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  Die DWZ Beitrag #1 (permalink)  
Alt 24.03.2011, 13:58
sweet-kiss9000
Neuling
 
Registriert seit: 03.2011
Beiträge: 1
Die DWZ

Hey.
Ich muss in Mathe meine Facharbeit schreiben und habe mich mit dem Thema: Die DWZ und was sagt sie wirklich über die Spielstärke von Schachspielern aus?, beschäftigt.

Nun möchte ich noch weitere Meinungen darüber hören, ob die DWZ eurer Meinung nach wirklich eine sichere Form ist, um die Spielstärke von Schachspielern zu bestimmen.

Ich spiele selber seit zehn Jahren im Verein und möchte jetzt weitere Meinungen einholen.

Ich würde mich über eine rege Diskussion freuen.
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  Die DWZ Beitrag #2 (permalink)  
Alt 24.03.2011, 16:58
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
Eigentlich sagt die DWZ klar aus, wie stark man ist. Ein 1900er ist stärker als ein 1800er, da er insgesamt häufiger gewinnt, bzw. besser punktet.

Allerdings sagt die DWZ meines Gegner nicht unbedingt aus, wie leicht ich ihn schlagen kann. Das hängt von meinen und seinen Stärken/Schwächen ab. Wäre Spieler 1 mit 1800 DWZ in allen Bereichen (zB Eröffnung, Taktik, Strategie, Endspiel, Dynamik) auf einem Niveau von 1800, Spieler 2 mit 1900 DWZ in allen Bereichen auf einem Niveau von 1900, müsste Spieler 2 alle Spiele gewinnen.
In der Realität ist es aber fast immer so, dass ein Spieler irgendwo stärker oder schwächer ist. Wenn zB Spieler 1 in den Bereichen Dynamik/Taktik/Eröffnung gut ist, Spieler 2 aber in den Bereichen Strategie/Endspiel seine Stärken hat, kann es gut sein, dass Spieler 1 50 % aus den Partien gegen Spieler 2 holt, da Spieler 1 Spieler 2 zB mit Weiß eine scharfe theorielastige Sizilianervariante spielt und die kleinste Ungenauigkeit von 2 aufgrund seiner Theoriekenntnisse oder seiner Taktikfähigkeit ausnutzt.

Also meiner Meinung nach gibt die DWZ die Spielstärke von Spielern sehr genau wieder (wobei Jugendspieler eine Ausnahme sind, da sie häufig über ihrem Niveau spielen, weil sie immer besser werden). Wie hoch deine Gewinnchance gegen deinen Gegner ist, wird aber nicht gesagt, man kann es nur erahnen.
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  Die DWZ Beitrag #3 (permalink)  
Alt 30.03.2011, 21:36
Cpt. Bligh
Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
Eigentlich kann man anhand der DWZ ganz genau ausrechnen wie viel Prozent der Punkte man statistisch gegen einen bestimmten Gegner holt. Weiß zufällig grad jemand die Formel?

Aber wie kann man darüber eine Facharbeit in Mathe schreiben, ist das nicht etwas.... unmathematisch?
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  Die DWZ Beitrag #4 (permalink)  
Alt 31.03.2011, 16:27
DamageInc
Totaler Kenner
DWZ/Elo: 1700-1800
 
Registriert seit: 11.2004
Ort: Münsterland
Beiträge: 159
Zitat:
Zitat von Cpt. Bligh Beitrag anzeigen
Eigentlich kann man anhand der DWZ ganz genau ausrechnen wie viel Prozent der Punkte man statistisch gegen einen bestimmten Gegner holt. Weiß zufällig grad jemand die Formel?
Unter Schachbund.de ist in der Wertungsordnung eine Wahrscheinlichkeitstabelle hinterlegt.

