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03.07.2011, 18:12
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Neuling
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Registriert seit: 07.2011
Beiträge: 5
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Stress beim Online-Schach
Hallo ihr alle, ich gehe mal davon aus, dass ihr alle mehr oder weniger regelmässig online einige Schachpartien spielt.
Da ich nicht Mitglied eines Schachclubs bin habe ich kaum anderweitig Gelegenheit in den Genuss dieses wunderbaren Spiels zu kommen. Allerdings musste ich feststellen, dass online-Schach auch mit viel Stress verbunden ist.
Viele Spieler versuchen bei einer hoffnungslosen Partie erstmal remis anzubieten, bitten dann noch wahlweise um Zugrücknahme oder vertagung des Spiels und wenn ich (verständlicherweise) auf diese Vorschläge nicht eingehe lassen sie einfach die Zeit auslaufen (was bei verbleibenden 20+ minuten einfach nur ärgerlich ist).
Ich weiss, dass im Turnier mit harten Bandagen gekämpft wird, aber ich spiele überwiegend mit Freunden (wenn mal nicht online) und bei uns gibts halt einfach sone Art Ehrenkodex welcher besagt, dass man aufgibt, wenn eine Partie verloren ist.
Wer nicht an die Ausweglosigkeit der gespielten Partie glaubt, darf ja meinetwegen ruhig weiterspielen. Aber für solch bewusste Schikanen hab ich echt null Verständnis.
Ich meine, wir alle gewinnen lieber als wir verlieren. Aber ist es denn zuviel verlangt, dem Gegner einen wohlverdienten Sieg anzuerkennen?
Was denkt ihr darüber? Hat jemand ähnliches erlebt?
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03.07.2011, 19:43
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beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 1828
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Registriert seit: 04.2009
Ort: E-0870 Sitges (Barcelona)
Beiträge: 252
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Zitat:
Zitat von isam2k
Hallo ihr alle, ich gehe mal davon aus, dass ihr alle mehr oder weniger regelmässig online einige Schachpartien spielt.
Da ich nicht Mitglied eines Schachclubs bin habe ich kaum anderweitig Gelegenheit in den Genuss dieses wunderbaren Spiels zu kommen. Allerdings musste ich feststellen, dass online-Schach auch mit viel Stress verbunden ist.
Viele Spieler versuchen bei einer hoffnungslosen Partie erstmal remis anzubieten, bitten dann noch wahlweise um Zugrücknahme oder vertagung des Spiels und wenn ich (verständlicherweise) auf diese Vorschläge nicht eingehe lassen sie einfach die Zeit auslaufen (was bei verbleibenden 20+ minuten einfach nur ärgerlich ist).
Ich weiss, dass im Turnier mit harten Bandagen gekämpft wird, aber ich spiele überwiegend mit Freunden (wenn mal nicht online) und bei uns gibts halt einfach sone Art Ehrenkodex welcher besagt, dass man aufgibt, wenn eine Partie verloren ist.
Wer nicht an die Ausweglosigkeit der gespielten Partie glaubt, darf ja meinetwegen ruhig weiterspielen. Aber für solch bewusste Schikanen hab ich echt null Verständnis.
Ich meine, wir alle gewinnen lieber als wir verlieren. Aber ist es denn zuviel verlangt, dem Gegner einen wohlverdienten Sieg anzuerkennen?
Was denkt ihr darüber? Hat jemand ähnliches erlebt?
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Antwort:
Aus eigener Erfahrung kann ich die Aussagen nur bestätigen.
Allerdings sollte man einfach "über den Dingen stehen".
Wenn Dir ein Gegner bei einer fast verlorenen Partie noch remis anbietet,
ist das verständlich, aber es liegt an Dir, über das Remisangebot zu entscheiden.
Wenn einer die Uhr einfach weiterlaufen lässt wegen verlorenen Stellung und weil er sich ärgert, dann sturbleiben. Die Zeit gewinnt für Dich. Du tust einfach etwas anderes in der Zeit und schaust hin und wieder auf die Partie, wie es mit den Uhren steht.
