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09.05.2011, 21:52
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Schachjournalist
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Registriert seit: 02.2010
Beiträge: 280
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Cheating
Hi Leute,
ich habe mir mal Gedanken zum Cheating gemacht.
Jeder hat bestimmt schon mal eine Onlinepartie gespielt und bei der Analyse festgestellt, dass sein Gegner für seine Spielstärke ungewöhnlich häufig Topzüge fand. Das stellt vielleicht noch nicht´s Besonderes dar. Sonderlich wird es erst, wenn dies über den gesamten Partieverlauf geschieht. Ich vermute, dass eine Spielstärke an eine bestimmte Fehlerspanne gekoppelt ist. Was heißt das?
Ich schaue bei der Engineanalyse auf die maximal zu erzielenden Bauerneinheiten durch den Topzug. Ich hab jetzt mal Rybka laufen. Nehmen wir an 0.63 Bauerneinheiten für den Topzug. Die Einschätzung der Engine nach dem ausgeführten Zug des Gegners beläuft sich auf sagen wir 0.99 Bauerneinheiten. Rechenzeit pro Zug 30 Sekunden. Fehlerdifferenz also folglich 0.36 Bauerneinheiten. Diese Fehlerdifferenz notiere ich für jeden Zug der gesamten Partie. Dann summiere ich die gesamten Fehlerdifferenzen und teile sie durch die Anzahl der Züge. Dann habe ich die durchschnittliche Fehlerdifferenz für die Partie. Jetzt könnte man das gleiche mit sagen wir zehn anderen Partien des Gegners machen. Die durchschnittlichen Fehlerdifferenz sollte annähernd gleich sein. Wobei zu bedenken gilt, wesentlich schlechter als der Durchschnitt geht immer. Besser kann man nur minimal spielen.
Wäre schön, wenn der eine oder andere Überlegungen dazu hat.
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13.05.2011, 10:57
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Zitat:
Zitat von TAFKABP
Hi Leute,
ich habe mir mal Gedanken zum Cheating gemacht.
Jeder hat bestimmt schon mal eine Onlinepartie gespielt und bei der Analyse festgestellt, dass sein Gegner für seine Spielstärke ungewöhnlich häufig Topzüge fand. Das stellt vielleicht noch nicht´s Besonderes dar. Sonderlich wird es erst, wenn dies über den gesamten Partieverlauf geschieht. Ich vermute, dass eine Spielstärke an eine bestimmte Fehlerspanne gekoppelt ist. Was heißt das?
Ich schaue bei der Engineanalyse auf die maximal zu erzielenden Bauerneinheiten durch den Topzug. Ich hab jetzt mal Rybka laufen. Nehmen wir an 0.63 Bauerneinheiten für den Topzug. Die Einschätzung der Engine nach dem ausgeführten Zug des Gegners beläuft sich auf sagen wir 0.99 Bauerneinheiten. Rechenzeit pro Zug 30 Sekunden. Fehlerdifferenz also folglich 0.36 Bauerneinheiten. Diese Fehlerdifferenz notiere ich für jeden Zug der gesamten Partie. Dann summiere ich die gesamten Fehlerdifferenzen und teile sie durch die Anzahl der Züge. Dann habe ich die durchschnittliche Fehlerdifferenz für die Partie. Jetzt könnte man das gleiche mit sagen wir zehn anderen Partien des Gegners machen. Die durchschnittlichen Fehlerdifferenz sollte annähernd gleich sein. Wobei zu bedenken gilt, wesentlich schlechter als der Durchschnitt geht immer. Besser kann man nur minimal spielen.
Wäre schön, wenn der eine oder andere Überlegungen dazu hat.
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Hallo TAFKABP,
ich hatte auch schon manches Mal den Verdacht, dass mein Gegner in Onlinepartien Hilfsmittel nutzen könnte. In den Fällen, in denen ich nach dem Spiel mit eigener Engine jene Verdachtsfälle kontrollierte, musste ich dann aber stets feststellen, dass mehr oder minder grobe "Fehler" (eben Züge, die Engines nicht gespielt hätten) enthalten und also mein Verdacht wohl unberechtigt war.
Dass es Cheater gibt ist klar, aber die Angst, dass man betrogen werden könnte, überwiegt meiner Ansicht nach die tatsächliche Gefahr. Dann kommt noch hinzu, dass man eben ungerne verliert und nach Ausreden sucht.
Ob Enginestatistiken uns hier weiterhelfen, das wage ich zu bezweifeln. Jede Engine wertet anders und von daher werden diese Angaben wohl nur bedingt tragfähig sein. Ich glaube lieber an die Ehrlichkeit im Menschen und vor allem daran, dass es schlicht verdammt langweilig sein muss, im Internet mit Enginehilfe (abseits von Fernpartien, in denen das erlaubt ist) zu agieren. Diejenigen, die das dauerhaft praktizieren und dabei langfristig Erbauung finden, sind - so vermute ich - ein kleines Grüppchen kranker Menschen, die insgesamt eher nicht ins Gewicht fallen dürften.
An einen kürzlichen Fall erinnere ich mich noch gut: Ein Spieler verlor gegen mich, dann sagte er: "Jetzt wirst Du verlieren". Ich frage ihn, ob er etwa vor habe mit Engine zu spielen. Er reagierte auf die Nachfrage nicht und spielte um Welten besser, ich hatte keine Chance mehr. Nachdem er ein dutzen Mal gewonnen hatte - mir war längst klar, dass meine Vermutung goldrichtig war -, fragte ich ihn, welche Engine er denn laufen habe. Da loggte er sich aus.
Solche Fälle gibt es also, aber ich würde sie nicht allzu ernst nehmen und den Spaß beim Spiel vorne anstellen. Die Betrüger betrügen sich am Ende ohnehin nur selbst. 