LINK

Zitat:
Die unten aufgeführte Wahrscheinlichkeitstabelle für Gewinnerwartungen P(D) beruht auf der sog. Normalverteilung. Sie ist mit der von der FIDE verwendeten Tabelle identisch.
Die DWZ-Differenzen ergeben sich aus dem Absolutwert der Differenz zwischen eigener und gegnerischer DWZ. Ist der zu berechnende Spieler besser als sein Gegner, so findet man die Gewinnerwartung P(D) in der Spalte "besser", im umgekehrten Fall in der Spalte "schlechter".
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  Die DWZ Beitrag #5 (permalink)  
Alt 12.04.2011, 13:07
Milian
Kenner
 
Registriert seit: 06.2005
Beiträge: 127
Zitat:
Zitat von Cpt. Bligh Beitrag anzeigen
Eigentlich kann man anhand der DWZ ganz genau ausrechnen wie viel Prozent der Punkte man statistisch gegen einen bestimmten Gegner holt. Weiß zufällig grad jemand die Formel?

Aber wie kann man darüber eine Facharbeit in Mathe schreiben, ist das nicht etwas.... unmathematisch?
Statistik ist doch ein ganz wesentlicher Teil der Mathematik. Fürs Abi musste ich damit ein ganzes Halbjahr verbringen.
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  Die DWZ Beitrag #6 (permalink)  
Alt 12.04.2011, 14:34
Gisibert
Kenner
 
Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
Zitat:
Zitat von sweet-kiss9000 Beitrag anzeigen
Nun möchte ich noch weitere Meinungen darüber hören, ob die DWZ eurer Meinung nach wirklich eine sichere Form ist, um die Spielstärke von Schachspielern zu bestimmen.

Hallo sweet-kiss,

man kann - sofern man sich hier auskennt, was ich von mir nicht behaupten möchte - sehr genau nachvollziehen, wie eine bestimmte Wertungszahl zustande kommt. Ob das letztliche Resultat (also die jeweils temporär feststehende Wertungszahl) dann jedoch "die Spielstärke" repräsentiert, das hängt davon ab, wie wir "Spielstärke" jeweils definieren.

Häufig wird hierunter eine Gesamtheit sämtlicher irgend greifbarer Attribute eines Spieler, bezogen aufs Schachspiel, verstanden. In einem anderen Beitrag wurde das schon angedeutet. Das ist natürlich ein Anspruch, der von einer Berechnungsweise, die lediglich zwischen Gewinn/Verlust und Remis unterscheidet, nicht zu leisten ist.

Ich würde also behaupten, dass die DWZ eine Statistik über die Erfolgsbilanz eines Spielers innerhalb des bestimmten Vergleichshorizontes (bestimmt durch die Spieler in seinem Umfeld und die Anzahl/Häufigkeit der gewerteten Partien) darstellt. Nicht mehr und nicht weniger.

Man könnte auch sagen, dass die DWZ ein Instrument ist, um die Spielstärke (hier verstanden als Erfolgsbilanz zwischen verschiedenen Spielern) zu messen, wobei - da das Instrument recht grob ist - die Regel gilt, dass das Messergebnis um so genauer ist, je mehr Messungen vorgenommen werden.

Die Spielstärke (s.o.) wird durch die DWZ nicht sicher bestimmt, sondern vielmehr auf bestimmte Indikatoren reduziert und dann - fußend auf einem Messverfahren, das möglichst viele Vergleichsdaten benötigt, um aussagekräftig zu sein - permanent (re)konstruiert und fortlaufend symbolisch dargestellt.

Fazit: Eine Wertungszahl, die sich aus vielen Vergleichsmomenten zusammensetzt, wird die Gewinnwahrscheinlichkeit zwischen zwei Spielern mit hoher Zuverlässigkeit angeben können. Wenn wir jetzt annehmen, dass derjenige, der häufiger gewinnt, auch automatisch der stärkere Spieler ist, dann ist alles in bester Ordnung.

Sämtliches, was wir sonst zur DWZ hinzu dichten (etwa, dass Spieler A mit 2200 DWZ über bessere Eröffnungskenntnisse verfügt als Spieler B mit 1900 DWZ) ist luftige Spekulation und wäre allein zu prüfen, indem das konkrete Spielgeschehen (und nicht allein das Ergebnis) beäugt wird.

Das ist meine (momentane) Meinung.

Beste Grüße,

gisi
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dwz, facharbeit, schach, spielstärke

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