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Passende Eröffnung für Anfänger Beitrag # 1 ( permalink)

17.05.2011, 18:34
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Neuling
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Registriert seit: 05.2011
Beiträge: 1
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Passende Eröffnung für Anfänger
Hallo 
Kurz zu mir: Ich bin neu hier und spiele seit einigen Wochen wieder sehr intensiv Schach, gegen Familie, Freunde, teilweise auch gegen den Computer. Eventuell werde ich auch noch mal nach einem Schachverein Ausschau halten, denn ein großer Traum von mir ist, vielleicht sogar mal auf einem Turnier mitzumachen  ...
Ich suche schon seit geraumer Zeit nach einer guten Eröffnung für Weiß, aber auch für Schwarz. Mein Problem ist, dass ich dabei nicht so wirklich weiter komme... Ich habe mir viele Eröffnungen und Verteidigungen angeschaut, z.B. Caro-Kann oder Sizilianisch, aber ich hab jedesmal gemerkt, dass das kein Sinn hat, weil es davon unzählige Varianten und Ausführungen gibt, die man dann ja alle können sollte. Außerdem sollte man ja auch verstehen, warum man denn einen bestimmten Zug macht und nicht einfach nach auswendig gelernten Systemen spielen. Klar, Grundregeln wie Zentrum beherrschen, Figuren entwickeln und König in Sicherheit bringen sind mir bewusst, aber das reicht ja oft nicht...
Meine Frage: Habt ihr eine Idee für eine Eröffnung (und eine Verteidigung), die für Anfänger geeignet ist, aber auch halbwegs bekannt und beliebt ist? Oder gibt es sowas nicht und man sollte sich als Anfänger gleich schon mit solchen komplizierten, aber auch bei Großmeistern beliebten, Sachen vertraut machen?
Bin dankbar für alle Ideen und Beiträge 
lg
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Passende Eröffnung für Anfänger Beitrag # 2 ( permalink)

18.05.2011, 10:15
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Kenner
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Registriert seit: 06.2005
Beiträge: 127
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Für Anfänger sind eigentlich alle Eröffnungen geeignet; schon allein, weil du vorrangig gegen andere Anfänger spielen wirst und die Eröffnungsvariante auf dem Level schlichtweg egal ist.
Ich würde an deiner Stelle einfach erstmal möglichst viel Verschiedenes ausprobieren, um ein Gefühl für die verschiedenen Systeme zu bekommen und einen groben Überblick. Es ist ein Luxus, sich (noch) nicht mit Eröffnungstheorie befassen zu müssen!
Was du auf keinen Fall machen solltest: Krampfhaft den häufigsten Eröffnungen ausweichen (weil sie dir vermeintlich zu schwer sind) und sich auf minderwertiges Zeug konzentrieren. Irgendwann wirst du dich doch mit den ernsthaften Sachen beschäftigen müssen und wirst dann die verplemperte Zeit verfluchen.
Also: Konzentration auf einzelne Eröffnungen so spät wie möglich und dann auch ruhig die großen Systeme anschauen. Deine Gegner haben auch immer nur genauso viel oder wenig Ahnung wie du!
Manche sagen, man sollte die historische Evolution der Eröffnungen für sich selbst nachvollziehen. Also mit den offenen Kampferöffnungen des 19. Jahrhunderts beginnen, auch die Gambits mal kennenlernen (Königs- und Evansgambit vor allem), danach das Damengambit; dann die halboffenen Systeme und danach die hypermodernen Sachen (Indische Systeme, Grünfeld, etc. die schon relativ komplex sind) und am Ende dann die Flankeneröffnungen. Kommt halt drauf an, wieviel Zeit du hast. ;-)
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Passende Eröffnung für Anfänger Beitrag # 3 ( permalink)