Nun etwas Lustiges: Wenn einer bei einer vollkommen verlorenen Partie immer noch weiterspielt, biete ich meistens remis an. Zu 50 % gehen die Gegner auf das Angebot ein. Dann sage ich mir: "Da hast du wieder einen glücklich gemacht!"
Wenn er garnicht aufgibt, spiele so lange, bis ich mehrere Damen auf dem Brett habe und achte darauf, dass er nicht eine Patt-Stellung findet.
Also, nimm's leichter. Dann ärgerst Du Dich nicht.
Es gibt halt komische Typen, auch im Schach.
Frank Mayer
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03.07.2011, 21:43
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Neuling
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Registriert seit: 07.2011
Beiträge: 5
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Zitat:
Zitat von Frank Mayer
Antwort:
Aus eigener Erfahrung kann ich die Aussagen nur bestätigen.
Allerdings sollte man einfach "über den Dingen stehen".
Wenn Dir ein Gegner bei einer fast verlorenen Partie noch remis anbietet,
ist das verständlich, aber es liegt an Dir, über das Remisangebot zu entscheiden.
Wenn einer die Uhr einfach weiterlaufen lässt wegen verlorenen Stellung und weil er sich ärgert, dann sturbleiben. Die Zeit gewinnt für Dich. Du tust einfach etwas anderes in der Zeit und schaust hin und wieder auf die Partie, wie es mit den Uhren steht.
Nun etwas Lustiges: Wenn einer bei einer vollkommen verlorenen Partie immer noch weiterspielt, biete ich meistens remis an. Zu 50 % gehen die Gegner auf das Angebot ein. Dann sage ich mir: "Da hast du wieder einen glücklich gemacht!"
Wenn er garnicht aufgibt, spiele so lange, bis ich mehrere Damen auf dem Brett habe und achte darauf, dass er nicht eine Patt-Stellung findet.
Also, nimm's leichter. Dann ärgerst Du Dich nicht.
Es gibt halt komische Typen, auch im Schach.
Frank Mayer
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Ein richtiger Gentleman! Leute deines Schlags bräuchte es mehr auf der Welt.
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06.07.2011, 18:59
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Hallo isam,
Zitat:
Zitat von isam2k
Da ich nicht Mitglied eines Schachclubs bin habe ich kaum anderweitig Gelegenheit in den Genuss dieses wunderbaren Spiels zu kommen. Allerdings musste ich feststellen, dass online-Schach auch mit viel Stress verbunden ist.
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Da gibt es Abhilfe: Werde Mitglied in einem Schachklub!
Dort hast Du dann reale Menschen als Gegenüber, wobei das keine absolute Gewähr dafür ist, dass es sich dabei durchweg um dufte Kerle (seltener auch Damen) handelt; nur können sich die fiesen Buben (seltener Mädels) dann nicht so tollwütig ausleben wie in der Anonymität des Internets.
Allerdings: Wenn man "richtig" Mitglied in einem Verein ist (also nicht nur an Mannschaftskämpfen teilnimmt und seine Beiträge pünktlich zahlt) und also am Vereinsleben Anteil nimmt, so wird man früher oder später wahrscheinlich mit der gefürchteten Vereinsmeierei konfrontiert; bleibt man hier gelassen und verstrickt sich nicht in die meist kleinkarierten Streitereien und Hinterhofscharmützel, so steht einem glücklichen und langen Vereinsdasein nichts im Wege.
Zitat:
Zitat von isam2k
Viele Spieler versuchen bei einer hoffnungslosen Partie erstmal remis anzubieten, bitten dann noch wahlweise um Zugrücknahme oder vertagung des Spiels und wenn ich (verständlicherweise) auf diese Vorschläge nicht eingehe lassen sie einfach die Zeit auslaufen (was bei verbleibenden 20+ minuten einfach nur ärgerlich ist).
