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Anfänger verzweifelt an Notation!! Beitrag # 1 ( permalink)

08.08.2011, 22:25
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Neuling
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Registriert seit: 08.2011
Beiträge: 5
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Anfänger verzweifelt an Notation!!
Guten Abend allerseits,
ich bin Ende 20 und spiele seit einigen Wochen meine ersten Schachpartien mit Verwandten (die auch keine Kenner sind, sondern lediglich die Grundregeln beherrschen und sich einfach aufgrund der medienlosen Nachkriegsjahre in ihrer Jugend öfter hinters Schachbrett zurückgezogen haben, wie sie sagen  )
Nun möchte ich etwas tiefer in die Materie eintauchen, sprich: mit entsprechender Literatur, wobei ich schnell erkannte, dass man ohne Notations-Kenntnisse nicht weit kommt. Das Prinzip „Koordinatensystem aus Zahlen und Buchstaben“ ist ja recht simpel; höchstwahrscheinlich wird kaum ein Fortgeschrittener sein nächstes zu belegendes Feld mittels Fingertippsen und Vor-sich-hin-zählen senkrecht und waagerecht abschreiten müssen, richtig? Ihr schaut auf’s Brett und WISST irgendwann automatisch die jeweilige(n) Feldbezeichnung(en), ebenso wie man ganze Sätze liest, ohne noch einzelne Buchstaben identifizieren zu müssen, gell  ?
Soweit okay, bestimmt könnte auch ich mich damit anfreunden, die algebraischen Feldbezeichnungen im wahrsten Sinn des Wortes „spielerisch“ auswendig zu lernen.
Als ein mir unüberwindlich erscheinendes Hindernis sehe ich nur Folgendes: Die Perspektive ändert sich mit der Farbenwahl! Beispiel: Wenn ich WEIß spiele, wäre eine korrekte Eröffnungs-Notation für meinen „zweiten Bauern von rechts“ doch g2-g3. Das ist einprägsam, gleichwohl auch für alle folgenden Züge – vorausgesetzt ich spiele stets WEIß!
Bekomme ich plötzlich die schwarze Horde vorgesetzt, stimmt dieser Eintrag meiner Gedächtnisdatenbank nämlich ganz und gar nicht mehr: Jetzt hieße DIESELBE Eröffnungsnotation, also ebenfalls für den „zweiten Bauern von rechts“ plötzlich b7-b6!!  
Kurz gesagt: Legt ihr euch für euer gesamtes Schachspielerleben auf eine Figurenfarbe fest, welche ihr durchgehend beibehaltet?? Anders ist’s für mich unvorstellbar, wenn ich bedenke, dass in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft vollständige Varianten von mir gedanklich nachvollzogen werden sollen. Da wird’s bereits eine Hirnleistung sein, überhaupt jedes Feld aus EINER Parteienposition heraus abzurufen! – Soll DAS dann auch noch umgekehrt, eben nach Blickfeld > Koordinatensystem des Gegners stattfinden, da ich potenziell einmal dessen Farbe „aufgebrummt“ bekommen kann? (wir losen im Verwandtenkreis immer aus, wer weiß und wer schwarz erhält...) Mag sein, die alten Hasen hier werden sich womöglich über meine Anfänger-Blutungen ins Fäustchen lachen. Ich bin jedenfalls am Verzweifeln & wäre für jede Hilfe/Aufklärung dankbar!!
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Anfänger verzweifelt an Notation!! Beitrag # 2 ( permalink)

09.08.2011, 12:41
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beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 1828
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Registriert seit: 04.2009
Ort: E-0870 Sitges (Barcelona)
Beiträge: 252
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Schau' mal, das haben wir alle durchgemacht.
Am einfachsten sollte es für Dich sein, wenn Du Dir ein Schachbrett - ob nun aus Holz oder Plastik - kaufst, wo die Zahlen und Buchstaben am Rand stehen.
Übung macht den Meister.
Viel Erfolg!
Frank Mayer
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Anfänger verzweifelt an Notation!! Beitrag # 3 ( permalink)

