Sowas findet man meist unter dem Stichwort "Schachvarianten", was eben Varianten des (klass.) Schachs und nicht Varianten (=Zugfolgen) im Schach meint.
Hier in unserem Schachmatt.de-Forum gibt es dazu auch ein eigenes Unterforum namens
"Schachvarianten"; mit Beiträgen zu Tandemschach, Räuberschach, Atomschach, ... (und auch etlichen Threads, die da nicht hingehören).
Ein Autor namens D.B.Pritchard gilt als weltweit führender Guru bezüglich solcher Varianten und hat dazu auch ganze Bücher geschrieben, z.B.:
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http://www.amazon.de/Popular-Chess-V...8220802&sr=8-3
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http://www.amazon.de/Classified-Ency...8220802&sr=8-2
Solche Varianten sind taktisch meist viel brutaler als das "normale" Schach: in geringer Dosis ist z.B. Tandem nicht schlecht, um mit Einsteigern das kurzzügige kombinatorische Denken zu trainieren - andererseits gilt Schach ja gerade wegen seiner tendenziell strategischen Ausrichtung als Königin der Spiele! Wer mehr Action will, kann doch gleich zum Kegeln oder Kick-Boxen wechseln!?
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Was die konkret erwähnten Varianten angeht:
Das von Milian erwähnte Doppelzugschach beinhaltet m.W. die Möglichkeit, irgendwann im ersten Doppelzug Schach zu geben und im zweiten den gegnerischen König zu schlagen d.h. zu gewinnen. Dann ist es aber m.W. schon notwendig, Weiß zu Beginn der Partie ausnahmsweise nur einen einzigen Zug zuzugestehen, ansonsten gewinnt Weiß wohl schon forciert, wie man leicht von Hand ausprobiert (ich meine mich zu erinnern, daß 1.e4+Sc3 "die Lösung" ist ?!)
Auch mit dieser Einschränkung (also 1-2-2-2-...) glaube ich nicht, daß die Partie lange dauert. Obwohl es bestimmt eine nette, kleine Aufgabe wäre, dies zu lösen (vermutlich steht die Lösung irgendwo im Web).
Daß das Drei-Zug-Schach OHNE Anfangsbeschänkung UND OHNE Schachgeben-und-Schlagen-Beschränkung ebenfalls sehr rasch vorbeigeht, dürfte klar sein (sowas wie 1.(e4+Sc3+Sf3) wäre wiederum einen Versuch wert?!). Mit ImpalOrs Schachmatt-Beschränkung dürfte es ziemlich undurchschaubar und damit unspannend werden. Entweder gibt es auch wieder eine forcierte Lösung (die, etwa vergleichbar mit einer Matt-in-20-Studie im normalen Schach, ein entsprechendes Programm sehr schnell löst, ein Mensch jedoch nur ein langer aber endlicher Zeit). Oder aber, was ich auch für möglich halte, eine theoretisch perfekte Partie versandet im prophylaktischen Stillstand ("positionelles Remis"). Also viel langweiliger als Russisch, Berliner Verteidigung oder Abgelehntes Damengambit

Es ist schon lange her, daß ich mich mit mathematischer Spieltheorie beschäftigt habe, aber intuitiv teile ich die Meinung des Captain, daß man da eine ganze Menge höchst sorgfältig austarierter Regeln braucht, um das resultierende Spiel halbwegs sinnvoll und interessant zu machen.
tracke