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Wenn es Dich tröstet: Das von Dir Geschilderte trifft alle Onlinespieler und zwar ausnahmslos. Ich würde jedoch das "viele" durch "manche" ersetzen, denn die meisten (ich spiele auf chess.com) Spieler sind eigentlich fair und jeder zweite grüßt mich sogar zurück. Ich schätze grob - Statistiken habe ich noch keine geführt -, dass vielleicht gut 1/3 der Spieler der eher unhöflichen Fraktion angehören, die dann - je nach Lust und Laune - auch mal ausloggen ohne aufzugeben (Zeit ablaufen lassen) oder andere Merkwürdigkeiten (doofe Sprüche, Anmachen, ständige Remisangebote) zelebrieren.
Anbei als kleiner Tipp am Rande: Wenn Dein Gegner auf Deinen Gruß nicht reagiert (etwas Zeit solltest Du ihm allerdings schon lassen), dann kannst Du in der Regel davon ausgehen, dass zu erwartende Überraschungen eher böse ausfallen werden; kommt jedoch ein Gruß zurück, dann ist es äußerst selten so, dass man sich im Ärger trennt. Gegen Leute, die den Chat von Anfang an ausgeschaltet haben, spiele ich prinzipiell nicht. So spart man sich effektiv mit einfachsten Mitteln einigen Ärger.
Beste Grüße,
gisi
Geändert von Gisibert (06.07.2011 um 19:04 Uhr)
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06.07.2011, 20:33
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Totaler Kenner
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Registriert seit: 09.2005
Beiträge: 167
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Ich spiele auch auf chess.com und kann alles nur bestätigen.
Man kann die Wahrscheinlichkeit an ein schwarzes Schaf zu geraten dadurch minimieren, indem man nur Leute einläd, die schon mehrere Spiele gespielt haben (va gegen dieselbe Person), eine geringe Abbruchrate haben, oder zahlendes Mitglied sind.
Wenn die Leute ein symphatisch klingendes Profil haben, etwas ausfuehrlicher von sich schreiben, ist die Chance hoch, nicht an ein B-Loch zu geraten.
Ich gerate daher nur in max 10% an unangenehme Leute.
Geändert von dirad (06.07.2011 um 20:36 Uhr)
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06.07.2011, 22:40
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Neuling
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Registriert seit: 05.2011
Beiträge: 1
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In aussichtsloser Position weiterspielen
Hallo Schachfreunde,
in aussichtsloser Position weiter zu spielen, ist eine grobe Unhöflichkeit gegenüber dem Gegner. Meist merken dies Newcomer gar nicht. Man sollte sie höflich darauf hinweisen und ihnen erklären, die Zeit zu nutzen in einer neuen Partie ist wesentlich sinnvoller. Ansonsten sich seinen Teil denken über diese Spieler und sie in Zukunft meiden. Als langjähriger Vereinsspieler (von 1959 bis 1984, Rating 1936 ELO) habe ich so meine Erfahrungen. Ernsthafte Spieler geben auf, wenn keine Chance mehr besteht.
Mit freundlichen Grüßen
Jordy
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07.07.2011, 05:27
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Neuling
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Registriert seit: 06.2011
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Beiträge: 3
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Stress
Hallo Fans,
bis jetzt habe ich nur einmal ein Online-Spiel riskiert - bin gerade dabei Schachkenntnisse aus Kinderzeiten aufzufrischen und habe natürlich noch keine reale Chance gegen einen erfahrenen Spieler anzutreten. Aber es ist selbstverständlich für mich, daß ich nach der Erkenntnis - verloren - ganz schnell das dem Mitspieler offenlege. Bei Fritz-Schach 12 kann ich meinen Computer ja auch nicht aus dem Fenster werfen wenn ich verloren habe ... schönen Tag, Michael
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07.07.2011, 17:59
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beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 1828
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Registriert seit: 04.2009
Ort: E-0870 Sitges (Barcelona)
Beiträge: 252
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Zitat:
Zitat von dirad
Ich spiele auch auf chess.com und kann alles nur bestätigen.
