einführung in die Schachtaktik
2. Weteschnik : Elementartaktik
3. Nunn : 1001 Schachmatts

und als übergeordnetes "Allgemein/Sellungsbeurteilungsbuch" : Schach aber richtig von Silman

Könnt Ihr du) zu dieser Auswahl was aus eigener Erfahrung sagen?

Insbesondere interessiert mich (wegen meiner wohl geringen DWZ) der Vergleich Nunn/Weteschnik

Danke im Voraus
Jürgen
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  Weiterentwickeln - effektiv und realistisch Beitrag #6 (permalink)  
Alt 22.01.2012, 12:28
Gisibert
Kenner
 
Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
Hallo JKA,

Spielstärke so aus dem Stegreif einzuschätzen macht ja auch wenig Sinn. Es gibt "talentierte" Anfänger, die schon kurz nach dem Erlernen der Grundregeln zum tieferen Spielverständnis finden und auch solche, die ihr Schachleben lang redlich bemüht sind, ohne einfache Einsteller eine Partie zu überstehen. Die Mehrheit wird sich irgendwo in der Mitte einordnen.

Das Buch von Silman "Schach, aber richtig!" kenne ich und kann es durchaus für Anfänger empfehlen. Es liest sich leicht, der Schwierigkeitsgrad ist überschaubar, der didaktische Aufbau bemerkenswert (alltägliche (Anfänger)Fehler werden beleuchtet) und von daher kann man damit nichts falsch machen. Für Fortgeschrittene empfehle ich es aber eher nicht, denn es ist schon sehr grundlegend und arbeitet zuviel mit starren Prinzipien, die dem Anfänger zwar Orientierung bieten, den fortgeschrittenen Spieler jedoch zu sehr in der eigenen Spielanlage einengen. Mir hat es jedenfalls nichts gebracht, vom Unterhaltungswert einmal abgesehen.

John Nunn ist sicherlich einem Martin Weteschnik spielerisch klar überlegen, was die Taktikbücher anbetrifft, die ich von beiden kenne (John Nunn, "Buch der Schachaufgaben" und Weteschniks "Lehrbuch der Elementartaktik"), so kann ich sagen, dass beide systematisch aufgebaut und also didaktisch gut durchdacht sind. Nunn scheint mir - das liegt aber sicherlich auch an meinem Buch, das ein Aufgabenbuch und kein Lehrbuch für Anfänger ist - jedoch vom Schwierigkeitsgrad z.T. wesentlich höher zu liegen als Weteschnik. Auch sind seine Stellungsanalysen detaillierter und zeugen sicherlich von seinem überlegenen Spielverständnis.

Beste Grüße,

gisi
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  Weiterentwickeln - effektiv und realistisch Beitrag #7 (permalink)  
Alt 24.01.2012, 10:24
JKA
Neuling
 
Registriert seit: 01.2012
Ort: Rüsselsheim
Beiträge: 4
Danke für die hilfreiche Antwort.

Werde mir wohl den Silman holen, zwischen Nunn: Einführung in die Schachtaktik und Weteschnik schwanke ich noch.

Gruß
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  Weiterentwickeln - effektiv und realistisch Beitrag #8 (permalink)  
Alt 26.01.2012, 11:37
Gisibert
Kenner
 
Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
Zitat:
Zitat von JKA Beitrag anzeigen
Danke für die hilfreiche Antwort.
Werde mir wohl den Silman holen, zwischen Nunn: Einführung in die Schachtaktik und Weteschnik schwanke ich noch.
Gruß
Hallo JKA,

nichts zu danken, ich helfe gerne - tut gut.

Ich würde Dir zu John Nunn raten, denn er ist der versiertere Spieler und ebenfalls ein sehr guter Didaktiker. Sein Taktikbuch "Einfürung in die Schachktaktik" hat hervorragende Rezensionen.

Weteschnik kann Dir auch nicht mehr bieten, außer - jedenfalls bei mir - ein schlechter Einband (Seiten fallen auseinander) und z.T. etwas dürftigere Erklärungen. Das spezifische Taktikschema, das Weteschnik einführt, mag (Taktische Punkte, Bezugselemente TP AP usf.) zudem zwar dem frischen Anfänger eine gewisse Hilfe bieten, aber es ist - so meine Meinung - im Grunde nicht wirklich essentiell, um ein ordentlicher Taktiker zu werden. Solche Schemen können helfen, aber durchaus auch einfach stören.

Nunn bietet hier einfach gute Erklärungen und die taugen mindestens ebenso viel. Meine Meinung und nun viel Spaß beim fleißigen Training.

PS.: Übertreib es nicht, man verliert sonst - vor allem dann, wenn die Erfolge sich nicht gleich wie gewünscht einstellen - zu leicht die Lust.

Grüße,

gisi
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