Seit dem 15. Jahrhundert ist das Schachspiel mit den heutigen Regeln bekannt. Großartige Schachmeister haben in den Jahrhunderten das Spiel in seinen scheinbar unerschöpflichen Möglichkeiten analysiert und notiert. Eröffnungen, Verteidigungen und Angriffe haben ihren Namen bekommen (Marshall-Angriff, Grünfeld-Indisch usw.). Millionen von Partien sind bis ins Endspiel beschrieben.
In der heutigen Zeit haben Computer die Vormachtstellung im Schach und die Zahl der Fachleute wächst, die den baldigen endgültigen Sieg der Computerprogramme über
jeden menschlichen Gegner voraussagen. Seit dem Siegeszug des Computers hat die Faszination Schach deutlich an Spielern und Publikum verloren. In vielen Städten, in denen noch vor 20 Jahren umkämpfte Stadtmeisterschaften ausgetragen wurden, gibt es heute nicht mal mehr einen Schachverein.
Kreativität, Phantasie und Intelligenz assoziieren wir mit dem Schachspiel. Doch wie sieht die Realität aus? Langeweile, schablonenhaft, auswendig gelernte Spiele! Schon in den Zeiten von Capaplanca, Lasker und Aljechin wurde über die Problematik diskutiert, das Schachspiel mit neuen Ideen zu bereichern. Schachspieler mit annähernd gleichem Spielniveau erleben in ihren Partien, dass die Anzahl der Spiele, die Remis enden, ständig wächst. Sportarten wie Tennis, Fußball, Leichtathletik u.v.a. unterliegen einem ständigen Anpassungsprozess. Es wäre wünschenswert, wenn sich auch die Schachverbände neuen Herausforderungen stellten.