10.08.2011, 23:20
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Hallo Mythus84,
Zitat:
Zitat von Mythus84
höchstwahrscheinlich wird kaum ein Fortgeschrittener sein nächstes zu belegendes Feld mittels Fingertippsen und Vor-sich-hin-zählen senkrecht und waagerecht abschreiten müssen, richtig?
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Falsch! So und nicht anders (durch gedankliches Abzählen der Zahlen- u. Buchstaben) finde ich die Felddaten.
Zitat:
Zitat von Mythus84
Ihr schaut auf’s Brett und WISST irgendwann automatisch die jeweilige(n) Feldbezeichnung(en), ebenso wie man ganze Sätze liest, ohne noch einzelne Buchstaben identifizieren zu müssen, gell  ?
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Viele erfahrene Spieler sind dazu durchaus in der Lage, sie können mehr oder weniger präzise die Feldbezeichnung nennen, ohne extra aufs Koordinatensystem schielen zu müssen.
Ich bin zwar ein mittlerweile recht erfahrener Spieler, was aber nichts daran ändert, dass ich große Mühe habe, wenn die Koordinaten fehlen. Leider sparen viele Schachbücher an der Abbildung des Koordinatensystems in ihren Diagrammen, was für mich ein erheblicher Mehraufwand und ständige Irritation bedeutet.
Zitat:
Zitat von Mythus84
Soweit okay, bestimmt könnte auch ich mich damit anfreunden, die algebraischen Feldbezeichnungen im wahrsten Sinn des Wortes „spielerisch“ auswendig zu lernen.
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Wenn das mit dem Auswendiglernen gelingt, dann ist das sicher die Lösung für Dein Problem. Falls Du Dich jedoch damit schwer tust, so bekommst Du trotzdem mit der Zeit bei der Suche der Koordinaten Übung, ganz gleich mit welcher Farbe Du nun spielst.
Zitat:
Zitat von Mythus84
Kurz gesagt: Legt ihr euch für euer gesamtes Schachspielerleben auf eine Figurenfarbe fest, welche ihr durchgehend beibehaltet?? Anders ist’s für mich unvorstellbar, wenn ich bedenke, dass in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft vollständige Varianten von mir gedanklich nachvollzogen werden sollen.
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So ganz verstehe ich nicht, was Du nun meinst und wieso die Wahl der Farben bei der Notation entscheidend ist, zumal man ja mit beiden Farben (zumindest außerhalb der Eröffnungsphase) sämtliche Felder des Brettes bestreifen wird.
Um im Blindschach sehr gut zu sein - ich denke darauf willst Du letztlich hinaus -, muss man über ein sehr exaktes bildliches Vorstellungsvermögen und ein gutes Gedächtnis verfügen. Wer das hat, der wird ein Schachbuch ohne Brett (allein im Kopf) durcharbeiten können. Ich kann das nicht und viele Vereinsspieler ebenso nicht.
Falls Du kein starker Blindspieler bist, so gräme Dich nicht - das ist eine seltene Gabe!
Es grüßt Dich,
gisi
Geändert von Gisibert (10.08.2011 um 23:24 Uhr)
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Anfänger verzweifelt an Notation!! Beitrag # 4 ( permalink)

15.08.2011, 20:57
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Aktiver
DWZ/Elo: 1903
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Registriert seit: 06.2011
Beiträge: 49
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Ich glaube, du willst wissen, aus welcher Sicht man die Notation schreibt.
Ob du nun als Schwarzer oder Weißer dasitzt, g2-g3 bleibt g2-g3
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Anfänger verzweifelt an Notation!! Beitrag # 5 ( permalink)

16.08.2011, 13:55
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Registriert seit: 02.2004
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Beiträge: 678
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Wie in der Physik ist alles eine Frage des Bezugssystems. In gewisser Weise sind "deskriptive" Zugnotationen (aus der jeweiligen Sicht des ziehenden Spielers) am natürlichsten. Und die hat es auch immer und überall gegeben. In Mitteleuropa haben sich jedoch spätestens im 19.Jhdt. die "algebraischen" Notationen durchgesetzt, bei der A1, die linke untere Ecke des Weißspielers, als Bezugspunkt gewählt und festgehalten wird (man vergleiche mit dem (0/0)-Punkt im Cartesischen Koordinatensystem!).
In der angelsächsischen Welt hat sich die deskriptive Notationsweise (z.B. in Schachbüchern) bis in die 1970er Jahre gehalten; etliche klassischen Partiesammlungen/Turnierbücher (z.B. Botvinnik:One hundred commented Games, oder Bronstein: 200 Open Games) gibt es nach wie vor oft nur als Nachdrucke alter Ausgaben und deshalb eben nur mit deskriptiver Notation. Das ist etwas mühsam und gewöhnungsbedürftig, wenn man von der algebraischen Notation her kommt - umgekehrt aber bestimmt genauso!
Beide Notationsarten haben ihre Vor- und Nachteile, aber insgesamt sind algebraische Notationen (in verschiedenen Sprachen oder symbolisch/figurin, in Kurz- oder Langform) wohl etwas praktischer und führen seltener zu Mißverständnissen/Unklarheiten, wenn z.B. gleiche Steine auf´s selbe Felder ziehen können. In der englischen deskriptiven Notation "behalten die Figuren ihre Geschichte": der Damenspringer(/-turm) bleibt immer Damenspringer(/-turm), auch wenn er später mit dem Königsspringer(/-turm) schon über das ganze Feld gewirbelt hat. [Wie machen die das dann eigentlich mit (umgewandelten) dritten Springern? Oder mit Varianten aus einer anderen Stellung als der Grundstellung heraus??] Artikel "descriptive notation" im englischen Wikipedia
* * *
Ich denke, das selbstverständliche Umgehen mit der Notation kommt mit der Zeit ganz automatisch - genau wie die "Brettsicht" (man sieht die gesamte Stellung und nicht nur eine Menge von Spielsteinen). Oder das Schalten beim Autofahren ...
Man lernt dabei wohl kaum die Felder auswendig oder beschleunigt sein unterbewußtes Abzählen, sondern orientiert sich wohl eher an typischen Zügen: Zunächst stellt man seinen Bauern nach e4, versucht dann mit L c4 und S g5 auf f7 anzugreifen, das behindert den weißen Springer mit h6 oder greift den Läufer mit d5 oder b5 an, was häufig mit c6 vobereitet werden muß ...usw...usf...
tracke
Geändert von tracke (16.08.2011 um 13:57 Uhr)
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