Man kann die Wahrscheinlichkeit an ein schwarzes Schaf zu geraten dadurch minimieren, indem man nur Leute einläd, die schon mehrere Spiele gespielt haben (va gegen dieselbe Person), eine geringe Abbruchrate haben, oder zahlendes Mitglied sind.
Wenn die Leute ein symphatisch klingendes Profil haben, etwas ausfuehrlicher von sich schreiben, ist die Chance hoch, nicht an ein B-Loch zu geraten.
Ich gerate daher nur in max 10% an unangenehme Leute.
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Lieber "dirad",vielleicht darf ich dazu kommentieren, dass Du auf chess.com wohl hauptsächlich ein etwas anderes Modell spielst.Wir bezogen uns auf das online-Schach mit z. B. 5 oder 15 Minuten Zeit pro Spieler.Da kannst Du alle komischsten Sachen erleben, wie schon teilweise angegeben.Da ich nur als "guest" spiele, weiss ich natürlich nicht, wer mein Gegner ist. Nur hinterher kann ich erfahren, aus welchem Land er stammt.In der letzten Zeit kommt es öfters vor, dass der Gegner "auf dumm" spielt. Also mit ganz "kindischen" Eröffnungen, um dich in Sicherheit zu wiegen. Und dann schlägt er zu und spielt wie ein Weltmeister.Wenn ich eine Figur im Rückstand bin, spiele ich weiter, aber wenn ich sehe, aus der Partie wird nichts mehr, gebe ich sofort auf. Warum soll ich mich rumquälen, wenn doch nichts dabei rauskommt.Beste Grüsse Frank
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08.07.2011, 00:17
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
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Hallo dirad,
Zitat:
Zitat von dirad
Ich spiele auch auf chess.com und kann alles nur bestätigen.
Man kann die Wahrscheinlichkeit an ein schwarzes Schaf zu geraten dadurch minimieren, indem man nur Leute einläd, die schon mehrere Spiele gespielt haben (va gegen dieselbe Person), eine geringe Abbruchrate haben, oder zahlendes Mitglied sind.
Wenn die Leute ein symphatisch klingendes Profil haben, etwas ausfuehrlicher von sich schreiben, ist die Chance hoch, nicht an ein B-Loch zu geraten.
Ich gerate daher nur in max 10% an unangenehme Leute.
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Das sind nette Ideen, aber im Blitzschach-Modus unpraktikabel, da Dein Gegner recht schnell abbricht, wenn Du erstmal damit beginnst, in Ruhe sein Profil zu studieren. Ich meine: Mich nervt das ehrlich gesagt auch, wenn manche Leute auf ein Angebot eingehen und dann erstmal nicht reagieren. Ich weiß dann nie, ob sie abgestürzt sind, sich vertan haben, mein Profil prüfen oder sich einen Scherz erlauben.
Es grüßt,
gisi
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08.07.2011, 00:25
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Hallo Frank,
Zitat:
Zitat von Frank Mayer
In der letzten Zeit kommt es öfters vor, dass der Gegner "auf dumm" spielt. Also mit ganz "kindischen" Eröffnungen, um dich in Sicherheit zu wiegen. Und dann schlägt er zu und spielt wie ein Weltmeister.
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Ich kenne ähnliche Situationen auch. Gelegentlich spielt man wohl doch gegen Computer und nicht gegen Menschen.
Das von Dir geschilderte Phänomen lässt auf Leute schließen, die sich einen Jux machen wollen, selber kein Schach können, aber wissen, wie man eine Engine bedient. Wobei ich zugeben muss: Ganz selten spiele ich auch bewussten Kokolores in der Eröffnung. Aber dann setze ich meist nicht "wie ein Weltmeister" fort, sondern gehe ein wie ein Radieschen in der Sahara. 
gisi
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09.07.2011, 16:19
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Neuling
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Registriert seit: 07.2011
Beiträge: 5
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Zitat:
Zitat von Gisibert
Da gibt es Abhilfe: Werde Mitglied in einem Schachklub!