18.05.2011, 12:50
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beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 1828
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Registriert seit: 04.2009
Ort: E-0870 Sitges (Barcelona)
Beiträge: 252
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Wie jeder, habe ich auch einmal angefangen und wusste auch nicht wie.
Im Laufe der Jahre habe ich mich auf 2 Eröffnungen bzw. Verteidigungen konzentriert und spiele sie immer wieder. Langsam wird man dann sicherer. Nicht erschrecken, es gibt auch Zugumstellungen, die auf letztlich wieder auf Deinen Weg führen.
Die meisten Spiele beginnt Weiss mit e4 oder d4.
Wenn ich Weiss habe, fange ich immer mit d4 an und versuche dann in das Colle-System zu kommen. Bitte ansehen, weil sehr stabil für Weiss.
Wenn mein Gegener mit d4 öffnet, dann spiele ich die Verteidung des klassischen Damengambites.
Wenn der Gegner mit e4 beginnt, antworte ich immer mit Caro-Kann. Es sind nicht so viele Varianten, die man sich einprägen muss.
Mach' mal den Versuch, Dich für die vorgeschlagenen Eröffnungen bzw.
Verteidungen zu begeistern. Voraussetzung ist natürlich, dass Du das Wesen einer Eröffnung bzw. der Verteidung verstehst.
Übung macht den Meister!
Frank Mayer
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Passende Eröffnung für Anfänger Beitrag # 4 ( permalink)

18.05.2011, 13:25
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Super GM des Forums
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Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
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Im Allgemeinen kann ich Milians Vorschlägen zustimmen.
Von Colle würde ich abraten, da es den eigenen Spielstil vermiesen kann- du kommst immer in die gleiche Stellung rein, versuchst immer am Königsflügel anzugreifen (Häufig mit Läuferopfer auf h7)- klingt zwar schön, aber für deine schachliche Entwicklung bringt dir so ein schablonenhaftes Spiel wenig (zumal du deinen Königsangriff vergessen kannst, wenn dein Gegner seinen Königsläufer fianchettiert)- lieber, wie Milian schon vorgeschlagen hat- Evans Gambit oder sogar Nordisches Gambit gegen e5 und Morra gegen Sizilianisch. Mit Schwarz einfach 1....e5, du könntest sogar mit dem Elefantengambit 1.e4 e5 2.Sf3 d5 experimentieren- gilt zwar nicht als gut, aber ich denke, dass dein Gegner überrascht sein wird und du viele Gelegenheiten haben wirst, deine taktischen Fähigkeiten in der Partie zu trainieren.
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Passende Eröffnung für Anfänger Beitrag # 5 ( permalink)

18.05.2011, 18:05
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beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 1828
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Registriert seit: 04.2009
Ort: E-0870 Sitges (Barcelona)
Beiträge: 252
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Zitat:
Zitat von Fälix
Im Allgemeinen kann ich Milians Vorschlägen zustimmen.
Von Colle würde ich abraten, da es den eigenen Spielstil vermiesen kann- du kommst immer in die gleiche Stellung rein, versuchst immer am Königsflügel anzugreifen (Häufig mit Läuferopfer auf h7)- klingt zwar schön, aber für deine schachliche Entwicklung bringt dir so ein schablonenhaftes Spiel wenig (zumal du deinen Königsangriff vergessen kannst, wenn dein Gegner seinen Königsläufer fianchettiert)- lieber, wie Milian schon vorgeschlagen hat- Evans Gambit oder sogar Nordisches Gambit gegen e5 und Morra gegen Sizilianisch. Mit Schwarz einfach 1....e5, du könntest sogar mit dem Elefantengambit 1.e4 e5 2.Sf3 d5 experimentieren- gilt zwar nicht als gut, aber ich denke, dass dein Gegner überrascht sein wird und du viele Gelegenheiten haben wirst, deine taktischen Fähigkeiten in der Partie zu trainieren.
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Alle Antworten sind richtig.
Wenn ich mich aber auf Schachanfänger beziehe, habe ich meinem 10jährigen Enkel schon eingetrichtert, erst einmal auf Sicherheit zu spielen und die Figuren wirksam aufzustellen.
Wenn Schwarz bei Colle den Königsläufer fianchettiert, spiele ich auch dasselbe auf Weiss. Bei Colle ist es mir auch mit dem Bogoljubov-Fianchetto des Damenläufers schon manche gute Stellung gelungen. Es besteht auch die Möglichkeit, auf der Damenseite einen Bauernangriff vorzubereiten - je nach Lage der Dinge. Aber, bitte, das sind Auffassungsunterschiede.
Die taktischen Fähigkeiten sind anfangs kaum vorhanden und entwickeln sich erst über Jahre. Deswegen erst einmal auf Sicherheit spielen.
Zumindest ist das meine Empfehlung.
Frank Mayer
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Passende Eröffnung für Anfänger Beitrag # 6 ( permalink)