Es grüßt Dich,
gisi
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13.05.2011, 13:25
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Schachjournalist
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Registriert seit: 02.2010
Beiträge: 280
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Hi gisi 
schön, dass Du Dich für das Thema interessierst.
Ich stimme völlig mit Deinen Aussagen überein. Es geht mir hier nicht darum jeden Partieverlust gegen schwächere Gegner in die "Cheatingecke" zu schieben, um schlechtes Spiel zu entschuldigen. Ganz und gar nicht. Vielmehr geht es mir, um eine Ausarbeitung dieses von mir erdachten Systems. Ich gebe Dir damit recht, dass Engines Züge unterschiedlich bewerten. Deswegen gab ich als Engine Rybka an. Die Stellungsbewertung ist mit das Beste was momentan zu haben ist. Besser ist im Augenblick glaube ich nur Houdini. Jetzt vielleicht folgende Aufgabe an Dich:
Ist es für Dich vorstellbar, dass man auf Basis der Rybka-Engine, Partien auf diese Fehlerspannen untersucht, um so Rückschlüsse auf die Spielstärke beider Kontrahenten zu schließen? Oder aber ist dieses System völlig unbrauchbar? Vielleicht nur mit einer Mindestanzahl von Zügen brauchbar? Wenn es brauchbar ist, gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten?
Übrigens gibt es ja bei der Chessbase-GUI die Möglichkeit einen Analysevergleich zu machen. Du kannst da mehrere Engines laden und in der Analyse werden dann die Werte ausgespuckt. Vielleicht fällt Dir ja noch etwas ein?
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13.05.2011, 14:07
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Schachjournalist
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Registriert seit: 02.2010
Beiträge: 280
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Also schlußendlich geht es mir um die "Partieperformance". Wie stark genau hat Spieler A in der Partie gespielt?
Das muß sich auf Basis der Zugqualität nachweisen lassen.
Also Fehlerspanne während der gesamten Partie, nur als Beispiel, 1.8 Bauerneinheiten. Daher war die Spielstärke des Schachspielers in der Partie, die eines Spielers von xxxx elo. Manchmal bleiben Spieler einfach nur unter Ihrer Spielstärke und verlieren deswegen Partien. Haben Sie aber Ihrer Spielstärke entsprechend gegen einen Spieler gespielt der 300 elo´s unter Ihrer Wertungszahl liegt, ist hier vermutlich was faul. Ich hoffe ich konnte es Dir etwas verständlich rüberbringen. 
Warum gibt es eigentlich noch keine Schachprogramme, die mir mit der Analyse die Partieperformance beider Spieler ausspucken? Würde ich sofort kaufen.
Geändert von TAFKABP (14.05.2011 um 11:55 Uhr)
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13.05.2011, 15:18
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Zitat:
Zitat von TAFKABP
Ist es für Dich vorstellbar, dass man auf Basis der Rybka-Engine, Partien auf diese Fehlerspannen untersucht, um so Rückschlüsse auf die Spielstärke beider Kontrahenten zu schließen? Oder aber ist dieses System völlig unbrauchbar? Vielleicht nur mit einer Mindestanzahl von Zügen brauchbar? Wenn es brauchbar ist, gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten?
Übrigens gibt es ja bei der Chessbase-GUI die Möglichkeit einen Analysevergleich zu machen. Du kannst da mehrere Engines laden und in der Analyse werden dann die Werte ausgespuckt. Vielleicht fällt Dir ja noch etwas ein?
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Hallo TAFKABP,
jetzt habe ich Dich glaube ich verstanden. Solch eine Statistik ist - wie Du ja auch selbst anmerkst - nur dann aussagekräftig, wenn man viele Daten gesammelt hat. Vereinzelte Partien werden hier sicherlich keine zuverlässigen Angaben liefern, man müsste wohl - und zwar für jeden Spielmodus (Blitz, Bullet etc.) - viele Partien heranziehen und auch dann ist natürlich - sofern ich das richtig sehe - die Frage längst nicht geklärt, ob die konkrete Partie, bei welcher die Elozahl des Spielers und die anhand der Fehlerspannen ermittelte Performance starke Differenzen aufweisen, tatsächlich mit Enginehilfe gespielt war.
Zumal: Wenn ein Spieler regelmäßig betrügt, dann gleicht sich doch auch seine vermeintliche Elozahl entsprechend an. Nur Gelegenheitscheater könnte man auf diese Weise also überführen und dabei ist die Möglichkeit gegeben, dass man Glücksgriffe und helle Momente (die jeder Spieler gelegentlich hat) zu schnell dem Cheating in die Schuhe schiebt.
Ich hatte auch schon Partien, in denen ich mehr als ein Dutzend Züge lang jeweils den (laut Engine) besten Zug gemacht habe. Das lag einfach daran, dass ich einen guten Plan hatte und diesem Muster lange Zeit folgen konnte.
Es grüßt Dich,
gisi
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13.05.2011, 18:09
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Schachjournalist
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Registriert seit: 02.2010
Beiträge: 280
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Zitat:
Zitat von Gisibert
Zumal: Wenn ein Spieler regelmäßig betrügt, dann gleicht sich doch auch seine vermeintliche Elozahl entsprechend an. Nur Gelegenheitscheater könnte man auf diese Weise also überführen und dabei ist die Möglichkeit gegeben, dass man Glücksgriffe und helle Momente (die jeder Spieler gelegentlich hat) zu schnell dem Cheating in die Schuhe schiebt.
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Stimmt. Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Aber kommt Zeit kommt Rat.
Ich werde mal ein paar Onlinepartien von Spielern mit stabiler Wertungszahl checken. Mal sehen, was da so für Ergebnisse herauskommen.
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