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Naja dazu eine kleine Anekdote von gestern Abend, die mir leider zeigte, dass man auch fernab der Anonymität des Internets auf ungehobelte Schachspieler stossen kann.
Ich war gerade mit einem Freund in einer Bar um bei einigen Bier einige nette Schachpartien zu spielen. Schon bald fiel mir ein Typ auf, der immer mal wieder besonders interessiert auf unser Schachbrett rüberschielte und unsere Partie mit grosser Aufmerksamkeit zu verfolgen schien.
An und für sich stört mich das überhaupt nicht, wenn sich jemand beinahe den Hals verrenkt, um deine Partie zu verfolgen und dir so auf eine etwas aufgesetzt theatralische Art mitteilt: "Auch ICH versteh was von Schach!".
Schlussendlich gelangten wir aber zu einer Stellung, in der mein Freund schon mehr oder weniger mit einem Fuss im Grab stand (eingekesselte, passive Stellung und 5 Punkte materieller Nachteil, des weiteren standen einige unausweichliche Aubtausche an, mit denen ich das Spiel simplifizieren und meinen Vorteil noch deutlicher machen konnte).
Ich entschied mich also für einen Angriff auf dem Damenflügel, musste jedoch feststellen, dass der Typ, der unsere Partie bislang noch mit grossem Interesse verfolgte in ein so heftiges (und theatralisches) Kopfschütteln ausbrach, dass ich fürchtete, er würde sich bald das Genick brechen. Die Nachricht war auch diesmal nicht schwer zu verstehen: "Ich verstehe definitiv mehr von Schach als du!".
Nur Sekunden vergingen, da stand er auch schon am Brettrand, wild gestikulierend, und meinte, er müsse meinem Schachfreund eine vermeindliche in-4-Zügen-Matt-Kombination zeigen, die er gefunden habe.
Das schon für sich genommen, betrachtete ich als eine bodenlose Frechheit, als ich ihm allerdings zeigte, dass seine Kombination nicht viel mehr als heisse Luft war, änderte er seine Meinung und meinte, es liege aber zumindest ein vernichtender Angriff drin.
Ich überlegte daraufhin einige Minuten und betrachtete eingehend die Stellung, ich war mir sicher, dass mein Gegner nicht ausreichend Material besass um einen erfolgreichen Angriff durchzuführen. Es lag zwar ein Läuferopfer drin, welches zu einer komplizierten Stellung geführt hätte, jedoch wäre der Angriff nicht stark genug gewesen und im Zweifelsfalle konnte ich immer noch dank überlegener Stellung Figuren hinter den feindlichen Linien abtauschen um dem übermütigen Gegner die Luft aus den Segeln zu nehmen.
Ich erörterte dem Fremden höflich, wenn auch bestimmt, dass er Unrecht habe und die von ihm vorgeschlagenen Züge nur zu weiteren Stellungsschwächen oder gar weiterem Materialverlust führen würden, worauf er mich als einen ignoranten Idioten bezeichnete (das war ein Fehler... den er später über 4 Partien hinweg bereuen sollte).
Wir boten also dem Fremden an, er möge doch die Partie gegen mich zu Ende spielen, um uns denn seinen vernichtenden Angriff zu demonstrieren.
Und siehe da: Er verlor kläglich! Doch anstatt seinen Fehler zuzugeben meinte er nun, er würde mich schon fertigmachen, wenn er eine ganze Partie gegen mich spielen würde.
Naja was dann kam war eigentlich nur noch lächerlich und peinlich: Mal mimte der Fremde urplötzlich den Betrunkenen, um damit sein schlechtes Spiel zu erklären, dann klagte er über Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten etc. einmal musste er sogar seine (sehr gereizten) Kumpels zu hilfe holen, die uns versichterten, dass ihr Freund unter "normalen Umständen" absolut unschlagbar sei.
