Hallo stefan0611, willkommen im schachmatt-Forum!
1)
Erwarte nicht zu schnell einen zu großen Fortschritt! Schach ist ein sehr komplexes Spiel, das macht gerade seinen Reiz aus! Man braucht 2-3 Jahre bis zum halbwegs ordentlichen Hobbyspieler und 8-10 Jahre bis zum spielstarken Amateur.
2)
Es gibt keine gute Alternative zum Schachverein! Nur reales Spiel gegen reale Menschen hilft weiter und macht Spaß! Gute Internetspieler haben ihr Metier an realen Brettern gelernt, nicht umgekehrt!
Daß Anfänger nicht gleich für wichtige Mannschaftskämpfe aufgestellt werden, ist doch verständlich, oder? - Erstmal im freien Spiel Fortschritte machen, Notation&Etikette&Uhrbehandlung usw. richtig lernen, dann mal am Schnellschachturnier oder offenen Vereinsmeisterschaft teilnehmen, nach einem Jahr in die Mannschaftskämpfe einsteigen!
3) Blitz macht Spaß! Und süchtig!! Und verleitet zu vereinfachtem Denken: man lernt mehrzügige Strategien aber nicht dadurch kennen und verstehen, daß man kurzzügige Taktiken immer sicherer und schneller herunterspult!
Wer schnell und gut Schach spielen will, sollte zunächst gut spielen lernen und erst danach an der Schnelligkeit arbeiten. Umgekehrt wird nicht viel draus ... (allerhöchstens schlechter Spielstil/Sozialverhalten)
Blitzschach auf 1/3 der Schachzeit begrenzen, stattdessen 20-60min-Patien oder gemeinsame Analysen
4)
Reale Bretter&Figuren statt Bildschirm! WENN man schon gut Schach spielen kann, kann man etliche Inhalte besser (und schneller!) mit einem elektronischen Medium trainieren. Aber zum Einstieg bringt das m.E. nicht viel. (außer z.B. für ein begrenztes Taktiktraining)
5)
Gegen Computer zu spielen ist blöde! Das gilt m.E. auch für Handicap-Stufen o.ä. Es kann allerdings sinnvoll sein, das Ausspielen theoretisch klar gewonnener Stellungen zu üben (denn die Comps verteidigen sich ziemlich gut! Und es ist ihnen auch egal, zu Trainingszwecken immer die schlechter stehende Seite zugewiesen zu kriegen!). Einfach beginnen, etwa mit Dame-gegen-Läufer, oder D+T-g-L+S oder T+3B-g-T+1B bis hin zu (für Meisteranwärter) T+L-g-T
6) Eine
klitzekleine Schachbibliothek (3-8 Bücher) kann auch am Anfang schon recht nützlich sein. Gerade einführende Werke gibt es häufig auch in öffentlichen Leihbibliotheken oder spottbillig bei Ebay etc.
- Ein Buch über elementare Endspiele, etwa
Erfolg im Endspiel (Awerbach) oder
Was man über das Endspiel wissen muß (Awerbach) oder
Fit im Endspiel (Rosen)
- Ein Eröffnungs
übersicht, etwa den Kallai , die FCO oder das neue von Burgess/Watson
- Mindestens ein Buch, in dem ganze Partien vorkommen und kommentiert werden! Das kann durchaus Eröffnungsbezug haben, denn einfache Partien sind häufig eben kurz und kommen aus der Eröffnung kaum noch heraus ... Z.B.
Schacheröffnungen (Orban),
Tactics in the Chess Opening 2 - Open Games (Nijboer/VanDerTak). Oder eher ein strategische Einführung sein wie
Meister gegen Amateur (Euwe)
Es gibt SOVIELE gute Bücher für den ersten Fortschritte, die können auch gerne älter sein: Die Bücher aus dem Sportverlag oder die von Kurt Richter sind alle prima! In den letzten Jahren hat insbesondere der englische Gambit-Verlage einige sehr gut strukturierte und lesefreundliche Bücher für Kids/Anfänger herausgebracht und auch ins Deutsche übersetzt:
Chandler: Schachtaktik für Kids,
Giddens: 101 Endspieltipps,
Gallagher: 101 Angriffsideen im Schach* * *Wichtig ist, daß man sich Zeit nimmt für das Verstehen einzelner Zügen und daß man dies mit realem Holz in der Hand macht. Setzt voraus, daß man pro Zug MINDESTENS 30sec Zeit hat um nachzudenken.
Und daß man sich immer fragt, warum dieser Zug jetzt geht und jener nicht.
Beispiel: 1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.Lf1-b5 d7-d6 (Spanisch-Steinitz)
a) 4.d2-d4 Lc8-d7 - Kann Weiß jetzt einen Bauern gewinnen?
b) 5.Sb1-c3 Sg8-f6 - Kann Weiß jetzt einen Bauern gewinnen??
c) 6.Dd1-d3 Lf8-e7 - Kann Weiß jetzt einen Bauern gewinnen???
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