18.05.2011, 22:01
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Super GM des Forums
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Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
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Zitat:
Zitat von Frank Mayer
Die taktischen Fähigkeiten sind anfangs kaum vorhanden
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richtig
Zitat:
Zitat von Frank Mayer
...und entwickeln sich erst über Jahre. Deswegen erst einmal auf Sicherheit spielen.
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nein, die entwickeln sich nicht einfach über Jahre. Man wird nicht einfach mit laufender Spielpraxis taktisch stärker, sondern nur durch Taktiktraining bzw. taktische Praxis (das heißt, man spielt auf scharfe Stellungen hin, sodass viele Situationen vorkommen, in denen man taktische Motiv anwenden muss).
Wenn man stattdessen ruhige, sichere Stellungen anstrebt, entwickelt man sich vielleicht strategisch weiter (auch nicht schlecht, aber auf Amateurniveau ist Taktik etwa 10mal wichtiger als Strategie).
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Passende Eröffnung für Anfänger Beitrag # 7 ( permalink)

21.05.2011, 20:55
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Zitat:
Zitat von Springer200
Hallo 
Ich habe mir viele Eröffnungen und Verteidigungen angeschaut, z.B. Caro-Kann oder Sizilianisch, aber ich hab jedesmal gemerkt, dass das kein Sinn hat, weil es davon unzählige Varianten und Ausführungen gibt, die man dann ja alle können sollte. Außerdem sollte man ja auch verstehen, warum man denn einen bestimmten Zug macht und nicht einfach nach auswendig gelernten Systemen spielen.
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Hallo Springer200,
im Grunde hast Du das Problemchen schon gut erkannt und dem bleibt nur ergänzend anzufügen, dass Du Dich auf Taktik und Strategie (dazu zähle ich auch Endspieltraining) konzentrieren solltest.
Ich probierte am Anfang einige Eröffnungen oberflächlich aus, bevor ich mich dann für Caro-Kann und Colle (das ich etwas später durch Damengambit ersetzte) entschied.
Gegen Anfänger fahre ich damit meist gut, gegen stärkere bis starke Spieler relativiert sich meine bescheidene Theoriekenntnis dann allerdings wieder und führt eher dazu, dass ich nach Variantenende (wenn eigene Ideen Mangelware sind und die fremden Variantenverzweigungen nicht genügend verinnerlicht/verstanden sind) den Faden verliere und ins Hintertreffen gerate.
Spiele ich hingegen von Anfang an nach meiner Idee, dann fahre ich nicht schlechter und habe den Vorteil, dass das Spiel auf meinem Level bleibt und eben mein Spiel - also nicht fremde (Großmeister-)Ideen, die gar nicht zu mir passen und die ich letztlich sowieso nur schablonenhaft nachvollziehen kann - ist. Überspielt mich mein Gegner, so liegt das jedenfalls nicht an verkorkster Theoriebehandlung, sondern an meinem ganz persönlichen Schachverstand. Das Gefühl ist mir lieber als die Alternative.
Fazit: Spiele Dein Schach, folge allgemeinen strategischen Erkenntnissen und feile an Deiner taktischen Schlagfertigkeit, so wird sich Deine Schachkompetenz bald steigern.
Eröffnungsstudium ist was für Profis (Meisteranwärter) und sollte - so meine Meinung - erst dann erfolgen, wenn man Schach verstanden hat. Zu frühes Eröffnungstraining macht unflexibel und führt zu einer Scheuklappenmentalität.
Es grüßt Dich,
gisi
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