Geändert von isam2k (09.07.2011 um 16:21 Uhr)
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10.07.2011, 11:46
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beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 1828
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Registriert seit: 04.2009
Ort: E-0870 Sitges (Barcelona)
Beiträge: 252
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Zitat:
Zitat von isam2k
Naja dazu eine kleine Anekdote von gestern Abend, die mir leider zeigte, dass man auch fernab der Anonymität des Internets auf ungehobelte Schachspieler stossen kann.
Ich war gerade mit einem Freund in einer Bar um bei einigen Bier einige nette Schachpartien zu spielen. Schon bald fiel mir ein Typ auf, der immer mal wieder besonders interessiert auf unser Schachbrett rüberschielte und unsere Partie mit grosser Aufmerksamkeit zu verfolgen schien.
An und für sich stört mich das überhaupt nicht, wenn sich jemand beinahe den Hals verrenkt, um deine Partie zu verfolgen und dir so auf eine etwas aufgesetzt theatralische Art mitteilt: "Auch ICH versteh was von Schach!".
Schlussendlich gelangten wir aber zu einer Stellung, in der mein Freund schon mehr oder weniger mit einem Fuss im Grab stand (eingekesselte, passive Stellung und 5 Punkte materieller Nachteil, des weiteren standen einige unausweichliche Aubtausche an, mit denen ich das Spiel simplifizieren und meinen Vorteil noch deutlicher machen konnte).
Ich entschied mich also für einen Angriff auf dem Damenflügel, musste jedoch feststellen, dass der Typ, der unsere Partie bislang noch mit grossem Interesse verfolgte in ein so heftiges (und theatralisches) Kopfschütteln ausbrach, dass ich fürchtete, er würde sich bald das Genick brechen. Die Nachricht war auch diesmal nicht schwer zu verstehen: "Ich verstehe definitiv mehr von Schach als du!".
Nur Sekunden vergingen, da stand er auch schon am Brettrand, wild gestikulierend, und meinte, er müsse meinem Schachfreund eine vermeindliche in-4-Zügen-Matt-Kombination zeigen, die er gefunden habe.
Das schon für sich genommen, betrachtete ich als eine bodenlose Frechheit, als ich ihm allerdings zeigte, dass seine Kombination nicht viel mehr als heisse Luft war, änderte er seine Meinung und meinte, es liege aber zumindest ein vernichtender Angriff drin.
Ich überlegte daraufhin einige Minuten und betrachtete eingehend die Stellung, ich war mir sicher, dass mein Gegner nicht ausreichend Material besass um einen erfolgreichen Angriff durchzuführen. Es lag zwar ein Läuferopfer drin, welches zu einer komplizierten Stellung geführt hätte, jedoch wäre der Angriff nicht stark genug gewesen und im Zweifelsfalle konnte ich immer noch dank überlegener Stellung Figuren hinter den feindlichen Linien abtauschen um dem übermütigen Gegner die Luft aus den Segeln zu nehmen.
Ich erörterte dem Fremden höflich, wenn auch bestimmt, dass er Unrecht habe und die von ihm vorgeschlagenen Züge nur zu weiteren Stellungsschwächen oder gar weiterem Materialverlust führen würden, worauf er mich als einen ignoranten Idioten bezeichnete (das war ein Fehler... den er später über 4 Partien hinweg bereuen sollte).
Wir boten also dem Fremden an, er möge doch die Partie gegen mich zu Ende spielen, um uns denn seinen vernichtenden Angriff zu demonstrieren.
Und siehe da: Er verlor kläglich! Doch anstatt seinen Fehler zuzugeben meinte er nun, er würde mich schon fertigmachen, wenn er eine ganze Partie gegen mich spielen würde.
Naja was dann kam war eigentlich nur noch lächerlich und peinlich: Mal mimte der Fremde urplötzlich den Betrunkenen, um damit sein schlechtes Spiel zu erklären, dann klagte er über Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten etc. einmal musste er sogar seine (sehr gereizten) Kumpels zu hilfe holen, die uns versichterten, dass ihr Freund unter "normalen Umständen" absolut unschlagbar sei.
