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Zitat von sweet-kiss9000
Nun möchte ich noch weitere Meinungen darüber hören, ob die DWZ eurer Meinung nach wirklich eine sichere Form ist, um die Spielstärke von Schachspielern zu bestimmen.
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Hallo sweet-kiss,
man kann - sofern man sich hier auskennt, was ich von mir nicht behaupten möchte - sehr genau nachvollziehen, wie eine bestimmte Wertungszahl zustande kommt. Ob das letztliche Resultat (also die jeweils temporär feststehende Wertungszahl) dann jedoch "die Spielstärke" repräsentiert, das hängt davon ab, wie wir "Spielstärke" jeweils definieren.
Häufig wird hierunter eine Gesamtheit sämtlicher irgend greifbarer Attribute eines Spieler, bezogen aufs Schachspiel, verstanden. In einem anderen Beitrag wurde das schon angedeutet. Das ist natürlich ein Anspruch, der von einer Berechnungsweise, die lediglich zwischen Gewinn/Verlust und Remis unterscheidet, nicht zu leisten ist.
Ich würde also behaupten, dass die DWZ eine Statistik über die Erfolgsbilanz eines Spielers innerhalb des bestimmten Vergleichshorizontes (bestimmt durch die Spieler in seinem Umfeld und die Anzahl/Häufigkeit der gewerteten Partien) darstellt. Nicht mehr und nicht weniger.
Man könnte auch sagen, dass die DWZ ein Instrument ist, um die Spielstärke (hier verstanden als Erfolgsbilanz zwischen verschiedenen Spielern) zu messen, wobei - da das Instrument recht grob ist - die Regel gilt, dass das Messergebnis um so genauer ist, je mehr Messungen vorgenommen werden.
Die Spielstärke (s.o.) wird durch die DWZ nicht sicher bestimmt, sondern vielmehr auf bestimmte Indikatoren reduziert und dann - fußend auf einem Messverfahren, das möglichst viele Vergleichsdaten benötigt, um aussagekräftig zu sein - permanent (re)konstruiert und fortlaufend symbolisch dargestellt.
Fazit: Eine Wertungszahl, die sich aus vielen Vergleichsmomenten zusammensetzt, wird die Gewinnwahrscheinlichkeit zwischen zwei Spielern mit hoher Zuverlässigkeit angeben können. Wenn wir jetzt annehmen, dass derjenige, der häufiger gewinnt, auch automatisch der stärkere Spieler ist, dann ist alles in bester Ordnung.
Sämtliches, was wir sonst zur DWZ hinzu dichten (etwa, dass Spieler A mit 2200 DWZ über bessere Eröffnungskenntnisse verfügt als Spieler B mit 1900 DWZ) ist luftige Spekulation und wäre allein zu prüfen, indem das konkrete Spielgeschehen (und nicht allein das Ergebnis) beäugt wird.
Das ist meine (momentane) Meinung.

Beste Grüße,
gisi