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Ja, solche Typen haben wir gerne!Im Caféhaus lässt man eine solches Einmischen mal hin und wieder durchgehen, aber nicht, wenn in meinem Fall in der letzten Saison beim Mannschaftsbewerb ein Teamkollege, der 70 Punkte unter mir liegt, mich in einer Verschnaufpause bis in die Toilette verfolgt und mir die "Fehler" vorwirft, die ich seiner Meinung nach begangen haben soll.Ich habe dazu nichts gesagt, sondern ihm danach ein geharnischtes e-mail geschrieben mit Kopie an unseren Mannschaftsführer. Seitdem habe ich Ruhe.Frank Mayer
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10.07.2011, 14:06
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Hallo isam,
Zitat:
Zitat von isam2k
wenn sich jemand beinahe den Hals verrenkt, um deine Partie zu verfolgen und dir so auf eine etwas aufgesetzt theatralische Art mitteilt: "Auch ICH versteh was von Schach!".
[...]
der Typ, der unsere Partie bislang noch mit grossem Interesse verfolgte in ein so heftiges (und theatralisches) Kopfschütteln ausbrach, dass ich fürchtete, er würde sich bald das Genick brechen. Die Nachricht war auch diesmal nicht schwer zu verstehen: "Ich verstehe definitiv mehr von Schach als du!".
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Besten Dank für die unterhaltsame Schilderung Deines Kaffeeschacherlebnisses. Du hast vollkommen Recht: Auf merkwürdige Typen kann man in der Tat überall treffen, sowohl im Verein als auch (und vermutlich besonders dort) in Kneipen oder auf öffentlichen Plätzen (Gartenschachs in Parks etc.).
Wir kennen sie ja alle, jene Spieler, die einfach partout nicht zugeben können, dass man besser als sie gespielt hat und deshalb ganz regulär gewann. Da werden abstruse Ausreden bemüht, allein um dem überquellenden Ego ja keine Blöße zu geben.
Besonders nervig sind aber (wie im von Dir geschilderten Fall) besserwisserische Kiebitze. Diese Leute scheinen es nicht zu begreifen: Schach ist ein Spiel von großer Möglichkeitenvielfalt, jeder Mensch hat andere Präferenzen (Spielarten) und meist gibt es viele Wege, um ein Spiel zu spielen. Sie aber sehen eine Idee und sind der felsenfesten Meinung, dass alles andere schlecht sein müsse.
Mit Verlaub: Solche Schachspieler haben ganz wesentliche Aspekte des Spieles einfach (noch) nicht begriffen.
Was ich allerdings etwas kritikwürdig finde: Ihr habt euch auf den Typen offenbar eingelassen und das, obwohl er die einfachsten Anstandsregeln grob missachtete. Dass dem nichts Gutes folgen kann, war absehbar. Das ist in etwa so, als öffne man einen prallgefüllten Mülleimer und wundere sich dann, dass es anfängt im Raum zu stinken. 
Es grüßt Dich,
gisi
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16.07.2011, 23:06
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Neuling
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Registriert seit: 07.2011
Beiträge: 5
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Zitat:
Zitat von Gisibert
Was ich allerdings etwas kritikwürdig finde: Ihr habt euch auf den Typen offenbar eingelassen und das, obwohl er die einfachsten Anstandsregeln grob missachtete. Dass dem nichts Gutes folgen kann, war absehbar. Das ist in etwa so, als öffne man einen prallgefüllten Mülleimer und wundere sich dann, dass es anfängt im Raum zu stinken.
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Hehe, gut gesprochen... In der Tat muss ich dir da natürlich recht geben, allerdings wars mir in dem Moment ganz einfach unmöglich den Typen mit einer solchen Aktion davonkommen zu lassen, da werd ich mich wohl selbst auch noch in Beherrschung üben müssen.
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